Anfangsstreifen im HR

  • Man kann das so machen wie du vorhast, aber du wirst damit keine guten Erfahrungen machen!

    Beim ersten HR würde ich so viel wie möglich, wenigsten die Hälfte ausgebaute Waben nehmen und dann MW. Anfangsstreifen würde ich für den HR überhaupt nicht empfehlen, weil das zu viel Honig kostet. Wenn du keinen Honig brauchst, kannst du Anfangstreifen nehmen und Erfahrungen sammeln.

    Es wird ja oft empfohlen, ausgebaute Waben zu geben aber was ist wenn man keine hat? Für den max. Ertrag an Honig ist das auch sicher richtig aber woher sollen die unbebrüteten Waben denn kommen wenn man sie nicht irgendwann in einem HR ausbauen lässt?

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  • Ich verwende in der untersten Honigzarge nur Leerwaben, ersatzweise Mittelwände. Die unterste Honigzarge dient beim Pressing als Brutraumerweiterung, in der nicht gebrütet werden und wo Nektar zwischengelagert werden kann (= virtuelles Brutnest). Wenn man dort mit Mittelwänden startet, ist die Zarge schnell ausgebaut.

    Oberhalb dieser Zarge verwende ich entweder Zargen, die nur mit Leerwaben bestückt sind oder Zargen mit Leerwaben an den Enden und 8 Anfangsstreifen dazwischen. Die Leerwaben an den Enden verhindern, dass von der Beutenwand aus waagerecht in die leeren Rähmchen hineingebaut wird. Auch hier können die Leerwaben wieder durch Mittelwände ersetzt werden.

    Zargen, die mit Leerwaben bestückt sind, gebe ich bei Tracht zusätzlich, damit es keinen Rückstau von Nektar in den Brutraum gibt.

    Anfangsstreifen gebe ich in der Hauptschwarmzeit, um die Jungbienen oben zu halten. In dieser Zeit wird ungefähr ein Drittel der Honigwaben neu gebaut. Ich verwende deshalb auch keinen Baurahmen im Brutraum.

    Nach der Hauptschwarmzeit gebe ich nur noch Leerwaben.

    Bei der Gabe von Anfangsstreifen ist darauf zu achten, dass in der Etage darunter keine Bautraube sitzt. Wenn man das nicht beachtet, bauen die Bienen aus der Bautraube heraus vom Unterträger aus nach oben, was Wirrbau ergibt.

    Wenn man erst einmal genügend Leerwaben hat, benötigt man im Honigraum keine Mittelwände mehr.

    Ich glaube nicht daran, dass der Naturbau Honig kostet. Die Bienen verbrauchen für die Brutpflege weit über 100kg Honig, da ist der Bedarf für den Naturbau vernachlässigbar. Durch die bessere Verteilung der Jungbienen im Stock erhält man aber geringere Schwarmtriebigkeit, bessere Volksharmonie und dadurch auch bessere Sammeltätigkeit. Das wiegt den Honigverbrauch durch Naturbau auf. Ich habe im vergangenen Jahr aus Frühtracht, Robinie und Linde im Schnitt 70kg geerntet, wobei die Spitzenvölker über 100kg gebracht haben.

    Gruß Ralph

  • Es wird ja oft empfohlen, ausgebaute Waben zu geben aber was ist wenn man keine hat?

    Dann gibt man MW und das geht jedem so der anfängt zu imkern, auch mir ging das so.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • Mit Presshonig hat man meistens keine oder nur sehr wenige ausgebaute Waben. Geht auch. Ich folge bei der Gabe von Mittelwänden und Anfangsstreifen dem darunterliegenden Brutnest. Direkt darüber ein Block aus zwei bis vier ausgebauten Waben oder vollflächigen Mittelwänden, daneben auch kürzere Mittelwandstreifen bis hin zu ganz kurzen Anfangsstreifen. Im Querschnitt also eine hängende Gaußkurve, die direkt über dem Brutnest dieses berührt, so dass die Bienen dort nach oben weiterklettern können. Ich nehme dafür, was ich so an Restbeständen aus dem letzten Jahr habe, ich hechte also nicht der idealen Kurve hinterher, sie ist nur der Hilfsgedanke beim Sortieren. Hat bisher immer vollkommen problemlos funktioniert.

    Grüße von Kikibee

  • Hmmm,

    also das verwirrt mich jetzt alles ganz schön😂.

    Klar, jeder hat seine eigene Philosophie...

    Ich werde jetzt den 1.HR mit 8 Mittelwänden und 2 ausgebauten Honigwaben bestücken. Oder soll ich nur MW nehmen. Dann den Zweiten nur mit Mittelwänden, bzw. gemishct mit Anfangsstreifen(jeweils als Block, und aussen je eine MW)?


    Die HR habe ich wegen schlechtem Wetter noch nicht aufgesetzt.


    Habe noch diverse Fragen:

    1. Ich habe ca. 150 Rähmchen wie im Photo vorbereitet. Ich hab mir da echt ne Menge Arbeit mit gemacht... Sind diese noch zu retten, oder soll ich das Wachs rausbrechen, und die Rähmchen ab in die Tonne? So n sch... Kann ich die irgendwie retten?

    2. Lasst ihr den 1. HR den Bienen als vir. Brutnest? Das heisst, ihr erntet diese Zarge nicht. Was geschieht dann mit dieser im Herbst. Stellt ihr die unter den BR.

    3. Soll ich die FW welche jetzt hinterm Schied hängen mit dem Aufsetzen des HR entfernen, und nur noch jeweils je eine FW an den Flanken des Brutnestes?

    Bei uns blüht grad einiges (Weide, Japankirsche, Schlehen fangen an) und Mitte nächster Woche kommt der Frühling.

    4. Was macht ihr mit dem Trommelraum hinter dem Schied? Lager für MW, oder leer lassen?

    Danke

    Jungimker

    Zander und Zadant, Einräumig

    Rheinland-Pfalz

    Donnersbergkreis

  • Mach dir keinen Stress! Die Rähmchen kann man trotzdem benutzen. Später kannst du die Oberträger mit einer Leiste darunter verstärken. Nur für Pedanten muss immer alles gerade sein, die kriegen auch einen Herzinfarkt, wenn ein Bild schief an der Wand hängt.

    Das virtuelle Brutnest hat nichts zu sagen; die Bienen putzen nur die Zellen über dem Brutnest, weil sie denken, die Königin könne dorthin, um sie zu bestiften. Natürlich kannst du den Honig ernten, so lange du ihnen genug Futter lässt oder gibst.

    Futterwaben kannst du hinterm Schied lassen, wenn du den Honig nicht verkaufen willst; Zuckersirup kann man ja essen. Den Raum hinterm Schied sollte man frei lassen, keine Mittelwände rein, sonst wird der Honig unten eingelagert,

  • Ihr könnt schon Honigräume aufsetzen?

    Bei uns im tiefsten Bayern müssen wir noch warten...