Autopsie / Todesursache?

  • Moin!

    Nachdem es Anfang des Jahres so aussah, als hätte ich 0 Verluste nach dem Winter zu beklagen, hat es mich nun doch erwischt. Eines meiner 5 Völker hat es dann doch nicht gepackt, die Königin ist offenbar verlustig gegangen. Ausgerechnet mein "bestes" (honigstärkstes und ohne Schwarmtendenz im letzten Jahr) Volk hat es erwischt. :(Beim Reinigen der Böden Anfang des Jahres hatten sie unwesentlich mehr Totenfall als die anderen, dabei habe ich mir noch nichts gedacht, weil sie auch mit am stärksten eingewintert wurden. Beim Schieden vor 4 Wochen bei ~15 Grad hatte ich dann das erste Mal rein geschaut und ohne Wabenziehen keine Brut gesehen. Sie flogen auch kaum bzw. brachten keinen Pollen. Heute habe ich erneut nachgesehen, da bei allen anderen emsiger Flugbetrieb herrschte, nur bei diesem Volk nicht. Die Vermutung gewahrheitete sich, Bienen sind noch da, allerdings weit weniger als bei den anderen Völkern und weiterhin keine Brut und keine Stifte. Habe heute die Waben gezogen um der Sache auf den Grund zu gehen, anbei ein paar Bilder. Königin habe ich nicht gesehen, vermute die ist in den ewigen Jagdgründen.


    Meine Vermutung ist nun: Varroaschaden. Man sieht reichlich Milbenkot in den Zellen. Die Bienen auf der Wabe sind tot, stecken aber zumeist nicht kopfüber in den Zellen, Futter ist noch reichlich vorhanden, auch auf der Wabe mit den toten Bienen.

    Würdet ihr auch auf Varroa tippen oder übersehe ich etwas?


    Was tun mit der übrigen Bienenmasse? Für's Zusetzen einer Königin ist es vermutlich zu spät, sind ja alles alte Tanten da drin. (Drohnenbrütig sind sie noch nicht.)

    Einräuchern, 10 min warten und dann mit vollen Honigblasen abfegen und Kiste abräumen, damit sie die anderen Völker verstärken wäre ein Gedanke, aber hole ich mir damit u.U. die Milben in die Buden??


    Verdammt ärgerlich, dass es gerade mein "Monster-Volk" erwischt hat. :(


    imkerforum.de/galerie/image/7203/


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  • mit vollen Honigblasen abfegen und Kiste abräumen, damit sie die anderen Völker verstärken

    Würde ich so machen, denn beim Aufsetzen auf ein anderes Volk ist die Gefahr der Krankheitsübertragung größer, z.B. Viren.

    Außerdem könnte noch eine späte Nachschaffungskönigin drin sein, die nicht begattet wurde. Die würde sich wohl beim Aufsetzten einer legenden Königin nicht durchsetzen. Da aber die Waben an manchen Stellen einen leichten Grünschimmer zeigen und vereinzelte verdeckelte Zellen zu sehen sind, würde ich nicht Aufsetzten.

    Ich wurde gut erzogen. Keine Ahnung, was dann passiert ist...

  • Ok, danke für die Bestätigung euch beiden! OX sprühen werde ich dann auf jeden Fall.


    Bleibt die Frage nach dem „Warum“. Varroaschaden? Viel strapaziert, ich weiß. Aber andere Symptome sind für mich hier nicht ersichtlich.

  • ich würd die in die ewigen Jagdgründe...was willste denn ernsthaft mit sowas noch anfangen?

    Ox ist lebensverkürzend.....jetzt bei den alten kranken Tanten Totsicher!

    Das, was du sicher weisst, hält dich vom Lernen ab.


    Hier gibts was Gutes zu lesen

    http://www.pedigreeapis.org

    Eure Pedigrees, könnt ihr ab sofort hier problemlos u. fachlich geprüft im Original eintragen

  • wenn man schwächere verstärken kann- ok, aber das Risiko der Übertragung von Krankheiten auf normale Völker sollte man minimieren- die bringen den Honig und ab Mai auch Bienenüberschuß für Ableger oder Kuntschwärme.

    Im nächsten Jahr 1-2 Reserveweiseln einwintern- 6 Waben-Ableger.

    Wer peppeln will, Stück Wabe mit jüngster Brut und auf 3 Waben einengen.

