Bremer Warmbaulagerbeute

  • Hallo Bienenfreunde,
    ich bin auf der Suche nach einer Bauanleitung für die Bremer-Warmbaulagerbeute.


    Wer kann mir sagen wo man die Bauanleitung herbekommt. bzw. wo man die Beuten direkt beziehen kann?
    Hab schon das halbe www... abgesucht.



    Für Hinweise schon mal besten dank!
    Gruß
    Michi


    <font size=-1>[ Diese Nachricht wurde geändert von: imkermichi am 2002-07-12 08:13 ]</font>

  • Hallo Michi,


    auch in der anderen Hälfte des WWW... wirst du kaum was finden, dazu ist die Warmbau-LagerBeute wohl zu wenig verbreitet.
    Immerhin sind wir jetzt schon drei (von 273) hier im Forum mit der WLB (oder gibt es noch mehr ?), jedenfalls herzlich willkommen beim Stammtisch.


    Hier zwei Adressen, ob sie dir weiter helfen?


    Der Mann mit der Idee:


    Imkermeister J.E. Bremer
    Sudetenstr. 3
    35418 Alten-Buseck


    Der Hersteller:


    Firma KUNESA-Scherer
    Trierer Str. 40
    66709 Weiskirchen


    Mail mich mal an, wenn du Erfolg hast.


    Viele Grüße
    Frieder


    <font size=-1>[ Diese Nachricht wurde geändert von: Frieder Hummel am 2002-07-13 16:16 ]</font>

    Mit freundlichen Grüßen
    Frieder


    ____________________


    Der Bienenstaat gleicht einem Zauberbrunnen;
    je mehr man daraus schöpft, desto reicher fließt er (K.v.Frisch)


    Es irrt der Mensch, solang er strebt (J.W.v.G.)

  • Hallo Frieder,
    ich wurde etwa 1978 auf die Warmlagerbeute (damals Querlagerbeute)aufmerksam. 1977 erschien ein Büchlein "Erfolgreiches Imkern in Magazin- und Querlagerbeuten von W. Binder & J.E. Bremer.
    Die Fa. KUNESA hat die Beute offensichtlich weiter entwickelt.
    Leider ist sie erheblich teurer als ein Magazin und nichts anderes als Golz im Warmbau! Oder???
    Mir ist jedenfall derzeit nicht klar, wo nun der überzeugende Vorteil gegenüber der Golzbeute liegen soll. Möglicherweise einige bauliche Vebesserungen. Bisher hat das noch niemand nachvollziehbar herausgearbeitet.


    Möglicherweise melden sich nun einige fachkundige Praktiker.


    Herzliche Grüße


    Harzbiene


    <font size=-1>[ Diese Nachricht wurde geändert von: HARZBIENE am 2002-07-20 22:42 ]</font>

  • Hallo Harzbiene,


    ja, die erste Bremer-Quer-LB war eine um 90° gedrehte Golz-Längs-LB.


    Mir sind diese beiden etwa seit 1979 bekannt, allerdings habe ich mich damals für die Trogbeute T-120 entschieden. Diese hätte ich wahrscheinlich noch heute, aber im Winter 1995/96 stand ich durch ärztlichen Rat vor der Alternative, entweder mein Hobby aufzugeben oder zargenfrei imkern.


    Nach 17-jähriger guter Erfahrung mit der T-120 bei der Schwarmverhinderung mittels Brutdistanzierung (= Demaree-Plan, von Dr. Fahr als "Trenn-Technik" an die T-120 angepasst) entschied ich mich für die Bremer-WLB. Bei ihr ist das Absperrgitter nur im vorderen Teil des Trennschieds zwischen den beiden Räumen, wodurch sich die Brut im hinteren Teil des Honigraumes vollständig von der Königin trennen läßt. Das war für mich der entscheidende und nachvollziehbare Vorteil gegenüber der Golzbeute, bei der die Brutdistanzierung nicht möglich ist.


    Den Ausschlag gab ein Vergleich von Dr. Fahr (ADIZ Heft 2/1996) zwischen der Brutdistanzierung in der T-120 und der Bremerbeute.
    Bei J.E. Bremer gibt es inzwischen die 3. Auflage seines Bändchens "Erfolgreiche Bienenhaltung bequemster Art".


