Gebrauchte Rähmchen reinigen

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    Hallo,


    die Rähmchen reinigt man ja, wenn ich richtig informiert bin, am besten mit Natronlauge.

    Ich habe sie schon mal mit meinem Dampfwachsschmelzer vorgereinigt.

    Gefragt habe ich mich dabei, ob es wohl möglich sei, Natronlauge in den Tapetenlöseapparat, oder wie dieses praktische Gerät heißen mag, anstatt des reinen Wassers einzufüllen, oder wird das Gerät diese Prozedur nicht überleben? Ich weiß das nicht so richtig einzuschätzen, weil ich bisher nie Natronlauge verwendet habe.


    Im Deutschen Bienen-Journal 11/2008 gab es einen Artikel, wie man die Rähmchen mit einer alten Spülmaschine mit Natronlauge reinigt; wenn die das erträgt, könnte es ja sein, dass es auch einem Tapetenlösegerät zuzumuten wäre.


    Wie geht ihr vor, um die Rähmchen zu reinigen?


    MfG
    Aloha

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von Aloha ()

  • Hallo,


    würde ich jetzt nicht unbedingt machen. Wer weiß was mit dem Wachs passiert wenn es in der Natronplörre schwimmt.


    Die Rähmchen die ich im Herbst/Winter in den Dampfwachsschmelzer packe reinige ich grob mit der Bürste und Stockmeißel wenn sie noch heiß sind, dann sind sie eigentlich blitzeblank.

    Die Rähmchen die ich im Sommer im Sonnenwachsschmelzer hatte schiebe ich einmal mit durch, dann spar ich mir den Aufwand mit Kessel, Lauge etc.


    Gruß Chris

  • Hallo Aloha,

    ich bin auch Rähmchenreiniger mit einer alten Spülmaschine. Ich gebe gerne zu, dass mir die kratzerei nach dem DWS zu viel Aktion ist.

    Allerdings würde ich die Natronlauge nicht mit einem Tapetenlöser verarbeiten.

    Nach meiner Einschätzung ist der Dampfausstoss zu groß und der Zeitaufwand zu lang um die relativ schmalen Teile eines Rähmchens zu reinigen. Außerdem würde ich nicht gerne stundenlang im Natrondampf stehen.

    Gruß Eisvogel

    Man tut was man kann, hieß es früher. Heute glauben alle sie müssen tun was sie nicht können. P. Sloterdijk

  • Hallo Imker2016,

    wenn das so wäre würde es doch keinen Sinn machen das Natrium im Wasser zu lösen?

    Bin kein Chemiker, ich vermute aber das der hier angegebene Siedepunkt sich auf das kristaline Ausgangsmaterial bezieht.

    Gruß Eisvogel

    Man tut was man kann, hieß es früher. Heute glauben alle sie müssen tun was sie nicht können. P. Sloterdijk

  • Auch bei mir werden die Rähmchen nach dem sie im Dampfwachsschmelzer waren abgekratzt und weil ich das von früher gewohnt bin, flamme ich sie noch kurz ab.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • a) Natronlauge ist für die Reinigung von Rähmchen am Kessel etwas hoch gegriffen Waschsoda reicht auch.

    b) Der Wasserdampf ist tatsächlich kein Problem, aber es kommt immer mal wieder vor, dass auch kleine Tröpfchen flüssiger Lauge mit hochgerissen werden. Deswegen ist Schutzkleidung sehr angeraten. Nach ein paar Stunden am Kessel kann es durchaus zu roten Pünktchen im Gesicht kommen, wenn man kein Schutzvisier getragen hat. Lange Schürze, Schutzbrille, Laugenfeste Handschuhe und Gummistiefel sind Minimum. (Hose über die Stiefelstulpen, damit man nach einem Schwapper nicht mit den Füßen in Lauge steht - das merkt man erst viel zu spät...)

    c) Natronlauge wäre allenfalls zur Beutensanierung nach AFB notwendig. (Für diesen Zweck hat sie aber derzeit nur nach Ausnahmegenehmigung vom betreuenden Veterinär eine Zulassung)


    => Es gibt derzeit keinen Grund für den Einsatz von Natronlauge (außer man bekommt es vorgeschrieben)


    d) Waschsoda ist deutlich ungefährlicher im Umgang, dennoch sollte man auch hier Schutzkleidung tragen.


    Gruß

    Ludger

  • Abgesehen davon daß normale Rähmchen gar nicht mit Natronlauge gereinigt werden müssen:


    Bitte keine Natronlauge in einen Tapetenlöser oder "Dampfmeister" füllen. Dafür sind die Dinger nicht gebaut. Es wird eine ziemlich gesättigte heiße Natronlauge im Gerät übrig bleiben.
    Ist nicht ungefährlich.

  • Hallo,



    die Rähmchen reinigt man ja, wenn ich richtig informiert bin, am besten mit Natronlauge.

    Nein, da bist Du fasch informiert.

    Natronlauge ist nur noch im Seuchenfall auf Antrag des zuständigen Veterinär als Reinigungs-/Desinfektionsmittel in der Imkerei zulässig (vgl. Biozid-Verordnung).


    Über ein Jahrzehnt alte Literatur (wie die von Dir angegebene) zu solchen Themen ist genauso kritisch zu betrachten, wie in vielen anderen technischen Bereichen auch.

    Vielleicht schaust Du mal der Onlinepräsenz Deiner Literatur den da steht:


    ..... Ätznatron darf dann als Desinfektionsmittel gegen die Sporen der Amerikanischen Faulbrut eingesetzt werden, wenn eine Ausnahmegenehmigung vom BVL vorliegt. .....


    Darf ich fragen wo Du Deinen Imkergrundkurs gemacht hast ?


    GdBK

    Aus der Übertreibung der Warnungen,
    ist die Unterschätzung der Realität geworden.

  • Ich habe hier das vor ein paar Tagen erschienene Buch "Handbuch Bienenkrankheiten" von Friedrich Pohl vor mir liegen. Darin heißt es, dass zum Einsatz der Ätznatronlauge in der Seuchenbekämpfung die Veterinärbehörde eine Ausnahmegenehmigung benötigt werde. Für den Einsatz als "freiwillige" Reinigung im Rahmen eines Vereinsreinigungstages sei diese Genehmigung nicht erforderlich.

  • Heh nicht so streng mit dem Fragesteller. Das Natronlauge nicht mehr ohne Weisung angewendet werden darf, ist noch nicht so lange her.

    Wenn mich meine Erinnerung nicht trügt, war erst zum Ende des letzten oder Anfang diesen Jahres das in den Rundbriefen zu lesen.


    Liebe Grüße Bernd

  • Hallo,


    vielen Dank für die vielen Beiträge.

    Ich behalte zurück, dass ich mich damit begnüge, wie hier geschrieben wurde, die Rähmchen nach dem Tapetenlösegeräteinsatz mit der Bürste zu reinigen und auf Natronlauge zu verzichten.


    Uebrigens, der Artikel auf den ich mich beziehe, stammt vopn der viel geschätzten Pia Aumeier!


    MfG
    Aloha