    1 von 5 - macht 20% Verlust, kann man nur Verbessern durch mehr Völker.

  • Früher gab es mal Schwefelschnitten, aber dies ist ja in der heutigen "alles muss überleben Mentalität" verpönt.


    Gruß

    Werner

    Option B, abschwefeln. Hab ich noch nie gemacht. Und wollte ich vermeiden, gebe ich zu. Was ich aber auch vermeiden will ist, dass sie a) in einem jämmerlichen weil weisellosen Zustand dahin vegetieren und andererseits b) die Aufnahmevölker mit irgendwas anstecken.


    Wo gibt's das Zeug, Apotheke? ?(

  • Moin!

    Moin RoWa!


    Eines meiner 5 Völker hat es dann doch nicht gepackt, die Königin ist offenbar verlustig gegangen. Ausgerechnet mein "bestes" (honigstärkstes und ohne Schwarmtendenz im letzten Jahr) Volk hat es erwischt.

    Das tut mir aufrichtig leid für dich - gerade so spät die Erkenntnis eines wie auch immer gearteten finalen Volksverlustes ist extremst frustig.


    Zum "Volk" selber:

    Bienen sind noch da, allerdings weit weniger als bei den anderen Völkern und weiterhin keine Brut und keine Stifte.

    Ich denke / hoffe, wir sprechen / schreiben hier nicht nur von den gefühlten 5 Bienen auf den fotografierten Waben?! Wieviel Bienenmasse in Volumen ist noch da? 1 Kaffepott voll? Mehrere komplette Wabengassen (von unten gesehen!)?


    Königin habe ich nicht gesehen, vermute die ist in den ewigen Jagdgründen.

    War die Dame gezeichnet?


    Meine Vermutung ist nun: Varroaschaden.

    Dito.


    Die Bienen auf der Wabe sind tot, stecken aber zumeist nicht kopfüber in den Zellen, Futter ist noch reichlich vorhanden, auch auf der Wabe mit den toten Bienen.

    Ich vermute finale Verkühlung in den letzten Nächten mangels "Volks"-Stärke.

    Mach` doch mal bitte Fotos und stelle sie hier ein von dem was noch lebt. Würde mich sehr interessieren.


    Würdet ihr auch auf Varroa tippen oder übersehe ich etwas?

    Ja und nein, vermutlich nicht.

    Interessant wäre die Ursache für die scheinbar tödliche Milbenbelastung.


    Was tun mit der übrigen Bienenmasse?

    Hinge bei mir von der tatsächlichen "Masse" ab ob ich die Tiere ruhigen Gewissens im Rahmen einer thermischen Entsorgung der Rähmchen mitgäbe oder ob ich sie beräuchern und in`s Gras fegen würde.

    Wohlgemerkt, ICH würde diese Option in Erwägung ziehen!


    Für's Zusetzen einer Königin ist es vermutlich zu spät, sind ja alles alte Tanten da drin.

    Zu spät, zu früh, falscher Zeitpunkt, man kann`s nennen wie man will. :wink::-?

    Knackpunkt ist allerdings neben der vermutlich nicht gegebenen Verfügbarkeit einer neuen Königin die noch existente Bienenmasse / deren Gesundheit / Vermilbungsgrad.


    Einräuchern, 10 min warten und dann mit vollen Honigblasen abfegen und Kiste abräumen, damit sie die anderen Völker verstärken wäre ein Gedanke, aber hole ich mir damit u.U. die Milben in die Buden??

    Eine denkbare Möglichkeit, siehe oben.

    Und ja, selbstredend ist ein nicht unerhebliches Risiko des Eintrages wie auch immer gearteter Krankheitserreger (mikro- oder makrobiell) gegeben.


    Verdammt ärgerlich, dass es gerade mein "Monster-Volk" erwischt hat.

    Eine spontane These meinerseits zum Schluß:

    Vielleicht war`s genau das?

    Königin hat sich verausgabt, ging daher im Winter verlustig bzw. lief im Herbst schon leer und wurde versuchsweise (erfolglos?) ersetzt und parallel haben sich (im Gegensatz zu deinen anderen, ggfs. geteilten, Brutpause gehabtn habenden Völkern) die Milben im "Monstervolk" monstermäßig effektiv und lange vermehren können?!


    Ich weiß ich wiederhole mich, aber was ich letztlich raten würde hinge von der tatsächlich noch lebenden Bienenmasse ab. Welche ich dazu sehen müsste.

