Haben Windräder Mitschuld am Insektensterben?

  • Mich stört eigentlich nur, dass schon die Überschrift des Artikels "Windräder haben Mitschuld am Insektensterben" und die Zusammenfassung "Die Ursachen für das Insektensterben sind offenbar viel komplexer als von vielen Verbrauchern und Umweltverbänden angenommen." suggerieren, dass da wirklich etwas handfestes bewiesen wurde.


    Dabei heißt es ja in der Studie selbst: "Geht man vereinfachend und mangels genauer Daten von einer Verteilung der Fluginsekten in ganz Deutschland entsprechend dem Modell nach C.G. Johnson .... aus". Man weiß also gar nicht wie die Insekten tatsächlich verteilt sind und heilt den Mangel an Wissen mit der Krücke eines weiteren Modells. Das kann man natürlich machen, aber bewiesen ist damit nichts.


    Genauso gut könnte ich mit dem Modell berechnen, dass Windparks am Tod von so und so vielen Tausend Schweinen schuld sind, wenn man annimmt, dass Schweine entsprechend dem Modell von C.G. Johnson verteilt in der Luft fliegen.


    Man bauscht hier einen wissenschaftlichen Zwischenschritt unter Modellbedingungen zum Beweis auf. Das gibt die ganze Sache aber nicht her.

  • Man bauscht hier einen wissenschaftlichen Zwischenschritt unter Modellbedingungen zum Beweis auf. Das gibt die ganze Sache aber nicht her.

    Das ist die übliche Methode, um eine Meldung als interessant zu verkaufen; der Journalist muss auch leben...


    In puncto Insektensterben gibt es viele bedrohliche Einflüsse, die man sich vorstellen kann:


    - monotone Kulturlandschaften, dazu gehören

    - sog. Agrarwüsten (, wenn sie nicht blühen)

    - verbreiteter, ungeregelter Pestizideinsatz

    - monotone Gartenkulturen (, die nicht blühen)

    - Straßen, Schienen und -Verkehr

    - Ansiedlung von Gebäuden und Industrieflächen

    und jetzt auch noch

    - Windräder

    - Honigbienen als Konkurrenz zu Wildbienen :wink:

    - u.v.m.


    Welchen Anteil das am gesamten Problem hat, ist völlig im Dunkeln; denn das Gesamtproblem als solches wird ja schon in Zweifel gezogen.


    Und dann stellt sich noch die Grundsatzfrage, ob der "Mensch an sich" in einer dicht besiedelten Industrielandschaft mit geringen Agrarnutzungsanteilen es schafft, seinen Einfluss auf die Umwelt geringstmöglich zu halten.


    Wir leben hier nun mal...

  • Wenn der "Luftdruck", mit dem wohl die durch den induzierten Widerstand entstehenden Wirbelscheppen gemeint sein dürften, Insekten umbrächten, dann müssen wir wohl auch zur Kenntnis nehmen, dass das nach der Logik Stürme und böige Winde auch tun. Und die entstehen tatsächlich u.a. durch Luftdruckunterschiede... Wetter und Wind verbieten!

  • Es gibt auch Bedenken, dass der von den Windkraftanlagen ausgehende Infrasschall den Tanz der heimkommen Sammlerinnen stört. Oder die von den Mobilfunksendern ausgehenden Elektromagnetischen Wellen die Orientierung der Bienen beeinträchtigt. Soll soetwas von anderen Problemen ablenken?Eigenartiger Weise soll das Insektensterben aber ein globales Problem sein. Die meisten Sorgen mache ich mir um die Vermüllung unseres Planeten durch Kunststoffe, denn diese Micropartikel durchdringenden auch unsere Körper. Wo fangen wir also an unsere

    Lebensgrundlagen zu retten. All diese Horrormeldungen sind geeignet unsere Überlegegungen dahingehend abzustumpfen, da wir keinen Ausweg sehen. Also hilft nur noch Verdrängen. Aber wie viele Menschen auf der Welt kämpfen um nackte Überleben. Und zu meinem großen Entsetzen wird die größte Wirtschaftnation von einem Wissenschaftsleugner regiert. Bitte überzeugt mich, dass ich ein übertriebener Pessimist bin und alles garnicht so schlimm ist. VG

  • Also Georgie,

    bin nicht sicher ob dir das hilft, aber Du hast ja gefragt.

