Wider dem frühen Schieden

  • Die Altvorderen haben vor der Stachelbeerblüte kein Volk geöffnet. Heute wird es von vielen schon Anfang Januar aufgerissen, nach der Brut geschaut und geschiedet nach dem Motto: "Ich bin der Erste!" Da wollen welche dem Bien zeigen was Sache ist. Vor Jahren bekam man hier den Ratschlag: "Sitze auf deine Finger!" Diese Scheu gibt es nicht mehr.


    Ich habe in den letzten Tagen als BSV verschiedene Völker untersucht. Viele Völker hatten eine Brutunterbrechung. Auf Nachfrage wurden sie während der letzten Kältewelle mal kurz kontrolliert. Man kann sich hier erinnern, dass ein User von hier die Brutraumtemperatur penibel gemessen hat und dabei feststellte, dass ein Volk einen Tag benötigt um das Optimum wieder herzustellen. Völker ohne Eingriffe haben auf die Kältewelle nicht reagiert und haben Brut in allen Stadien.


    Die optimale Schiedzeit wäre eigentlich jetzt. Ordentlich eingefütterte Dadantvölker haben jetzt auf maximal 6 - 7 Waben Brut. Durch volle Futterwaben waren sie seither genügend geschiedet.


    Remstalimker

    Im Netz ist gut auf hohem Niveau imkern.:daumen::lol:

  • Wenn sie auf 6-7 Waben Brut haben, dann ist die Zeit zum Schieden wohl vorbei. Geschiedete Völker sollten jetzt auf 4-5 Waben Brut haben, da aber großflächig.

    Gruß Ralph

  • Vor Jahren bekam man hier den Ratschlag: "Sitze auf deine Finger!" Diese Scheu gibt es nicht mehr


    Die optimale Schiedzeit wäre eigentlich jetzt. Ordentlich eingefütterte Dadantvölker haben jetzt auf maximal 6 - 7 Waben Brut. Durch volle Futterwaben waren sie seither genügend geschiedet.


    Remstalimker

    Hallo Remsi, ich bin da ganz bei dir! Nur sind wir zwei beide da in der Unterzahl jnd wohl zu leise. Es gubt da ein paar Lautsprecher in der Republik, die das anders verkünden nach dem Motto „Nur so ist es richtig“. Diese Stimmen werden wohl lieber gehört und wahrgenommen, siehe auch Dr. L + Dr. A.

  • Ich habe in den letzten Tagen als BSV verschiedene Völker untersucht

    Ich ebenso, (auch BSV) mit gleichem Befund.

    Meine eigenen, nicht angerührten zeigten heute : (hab aber nur 20 aufgemacht, bin krank)

    richtig gute Bienenmasse

    "keinerlei"!!!! Pollenvorrat, (Warscheinlich auch der Fettkörper der Winterbienen aufgebraucht, falls überhaubt noch viele davon da sind)

    große Flächen ohne Brut (waren aber schon stark bebrütet) deren Randbezirke noch wenige schlüpfende Bienen haben.

    viel ganz frisch gestiftet (seid 2/3 Tage)

    nur noch geringfügige Futterecken auf den (4-6) Brutwaben, nix umgetragen,

    noch ca. 3 volle FuWa drinne

    Starker Pollenflug in die Weide.

    Lieber Remsi, das mit die Finger weg und so unterschreib ich ja, aber null Proteinvorrat muß Folgen haben.... Nun muß das ja nicht überall so gewesen sein, HIER konnten die 3 Wochen nicht fliegen.

    LG.

    12er DD, und Buckies, gaanz sicher!

    Der Pessimist sieht die Schwierigkeit in jeder Möglichkeit!

    Der Optimist sieht die Möglichkeiten in jeder Schwierigkeit!

    W. Churchill

  • Ich hab den direkten Vergleich, hab einen Stand zur Hälfte geschiedet und alle Völker sehen gleich aus. Die geschiedeten Völker waren genau wie die unangefaßten Völker zwischenzeitlich aus der Brut. Brutnest bei den geschiedeten naturgemäß auf weniger Waben, aber größer. Fazit: Das Fazit 'wie man's macht isses falsch' paßt beim Imkern ziemlich oft. Futter ist knapp, ich bin jetzt, trotz Tracht, am füttern. Ansonsten, Gurus ohne Bienen haben halt mehr Zeit zum predigen.

