Honigtrocknung und Wabenfläche

  • Klar! Mannschaft muß da sein. Die Kiste (Werkzeug des Imkers) muß auch erfüllen was erwartet wird.

    Die Beute Bruder Adams hat es ganz sicher nicht nötig " ver(schlimm)bessert" zu werden.

    Das Ding funzt bestens. (andere spielen in meiner Denkweise keine Rolle und ich habs in Sachen Feuchte nicht probiert)

    Immer wieder (ich wiege den Ertrag meiner eventuelen Siegervölker) stelle ich fest, das der Feuchtegehalt von Volk zu Volk stark schwankt. Alles gleich, also gleiche Tracht und gleicher Stand gleiche Kiste etc. (besonders Kastanie;))

    Nun, das habe ich bei Nachzuchten versucht zu berücksichtigen.

    Ich kann eine kontinuierliche Verbesserung dieser Linie im Vergleich zu anderen Linien messen.

    Das macht so um 1,5% trockener, (Kastanie) bei Brutferner Stapelung.

    So meine bescheidene Erfahrung.

    LG.

    12er DD, und Buckies, gaanz sicher!

    Der Pessimist sieht die Schwierigkeit in jeder Möglichkeit!

    Der Optimist sieht die Möglichkeiten in jeder Schwierigkeit!

    W. Churchill

  • Die Verdunstung funktioniert am besten aus dünnen Schichten heraus, da dann die Diffusionswege zur Oberfläche kurz sind. Der Abstrom von Feuchte aus dem Volumen ist umgekehrt proportional zum Quadrat der Schichtdicke. Das bedeutet z.B.: Eine Schicht mit der Dicke 1mm trocknet 64-mal schneller als eine Schicht von 8mm Dicke.

    Deshalb ist es bei starker Tracht wichtig, sehr viel leere Zellen im Stock anzubieten. Die Bienen verteilen den Nektar dann zunächst auf große Flächen und ziehen ihn dann auf wenigen Waben zusammen.

    Seit ich mich daran halte, habe ich keine Probleme mehr mit dem Wassergehalt des Honigs.

    Gruß Ralph

  • Kühle (nächtliche) Frischluft hat eine größere Aufnahmekapazität für Wasserdampf bei Stocktemperatur als die wärmere, feuchtigkeitsgesättigte Luft des Tages

    Gesättigt ist hier der falsche Begriff, weil er sich auf die relative Luftfeuchtigkeit bezieht.

    Die kalte Nachluft bringt (absolut) weniger Feuchtigkeit hinein, wenn die Bienen und die Beute für Luftaustausch sorgen. Die Bienen wärmen die Luft auf, die dann mehr Feuchtigkeit nach draußen transportieren kann und die draußen schneller kondensiert als tagsüber.

    Die relative Luftfeuchtigkeit ist natürlich nachts (d.h. gegen morgen hin) höher. Wäre es anders, würde der Tau nicht am Morgen fallen.


    Wolfgang

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)

  • Gerade finde ich (in einem Beitrag von G. Eich) mal wieder die Auffassung, für die Trocknung des Honigs im Bienenstock wäre es von Vorteil, wenn große Wabenflächen (also ausreichend Honigräume) vorhanden sind. Dem entgegen gibt es auch die Meinung, dass der Honig besser trocknet, wenn die Völker eng gehalten werden.

    Hallo WFLP!


    Beide Argumente haben ihre Berechtigung. Während einer Massentracht fördert ausreichend Honigraum die Honigtrocknung. Die Bienen müssen die Möglichkeit haben den Nektar auf viele offene Zellen zu verzetteln. Bei einer Massentracht kann das genetisch beste Volk keinen trockenen Honig produzieren, wenn nicht ausreichend Wabenfläche zur Verfügung steht. Ist die Zelle einmal über die gesamte Tiefe mit feuchten Nektar zugepflastert, kann höchstens noch die Oberfläche durch die Bienen bearbeitet werden. Eine ordentliche Trocknung ist nicht möglich.

    Nach der Vortrocknung wird der Honig allmählich in die Nähe des Brutnestes verbracht. Ab diesem Zeitpunkt kommt das 2. Argument ins Spiel. Jetzt ist es wichtig, dass die Waben gut mit Bienen belagert sind und der Honig zum Reifen noch die Abwärme des Brutnestes zu spüren bekommt.


    Wo im Volk ist denn der Honig am trockensten?

    Der "alte" brutnestnahe Honig ist am trockensten. Sobald Nektar eingetragen wird, ist es auch in Brutnestnähe mit der Trockenheit vorbei. Die Randwaben enthalten immer am meisten Feuchtigkeit.