    Als ich noch jung war hatten wir auch Probleme, die sich anschickten unsere Welt zu zerstören. Für mich ging es in den Siebzigern los.

    Da war die Bevölkerungsexplosion, die Kriegsgefahr, Kubakriese, Energiekriese, Waldsterben, Ozonschicht, Vogelgrippe, Angst vor Meteoriten/Spacelab/Mir, Tschernobyl, Jahrtausendwechsel, der Hammermörder usw., wir haben’s überlebt, auch deshalb weil sich manches von selbst erledigt hat, bei manchen Dingen was getan wurde und sich andere erst noch auswirken werden.

    Ich denke und meine Erfahrung stützt mich da, also die Statistik ( wir sind immer noch da ), wir werden es überleben.

    Gerade die Meldung in den Nachrichten, Mikroplastik wird von den Äckern über die Pflanzen vom Menschen aufgenommen. Die machen sich also Sorgen darum, daß Plastik von den Ackerpflanzen aufgenommen und weitergegeben wird. Vielleicht sollte man ihnen Mal verraten, daß da noch ganz andere Dinge aufgenommen und weitergegeben werden.

    Aber ich wollte dich ja beruhigen und nicht noch mehr erschrecken.

    Alles Gute und viel Glück

    Wolfgang

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis größer als in der Theorie, also theoretisch.

  • Als ich noch jung war hatten wir auch Probleme, die sich anschickten unsere Welt zu zerstören. Für mich ging es in den Siebzigern los.

    Wolfgang, Du Glücklicher ! Unsereiner, der noch älter ist, hat den gesamten "fall out" der 50er und 60er überlebt - ich weiß auch nicht wie, bin aber noch da ! Und den ganzen Dreck, dieser beiden Jahrzehnte vor Dir!


    Es muss eine Wahrheit hinter all' diesen Statistiken geben, die andere Resultate ergibt. Bitte nicht falsch verstehen - natürlich ist jede Sauerei für die Umwelt eine Belastung. Aber verzweifeln sollte man nicht.

  • Danke Bienenköniggibmirhonig , danke beemax , trotzdem bleibt m.E. festzustellen, dass der wissenschaftlich-technische Fortschritt mehr Probleme schafft als er löst. Es ist der Fluch der auf der Menschheit lastet, seit dem Adam vom Apfel der Erkenntnis gegessen hat. Es muss das Ziel jeder Generation sein, der nachfolgenden eine

    bessere Welt zu hinterlassen und das global. Zu Eurer Beruhigung, von Verzweifelung bin ich weit entfernt und ich habe persönlich keinen Grund zur Klage. Sorry, das ich vom Thema Imkerei zu weit abgewichen bin. VG Jörg

  • Als ich noch jung war hatten wir auch Probleme, die sich anschickten unsere Welt zu zerstören. Für mich ging es in den Siebzigern los.

    Da war die Bevölkerungsexplosion, die Kriegsgefahr, Kubakriese, Energiekriese, Waldsterben, Ozonschicht, Vogelgrippe, Angst vor Meteoriten/Spacelab/Mir, Tschernobyl, Jahrtausendwechsel,

    [...]

    Hallo Bienenköniggibmirhonig,

    es gibt ein dazu passendes Lied von Billy Joel:

    We didn't start the fire

    It was always burning

    Since the world's been turning


    Liebe Grüße

    Ralf


  • Wenn der "Luftdruck", mit dem wohl die durch den induzierten Widerstand entstehenden Wirbelscheppen gemeint sein dürften, Insekten umbrächten, dann müssen wir wohl auch zur Kenntnis nehmen, dass das nach der Logik Stürme und böige Winde auch tun. Und die entstehen tatsächlich u.a. durch Luftdruckunterschiede... Wetter und Wind verbieten!

    Scheinbar ist es auch verboten, den eigenen Gedanken zu Ende zu bringen ;)


    Ich gehe durchaus davon aus, dass Stürme das Potential haben Tiere zu töten. Klappt ja auch immer mal wieder mit unvorsichtigen oder unglücklichen Menschen... Im Gegensatz zu Windrädern sind Tiere sind aber durchaus in der Lage, einen heftigen Sturm als Gefahr zu erkennen und sich entsprechend zu schützen, etwa durch verkriechen & abwarten. Gefahr erkannt, Gefahr gebannt.


