Wassergehalt von Honig

  • Hallo miteinander!


    Ich habe meinen Blütenhonig in einem Labor untersuchen lassen. Es wurde ein Wassergehalt von 18,4 % festgestellt (das Honigqualitätssiegel gibts bei uns in Österreich erst < 17,5 %). Nun zu meiner Frage: Ist der gemessene Wassergehalt zu hoch und besteht die Gefahr der Gärung ? Ich muß nächstes mal wohl länger warten bis ich schleudere!

  • Hallo Schrofi,


    bei einem Wassergehalt von 18,4 % kann der
    Honig nicht gären.
    Ein Tipp: vor dem Schleudern, den Wassergehalt mit einem Refraktometer messen.
    Es kommt auch auf die Beuten an.
    Holzbeuten haben in der Regel bis zu 2%
    weniger Wassergehalt als Kunststoffbeuten.

  • Hallo Martin
    Jetzt aber mal langsam,der Wassergehalt soll oder kann in Kunststoffbeuten um 2% höher als in Holzbeuten sein,wie du schreibst.Kannste das auch mit sachlichen erklärungen begründen??
    MFG Herby

  • Hallo Herby,
    ich denke wohl, dass es an der Diffusionsfähigkeit von Holz liegt. Kunststoff macht dicht, und somit müssen die Bienen jedes Wassermolekül einzeln durch die Flugöffnung bugsieren.


    mfg
    Werner Egger


    <font size=-1>[ Diese Nachricht wurde geändert von: Werner Egger am 2002-07-16 21:15 ]</font>

  • Ich zitiere wörtlich das Ergebnis des auf drei Jahre angelegten Beutenvergleich in Hohenheim, ADIZ 3/99:


    1. Der Beutentyp hat keinen oder keinen erkennbaren Einfluss auf die Volksentwicklung, weder auf die Brutleistung nochauf die Volksstärke noch auf die Schwarmneigung noch auf die Überwinterung


    2. In den besser isolierten Kunststoffbeuten zehren die Völker deutlich weniger. SIe verbrauchen weniger Winterfutter und die Honigernte liegt höher als bei den Holzbeutenvölkern.


    3. Der Honig der Kunststoffbeutenvölker hat einen höheren Wassergehalt.


    4. Beim Varroabefall gab es keinen signifikanten Unterschied


    Vielleicht kann das dazu beitragen, den Flamewar um das Beutenamterial zu entschärfen.


    Ach ja, Hohenheim imkert weiterhin ausschließlich mit Holzbeuten.


    _________________
    Reiner Schwarz
    auch Systemweisel bei buckfast.de


    <font size=-1>[ Diese Nachricht wurde geändert von: Reiner Schwarz am 2002-07-17 00:15 ]</font>

    42

    ganz sicher

    nur nicht beim bee-space

  • Ketzerische Frage:
    Ergibt sich aus Kunstoffbeuten eine etwa 2% höhere Honigernte? Dann wäre das "Mehr" ausschließlich Wasser.


    Hinsichtlich der gleichen Volksentwicklung melde ich Zweifel an. Meine Völker in mit Schaumstoff isolierten doppelwandigen Holzbeuten mit geschlossenem Boden entwickeln sich im Frühjahr deutlich langsamer als die in einfachwandigen Holzmagazinen mit Gitterboden.


    Eine Bestätigung: Die Winterzehrung ist in den isolierten Beuten deutlich geringer.


    Grüße, Thomas


    <font size=-1>[ Diese Nachricht wurde geändert von: Thomas Hädrich am 2002-07-17 07:57 ]</font>

  • Hallo Herby,


    1. Es ist bekannt, daß Holz Wasser aufnimmt.
    2. Der Wassergehalt wird bei mir vor und
    während der Schleuderung gemessen.
    In diesem Jahr z.B.:
    Frühtracht Holzbeuten = 16 % - 16,8 %
    Kunststoff = 17,5 % - 18,2 %
    Sommertracht Holzbeuten = 16,5 % - 17,5 %
    Kunststoff = 17,8 % - 19,0 %
    Alle Beuten stehen auf einem Grundstück.


    In 2001 war der Wassergehalt im gleichen
    Verhältnis um 1,2 % höher.


    Den niedrigsten Wassergehalt hatten meine
    Hinterbehandlungsbeuten (Fritzel).