    Viele Grüße
    Frieder

    Mit freundlichen Grüßen
    Frieder


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    je mehr man daraus schöpft, desto reicher fließt er (K.v.Frisch)


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  • Hallo Frieder,
    herzlichen Dank für Deine umfangreiche Information. Werde die ADIZ einmal hervorkramen.
    Bei mir fing es auch vor einigen Jahren mit dem Rücken an. Deshalb hatte ich mir auch probeweise die Golzbeute angeschafft und bei den Segebergern die Honigräume vorsorglich auf Halbzargen umgestellt. Obwohl ich derzeit keine Rückenprobleme habe, halte ich schon einmal nach geeigneten Betriebsmitteln ausschau.


    Trotz der Gewichtsprobleme bei den Magazinen, sind sie variabler.


    Die Golzbeute läßt sich von oben leicht und stressfrei bearbeiten, ist aber immer sehr früh knackevoll und dann mit 2X 17 Waben nicht mehr erweiterbar. 6-10 Waben mehr würden schon Entlastung bringen. Aber so, bleibt nur die Ablegerbildung und das heißt irgendwann die Anschaffung einer weiteren Golzbeute usw. Mit den Magazinen läßt sich flexibler arbeiten und sie sind preiswerter.


    Nachdem ich nun 25 Jahre mit der Segeberger erfolgreich geimkert habe, erwische ich mich seltsamerweise immer öfter dabei, daß ich nach einer anderen, geeigneteren Beute ausschau halte.


    Bevor ich aber nicht sicher bin, lasse ich alles zuächt einmal so wie es ist.


    Herzliche Grüße
    Harzbiene

  • Hallo Frieder,
    über wie viele Waben erstreckt sich das Absperrgitter,
    und kommt es nicht zu einer Beeinträchtigung beim Honigeintrag im Teil der Beute ohne Absperrgitter.
    Gruß Stefan

    Mit Imkergruß
    Stefan
    Haselbach/Thür. Wald

  • Hallo Harzbiene, Die Golzbeute gibt es auch mit 2x20 Waben. Auch gibt es sie mit Hoffmann-Waben, 26x37cm,also grösser als Normal-hoch oder Kuntsch-hoch, die üblicherweise in der Golzbeute verwendet wird. Vielleicht wären diese Varianten für Deine anscheinend recht fruchtbare Biene passend. Vielleicht auch ein Versuch in Gerstung (41x26), falls Du noch mehr Raum für Deine Völker brauchst.Zur Bremer-Beute: sie wurde aus der Golz-Beute abgeleitet, aber darüber gibt es offenbar einen Rechtsstreit zwischen den Erfindern. Wenn Du eine andere Alternative zum Magazin suchst, probier doch einmal Dadant-Beuten. Volle Honigtöpfe wünscht Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.

  • Hallo Stefan,


    das Absperrgitter erstreckt sich über die Breite von neun Waben, das ist die vordere Hälfte der Trennwand zwischen Brut- und Honigraum; also ein breiter Durchgang um ohne Beeinträchtigung auch in den hinteren Honigraumteil zu kommen.


    Das zeigt auch das diesjährige Ergebnis meines Landbienen-Carnica-Standbegattungs-Spitzenvolkes:
     
    Frühtracht (Spitz- + Bergahorn + Löwenzahn + Obst + Raps) 18 Honigraumwaben (<sup>2</sup>/<sub>3</sub> bis ganz gedeckelt) und einige honiggefüllte aus dem hinteren Brutraum = 38,5 kg.


    Die Waldtracht ist heuer ausgefallen, dafür gab es im Juni an einigen Tagen (bis der große Regen kam) einen Honigtau-Honig, mit ziemlicher Sicherheit Ahorn-Blatthonig. Am Samstag habe ich den Honigraum ausgeräumt und war vom Ergebnis überrascht = 17,5 kg.


    Viele Grüße
    Frieder

    Mit freundlichen Grüßen
    Frieder


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  • Hallo Bienenfreunde,


    sammle zur Zeit die ersten Erfahrungen mit der Bremer-Beute, aber aus HOLZ. Habe mir die Beuten im letzten Winter nach eigenem Plan gebaut. Nach meinem Wissen gibt es die Originalbeute nur in Kunststoff auf dem Markt. Das Trennschied zum Honigraum habe ich vom Fachmann bezogen.
    Habe nun Ableger drin und schon jetzt bin ich begeistert: die Übersicht von oben und damit schnelle Kontrolle durch Schieben der Waben auf den Metallleisten teilweise ohne rauszuheben. Dies war auch ein Argument gegenüber Golz: die Warmbaustellung. Und die Möglichkeit weiterhin die Brutdistanzierung zur Schwarmverhinterung durchführen zu können.
    Der Zwischenableger mit Flugloch nach hinten müßte doch auch möglich sein?
    Noch was: wie geht das im Winter mit dem hinteren Fluglochkeil mit Lüftungsgitter? Gibt das nicht Durchzug im Brutraum?