    Und ja, diese Verwirbelungen töten Vögel und insbesondere Fledermäuse. Deren innere Organe können dadurch regelrecht zerrissen werden. Ich möchte hier nicht nochmal falsch zitieren und die Löschung meines Beitrages riskieren, daher fordere ich nur auf nach "Barotrauma" und Windrädern zu googlen.


    Da ist die Vorstellung, dass dies dort hinein geratenden Insekten Kummer bereiten kann nicht allzu abwegig, oder?

  • jaha ... haben wir im Kindergarten schon so gemacht. Hast Du? Nein der wars!

    Gruß Marion


    Gärtnerin mit Hang(garten) zur Selbstversorgung, Informatikerin, neugieriges Gscheidhaferl - 123viele.de

  • Danke Bienenköniggibmirhonig , danke beemax , trotzdem bleibt m.E. festzustellen, dass der wissenschaftlich-technische Fortschritt mehr Probleme schafft als er löst.

    Das war auch schon die Meinung von Marx und späteren Philosophen.


    zum Thema:

    In dem PDF wird die Berechnung auf die

    53 Messflüge über 7 Jahre von Holger Weidel gestützt. Mit einem Flugzeug wurden die Messungen am Mittag oder frühen Vormittag durchgeführt. Begründet wurde dieses mit der Feststellung, dass die Flugaktivitäten der Insekten von Temperatur, Globalstrahlung und Windgeschwindigkeit abhängig sind.

    Die Messung von Holger Weidel, enthielt im April kein Aeroplankton und wurde daher nicht berücksichtigt. Aber, bei der Berechnung zum Insektensterben ist der Monat April enthalten. :/

    97 Messungen fanden in Höhen über 150m statt, nur 6 Messungen in Höhen unter 150m. :/

    Für alle Messungen wird von Holger Weidel ein Durchschnittlicher Wert der Biomasse von 3kg/km³ errechnet. Wobei die größte Dichte in einer Höhe ca. 1000m liegt. :/

    Für das Insektensterben wird aber die von C.G.Johnson ermittelte Verteilung über die Höhe gewählt. Daher werden dann aus 3kg/km³ 9kg/km³. :/

    Zur Berechnung des Insektensterbens wird diese Biomasse von 9kg/km³ jetzt mit dem Luftdurchsatz eines Windrades in einer Saison (7 Monate inkl. April, 7x24 Stunden, also Tag und Nacht, nicht nur über die Mittagszeit) hochgerechnet. :/


    Die sich selbst als „umfassende Literaturrecherche“ bezeichnende Arbeit, welche mit dem Titel „Windräder haben Mitschuld am Insektensterben“ beworben wird, kommt mir sehr oberflächlich vor.

    3 Völker, Langstroth Flachzarge / 8 Frame, Honigraum FlowHive

  • Also nach Aussage des das Landwirtschaftsvertreters auf dem gestrigen Tag der Insekten war das ganz klar: Der VERBRAUCHER ist schuld weil er/sie immer noch falsch wählt beim Griff in das Regal.


    Schade nur wenn man die guten Produkte gar nicht im Regal findet!


    Darauf angesprochen wand sich eine Vertreterin von REWE mit den Worten dass man eben wenig Platz und grosse Auswahl habe und preislich aufgrund de Konkurrenz nicht vorpreschen könne.


    Volker Andres schlug in der Podiumsdiskussion vor man solle doch einfach die MwSt auf die guten Produkte senken und damit sei die POLITIK in der Bringeschuld (Steuer kommt von steuern...).


    Aber die versprochene Umweltministerin war dann nicht mal da und schickte Vertretung...


    Also, liebe Konsumenten, legt los und kauft richtig ein. Ordert Bienenstrom denn die haben inzwischen mehr Flächenangebote von Bauern als Kunden! Dann kommt der Strom aus Blühflächen.


    Übrigens berichtete Goulson von einer Studie nach der die Insektenmasse sogar in intakten und isolierten Regenwäldern um fasr 90% von 1977 bis 2012... geht also ganz ohne Windkraft (Lister und Garcia, PNAS 2018).


    M.