Haben Windräder Mitschuld am Insektensterben?

  • Die These erschliesst sich mir auch nach Tagen nicht.

    Was Vögel und Fledermäuse mit Sicherheit tangiert, hat m. E. nicht den Part am Insektensterben, der im Artikel suggeriert wird. Umgeben von reichlich Windrädern erscheint mir Rotorgeschwindigkeit und Auftrefffläche nicht geeignet, die Massen an Insekten aus der Höhe im Luftraum zu erwischen.

    Anders sah es früher bei den Windschutzscheiben des Autos aus. Mal sehen, wann jemand auf die Idee kommt, dass das die Ursache für die schwindende Population ist.

  • Wie so oft, wird leider mal wieder mit der Interpretation von Statistik und anderen Zahlen Stimmung gemacht. Man sollte bedenken, dass sich Windkraftanlagen nur auf ein bis zwei Prozent der Fläche Deutschlands befinden, d.h. alles prozentuale muss durch 100 bzw. durch 50 geteilt werden. Die absoluten Zahlen sind gar nicht vergleichbar, da keine Referenz angegeben.


    Und damit dann die Atomkraft in den Rahmen von Akzeptanz zu rücken, ist traurig... Deutschland produziert im niederen dreistelligen Bereich hochradioaktiven Atommüll, u.a. mit Plutonium 239, das eine Halbwertszeit von ca. 24 000 Jahren hat. Eine sichere Lagerung über diesen Zeitraum kann aus heutiger Sicht gar nicht stattfinden. Unverantwortlich...


    Wir alle wollen, dass Strom aus der Steckdose kommt, aber nichts mit der Erzeugung zu tun haben. Das funktioniert nicht. Ich schaue übrigens lieber auf eine Windkraftanlage als auf ein Atomkraftwerk.


    Beste Grüße,

    Thanaidh

  • Die sich selbst als „umfassende Literaturrecherche“ bezeichnende Arbeit, welche mit dem Titel „Windräder haben Mitschuld am Insektensterben“ beworben wird, kommt mir sehr oberflächlich vor.

    Das ist unzutreffend und Deine Argumentation hinkt. Die Dissertation von Dr. Weidel beschränkt sich bewußt auf große Höhen, resp. die atmosphärische Grenzschicht (hier besonders der obere Bereich) und darüber hinaus und klammert die insektenreichen bodennahen Luftschichten gerade aus (s. S. 5/6 der verlinkten Diss.). Wegen dieses Untersuchungszieles wurde auch die Methode mit dem langsamfliegenden Kleinflugzeug gewählt. Rotorblätter von WKA aber bewegen sich zum größten Teil in der von dieser Diss. nicht untersuchten bodennahen Luftschicht.

  • Wie so oft, wird leider mal wieder mit der Interpretation von Statistik und anderen Zahlen Stimmung gemacht. Man sollte bedenken, dass sich Windkraftanlagen nur auf ein bis zwei Prozent der Fläche Deutschlands befinden, d.h. alles prozentuale muss durch 100 bzw. durch 50 geteilt werden. Die absoluten Zahlen sind gar nicht vergleichbar, da keine Referenz angegeben.

    Es geht in keiner der Studien um die belegte Fläche. Es geht immer um die Anzahl/Biomasse Insekten pro km³. Dazu die von allen Windkraftanlagen in Deutschland durchwühlte Luftmenge in km³ pro Saison.

    3 Völker, Langstroth Flachzarge / 8 Frame, Honigraum FlowHive

  • ...Scheinbar ist es auch verboten, den eigenen Gedanken zu Ende zu bringen ;)


    daher fordere ich nur auf nach "Barotrauma" und Windrädern zu googlen.

    Ich gebe zu, diese "Studie" mitsamt dem darin angehängten PDF erst später gelesen zu haben. Und Nein, selbstverständlich muss man sich eigene Gedanken machen. Von Luftdruck steht darin nichts, warum wird das dann daraus oder dazu als Schlagwort genommen?


    Ich fordere dagegen auf, die verfügbaren technischen Informationen zu modernen Windgeneratoren und den direkten Vorgängergenerationen nachzulesen, das sind keine Staatsgeheimnisse. Auch etwas Aerodynamik oder Strömungstechnik sind dazu empfehlenswert. Die mit den Wetteraufzeichnungen der letzten 30 Jahre vergleichen und das mit den vielen Einschränkungen in dieser Studie "abzugleichen", bzw. mal darüber nachzudenken!