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Nun muß das ja nicht überall so gewesen sein, HIER konnten die 3 Wochen nicht fliegen.

    Ich hab das bisher nur so gehört. Unabhängig davon, ob die Kiste auf war oder nicht.

    Aber über das frühzeitige Verstecken oder Entwenden der Nahrungsgrundlagen hatte ich mich schon vor einigen Wochen ausgelassen.

    Ein Bienenschwarm ist keine Naturkatastrophe...

  • Wir haben seit mehreren Jahren hier im Norden einen ausgeprägten, kühlen Spätwinter - von Ende Februar bis Mitte April oder darüber hinaus, wie vor zwei Jahren. Und da kommen die Bienen nicht an Pollen; denn es ist zu kalt zum Sammeln. Das Schied setzte ich seit Jahren Anfang Februar, gehöre somit auch zu diesen Stimmen

    Diese Stimmen werden wohl lieber gehört und wahrgenommen

    Ich kann keinen Nachteil feststellen - alle am Leben (und wie), belaufen die gesamten Rähmchen, mit Futter gut bestückt. Und Pollen / Wasser suchen sie, sobald es über 9 Grad hat. Nach dem Schieden habe ich allerdings die Kisten nicht geöffnet, nur um alte randständige Futterwaben zu entfernen, die von Bienen nicht mehr beachtet werden.


    Man muss differenzieren - Schied setzen und dann in Ruhe entwickeln lassen bei guter Futterversorgung heißt nicht, darin herumwühlen und immer wieder Kiste aufmachen. Im Gegenteil - einmal kalt und dann wochenlang in Ruhe lassen. Ich weiß im übrigen nicht mal sicher, auf wie vielen Rahmen Brut sitzt - bestenfalls aus dem Gemüll: da kommen schon mal 4 bis 5 zusammen.


    Das alles gilt für DN1,5 Segeberger und Dadant im hohen Norden zwischen den Seen.


    Beste Grüße


    Rainer

  • auch ich hab 50/50% Geschiedet/nicht Geschiedet

    Sehen alle gut aus wenn die vorher gut waren;)

    12er DD, und Buckies, gaanz sicher!

    Der Pessimist sieht die Schwierigkeit in jeder Möglichkeit!

    Der Optimist sieht die Möglichkeiten in jeder Schwierigkeit!

    W. Churchill

  • Das alles gilt für DN1,5 Segeberger und Dadant im hohen Norden zwischen den Seen.


    Beste Grüße


    Rainer

    So etwas wird von den Lautsprechern aber nur sehr leise und als Fussnote gesprochen! Und es wäre so wichtig!! Ein anderer schiedet schon bei der Winterbehandlung, wo die Völker im Speck sitzen sollen. Das widerstrebt mir völlig! Der grosse Futterverbrauch kommt doch erst später, und bei Temperaturen wo sie nicht um ein Schied gehen, auch nicht um ein gedämmtes Teil.

  • Genau. Du weißt das, ich weiß es auch. Wir sind aber nicht die Zielgruppe von den Herren. Aber wir ändern da auch nix dran, sonst wäre auch Trump nie gewählt worden. An seiner Fachkompetenz hat es jedenfalls nicht gelegen ;)

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • So etwas wird von den Lautsprechern aber nur sehr leise und als Fussnote gesprochen! Und es wäre so wichtig!!

    Meine Aussage ist als eine Fußnote zu verstehen :wink:


    Die Details sind aber lästig - man müsste zuhören und ggf. noch darüber nachdenken. Große Linien sind gefragt, nicht bedingte, differenzierte Aussagen.

  • Und der Punkt mit dem "kein Unterschied" sagt mir "lass die Kiste zu bis du nicht mehr störst". Ich habe letzte Woche geschiedet und da konnte ich auch schon nur durch schieben der Waben die Brut erkennen und entsprechend handeln. Dafür muss ich keine Wabe ziehen.

    Anfang Februar, egal bei welcher Außentemperatur wie von den Herren propagiert wird, seh ich das nicht. Ich möchte doch auf die Legeleistung und Fruchtbarkeit der Königin anpassen, nicht wie gut oder schlecht das Volk auswintert.


    Gruß Chris