Evtl. Kö verloren. Jetzt im März Stifte zuhängen?

  • Hi,

    ich habe ein Problemvolk, das auf ca. 1 Gasse lebt, kontinuierlich abgenommen hat. Das war ein Varroa-Problemfall, das ich mitte Nov. extra mit MS behandeln musste. Ich erinnere mich: die Kö wurde auch leicht benetzt. Das machen doch die Arbeiterinnen gleich weg?

    Ich sehe das nur von oben und kann den Kasten in ner Woche genau inspizieren. Ob man im Falle einer nicht aufzufindenen Kö aus einer anderen Kiste "ein paar Stifte" implantiert? Ob die alten Bienen sich ans Pflegen erinnern?

    Ein "Wirtschaftsvolk" wird es so kaum mehr, natürlich: eine quasi-Jungvolk.

    Ich schätze, ihr würdet die bees abfegen, Kasten weg und die Restbees vor ein Nachbarkasten "setzen"?

    Und in nem Monat einen Ableger dahinstellen ...

    Juli

  • Ich schätze, ihr würdet die bees abfegen, Kasten weg und die Restbees vor ein Nachbarkasten "setzen"?

    Genau. Für die Nachzucht einer Königin ist das Volk viel zu schwach.

    Außerdem dürfte es zu früh sein für die Begattung.

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)

  • Hallo Juli,


    dass die Königin bei der MS-Behandlung benetzt wird, ist kein Problem sondern eher förderlich - die Bienen SOLLEN doch die Säure abbekommen. Viel interessanter: MS-Behandlung im November - waren die da brutfrei?? MS wirkt nicht in die verdeckelte Brut, d.h. du erwischt damit bei Brutbetrieb höchstens 10-20 % der im Volk befindlichen Milben.

    "Erinnern" braucht sich da keiner, das ist Instinkt. ;) Da dein Volk aber nur 1 Wabengasse besetzt, ist es zu schwach um noch was zu bewirken sprich um Brut zu wärmen, parallel sammeln zu fliegen etc.. Außerdem wäre es selbst bei ausreichend Bienenmasse wohl zu früh für einen Hochzeitsflug, da noch keine oder kaum Drohnen in der Luft sein dürften. Selbst wenn du jetzt Stifte rein hängst, aus denen dann in zweieinhalb Wochen ne Prinzessin schlüpft, die vielleicht 3-5 Tage später zum Hochzeitsflug ausfliegt, ist es immer noch erst Mitte April. UND die Bienen in deiner Kiste sind alles alte Tanten, ihr natürliches Ende also absehbar, auch ohne Schwächung durch Varroa oder dergleichen.

    Ich habe selbst ein Volk, welches ohne Königin aus dem Winter gekommen ist, siehe Nachbarfred. Habe mich ebenfalls zum Abfegen (nicht Abschwefeln) entschlossen.


    Viel Glück im neuen Bienenjahr!


    EDIT: Wolfgang war (mal wieder) schneller. ^^

  • "Abschwefeln": sowas mache ich natürlich nicht.

    wenn ich sie nicht zu anderen setze, wird das eben zu einem Hospiz-Kasten.


    @RoWa Bielitz

    > ... MS-Behandlung im November - waren die da brutfrei

    zumindest sehe ich jetzt in dem wenigen 4-Tage-Gemüll keine Milbe.

    Hie & Da waren im Nov. noch verdeckelte Zellen. Die kann ich nicht alle rauspuhlen. Das Wetter war eben so "blöd", dass sie immer noch gelegt haben. Das Gros hatte ich rausgeschnitten.


    mal schauen. Danke!!

  • Wenn die Königin noch da ist und das Volk einfach nur extrem schwach könntest du es noch über Absperrgitter auf ein anderes starkes Volk setzen und dann in ca 4 Wochen wieder trennen. (Das aufgesetzte bleibt dann an dem Platz des starken!)

    Ist zwar schon etwas spät dafür, aber wenn du gern das Volk retten willst u eine Königin vorhanden ist, wäre es einen Versuch wert.


    Abfegen kannst du es Notfalls später immernoch.


    Zum Thema "Varroaproblemvolk": Hast du denn bei dem Volk eine Winterbehandlung durchgeführt?

  • "Abschwefeln": sowas mache ich natürlich nicht.

    wenn ich sie nicht zu anderen setze, wird das eben zu einem Hospiz-Kasten.

    Moin,


    Schwefel ist Ultima Ratio, aber so ein "Hospiz" kann auch schnell Nährboden für etwa Schlimmeres werden als nur ein schwaches Volk.

  • ich habe ein Problemvolk, das auf ca. 1 Gasse lebt, kontinuierlich abgenommen hat. Das war ein Varroa-Problemfall, das ich mitte Nov. extra mit MS behandeln musste.

    Eine Gasse. Es geht also um kaum mehr als eine Handvoll Bienen. Potentiell mit vielen Milben im Gepäck.


    Ich schätze, ihr würdet die bees abfegen, Kasten weg und die Restbees vor ein Nachbarkasten "setzen"?

    Ja genau: die Milben werden vor Schreck die Flucht ergreifen und gemeinsamen Suizid begehen.


