Schleuderung - Füttern ???

  • Hallo zusammen,
    ich werde nächste Woche meine "Waldvölker" schleudern müsssen. Nun folgense Frage:
    Da keine großartige Tracht mehr zu erwarten ist, muß ich meine Völker wohl schon auffüttern.?. Soll ich dann den Honigraum überhaupt wieder mit Waben vollhängen? den Honigraum einfach leer lassen? oder den Honigraum schon "verschließen"?? (Habe Golzbeuten.
    Soll ich den Völkern erst mal 3-4 kg Futter geben und den Rest in ein paar Wochen? Wenn ich sie jetzt schon ganz auffüttere, haben sie ja gar keinen Platz mehr für Brut!

    ... werterhin erfolgreiches und zufriedenes Imkern ! ...


    Marco

  • Hallo Marco !


    Am besten wären nach dem abschläudern ersteinmal viele kleine Futtergaben mit gestrecktem Futter um die Brutaktivität zu erhalten. Ab mitte August dann zügig auffüttern (ganz wichtig ende Juli Varroa Behandlung !!!)


    Grüße Frank


    http://www.imkerei-osterloh.de


    <font size=-1>[ Diese Nachricht wurde geändert von: Frank Osterloh am 2002-07-13 20:14 ]</font>

  • Hallo Marco,


    da dir noch kein "Golz-Experte" geantwortet hat will ich 's mal versuchen:


    1) Die Bienen haben ein "Raumempfinden".
    Wenn du durch Schließen des wabenfreien Honigraumes den Rauminhalt um die Hälfte verkleinerst, werden Altbienen zu früh abgetrieben und fehlen bei der Futterverarbeitung, und die Jungbienen werden dadurch zu sehr beansprucht. Es reicht noch in der 2. Septemberhälfte, bis dahin räumen sie ihn fast von allein.


    2) Der Bien hat auch ein "Gespür" für seine Vorräte.
    Deshalb unbedingt noch am Abend des Abschleuderns (bei mir meist ab Mitte Juli) die erste Futtergabe reichen um einen "Schock" zu vermeiden: die Bienen beginnen sonst mit dem Ausräumen der offenen Brut und das Brutgeschäft kommt nur langsam wieder in Gang. Die Brutausfall ist schwer aufzuholen.


    Zur Golz-LLB (nach Golz, Modernes Imkern 1977):
    Auffütterung über den entleerten Honigraum mit dem Golz-Patent-Futterkanister. Dieser hat einen engen Abstiegsschacht und dosiert die Abnahme des Futters. Die Völker bleiben ruhig, die Bruttätigkeit wird fortgesetzt, weil der Brutraum nicht schlagartig mit Futter überschwemmt wird.


    Zu deiner Bremer-WLB mein Vorgehen (dürfte sinngemäß auch für die Golzbeute gelten):
    Vor dem Auffüttern die 1. Wabe vorn durch eine Blindwabe ersetzen (= Leer- Rähmchen mit eingepasstem Stück Schaumstoff) um im Frühjahr das Verschimmeln der vorderen Wabe zu verhindern.
    Ein schwächeres Volk (ca. 10-12 ÜberwinterungsWaben) bekommt den ca. 3_1/4-Liter-Futtertrog hinten in den Brutraum.
    Ein "normales" Volk wird vom leeren Honigraum aus gefüttert und bekommt dort zusätzlich ein 2,5 kg Apifonda-Päckchen mit schmalem Zugangsschlitz als "Beschäftigungtherapie" für die späteren Futterlücken. Im Brutraum werden die 2-3 hinteren Waben durch Mittelwände oder Anfangsstreifen ersetzt. Sie werden noch ausgebaut und auch teilweise mit Futter gefüllt, aber noch vor dem Winter rausgenommen (= "Luft"-Raum).


    Erster Futterstoß als "Trieb"-fütterung : ca. 6 Liter Zuckerlösung 1 : 1, d.h. zwei Futtertrogfüllungen direkt hintereinander.
    (Hier 2 - 3 Tage nach Leerung des Troges Ameisensäure-Stoßbehandlung mit Schwammtuch von unten; mein letzter Stichtag ist der 1.August - allerspätestens erste Augustwoche - um varroageschädigte Bienen möglichst zu vermeiden).


    Im August dann die eigentliche Auffütterung mit 3-mal Apiinvert (oder Zuckerlösung 3 : 2) etwa im wöchentlichen Abstand.
    In der 2. Septemberwoche die Schlußfütterung nur mit Apiinvert. Erfahrungsgemäß wird dieses Futter im Bereich des kleiner werdenden Brutnestes, dem künftigen Wintersitz, abgelagert.


    Falls deine Waldvölker dicke Kränze aus Honigtau-Honig über den Brutwaben haben, empfehle ich dir gleich nach dem Abschleudern das offene Kunstschwarm-Verfahren, um den Überwinterungsraum waldhonigfrei zu bekommen. Darüber habe ich hier im Forum schon einige Mal kurz geschrieben.


    Viele Grüße
    Frieder



    PS für Neulinge:
    Es geht hier um Lager-Beuten mit Kuntzsch-Hoch-Waben bei denen Brut- und Honigraum in einer Ebene hinter- (= LängsLB) bzw. nebeneinander (= WarmbauLB) liegen, jeder Raum mit 17 (LLB) bzw. 18 (WLB) Waben.



    <font size=-1>[ Diese Nachricht wurde geändert von: Frieder Hummel am 2002-07-13 20:38 ]</font>

    Mit freundlichen Grüßen
    Frieder


    ____________________


    Der Bienenstaat gleicht einem Zauberbrunnen;
    je mehr man daraus schöpft, desto reicher fließt er (K.v.Frisch)


    Es irrt der Mensch, solang er strebt (J.W.v.G.)

  • Erst mal Danke für die Antworten!
    Noch eine kleine Frage:
    Mit dem Auffüttern habe ich verstanden. Gehe recht in der Annahme, dass ich keine Waben nach dem Abschleudern in den H-Raum hängen soll. Futterkanister in den H-Raum stellen aber keine Waben.?
    Die Bienen halten sich dann im leeren H-Raum auf und ziehen sich "irgendwann" in den B-Raum zurück?

    ... werterhin erfolgreiches und zufriedenes Imkern ! ...


    Marco

  • Hallo Marco,


    ja, genau so ist es.
    Allerdings hänge ich im H-Raum der WLB mit Hilfe von 2 flachen Trägern eine Mittelwand als "Kletterhilfe" direkt an's Absperrgitter, anschließend daran den Futtertrog. Die Mittelwand wird ausgebaut und als Futter-Zwischenlager benützt. Wenn die Bienen sich zurückgezogen haben, ist sie leer.


    Viele Grüße
    Frieder

    Mit freundlichen Grüßen
    Frieder


    ____________________


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    je mehr man daraus schöpft, desto reicher fließt er (K.v.Frisch)


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