Haben Windräder Mitschuld am Insektensterben?

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    Hallo Zusammen,

    gerade bekomme ich von einer Freundin diese Links zugeschickt.


    https://www.agrarheute.com/man…ld-insektensterben-552452

    https://www.agrarheute.com/med…trieb_bcdr_51-55_ohne.pdf


    Vielleicht wäre das mit der Atomkraft doch besser, wenn da was passiert überleben wenigstens die Insekten.


    Beste Grüße Dirk

    Wenn Du tot bist, weißt Du nicht, daß Du tot bist. Aber für Dein Umfeld ist es hart.

    Genauso ist es, wenn Du blöd bist.


    Ich halte die Erkenntnis für einleuchtend, dass alle Menschen frei geboren sind und nicht alle das überhaupt wollen.

  • Und wenn man sich dann die Studie anschaut, zeigt sich: Die haben keinerlei Daten, sondern nur eine "Modellanalyse".


    Da frage ich mich doch: Wieviel der Landfläche wird mit Pestiziden besprüht und wieviel des deutschen Luftraums von Windkraftrotoren durchschnitten?

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)

  • Und wenn man sich dann die Studie anschaut, zeigt sich: Die haben keinerlei Daten, sondern nur eine "Modellanalyse".


    Da frage ich mich doch: Wieviel der Landfläche wird mit Pestiziden besprüht und wieviel des deutschen Luftraums von Windkraftrotoren durchschnitten?

    Das ist sicher richtig. Und dennoch sind diese Argumente deswegen nicht irrelevant. Aus Sicht des Artenschutzes sind Windräder tatsächlich abzulehnen. Die Schäden in der Vogel- und Fledermauswelt sind beträchtlich, da hier nicht nur direkte Treffer tödlich sind, sondern schon der durch die Rotation entstehende Luftdruck zu massiven Schäden an der fliegenden Fauna führt - was einen Vogel töten kann, wird vermutlich auch für Insekten nicht allzu gesund sein.


    Zudem sind z. B. die 200 Hektar im viel diskutierten Hambacher Forst auch eher überschaubar im Vergleich zu den Flächen, die bundesweit für Windräder und deren Zufahrten gerodet werden. Ähnliches gilt für Wasserkraft in Bezug auf die aquatische Fauna. Der Ausbau von Biogas führte zu den viel kritisierten Maiswüsten & damit indirekt zu verstärktem Pestizideinsatz. Könnten nicht genmodifizierte Pflanzen den Pestizideinsatz dramatisch reduzieren? Ja, könnten sie. Haben aber auch massive Risiken.


    Gut gemeint ist eben nicht gut gemacht, was gerade bei den erneuerbaren Energien gilt. Wir müssen uns eben entscheiden: Wollen wir verstärkten Artenschutz? Dann weg von Windkraft, Mais & Co. Wollen wir das Klima retten? Dann weg mit der Kohle. Wollen wir kein Risiko von Strahlenunfällen? Dann weg mit der Atomkraft.


    Alles hat seine Vor- und Nachteile und ich gebe offen zu: Ich weiß nicht, was am Besten - oder eher: am wenigsten schlecht - ist. Ich möchte Arten-, Klima- und Strahlenschutz. Aber ich weiß nicht wie das in Kombination funktionieren kann.

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von Llecter () aus folgendem Grund: Typos korrigiert.

  • Ich bestreite ja nicht mögliche Effekte; aber das Mindeste was eine solche Studie machen müsste, wäre, den Efffekt zu beziffern.

    Da kann ich ja aus hingehen und sagen: Insekten können in den rotierenden Speichen eines Fahrades zu Tode kommen.

    (Ich habe sogar mal einen armen Vogel, der von Straßenrand aufflog, so zu Tode gebracht).

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  • Der Effekt ist doch beziffert:

    Eine Modellanalyse beziffert die derzeit in Deutschland potenziell gefährdeten Insektenmengen auf etwa 24.000 t pro Jahr. Beim Durchqueren der Rotoren entstehenden Verluste mit mindestens 1.200 t pro Jahr bzw. von 5 bis 6 Mrd. Insekten pro Tag - während der warmen Jahreszeit.

    Was fehlt ist eher die Einordung dieser Zahlen. Aber die fehlt leider in so gut wie allen Studien, egal ob es für oder gegen Pestizide, Windkraft, Kohle etc. geht.

  • Was fehlt ist eher die Einordung dieser Zahlen. Aber die fehlt leider in so gut wie allen Studien, egal ob es für oder gegen Pestizide, Windkraft, Kohle etc. geht.

    Das ist leider so - man muss aber einräumen, dass kaum jemand die Gesamtheit überblickt. Wir sind der Komplexität wahrscheinlich nicht gewachsen, auch wenn es mancher glaubt.

    Deshalb muss man nicht auf die selektiven Betrachtungen verzichten, sondern die Ergebnisse adäquat einordnen.