    Und nicht davon beirren lassen, dass diese Studie von vier bis fünf promovierten Ingenieuren geschrieben wurde! Die haben da einige Klopfer drin, da muss man sich wundern, dass das von solch renommierten Leuten verfasst wurde. Aber da es ins allgemeine Bild passt, wird auch diese Sau gern durchs Dorf getrieben, es geht ja immerhin ums Insektensterben...


    Noch besser wäre es, an einem windigen Tag mal einen Windpark zu beobachten, wie sich die Mühlen darin drehen und evtl. mal selbst nachzurechnen, ob die eine oder andere Angabe in der Studie wohl korrekt sein kann. Leider bleibt es einem ja kaum noch erspart, irgendwo mal nicht auf einen Windpark zu treffen, da kaum noch ein Kuhdorf oder Landstrich ohne WP gibt.


    Ich bin aus vielen Gründen ein Befürworter der Windenergie, ich habe selbst noch Windgeneratoren von hand mitgebaut und in den letzten 10-12 Jahren ein Teil meines Lebensunterhalts indirekt mit Windenergie verdient. Aber mittlerweile ist das völlig aus dem Ruder gelaufen, weil Planer und Betreiber jegliches Maß und Ausgewogenheit zwischen Nutzen und Schaden verloren haben. Dem Treiben hat man mittlerweile zum Glück andere Riegel vorgeschoben. So lang, bis man auch diese Regeln ausgehebelt hat.

    Ihr könnt euch gar nicht vorstellen, was da für ein Geld reingepulvert und verbrannt wird, obwohl der Boom mittlerweile eine flachere Kurve annimmt...


    Trotzdem ist diese Studie ein Papier, was die Welt in dieser Form nicht braucht. Ich bilde mir ein, dass die Autoren zwischen den Zeilen haben durchblicken lassen, diese Studie in dieser Form gar nicht gewollt zu haben, weil sie ihre eigene Arbeit zu oft einschränken und unbekannte und unsichere Faktoren benennen, die sie erst gar nicht berücksichtigt haben. Gut, dass es diese Studie jetzt nach 30 Jahren gibt, damit wäre dieses Feld auch beackert. Nun kann man das Papier beruhigt zu den Akten legen!


    Gruß Andreas

    Dieser Beitrag wurde bereits 3 Mal editiert, zuletzt von AndreasH ()

  • Da wir scheinbar keinen vom Fach haben, habe ich meiner Schwester gesagt sie soll ihren Paten Onkel zu dem Thema interviewen. Er ist Ingenieur bei Vestas und hat in den 90igern Anlagen aufgestellt und ist heute nur noch mit der Wartung dieser beschäftigt.

    Wenn ich die Auskunft habe, gebe ich Bescheid.

  • Die sich selbst als „umfassende Literaturrecherche“ bezeichnende Arbeit, welche mit dem Titel „Windräder haben Mitschuld am Insektensterben“ beworben wird, kommt mir sehr oberflächlich vor.

    Das ist unzutreffend und Deine Argumentation hinkt. Die Dissertation von Dr. Weidel beschränkt sich bewußt auf große Höhen, resp. die atmosphärische Grenzschicht (hier besonders der obere Bereich) und darüber hinaus und klammert die insektenreichen bodennahen Luftschichten gerade aus (s. S. 5/6 der verlinkten Diss.). Wegen dieses Untersuchungszieles wurde auch die Methode mit dem langsamfliegenden Kleinflugzeug gewählt. Rotorblätter von WKA aber bewegen sich zum größten Teil in der von dieser Diss. nicht untersuchten bodennahen Luftschicht.

    Nicht ich habe mir die Dissertation von Dr. Weidel ausgesucht, sondern sie wird genau hier als Quelle angegeben und aus dieser werden auch die Zahlen übernommen.

    Es hinkt dann also eher dort.


    OT edit: ist Holger Weidel wirklich Dr.?

    3 Völker, Langstroth Flachzarge / 8 Frame, Honigraum FlowHive

    Dieser Beitrag wurde bereits 2 Mal editiert, zuletzt von Hausecke ()

  • Bevor ich hier wieder selektiv missverstanden werde:

    Dieser Artikel mit der Studie ist genau das, was ich in einem anderen fred mit "generell überbewerteter Presseartikel" meinte. Das ist in meinen Augen ein Musterbeispiel für "wessen Brot ich ess, dessen Lied ich sing".


