Wider dem frühen Schieden

  • Und das fällt anscheinend den wenigsten auf. Da sieht man tolle Bilder mit vielen Honigräumen und tollen Völkern und denkt sich "man nächstes Jahr schiede ich bei mir auch so. Das muss ja gut sein".

    Man muss es schon verstehen (wollen). Klar kann man, abhängig vom örtlichen Wetter, auch im April Schied setzen.


    Eine sehr gute Kö' macht auch schon mal 6 Großwaben (DD, DN 1,5 oder Za1,5) plus DR dauerhaft voll; das ist aber eher selten der Fall. Und die legt dann bis Mai ein geschlossenes BN von Holz zu Holz an, d.h. Futter und Pollen werden in Brut umgesetzt.


    Nur haben die Meisten solche Kö's nicht. Und dann hat man per April ein ausgedehntes BN mit 6 BW + DR, mit schönen Futterkränzen und eingelagertem Pollen, dessen Wärmehaushalt nicht ganz so optimal ist. Das Gejammer von nicht angenommenen HRn kannst bald wieder lesen... am Ende hängen sie im Baum. Dann lag's am Schied ;)


    Im Februar erkenne ich bei meinen Bienen in meinen Kisten in meiner Gegend sehr wohl deren Wintersitz, der ja etwas mit der Volksstärke und damit der Legeleistung der Kö' (vom Spätsommer des l.J.) zu tun hat; denn sie sitzen auf x Waben mit offenen Zellen, wo das ehemalige BN war. Ich erkenne auch angetragenes flüssiges Futter, das zur Vorbereitung des künftigen BN schon mal herangeschafft wurde. Damit kann ich beurteilen, wie das Ende April aussehen könnte - immer mit etwas Erfahrung zum Wetter-/Trachtverlauf in dieser (!) Gegend.


    Und wenn eine JungKö' sich per Ende April mehr zutraut als ich, wird sie es deutlich machen, indem sie entweder in die FW hinter dem Schied oder die Pollenwabe an der Beutenwand stiftet. Da kann ich anpassen: Schied rückt eine Pos. weiter. Dabei sind aber die BW dazwischen nahezu zu 90 % voll mit Brut. Uns das ist für diese Betriebsweise wichtig. Das BN rühre ich nicht mehr an, bis auf die Schwarmkontrolle - aber da ändere ich an der BN-Größe nichts. Damit habe ich in puncto Honigmenge und Schwarmlust (, was ja direkt korreliert!) sehr gute Erfahrungen machen können - mit Bf, Ca und El Bienen und standbegattete Mixe davon.


    Muss man alles nicht machen; es geht auch ohne. Mich stört weder das Eine noch das Andere.

  • Er verkauft es ja auch sehr überzeugend.

    ist das was schlechtes?

    Kommt ein wenig auf den Inhalt an, oder? Und dann gebe ich zu bedenken, das die überzeugensten Vorstellungen oft in einem Kontext stattfinden, wo der Referent sich selbst überzeugen muß. Angehörige von Ex-Rauchern wissen, was ich meine ;)

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Ich muss schon sagen, einige sind hier nicht besonders sachlich, nicht wahr?

    musst schon verstehen. Einem davon, hat der Berhard wohl sein Matchboxauto im Sandkasten geklaut, seitdem "schießt" er immerwieder gegen seine Art von Imkern.

    Erinnert mich irgendwie an meinen Neffen als er noch 6 Jahre alt war ;)

  • musst schon verstehen. Einem davon, hat der Berhard wohl sein Matchboxauto im Sandkasten geklaut, seitdem "schießt" er immerwieder gegen seine Art von Imkern.

    Was hat denn sowas in einer sachlichen Diskussion zu suchen??

    Bezieht sich deine Frage auf den Post von BeesPal oder auf die, mit persönlichen Befindlichkeiten gespickten Posts, die er damit meint? Ist mir nicht ganz klar.

  • In der Beute ist nicht Peschetztrio, sondern Bernhardduo.

    Wenn ich es richtig erinnere, beansprucht der Bernhard die 2-Königinnenbetriebsweise aber keineswegs als seine Erfindung.
    Er beschreibt auch sehr ausführlich das Für und Wider und die Umstände, unter denen es Sinn macht, als auch jene, unter welchen es keinen Sinn macht, so ein Duo zu starten.


    Man kann zum Bernhard als einen der Schied-Apologeten ja stehen wie man will. Aber er erläutert und begründet sehr ausführlich. Das gibt dem geneigten Zuhörer so viel Kontext, dass er daraufhin auch eigene Überlegungen anstellen kann, bzw. für sich entscheiden kann, ob er das probieren möchte oder nicht.


    Ich habe das Schieden im Februar ja auch probiert.
    Aber mit dem ganzen Kontext, welchen der Heuvel liefert, habe ich jetzt auch verstanden, dass in meiner Region mit meinen Bienen das frühe Schiedsetzen nicht notwendig ist (wenngleich es auch nicht schadet). Keine der Kö's hat im Februar, März einen derart ausschweifenden Legegang hingelegt, dass man da etwas hätte begrenzen müssen.


    Ich habe auch beobachtet, dass ein Wärmebrett keinen größeren, Brutumfang zur Folge hat, Thermoschiede ebensowenig. Vielmehr scheinen externe Faktoren mehr eine Rolle zu spielen (Wetter, Polleneintrag, wasweissich). Trotzdem kann ich dem Heuvel oder dem Binder nicht absprechen, dass das bei denen funktioniert, weil da möglicherweise andere klimatische Verhältnisse herrschen oder andere Genetik in den Kisten ist (und die Genetik macht vermutlich den Unterschied).


    Auf YT habe ich gesehen, wie jemand das Schied testet und bereits jetzt das Schied als Werkzeug verwirft, weil es keinen massiveren Bruteinschlag mit Schied gab. Und dann denke ich mir so, dass das auch albern ist - etwas nach so kurzer Zeit zu verwerfen, wenn es doch ein Tool für fast das ganze Jahr ist.


    Der Heuvel hält einfach gute Vorträge. Man mag ja inhaltlich nicht immer der gleichen Meinung sein oder andere Erfahrungen haben, aber er begründet sehr ausführlich und schlüssig. Und daher wundert es auch nicht, wenn er viele Leute von seiner Herangehensweise überzeugt, und sie zum Nachahmen anregt. Ich kann daran nix Schlechtes finden.


    Aber nächstes Jahr werde ich trotzdem erst Ende März ein Schied setzen :-)

  • Ich habe auch beobachtet, dass ein Wärmebrett keinen größeren, Brutumfang zur Folge hat, Thermoschiede ebensowenig.

    Das konntest Du nur für dieses Jahr feststellen. Das ist keine allgemeingültige Aussage für alle Jahre. Ich möchte behaupten, dass sich mit ausreichend Polleneintrag ein anderes Bild gezeigt hätte.

    ..."ist mir noch nie passiert" sagte der erfahrene Imker, "aber..."