Rassenfremde Königin im Sommer einweisen

  • Hallo,

    ich habe zur Zeit mehrere Carnica Völker. Dieses Frühjahr/Sommer bekomme ich eine ligustica Königin von Freunden aus Italien geschickt.

    Ich würde diese Königin dieses Jahr gerne in ein Carnica Wirtschaftsvölk relativ sicher einweiseln.

    Wie sollte ich am besten vorgehen?


    Ich bekomme die begattete Königin wahrscheinlich im Juni.


    1.Sollte ich die Königin direkt einweiseln, d.h. die Carnica Königin entfernen, einige Stunden warten und die Ligustica einfach unter Futterteigverschluss Zugängen? Wie sicher ist das?


    2.Sollte ich das die Carnica Königin entnehmen, ca.4 Tage warten, die Schwarmzellen brechen und die Königin dann unter Futterteigverschluss einhängen? Ist das sicher?


    3. Was auch möglich wäre, ist die Königin in einen Kieler Begattungskasten einweiseln, was ja sehr gut funktioniert. Dann die Königin bis September dort "lagern" und dann im September umweiseln? Müsste den kleinen Begattungskasten gegebenfalls schröpfen, damit es bis September nicht zu voll wird. Auf Futter ist natürlich auch besonders zu achten.


    Oder fällt euch etwas besseres ein bzw. habt ihr bessere Methoden? Habt ihr Erfahrungen?


    Wichtig ist, ich möchte kein neues Volk also keinen Kunstschwarm erstellen. Und das ganze sollte recht sicher für die neue Königin sein. Erfolgsquote von mind. 70%


    LG


    Max Koschka

  • Hallo, du musst mindestens 9 Tage warten, sonst sind die nicht hoffnungslos weisellos.

    Ich würde einen Kunstschwarm machen, da bist du sehr sicher und milbenlos.

    Bis bald Marcus

    48 Völker 32x Segeberger Hartpor 4x Einfachbeute , alle DN 1,5. 6xDadant US und 5x Zander und einmal Warre :O)

  • I nehm die 3.


    Königinnen die du über den Postweg bekommst würde ich immer in ner kleineren Einheit zwischenparken bis sie wieder vernünftig in Einlage sind. Dann warten bis die erste Brut geschlüpft ist und mit der Kiste aufsetzen.


    Kannst auch über nen Ableger gehen.


    Vorher natürlich die alte raus.


    Gruß Chris

  • Auch sehr sicher:

    Eine Wabe mit schlüpfender Brut und ansitzenden Bienen bei gutem Flugwetter für ca. 1h offen hinstellen, danach in eine Beute geben und Königin im Ausfresskäfig dazu hängen.

    Gruß Ralph

  • Hallo Koschka ,


    als erstes der Weg von Italien ist für die Dame nicht gesund. Ich würds nicht machen. Innerhalb von Deutschland ist das schon Grenzwertigkeit, jede Stunde mehr außerhalb vom Volk schadet Ihr.

    Kunstschwarm wäre tatsächlich noch am sichersten (vorm Abschleudern aus Honigräume). Ansonsten wie Variante 3 erst in eine kleine Einheit (da benötigst Du aber auch Bienen) in Verbindung mit "Kellerhaft".


    grüße Stefan

  • Eine Wabe mit schlüpfender Brut und ansitzenden Bienen bei gutem Flugwetter für ca. 1h offen hinstellen, danach in eine Beute geben und Königin im Ausfresskäfig dazu hängen.

    Warum diese 2-stufige Prozedur mit offen hingestellter BrW trotz etwaiger Räubereigefahr (s #1: vorauss. im Juni)?

  • Bruder Adam beschreibt seine Vorgehensweise:

    http://www.pedigreeapis.org/biblio/artcl/FAintroSBZ50de.html


    So oder so lesenswert!

    Weisst du zufällig wie das Buch heißt, dem der Artikel entstammt?

    Kein Buch, steht vor dem Artikel über dem Vorwort:


    Extrakt von Schweizerische Bienenzeitung,

    73(6 & 7), 1950, (6):267-273, (7):314-316

    :rolleyes:

  • Das habe ich schon gesehen. Im Artikel steht, dass es sich bei dem Text um ein Kapitel aus seinem Buch handelt. Habe mich leider missverständlich ausgedrückt.

  • Jein, es steht im Vorwort, dass Kehrle damals im Begriff war ein Buch zu schreiben und im Artikel erwähnt er ein Kapitel übers Schwärmen in seinem Buch. Das gibt es aber nicht. Ich finde auch auf die Schnelle diesen text nicht in seinem Buch über die Betriebsweise. Evtl. übersehen. So viele Bücher hat Kehrle ja nicht geschrieben, einmal Betriebsweise, einmal Züchtung, einmal Reiseberichte.


    Schön, dass jmd. den Text aus der Bienenzeitung ausgegraben und veröffentlicht hat!