Wider dem frühen Schieden

  • Ich schiede unmittelbar nach dem Reinigungsflug und lasse die Völker anschließend in Ruhe. In diesem Jahr war das am 15.2., sonst ist es um den 15.3..

    Ich stelle große Unterschiede zwischen der Segeberger DN 1,5 und der Hohenheimer DN 1,0 fest.

    In der Segeberger haben sich die Völker stark entwickelt, sie haben bereits eine HR-Halbzarge mit Leerwaben, die gut besetzt wird.

    In der Hohenheimer haben sich die Völker praktisch nicht entwickelt. Bei diesen Völkern hätte ich genauso gut jetzt schieden können. Von einem aufzusetzenden HR sind die noch weit entfernt.

    Ob die Völker jetzt Brut haben oder nicht, kann ich nicht feststellen, da ich die Völker in Ruhe lasse. Ich habe vor ca. 1 Woche lediglich durch die Sichtscheibe bei einigen Völkern in den Segebergern die Königin auf der Randwabe stiften gesehen. Bei allen Völkern in den Segebergern ist das Brutnest bis an die Sichtscheibe gut durchgewärmt. Bei den Hohenheimern ist die Sichtscheibe kalt.

    Gruß Ralph

  • (Klugscheißer-Modus an: "wider" steht mit Akkusativ und sollte gegen das Wort "gegen" austauschbar sein, Klugscheißer-Modus aus) Oh Kikibee;(


    Jetzt bist du total verwirrt. Was denken da deine Bienen. Man könnte auch abstimmen. Sollte die ganze Sache aber englisches Format bekommen, dann wird das noch zu einem ungeregelten "Beeexit".


    Remstalimker

    Im Netz ist gut auf hohem Niveau imkern.:daumen::lol:

  • Prinzipiell hat schieden nichts damit zu tun, ob ein Volk brütet/durchbrütet oder nicht.

    Zum Brüten bedarf es gewisser uns allen bekannter Voraussetzungen.


    Auch wird durch schieden nicht die Legeleistung einer Königin erhöht.

    Was erreicht wird, wenn die passenden Umweltbedingungen vorherrschen, das Brutnest eine gewissen Größe erreicht hat, die Ausdehnung über andere Waben behindert wird.

    Dadurch kommt es zu einer kompakten Verteilung der Brut auf die Waben im eingeengten Bereich. Aber es muss Brut im großen Umfang möglich sein, wo nix ist kann nix kompakt werden.

    Bei wenig Brut schaffen es die Bienen auch auf 1-2 Waben ein 5-10cm großes Brutnest ohne Schied zu unterhalten.

    Schieden erzeugt auch nicht mehr Wärme in einer Beute. Wie auch, das ist kein aktives Medium, Wärme erbringen die Beinen selbst oder die Larven in der Metamorphose.

    Schiede begünstigen nur eine bessere Wärmehaltung/-führung/-verteilung in dem eingeengten Bereich.

    Jetzt könnt ihr gedanklich einmal damit spielen, wie gut oder wie schlecht dieser Effekt möglicherweise bei kleinerem oder größerem Raum sein könnte.


    Die anderen Sachen Pflege von Randbereichen - Unterkühlung - Brutausräumung, Legewegzeit ... hat etwas mit der Effizienz des Brutgeschäftes zu tun. Dies führt nicht zu einer erhöhten Legeleistung, sondern unterstützt die Ausbeute der schon erbrachten Leistung der Königin und darüber natürlich zu mehr oder weniger Bienen im Volk.


    Zum Thema Schwarmverhinderung ist es meine unbewiesene Meinung, spielt das nur geringfügig eine Rolle, denn viele Steinchen führen zu einem Schwarm, manchmal allerdings auch Fehlerbrocken.


    Ich persönlich sehe als sehr großen Vorteil an, das es darüber möglich ist das direkte Brutnest (sofern es umwelttechnisch möglich war ein kompaktes auszubilden) bei einer Massentracht frei von Nektar zu halten und das Brutnest somit nicht verhonigen sollte.


    In diesem Jähr hängt der Frühjahrsbrutstop nach den warmen Tagen im Februar meines Erachtens damit zusammen, das für den ersten Satz Bienen auf Grund der Menge die Eiweißvorräte (Fettkörper) der Winterbienen aufgebraucht sein könnten.

    Auf Grund der Witterung (Regen/Temperatur) konnte, trotz reichliche in der Natur vorhanden, kaum neuer Pollen gesammelt werden.

    Erinnert euch mal (war kann) an den Vortrag von Ludgar zum Bereich Pollen/Ernährung der Bienen und der Abhängigkeit der Entwicklung der Bienen bei Defiziten.