    Selbstverständlich spielen auch die jeweiligen Trachtverhältnisse eine große
    Rolle.Das sollte man nicht außer acht lassen.
    Wichtig ist, daß der Honig " reif " zum
    Schleudern ist und man keine " Suppe "
    im Eimer hat.


    Mit freundlichem Imkergruß


    Martin

  • Hallo Martin,


    Garnichts. Der Punkt Volksentwicklung ist OT.
    Ich habe ihn besprochen, da er in der Gegenüberstellung Holz- bzw. Kunststoffbeute von Reiner angeführt wurde, genauso die Winterzehrung.


    Zurück zum Wassergehalt:
    Holz nimmt Wasser auf, richtig. Seine Rolle bei der "Honigtrocknung" wird aber untergeordnet sein. Bei 60% relativer Luftfeuchte hat Holz eine Gleichgewichtsfeuchte von ca. 10%. Die Gleichgewichtsfeuchte von Honig (also offen stehender Honig) ist mit Sicherheit größer als 20%. Ein Effekt könnte nur auftreten, wenn der Honig im Holzgefäß gelagert würde.


    Der Effekt wird ein anderer sein: Holz kann das anfallende Kondenswasser abtransportieren, Kunststoff kaum (_aufnehmen_ kann Kunststoff auch, siehe abgesoffenen Wärmedämmungen). In einer Kunststoffbeute sollte also eine höhere Luftfeuchte herrschen (gibt es Meßdaten?). Es kommt also auf das Transportvermögen an und nicht auf das Aufnahmevermögen.


    Grüße, Thomas

  • Hallo miteinander


    Styropor ist ein geschlossenporiger Kunststoff. Seine Aufnahmefähigkeit ist somit äußerst gering. Somit hinkt auch der Vergleich mit einer abgeschoffenen Wärmedämmung, diese ist nämlich offenporig und kann Feuchtigkeit aufnehmen.
    Richtigt ist, dass Holz das Wasser nicht aufnimmt, sondern weiterleitet, diffundiert.


    mfg
    Werner Egger


    <font size=-1>[ Diese Nachricht wurde geändert von: Werner Egger am 2002-07-17 14:15 ]</font>

  • nach euern aussagen habe ich mir heut mal die mühe gemacht die luftfeutigkeit in einer holszbeute und in einer styroprbeute zu messen. leider ist mir vorhin eingefallen das die werte so nicht aussagekräftig sind den der holzboden ist geschlossen und die sty. beute hat ein lüftungsgitter. auf jeden fall hat die sty. beute bei der messung weniger luftfeutigkeit gehabt.


    mfg
    sven

    4 Völker Zander imker seit 2002 wohne in Olpe Sauerland

  • Thomas Hädrich
    wir haben eine andere erfahrung. die frühentwicklung empfinde ich besser in den sty. beuten. habe allerdings ein lüftungsgitter das ganze jahr im boden.


    mfg
    sven

    4 Völker Zander imker seit 2002 wohne in Olpe Sauerland

  • Hi Thomas
    Man sollte dem Temperaturfaktor nicht auser Acht lassen,welcher einen nicht übersehbaren
    Einfluß auf die Höhe der Luftfeuchtigkeit im inneren der Beute hat.Das die Temperatur in der Kunststoffbeute im Jahresmittel einige Plusgrade höher ist ,schätze ich als erheblichen Vorteil gegenüber der Holzbeute.Die Luft nimmt ja bekanntlich bei höherer Temperatur mehr Feuchtigkeit auf.Wenn dann der Luftaustauscht im richtigen Maß erfolgt(große Fluglöcher,Gitterboden) ist die Luftfeuchtigkeit mit Sicherheit nicht ungünstiger als in der Holzbeute.Mit dem Argument das durch Holzbeuten ein niedriger Wassergehalt im Honig zu erzielen sei ist so vielleicht nicht ganz richtig.Die Sache ist viel komplizierter,wobei andere Faktoren auch einen großen Einfluß ausüben.

  • Guten Tag, allerseits,


    wer kann mir ein gutes Refraktometer empfehlen ?
    Mein altes Billigprodukt lässt sich nicht mehr eichen und ist auch nur sehr schwer ablesbar.
    Das Modell von Zeiss, Jena soll so gut sein, ich weiß nur, dass es rot ist, aber leider keine näheren Angaben.
    Wer arbeitet mit dem Ding, bzw. wer möchte seines mal kurz vorstellen ?


    Danke an alle



    Josef

    Grüße an alle


    Michael



    -Denken ist wie googeln. Nur krasser-