    Es gibt genug Gründe, auch Windenergie kritisch zu hinterfragen, dann aber bitte auch mit handfesten Ansätzen und nicht mit dem Vorgehen, dass man erkannte und zugestandene Lücken im Nachhinein mit theoretischen Hochrechnungen ersetzt, die von vornherein hinfällig sind, wie z.B. den nur theoretisch vorhandenen Insektenmassen, die in der Realität (in der Vergangenheit) nie erfasst worden sind.

  • OT edit: ist Holger Weidel wirklich Dr.?

    Zu einer Dissertation gehört, seine Dr-Arbeit erfolgreich zu verteidigen und diese auch zu publizieren. Das hat Dr. Holger Weidel ganz offensichtlich geschafft, wie bereits das Titelblatt seiner Dissertation aussagt. Mir ist nicht bekannt, daß er seinen akademischen Grad inzwischen aberkannt bekommen hat und ich gehe davon aus, daß man diesen seinen akademischen Grad benennen darf und nach den hierzulande geltenden Höflichkeitsregeln auch sollte.


  • Es gibt genug Gründe, auch Windenergie kritisch zu hinterfragen, dann aber bitte auch mit handfesten Ansätzen und nicht mit dem Vorgehen, dass man erkannte und zugestandene Lücken im Nachhinein mit theoretischen Hochrechnungen ersetzt,

    Solange keine besseren Ansätze bzw. Messungen greifbar sind, muß man eben die vorhandenen Meßergebnisse hochrechnen. Das ist in allen Bereichen gang und gäbe und der übliche Weg, zu weiteren Fragestellungen bzw. Untersuchungen oder Versuchsanordnungen zu kommen. Was ist daran so verwerflich?

  • Wie gut dass wir hier im Süden kaum Windräder haben.

    Trotzdem war das Auto früher voll Insekten wenn Du übers Plochinger Dreieck zum Flughafen gefahren bist.

    Heute?

    Klar viel mehr Autos...

    Viel mehr Flugverkehr....

    Uli

    Der sich darüber nicht auch noch Gefallen machen will.

    Genieße das Leben.

    Sei Dankbar und Glücklich.


  • Es gibt genug Gründe, auch Windenergie kritisch zu hinterfragen, dann aber bitte auch mit handfesten Ansätzen und nicht mit dem Vorgehen, dass man erkannte und zugestandene Lücken im Nachhinein mit theoretischen Hochrechnungen ersetzt,

    Solange keine besseren Ansätze bzw. Messungen greifbar sind, muß man eben die vorhandenen Meßergebnisse hochrechnen. Das ist in allen Bereichen gang und gäbe und der übliche Weg, zu weiteren Fragestellungen bzw. Untersuchungen oder Versuchsanordnungen zu kommen. Was ist daran so verwerflich?

    Nichts ist daran verwerflich, die Dissertation von Dr. H. Weigel zu nutzen. Ich gehe davon aus, dass es das Beste ist, was es gibt. Ich gehe auch davon aus, das die Dissertation für sich gut ist. Aber die Nutzung/Hochrechnung der Daten aus der Dissertation, sollte nachvollziehbar sein. Ich habe mir die Mühe gemacht die Dissertation zu lesen und die übernommen Daten zu verstehen. In der Insektensterbe-Studie wurden diese Daten völlig anders übernommen.

    Die aus meiner Sicht größten Wiedersprüche habe ich einzeln aufgelistet.

    ribes Inhaltlich interessiert dich das aber alles nicht.

    Das Vorgebrachte ist für dich pauschal unzutreffend, es hinkt und ist schon gar nicht verwerflich die Zahlen zu verdrehen.

    Wenn dir was an dem Thema Insektensterben durch Windkraftanlagen liegt, versuche doch mal bitte meine Zweifel an der Art und Weise der Nutzung der Daten aus der Dissertation in der Studie zu zerstreuen.


    Kurz zusammengefasst, deine Antworten sind mir inhaltlich einfach zu flach, um die Studie zu verteidigen.

    3 Völker, Langstroth Flachzarge / 8 Frame, Honigraum FlowHive