    Die Waben sollten aber auf jeden Fall mindestens in den Schmelzer.


    Schöne Grüße,

    Kopf hoch und viel Erfolg in dieser Saison!

    Patrick

    Et kütt wie et kütt und et hätt noch immer jut jejange!

  • Moin Patrick und vielen Dank für deine ausführliche Antwort! :thumbup::thumbup:

    Zum "Volk" selber:

    Ich denke / hoffe, wir sprechen / schreiben hier nicht nur von den gefühlten 5 Bienen auf den fotografierten Waben?! Wieviel Bienenmasse in Volumen ist noch da? 1 Kaffepott voll? Mehrere komplette Wabengassen (von unten gesehen!)?

    Nein, die auf dem Foto waren nur die Toten, die noch auf der einen Wabe saßen. Paar mehr sind schon drin, nachdem ich heute Rauch gegeben und gewartet hatte, bis sie sich in die Gassen verzogen haben, saßen sie auf etwa 2,5 Wabengassen (Dadant), diese aber von der Länge nach nur etwa halb besetzt. Unten folgen ein paar Fotos von der lebenden Bienenmasse.


    Gezeichnet war die Königin, ja. Deshalb kann ich mit ziemlicher Sicherheit sagen, dass sie JETZT nicht mehr in der Beute ist, die Bienenmasse ist ja sehr übersichtlich. Ich vermute, dass ich sie beim Säubern des Bodens Anfang des Jahres mit entsorgt habe - da habe ich nicht nach der Königin gesucht - oder dass sie von den Mädels schon raus getragen wurde.

    Interessant wäre die Ursache für die scheinbar tödliche Milbenbelastung.

    Genau das würde mich auch interessieren. Varroabehandlung habe ich bei allen gleich durchgezogen. Ich habe gerade nochmal in den Stockkarten nachgesehen, der Milbenfall nach der Behandlung war bei diesem Volk nach der Sommerbehandlung geringfügig höher als beim direkten Vergleichsvolk, aber nicht eklatant. Nach der Winterbehandlung hatten sie etwas weniger, aber vielleicht da schon wegen der schon geschrumpften Bienenmasse? :/


    Königin hat sich verausgabt, ging daher im Winter verlustig bzw. lief im Herbst schon leer

    Das klingt alles plausibel. Allerdings war Madame erst von 2017, wäre also erst in ihr drittes Jahr gegangen. Verdammt schade drum. :(


    Hier nun die Fotos:


    imkerforum.de/galerie/image/7230/


    imkerforum.de/galerie/image/7228/


    imkerforum.de/galerie/image/7227/


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    Gruß RoWa

  • Moin Patrick und vielen Dank für deine ausführliche Antwort!

    Moin RoWa und: Sehr gerne!


    Nur so lernt man - als Fragender und sich als Gefragter angesprochen Fühlender. :wink:


    Varroabehandlung habe ich bei allen gleich durchgezogen.

    Was tatsächlich leider keinerlei Argument ist für eine praktisch auch nur ansatzweise homogene Belastung in den Völkern.


    Nach der Winterbehandlung hatten sie etwas weniger, aber vielleicht da schon wegen der schon geschrumpften Bienenmasse?

    Sehr wahrscheinlich, letztlich aber auch müßig. Schad` um das Volk, aber jetzt isses so:

    Mund abwischen, weitermachen, lernen! Mach` ich bis heute so. :wink:


    Allerdings war Madame erst von 2017, wäre also erst in ihr drittes Jahr gegangen. Verdammt schade drum.

    "Erst" ist in diesem Zusammenhang meiner Erfahrung nach relativ.

    Denn wenngleich gut begattete Königinnen durchaus mehrere (bis zu 5?!) Jahre leben können, der Großteil der meinen schafft`s so lange nicht sondern wird vorher umgeweiselt, stirbt ohne äusserlich erkennbare Gründe oder sonstwie kommt weg (Schwarm, hoffentlich nur noch seltenst imkerliches Ungeschick, sonstige unerfindliche Gründe).


    Zum weiteren Vorgehen:

    Einfach abfegen und die Kiste wegräumen.

    :daumen:.


    Schöne Grüße und eine gute Woche!

    Patrick

    Et kütt wie et kütt und et hätt noch immer jut jejange!