• Werbung

    ... grade zu Beginn probiere ich gern noch rum. Auch wenn viele das kritisch sehen. Aber liebe frühzeitig damit auseinandersetzen, um dann seine eigene Betriebsweise zu finden.

    Das "perfektionieren" sehe ich übrigens eher als einen Prozess sich immer wieder zu verbessern. Es geht nicht darum die perfekte Betriebsweise zu finden. Sondern immer ein Stück besser zu werden.

    Aber das macht wohl auch am meisten Sinn wenn man mehrere Völker hat und so schneller lernt.


    Aber ich denke mir das Forum hier hat sicherlich einen gewissen "bias", weil die meisten der hier anwesenden Imker eher offen sind. Diejenigen die seit 30 Jahren ihre Betriebsweise durchziehen werden wohl seltener hier sein, als der aufgeschlossene, offene Jung-Imker.

    Hallo!


    Gerade das ständige herumprobieren macht den Imker in der Regel besser!

    Aber nur dann, wenn er das erreichte festhalten kann...

    :u_idea_bulb02:


    Und die perfekte Betriebsweise wird uns genauso wie die perfekte Beute ewiglich verborgen bleiben. Sie liegt wohl eher im Auge des Betrachters.


    Wie halt die perfekte Biene auch an derselben Stelle liegt...

    :wink:

    Grüße Luffi


    Nicht weil es schwer ist, wagen wir es nicht, sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwer. :u_idea_bulb02:

    (Lucius Annaeus Seneca - römischer Politiker, Dichter und Philosoph - * 4 v.Chr, † 65)

  • Mein Erfahrungsbericht zu der Frage:

    Ich habe mal mit einem Wirtschaftsvolk und zwei Ableger gestartet.

    Aus 3, wurden 7, dann 14 und danach 23 Völker.

    Mit jedem Jahr wächst die Erfahrung und somit die Geschwindigkeit der Bearbeitung der Völker, wenn man aus seinen Fehlern lernt.

    Der kontinuierliche Verbesserungsprozess liegt bei einem selbst.

    Das bedeutet aber auch, dass ich nicht permanent meine Betriebsweise ändert.

    Quick and Easy ist die Devise.

    Dann lernt man auch schnell, dass man auch bei einer Betriebsweise mit zwei Bruträumen eben nicht in die untere Zarge schauen muss. Das macht man nur in Ausnnahmesituationen. Auch muss ich nicht den oberen Brutraum komplett auseinanderreißen. Randwabe ziehen. Von oben sieht man schnell wo die erste Brutwabe ist. Dort starten und nach Stiften suchen. Wo Stifte sind, ist auch eine Königin! Rest kurz nach Weiselnäpfchen durchsuchen, Deckel drauf, Kiste zu.

    Langes suchen nach der Königin, suchen im unteren Brutraum etc entfällt.

    Häufig erkennt man dann auch an der Bewegung am Flugbrett, an welchem Volk etwas nicht stimmt.

    Auch wachsen die Betriebsmittel mit. Wer wie ich nur zweimal, maximal dreimal im Jahr geschleudert wird, muss eine entsprechende Schleuder da stehen.

    Ich habe mir eine sechs Waben Selbstwendesdhleuder aus Ungarn zugelegt.

    Entdeckelt wird mit dem Heißluftfön und der Schleuderraum mit Edelstahltisch und Edelstahlwaschbecken ist dann auch fertig geworden.

    Ab einer bestimmten Völkerzahl ist es auch der Kaiserin nicht mehr zuzumuten, dass in der Küche geschleudert wird.

    Die Vermehrung des Bienenbestandes erfolgt bei mir über simple Ablegerbildung.

    Bei einer guten Hausrasse ist das bei eigener Selektion von den besten Königinnen im Gegensatz zu den fehlgezüchteten Superköniginnen kein Problem.

    Die Varroabehandlung erfolgt über Ameisen- und Oxalsäure.

    Einen Plan für das Imkerjahr zu haben, ist in meinen Augen eine Voraussetzung.

    Anzahl der Beuten, Honigzargen, Rähmchen, Mittelwänden etc müssen in ausreichender Anzahl zum richtigen Zeitpunkt vorliegen. Häufige besuche beim Imkerhändler sind in der Saison nicht drin. Dennoch macht man immer mehr als geplant und es kommt immer anders als man denkt/plant. Jedoch hat man mit Plan die Zeit für Änderungen, als wenn man chaotisch Imkert.

    Bitte mein Kommentar nicht als die einzig wahre Vorgehensweise ansehen.

    Es ist egal mit welcher Beute oder Weise imkert.

    Es ist eher so zu verstehen, dass man die Vorgänge durch Wiederholung perfektioniert, aber auch hinterfragt was einem wirklich weiter bringt.

    Der rote Faden im Ablaufplan muss erhalten bleiben. Auf die Weise bekommt man schnell ein Gefühl dafür, ob noch Zeit für einen Sammelbrutableger, für Reinzuchtköniginnen und so weiter bleibt.