    Wie sich dieses Bild allerdings mit dem Beispiel vom Kleingartendrohn (Unterschied Styropor/Holz) vereinbart, kann ich auch nicht sagen.

    Wenn wir jedoch die Kollegen nehmen, die 50/50 gearbeitet haben und gleiche Resultate in den Völkern vorfinden, stützt dies meiner Meinung nach diese Theorie.


    Liebe Grüße Bernd

  • In diesem Jähr hängt der Frühjahrsbrutstop nach den warmen Tagen im Februar meines Erachtens damit zusammen, das für den ersten Satz Bienen auf Grund der Menge die Eiweißvorräte (Fettkörper) der Winterbienen aufgebraucht sein könnten.

    Auf Grund der Witterung (Regen/Temperatur) konnte, trotz reichliche in der Natur vorhanden, kaum neuer Pollen gesammelt werden.

    Das war bei mir nicht so, der Brutstop hängte bei mir NUR mit dem kalten Wetter zusammen. Ab 12 Grad wird bei mir sofort Pollen gefunden und es ist auch Pollen in den Waben...

  • Ich habe erklärend zu oben jetzt natürlich nur von meinem Standort aus geschlossen.

    Da waren seit dem 14/15.2 und 25/26.2 nur sehr wenige Tage im März Flugwetter auf Grund Nebel / Sprühregen / Sturm / Starkregen und Temperatur.


    Ich suche mal nach einem anderen Thread für weitere Fragen, weil ja hier Schied der Schwerpunkt ist.


    Liebe Grüße Bernd

  • Wie sich dieses Bild allerdings mit dem Beispiel vom Kleingartendrohn (Unterschied Styropor/Holz) vereinbart, kann ich auch nicht sagen.

    Ich habe in meinem Beitrag einen wichtigen Umweltfaktor unterschlagen: Meine Segeberger haben Erlen in Mengen in der Nähe, aus denen fleißig Pollen eingetragen wurde.

    Meine Hohenheimer stehen an einer anderen Stelle, wo es keine Erlen gibt.

    Gruß Ralph

  • Chr!s schrieb:

    Zitat

    Demnach müsste jedes 2-räumig geführte Zandervolk in Schwarmstimmung geraten, die Legekurve der Königin natürlich auch vorhersehbar sein (ach wär das schön) und bei mehr als 8 Waben im Brutraum geht die Kiste gleich in Flammen auf...

    Vielleicht ist das ja auch so, oder unternimmt man mit 2-räumigen Zandermagazinen keine schwarmverhindernde Maßnahmen?

    Ich habe nach Wiedereinstieg seit mehr als 30 Jahren noch keine Erfahrungen mit der Schiederei. Letztes Jahr habe ich es mit Flachzargen versucht - das geht wohl auch. Ich habe drei Einwabenableger (auf Dadant-Flachwaben) gemacht und übereinandergestapelt, über Gitterboden und Folie getrennt überwintert; hat gegen alle Befürchtungen wunderbar geklappt.

    Ich bin auf Bernhard Heuvels Vortrag gestoßen, mindestens 4x angesehen und in Teilen immer wieder, und ich glaube, dass ich ihn verstanden habe. Somit habe ich meine alten Dadant-Flachzargen teilweise wieder zu Bruträumen zusammengeleimt und fähig gemacht, Trennschiede (für den Zweiköniginnen-Betrieb) und Einengschiede aufzunehmen, ebenso Böden dafür vorbereitet. Ich habe nun meine Völker und Ableger auf Honigrähmchen in diese Bruträume gepackt und geschiedet. Ein schwaches Volk und einen Ableger habe ich zusammen in eine Beute gepackt, getrennt durch das bienendichte Schied. Das stärkste Volk (geschiedet natürlich) hat angefangen, das Brutnest unter den Rähmchen weiter auszubauen. Alle Völker und Völkchen saßen bei der letzten Nachschau bei 9°C mit vielen Bienchen jenseits des Schieds auf den Futterwaben, was zeigt, dass das Schied kein Hindernis bildet, sich das Futter nach Bedarf ins bzw. ans Brutnest heranzuholen.