    MfG

    Honigmaul

  • Ab diesem Zeitpunkt kommt das 2. Argument ins Spiel. Jetzt ist es wichtig, dass die Waben gut mit Bienen belagert sind und der Honig zum Reifen noch die Abwärme des Brutnestes zu spüren bekommt.

    Also die Quadratur des Kreises? Verkleinern kann ich das Honigraumvolumen ja während der Honigreifung nicht.

    Es gäbe nur die Folgerung, den Brutraum auf ein Minimum zu beschränken.

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)

  • Es gäbe nur die Folgerung, den Brutraum auf ein Minimum zu beschränken.

    Stimmt - womit wir wieder beim Thema Brutnestgröße und Wärmeverteilung wären.

    Oder gleich einen etwas größeren HR verfügbar machen. Das braucht aber starke Völker...

  • Keine Überraschung:

    Es gäbe nur die Folgerung, den Brutraum auf ein Minimum zu beschränken.

    Mein Honig ist trockener, seitdem ich die Völker nicht mehr im zweizargigen Zander-Brutraum führe, sondern einzargig mit angepasstem Brutraum (kein "Pressing").
    Das ist selbstverständlich nur eine Beobachtung, ohne Anspruch auf statistische Signifikanz.
    Interessant wäre dazu ein Vergleich der Daten von zB Westerhoff mit denen von Celle.

  • Gerade finde ich (in einem Beitrag von G. Eich) mal wieder die Auffassung, für die Trocknung des Honigs im Bienenstock wäre es von Vorteil, wenn große Wabenflächen (also ausreichend Honigräume) vorhanden sind. Dem entgegen gibt es auch die Meinung, dass der Honig besser trocknet, wenn die Völker eng gehalten werden.

    So, aus dem anderen Thema wurde ja hier her verwiesen. Hab aber leider nicht die Zeit alles durch zu lesen. Das genannte mit Platz/Fläche für die bessere Trocknung ist m.E. richtig und das eng halten im Grunde der Punkt der dies ermöglicht.

    Logisch macht es 0 Sinn einem Volk 3 HR drauf zu setzen wenn es nicht mal den 1. mangels Masse richtig besetzen kann. Dann läuft man eher Gefahr, dass es nix wird. Wenn aber die Masse da ist, sind m.E. mehr Fläche/Waben von Vorteil und regen zudem die Bienen an mehr ein zu tragen.

    Ist dabei auch irgendwie ein wenig wie im Straßenverkehr. Wenn man ins Parkhaus rein fährt und da stauen sich schon davor die Autos, dann wird es auch innen nicht besser. Es staut sich und die Bienen trampeln sich gegenseitig auf den Füßen herum. Nun sind diese aufgeladenen Bienen (siehe Beiträge vom Fux) da und in der Kiste merken sie da gibt es ein Problem. Daraus resultieren dann einige andere Probleme. Da ist es doch angenehmer wenn die heim kommen und in Ruhe ihren Nektar übergeben können damit die Bienen diesen dann im HR lagern und je mehr Platz da ist, umso besser können sie ihn auch wieder umlagern und dabei trocknen.

    So mal in Kürze zusammen gefasst. Hoffe es ist verständlich.

    Gruß Markus


    Ubi apis, ibi salus 
    Wo Bienen sind, dort ist Gesundheit

  • Habe heute die HR Dadant kontrolliert.Waben von viertel bis zur Hälfte verdeckelt. Der offene Honig spritzt bei der Spritzprobe noch ordentlich.

    Das Refraktometer zeigt bei einer Mischung aus verdeckeltem und unverdeckeltem Honig 16% an. Irgendwas widerspricht sich doch dort. Hab nur Angst das der überwiegend Löwenzahn und Raps mir in den Waben kandiert.

    Also schleuderreif halte ich den noch nicht.

  • Gestern habe ich bei einem Volk, das überwiegend Raps angeflogen ist, mit meinem - allerdings in diesem Jahr noch nicht kalibrierten - Refraktometer einige vollgetragene Waben gemessen. Obwohl kaum verdeckelt, WG zwischen 16% und 18,5%. Möglicherweise hat sich hier positiv ausgewirkt, dass der Nektar überwiegend schon seit Ende April im Stock ist und in den letzten 10 Tagen selten Flugwetter war.

    Karl

    Etwa 12 Völker auf Dadant an etwa 4 Standorten. "Bienenrasse":roll:: Bunte Mischung aus Carnica und Buckfast.