    Imkerkurse, Bücher und sonstige Fortbildungen bringen einen immer weiter.

    Glücklich kann man sich dann noch schätzen, auf das Wissen von einem wirklich guten Imker zurück greifen zu können, der auch erklären kann, warum und welche Vor- und Nachteile was hat. Imkern bedeutet auch immer die Balance zwischen Vor- und Nachteilen abzuwägen und auch manchmal zu erkennen, dass man sich überschätzt hat. Rückschläge gehören dazu.

    Da ich zu der Zeit einen Job gehabt habe, mit 40-60 Überstunden im Monat, hat es dennoch mit den Bienen geklappt.

    Als Schreibtischtäter kann ich nur jedem Mut machen.

    Wenn ich das geschafft habe, könnt ihr das auch.

    Also machen und realistich bleiben.

    Aus der Imkerei muss man keine Kunstrichtung machen.


    Ps: der Kommentar über das Doppelsieb ist göttlich....wahr.

    Freier Imker

    Ohne Verein, DIB, Imkerverband und sonstigen Establishment

    Neutral und unbelastet.

  • Bienen Ede, deine Erfahrungen und Kenntnisse in allen Ehren.

    Allerdings würde der Verzicht auf ständige Stichelein und Statement, die keiner einfordert dir besser stehen.

    .. fehlgezüchtete Superköniginnen ...

    .. freier Imker ...

    .. neutral und unbelastet ...


    Denk mal drüber nach.


    Liebe Grüße Bernd

  • Aber gerade, wenn ich nur zwei oder drei Mal im Jahr geschleudert werde, da überleg ich mir doch zwei oder drei Mal, ob es sich wirklich lohnt, richtig viel Geld zu investieren, das dann 360 Tage im Jahr nur rumsteht. Da schleudere ich mich lieber eine oder zwei Stunden länger und gut. Der Flaschenhals beim Schleudern ist nicht die Schleuder sondern das Entdeckeln. Und solange ich dafür keine Lötlampe oder keinen elektrischen Lockenstab oder den Plasmaschneider nehme, aus religiösen Gründen, wie ihr wisst, solange tut es eine Schleuder die weniger kostet als mein Auto.

    Meine Autos sind alte Opels mit mindestens 100.000 km ( gerade eingefahren ).

    Was mir an Edes Beitrag gefallen hat war, daß er die Möglichkeit eingeräumt hat, daß es unterschiedliche Möglichkeiten gibt. So weit würde ich zwar nicht gehen, aber immerhin.

    Viele Grüße

    Wolfgang, letzter Verfechter des Handbetriebs

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis größer als in der Theorie, also theoretisch.

  • ich bin auch mit Kinder-Familienarbeit in einer "Hobby"-Imkerei groß geworden und habe die Handkurbel und das Wabendrehen nach Umstellung auf elektrische 10-Waben-Sternschleuder nicht vermisst- da sind doch einige Schritte weggefallen, und mit 10er Ablage am Entdeckelungstisch ging das ganz gut, aber leider fing dann das Eichhörnchen-Siebwechseln an.

    Bis zu meinem Wiedereinstieg haben das meine Eltern nie geändert.

    Nach einmal Überlaufen habe ich die Doppelsiebe in Rente geschickt- jetzt kommt der Honig aus der Schleuder über grobe Waschbeckensiebe in 1 oder 2 Honigeimer in den 50 kg Abfüller mit Doppelspitzsieb in die 30 oder 40 kg Hobocks. Da ich standweise getrennt schleudere, ist mir der Puffer beim Lunzer Siebeimer zu groß- außer beim Raps.


  • Was hier bisher eindeutig fehlt ist die Frage, ob man alles selbst haben muss. Wer wirklich nur wenige Tage im Jahr schleudert und dafür dann da alles, kann sehr oft auch mit ordentlichem Equipment arbeiten, wenn er für die Nutzung bezahlt. Es gibt auch Schleuderverleih, Schleuderräume zur Nutzung gegen Gebühr, Schleudermobile...

    Da kann man dann mit ordentlicher Technik arbeiten und hat nicht die übrigen 360 Tage das Zeug ungenutzt rumstehen. Die Gebühren sind auch niedriger als die realistische Abschreibung bei der Anschaffung. Sowas bieten manchmal Imkervereine, aber für vereinsscheue Imker auch ganz normale Unternehmen oder hier in der Nähe die Imkerschule Landsberg an. Wer seine Honigräume beim Sammeln sowieso verladen muss, kann sie auch an anderen Orten schleudern.

    In der Natur gibt es weder Belohnungen noch Strafen. Es gibt Folgen.
    (Robert Green Ingersoll)

  • Was hier bisher eindeutig fehlt ist die Frage, ob man alles selbst haben muss. Wer wirklich nur wenige Tage im Jahr schleudert und dafür dann da alles, kann sehr oft auch mit ordentlichem Equipment arbeiten, wenn er für die Nutzung bezahlt. Es gibt auch Schleuderverleih, Schleuderräume zur Nutzung gegen Gebühr, Schleudermobile...