    Dass Windräder und/oder Biomasse die Energieerzeugung CO2-ärmer machen, ist leider auch nur ein Narrativ, das nicht stimmt.

  • Wenn man sich anschaut, wie ungleich die Windkraft in Deutschland verteilt ist, z.B. hier:

    https://www.foederal-erneuerba…/sicht/diagramm/#goto_352

    müssten ja Bundesländer wie Bayern, Baden-Württemberg oder Sachsen die reinsten Insektenparadiese sein, so wenig Leistung wie hier installiert ist. Ich kann das aber, zumindest für Sachsen, nicht bestätigen.


    Für mich ist die Studie ein klarer Versuch von Dingen wie Glyphosat, Neonicts und Lebensraumverlust abzulenken. Schon die zahlreichen Annahmen zur Insektenverteilung im Luftraum: wenn ich da andere Annahmen wähle, bekomme ich ein ganz anderes Bild. Solange die Eingangswerte derart wackelig sind, kann man sich solche Rechnungen, oder zumindest deren Veröffentlichung, sparen.

  • In der zugrunde liegenden Studie, spricht der Autor von Verbesserungen an den Anlagen. Schwarmerkennungstechnologie etc. anstatt wie gleich die Afd forderte, Windkraft zu stoppen.

  • Für mich ist die Studie ein klarer Versuch von Dingen wie Glyphosat, Neonicts und Lebensraumverlust abzulenken. Schon die zahlreichen Annahmen zur Insektenverteilung im Luftraum: wenn ich da andere Annahmen wähle, bekomme ich ein ganz anderes Bild. Solange die Eingangswerte derart wackelig sind, kann man sich solche Rechnungen, oder zumindest deren Veröffentlichung, sparen.

    Wenn es danach ginge, könnte man sich auch 95% aller Studien zu Glyphosat & Co sparen ^^ Solche Modellrechnungen sind geeignet um grundlegend abzuschätzen ob ein Problem bestehen könnte. Nicht mehr und nicht weniger ist hier geschehen.


    Klar ist die Intention dieser Studie auch, neben Pestiziden auch weitere Gründe für den Arten- und Insektenverlust zu benennen. Das wird vermutlich nicht mal agrar heute selbst bestreiten. Im Artikel steht allerdings nirgendwo etwas, dass man nur die Windräder abbauen müsste und schon könne man nach Belieben wieder applizieren was geht. Es wird auch nichts in diese Richtung suggeriert.


    Im Gegenteil, es ist sicher kein Fehler, Probleme in ihrer Gesamtheit zu betrachten und daher auch diese Facette mit zu berücksichtigen, vor allem da hier keine Rede von einer Gewichtung der einzelnen Faktoren ist. Argumente sind doch nicht automatisch wertlos, nur weil sie aus unliebsamer Richtung kommen?

  • Ich kalkuliere mal von meiner Autofront x X, daß der Straßenverkehr auch einen Anteil am Insektensterben hat. Trotzdem kommt keiner auf die Idee, deswegen die AKWs wieder länger weiterlaufen zu lassen. Die Dirkreditierung alternativer Energien ist wahrscheinlich so alt wie die FDP, sag ich jetzt mal nur so. Auf die Idee die Windräter zu stoppen kommen manche, endlich die gesamte Landwirtschaft auf Bio umzustellen keiner.

    Für die Insekten wäre es sicher wirkungsvoller die Landwirtschaft umzustellen als wieder zu Kohle und Atom zurückzukehren.

    Viele Grüße

    Wolfgang

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis größer als in der Theorie, also theoretisch.

  • Im Gegenteil, es ist sicher kein Fehler, Probleme in ihrer Gesamtheit zu betrachten und daher auch diese Facette mit zu berücksichtigen, vor allem da hier keine Rede von einer Gewichtung der einzelnen Faktoren ist. Argumente sind doch nicht automatisch wertlos, nur weil sie aus unliebsamer Richtung kommen?

    Leider ist es aber bei dieser Debatte so, dass sich jeder die Argumente rauspickt, die gerade passend sind. Ohne eine Einordnung in das Gesamtbild sind diese aber wertlos. Die größte Gefahr für den Artenschutz ist und bleibt der Klimawandel. Punkt. Das ist hinlänglich belegt. Es geht hier nicht um ein paar Bäumchen im Hambacher Forst.


    Über alles andere lässt sich trefflich streiten. Bauen wir Windparks im Meer oder im Wald oder importieren wir den Strom lieber aus Spanien? Jede Anlage ist ein Eingriff, der abgewogen werden muss. Es geht aber längst nicht mehr um das OB (wie in diesen Debatten oft suggeriert wird), sondern um das WIE. Und das haben mittlerweile sogar große Teile der politischen Akteurslandschaft begriffen (von kleineren Ausreißern mal abgesehen).