    "Abschwefeln": sowas mache ich natürlich nicht.

    Besser ist es also, einem gesunden Volk noch ein paar Milben zu schenken? Wegen einer Handvoll Bienen? Diese Milben versuchst Du dann später durch Drohnen-Schneiden wieder aus dem Volk zu holen?


    Willst Du eine Handvoll toter Bienen und ein gesundes Volk?


    Oder willst Du ein (um eine Handvoll Bienen verstärktes) totes Volk?


    Wenn Du genau weisst, dass die Milbenlast in Deinem "Varroa-Problemvolk" nicht höher als im zu verstärkenden Volk ist, dann kannst Du mit der Handvoll Bienen ein anderes Volk verstärken. Musst es aber nicht: das andere (gesunde) Volk sollte es auch aus eigener Kraft schaffen.


    Wenn Du die Milbenlast nicht genau kennst, dann solltest Du das besser nicht tun.


    wenn ich sie nicht zu anderen setze, wird das eben zu einem Hospiz-Kasten.

    Genau! Sollen die doch elendig zugrunde gehen!:evil:



    Ich halte Schwefel für die bessere Variante.

  • Hier wird ja superschnell Abschwefeln empfohlen. Es geht ja aber immerhin noch um Lebewesen!


    Der Threadsteller kann keine direkt Aussage über die Milbenlast machen und wir wissen es auch nicht. Genausowenig wissen wir über den konkreten Verlauf der Milbenlast?! Immerhin wurde (unabhängig von der Spätsommerbehandlung) eine Winterbehandlung durchgeführt.


    Vielleicht wurde das Volk auch einfach nur schon schwach eingewintert und das ist nun das Resultat.


    Zitat

    Ja genau: die Milben werden vor Schreck die Flucht ergreifen und gemeinsamen Suizid begehen.

    Die Milben werden aber auch nicht bei einer zum Sterben ausfliegenden Biene vorher auf eine andere Biene abspringen. Die relative Milbenlast könnte also auch bei kleiner werdender Bienenmasse konstant bleiben.


    Wenn es wirklich nur noch ein Häufchen Elend ist und es dir der Aufwand wert wäre, könntest du es alternativ nochmal mit MS besprühen, vielleicht einen Tag warten und dann abkehren. Sollte theoretisch funktionieren und die evtl. vorhandene Milbenlast nochmal senken.


    Aber das ist auch alles Ferndiagnose hier, am besten ist immernoch wenn du jemanden hast der Mal reinschaut und dir vor Ort eine zweite Meinung gibt!

  • Das Entmilben würde nicht die Verteilung der inneren Virenlast behindern.

    Darum kann ich mir vorstellen empfehlen einige das Abtöten.


    Wie du jedoch sagst, solange man nichts genaues weis, kann man schlecht ein guten Rat geben.

    Somit ist die Gefahr durchaus vorhanden mit 1000 Bienen einen Stock mit 20.000 zu schädigen

    Wie nun jeder mit dieser Gefahr umgeht, ist seinem Sicherheitsbedürfnis und oder Verpflichtungen geschuldet.

    Darum kann man Lösungsvorschläge nicht generell pauschal abohrfeigen, nur weil man eine andere Meinung hat.


    Liebe Grüße Bernd

  • Hier wird ja superschnell Abschwefeln empfohlen. Es geht ja aber immerhin noch um Lebewesen

    Handelt es sich bei dem zu verstärkenden Volk etwa nicht um ein Lebewesen?


    Würdest Du zB jemanden als Organspender akzeptieren, wenn Du den Verdacht hast, dass er eine tödliche Krankheit (zB HIV) hat??


    Zitat

    Der Threadsteller kann keine direkt Aussage über die Milbenlast machen und wir wissen es auch nicht. Genausowenig wissen wir über den konkreten Verlauf der Milbenlast?!

    Das ist genau der Punkt: wenn er eine Aussage darüber treffen kann, dann kann er die durchaus einem anderen Volk geben. Ob eine Handvoll altersschwacher Bienen einen nennenswerten positiven Effekt auf das empfangende Volk hat halte ich für eher unwahrscheinlich.


    Ohne diese Kenntnis halte ich es aber eher für kontraproduktiv.


    Nichts anderes habe ich geschrieben.


    Und die Handvoll Bienen dahinvegetieren zu lassen (Hospitz) halte ich ebenfalls nicht für sinnvoll. Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende.


    Entscheiden muss der Threadersteller. Wir hier können bestenfalls Entscheidungshilfen geben.


    Was wir wissen, ist: Im November bedurfte das Volk einer Notbehandlung.


    Da liegt die Vermutung nahe, dass die Sommer-Behandlung nicht so richtig funktioniert hat und somit die mit einer hohen Milbenlast aufgezogenen Winterbienen nicht so richtig gesund sind. Man kann sich aber auch die Welt schönreden und an eine Reinvasion glauben.


    Selbst wenn die Winterbehandlung im Dezember gewirkt haben sollte und jetzt keine Milben mehr fallen, hätte ich keine Hoffnung mehr für dieses Häufchen Elend.


    YMMV!