    Da kann man dann mit ordentlicher Technik arbeiten und hat nicht die übrigen 360 Tage das Zeug ungenutzt rumstehen. Die Gebühren sind auch niedriger als die realistische Abschreibung bei der Anschaffung. Sowas bieten manchmal Imkervereine, aber für vereinsscheue Imker auch ganz normale Unternehmen oder hier in der Nähe die Imkerschule Landsberg an. Wer seine Honigräume beim Sammeln sowieso verladen muss, kann sie auch an anderen Orten schleudern.

    Dies hat vor allem den Vorteil, dass man gar nicht erst in den Konflikt mit der Lebensmittelüberwachung kommt. Hier werden die teilweise in einigen Kreisen schon sehr ungemütlich und gehen selbst Kleinimker an.


    Ganz gute PDF vom Nachbarkreis: (erste Datei)


    https://www.kreis-viersen.de/d…rgebnisse;field=4;q=honig


    Grüße,

    Marco

    And that's the way it is (Walter Cronkite)

  • Natürlich ist eine zweimalig bzw dreimalige Nutzung im Jahr einer Schleuder eine betriebswirtschaftliche Todsünde.

    Dennoch haben sich die meisten Alternativen als nicht gangbar gezeigt.

    So konnten sich mehrere Imker nicht einig werden, bei der Nutzung von einer Schleuder und einem Schleuderraum.

    Hier offenbart sich dann eher auch menschliches Problem.

    Auch führt die Nutzung einer Vereinsschleuder häufig zu einem ähnlichen Problem. Jeder will natürlich das Gerät zu der Zeit nutzen, wenn alle die Schleuder benötigen.

    Auch hat Marco recht. Schleudern in der Küche bei über 10 Völkern wird nicht gerne gesehen. Angekündigt war, dass alle mit einer Völkerzahl von über 10 Besuch bekommen sollten.

    Ich persönlich sehe die Anschaffung der 6Waben Selbstwendeschleuder und den Bau des Schleuderraums als eine super Investition an und zwar in mein Hobby.

    Auch ist die Aussage richtig, dass man mit der Beschleunigung eines Prozessteils wieder eine Flaschenhals an einer anderen Stelle schafft. Aus dem Grund entdeckel ich ja auch mit dem Heißluftfön.

    Doch kenne ich Imker mit einer ähnlichen Völkerzahl, die einen weit aus größeren Maschinenpark haben, als ich. Das muss jeder für sich selbst entscheiden.

    Die Doppelsiebe habe ich auch schon dahin gewünscht, wo die Schwefelkristalle wachsen.

    Ersetzt wurden sie durch Grobsiebe die es als Edelstahlfrittensieb zu kaufen gibt.

    Danach nutze ich mehrere Spitzsiebe, die in Eimern mit offenem Boden auf dem Hobbog gestellt werden. Besser als Spitzsiebe auf dem Holzstativ, aber insgesamt suboptimal.

    Ferner schleuder ich immer Standweise aus. Vor allem im letzten Sommer war der Honig von Stand zu Stand sehr unterschiedlich.

    Gerade beim Sieben gehen die Meinungen bei der Effizienz auseinander.

    Das hängt auch damit zusammen, dass jeder seinen individuellen "Stundenlohn" anders bewertet.

    Ein Freiberufler meinte mal zu mir, dass er lieber mehr Stunden arbeiten geht, dafür die Stunden durch Einsatz von Maschinen und Apparaten bei der Imkerei reduziert.

    Das muss jeder für sich entscheiden.

    Jedenfalls werde ich in 2019 auch wieder investieren "müssen", um effzienter zu werden.

    Freier Imker

    Ohne Verein, DIB, Imkerverband und sonstigen Establishment

    Neutral und unbelastet.

  • Dennoch haben sich die meisten Alternativen als nicht gangbar gezeigt.

    So konnten sich mehrere Imker nicht einig werden, bei der Nutzung von einer Schleuder und einem Schleuderraum.

    Hier offenbart sich dann eher auch menschliches Problem.

    Auch führt die Nutzung einer Vereinsschleuder häufig zu einem ähnlichen Problem.

    Ich rate hier zu einer Monetarisierung: Die Geräte müssen ja eh finanziert werden, also warum nicht durch kostendeckende Nutzungsgebühren, statt durch andere Umlagen.

    Das gibt zwar Gemaule, macht die Sache aber effizienter und reguliert die Nutzung.

    Für unser Schleudermobil habe ich die Tagesgebühr mit 60 Euro kalkuliert. Das ist nicht ganz billig, aber man spart ja nicht nur die Geräte, sondern auch den Schleuderraum und motiviert die Imker/innen, sich zusammenzutun, um effizienter zu arbeiten.

    Uns kommt dabei hier im Kreis entgegen, dass der Kontrolleur vom Veterinäramt auf den Nachweis eines hygienetauglichen Schleuderaums verzichtet, wenn man in unsere Nutzerliste eingetragen ist.


    Wolfgang

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)