    Ich habe vor 40 Jahren mit Blätterstöcken angefangen, dem Trend entsprechend im nächsten Jahr in Styroporbeuten umgepflanzt, dann Bruder Adam gelesen, mir Dadantbeuten gebaut und Buckfast-Kunstschwärme aus USA gekauft. Dann nach Schundau zu Löwenzahns Blütenbeginn, die Brutwaben zweier Völker in eine Beute gesetzt, nach Fehmarn gewandert und in diesem schlechten Rapshonigjahr als einziger unter den Wanderkollegen Honig geerntet. Dann kam die Varroa flächendeckend, der Eigenheimbau und die Bienen standen dann irgendwo am alten Wohnort. Der Großteil war mitten im Sommer verhungert und der Rest wurde Jahr für Jahr von der Varroa erledigt. Dann kamen andere Hobbies, andere Prioritäten, und jetzt als Rentner habe ich letztes Jahr wieder angefangen und ich sehe, wohin der Trend geht. Damals Blätterstöcke, Umhängen (oder besser Umstellen) von Brutwaben in den Honigraum, Entnahme der Honigwaben, wieder Brutwaben in den Honigraum, dann Magazine, aber wieder nach demselben Prinzip: Umhängen und umhängen. Dann Dadant und Buckfast mit viel Kritik und Naserümpfen von anderen. Heute ist es fast schon schick, Dandant und Buckfast zu haben. Jetzt, wo ich fast bei Null anfange, kann ich es mir leisten, neue Wege zu gehen und umzuschwenken, falls nötig. Mittelfristig lande ich bei Dadant-Blatt mit Thermoplast-Beuten, von denen ich schon 3 besitze. Thermoplast ist unverwüstlich und leicht zu reinigen (gut bei AFB), und das Beutensystem ist gut durchdacht. Ferner will ich ohne Mittelwände arbeiten (wg. der Giftanreicherung) und ohne Schleuder. Es gibt noch Etliches, was ich ausprobieren möchte, wie z. B. rigoroses Kunstschwarmbilden mit totaler Brutentnahme.


  • Man muss differenzieren - Schied setzen und dann in Ruhe entwickeln lassen bei guter Futterversorgung heißt nicht, darin herumwühlen und immer wieder Kiste aufmachen. Im Gegenteil - einmal kalt und dann wochenlang in Ruhe lassen. Ich weiß im übrigen nicht mal sicher, auf wie vielen Rahmen Brut sitzt - bestenfalls aus dem Gemüll: da kommen schon mal 4 bis 5 zusammen.


    Das alles gilt für DN1,5 Segeberger und Dadant im hohen Norden zwischen den Seen.

    Moin Rainer!


    Gleiche Situation: Auch Norden, unterhalb der Seen mit deutlichen "Kältenlöchern" in den Nächten - trotz zweistelliger Flugtemperaturen am Tag. Ich habe in den 1,5er ehrlich gesprochen noch gar nichts gemacht. Futterkontrolle im Januar, seitdem "schieden" die vollen Futterwaben. Geflogen wird, gesammelt wird, Brut schlüpft. Den Umfang ermittel ich vielleicht morgen, wenn es weiterhin mild bleibt. Vielleicht setze ich dann auch einen Schied. Muss man sehen.


    Gelassenheit is' ne Tugend, denkt man.


    Grüße,

    N.

  • ... Mittelfristig lande ich bei Dadant-Blatt mit Thermoplast-Beuten, von denen ich schon 3 besitze. Thermoplast ist unverwüstlich und leicht zu reinigen (gut bei AFB), und das Beutensystem ist gut durchdacht. ...

    Für die AFB Sanierung kannst du diese aber nicht in heiße Natronlauge tauchen. Es geht nur mit „kalter“ Natronlauge und dauert dann Stunden.


    Thermoplastwabe nach der Reinigung in heißer Natronlauge:

    3 Völker, Langstroth Flachzarge / 8 Frame, Honigraum FlowHive

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  • Hallo Bienenfreunde!


    Für mich ist interessant, wie schnell das Schieden bei manchen Imkern zur Religion wird. Die anderen wundern sich, dass sie, obwohl sie bereits im Februar geschiedet haben, im März noch nicht den großen unterschied merken. Bei genauerem Nachdenken müsste das wohl logisch sein.


    Ich persönlich habe letztes Jahr das erste Mal geschiedet (Zander 1,0) und war mit dem Ergebnis voll zufrieden. Dabei konnte ich bisher folgende positive Erkenntnisse beobachten:


    1. ungeschiedete Völker haben direkt neben dem Brutnest wesentlich weniger offenes Futter und kommen bei längeren Kälteperioden sicherlich leichter in Schwierigkeiten. Durch das Schieden wird das außerhalb gelegene Futter viel besser in direkte Brutnestnähe verbracht.


    2. für mich ergibt sich noch der Vorteil, dass halb leere Futterwaben im hohen Boden abgelegt werden können und das Futter im Nu umgetragen ist. Die Wabenhygiene wird wesentlich erleichtert.


    3. durch das Schieden und das dadurch kompakt angelegte Brutnest geraten die Bienen bei Kälteeinbrüchen weniger leicht in Not. In Frühjahren mit gemäßigten Temperaturen wird zwischen geschiedet und nicht geschiedet daher kein Unterschied feststellbar sein.


    4. Während der Frühjahrsentwicklung wird die Beurteilung des Brutnestes wesentlich erleichtert.



    MfG

    Honigmaul