    Gruß
    Jörg

  • Hallo Jörg,


    natürlich geht das mit dem Zwischenableger. Mit Hilfe des Lochbleches im Schied als "Duftgitter" gelingt die Rückvereinigung nach 10 Tagen problemlos. Falls es dich interessiert kannst du mich anmailen, ich schicke dir dann eine Kurzfassung meiner Vorgehensweise.


    Die Boden-Lüftungsgitter öffne ich in der zweiten Oktoberhälfte. Geschlossen werden sie bei der Weidenblüte (bei mir Mitte März), spätestens mit Beginn der Frühtracht (Mitte April bei Spitzahornblüte, entspricht andernorts etwa der Kirschblüte).
    Ein nennenswerter Durchzug mit Wärmeverlust wird wohl nicht auftreten; die Bienen heizen nicht den ganzen Überwinterungsraum,sondern nur den Bereich der Wintertraube.


    Falls du sie noch nicht besitzt, empfehle ich dir Anschaffung der ausführlichen Anleitung von
    J.E.BREMER, Erfolgreiche Bienenhaltung bequemster Art.
    Er verschickt das Bändchen gegen Rechnung, die Adresse steht hier weiter oben bei meiner Antwort an ImkerMichi.


    Viele Grüße
    Frieder



    <font size=-1>[ Diese Nachricht wurde geändert von: Frieder Hummel am 2002-07-24 21:23 ]</font>

    Mit freundlichen Grüßen
    Frieder


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  • Hallo Jörg,
    die von der Fa. KUNESA produzierte Warmbaulagerbeute nach Bremer scheint ja durch die vorgenommene Modifikation einiges für sich zu haben. Mich interessieren auch die zwischenzeitlich gemachten Erfahrungen mit dieser Beute. Ob die Warmbaustellung aber ausschlaggebend sein soll, vermag ich nicht nachzuvollziehen.


    Meine Golzbeute steht am Waldrand (Nordharz)
    Die Fluglochausrichtung ist nach Westen (kaltbau).
    Die Bienen hängen nach der Einfütterung stark durch (kann man durch das große Flugloch gut sehen)und sind dem rauhen Harzklima entsprechend ausgesetzt. Das große Flugloch bleibt nur durch das Mäusegitter geschützt, über die gesamte Länge und Breite offen.
    Zu meiner großen Überraschung macht ihnen das nichts!
    Bisher kam das Volk immer als starkes Volk über den Winter und besetzte im Frühjahr sehr schnell wieder den gesamten Brutraum.


    Hier spielt sicher auch die gute Sauerstoffversorgung eine nicht zu unterschätzende Rolle. Auch verschimmelte Randwaben hatte ich hier noch nie!


    Den gleichen Effekt erreiche ich allerdings auch mit "offenen" Varroaboden. Wenn das so bei der Warmbaulagerbeute vorgesehen ist, wäre das durchaus vorteilhaft.


    Ich denke, daß es äußerst schwierig ist, sich ein Bild von einer Beute zu machen, die man vorher nicht in natura gesehen oder besser ausprobiert hat. Aber man kann ja nicht alles immer gleich kaufen.


    Herzliche Grüße von der Harzbiene aus Goslar
    :smile:

  • Hallo Frieder, hallo Harzbiene,


    vielen Dank für die Hinweise. Werde erst mal ein Bienenjahr mit meinen neuen Kästen arbeiten und Erfahrungen, hoffentlich nicht zu viele negative, sammeln.


    Das angesprochene Buch von Herrn Bremer ist seit letztem Jahr vergriffen. Rufe so alle 3 Monate kurz beim Verfasser an. Das Manuskript für eine überarbeitete 4. Auflage sei lange fertig. Aber wohl können sich Herr Bremer und Kunesa-Scherer nicht über die Modalitäten einer Veröffentlichung einigen. Schade. Da muß ich wohl einen hiesigen Imkerkollegen, der mit der Beute seit einigen Jahren sehr zufrieden ist, weiter bemühen um nicht das "Rad wieder erfinden zu müssen" bzw. zu viel Lehrgeld zu bezahlen.


    Gruß
    Jörg