Vom Winde verweht

  • halte ich die Aussage, dass Pestizide heimtückisch sind, während das Töten und Verätzen mit Säure legitim ist für eine steile These :)


    Die vermeintliche Zunahme von PSM in der Umwelt verdanken wir vor allem verbesserten Messmethoden mit deutlich gesunkenen Nachweisgrenzen. :)

    Llecter :


    Gifte sind heimtückisch, weil sie oft unerwartet, verspätet und unbemerkt wirken, weil sie in der Umwelt immer viel weiter verteilt werden als beabsichtigt - die Opfer und Kollateralopfer können sich dem daher nicht entziehen. Für mich ein Paradebeispiel für Heimtücke.

    Sieht man ja eindrücklich auch wieder im Eingangsposting.


    Gut möglich, dass wir weniger Pestizidmenge ausbringen, die ist dafür aber viel wirksamer, man denke an die Neonicotinoide.


    Ob wir weniger oder mehr Wirkstoffe ausbringen, weiß ich nicht, kann mir aber weniger ehrlich gesagt nicht vorstellen, bei dem, was die Chemieindustrie heute so alles kann und was jedes Jahr an neuen Mittelchen auf den Markt stürmt. Diese Menge an neuen Mitteln jedes Jahr gab es früher ganz sicher nicht.


    Mir geht es aber auch mehr um die globale Fehlentwicklung rund um unsere gesellschaftliche Prioritätensetzung, um die ständige Verschleierung der wahren Kosten und derer, die dafür aufkommen müssen.

    Landwirtschaft und Pestizide sind nur ein kleiner Teil davon.

  • Llecter , klar war das eine schöne Vorlage - hast ja richtiggestellt; mea culpa. Wir sprechen über Microgramm - millionstel Gramm, nicht Milligramm.


    Dennoch bei hoher Wirksamkeit - und das ist hier ja der Fall, sonst benötigte man höhere Dosen - ist es relevant, wie die Substanzen auf Insekten wirken. Und Bienen sind nun mal auch Insekten.


    Das hatten wir doch schon miteinander ausgetauscht und kamen nicht auf einen gleichen Nenner

    (Was hilft, Völker in ihrer Überlebenskraft zu unterstützen?).


    Meine Meinung stützt sich auf eigene Beobachtungen, nicht auf Bauchgefühl. Habe gerade mal wieder einen Kandidaten separiert, wo aus einer vollen DD-Kiste nach TBE / OX-Behandlung im Juli '18 jetzt nur noch ein Häuflein mit Kö' übrig ist. Keine Krankheiten, keine Milben, brachten letztjährig 90 kg Honig, zuletzt in der Nähe der Winterraps Einsaat.

    Einzelfall - ja, aber sehr komisch :(

  • Denn die Lebensmittel (ersetze beliebig durch andere Güter wie Strom, Benzin, Flüge etc.) sind ja nur deshalb so vermeintlich billig und sozial, weil die wahren Kosten auf andere, Unschuldige abgewälzt werden, die sich nicht dagegen wehren können (Entwicklungsländer, Umwelt, Flughafenanwohner, zukünftige Generationen, wir alle)!


    Jaien...

    ... ich bin da schon in vielen Bereichen deiner Meinung, aber "günstiger produzieren" heisst eben nicht zwangsläufig die Kosten abzuschieben... Leider bedeutet es heute in vielen Bereichen dasselbe. Aber das ist eben nicht grundsätzlich so.

    Industrialisierung ist wichtig und notwendig! Die Frage ist mehr, wie weit man das auf die Palme treiben darf. Und da landet man leider (noch) oft bei negativen Konsequenzen...


    Was man da aber beheben muss ist unser Wirtschaftssystem. Unendliches Wachstum funktioniert nicht mehr, wir basieren aber darauf... Da müssen bald mal alternative Modelle her... Stichwort "Zinsfreie Wirtschaft", z.B.


    Was aber nicht funktionieren wird:

    Die Volkswirtschaft durch Regelungen an die Wand fahren zu lassen! Das führt nur zu Armut. Und mit der Armut verschwindet jegliche Hoffnung auf eine bessere Zukunft!

  • beemax , habe auch ein Volk, noch bei der Winterbehandlung der stärkste Ableger, jetzt der schwächste, ich schiebe es auf eine Überdosis OS, meine Schuld! VG

    Kann ich ausschließen - sie wurden mit OXS bedampft, wie alle anderen auch. Das führt nicht zur Reduktion der Bienenmasse. Zudem fing das schon im Sept. an. Es gibt keine ein-eindeutige Kausalkette, nur Ausschlussverfahren und übrig bleibt ...


    Es ist nur ein Indiz, wie bei so vielen - mal ist es die Milbe, der hinterm Kasten oder schlechte Königin. Das ist mir zu oberflächlich.

  • Meine Meinung stützt sich auf eigene Beobachtungen, nicht auf Bauchgefühl. Habe gerade mal wieder einen Kandidaten separiert, wo aus einer vollen DD-Kiste nach TBE / OX-Behandlung im Juli '18 jetzt nur noch ein Häuflein mit Kö' übrig ist. Keine Krankheiten, keine Milben, brachten letztjährig 90 kg Honig, zuletzt in der Nähe der Winterraps Einsaat.

    Hallo beemax, für mich klingt das eher nicht nach einem PSM-Schaden. Das Volk stand das Volk vermutlich nicht allein auf diesem Stand, so das auch die Übrigen diesem Einfluss ausgesetzt waren. Einen derart starker Effekt der ein Volk eingehen lässt, würde auch andere Völker zumindest beeinflussen. Konntest du hier auch etwas bebachten?


    Wie auch immer, das ist nun leider Kaffeesatzleserei und man wird weder das eine noch das andere nachweisen können. Wenn du hier schon einen konkreten Verdacht hattest, empfehle ich dir beim nächsten Mal aktiv zu werden. Dann bekommst du Ergebnisse an die Hand! Auch wenn du vielleicht damit leben musst, dass diese deinen Verdacht nicht bestätigen ;)


    Einfach Proben nehmen sobald dir etwas auffällt und zeitnah einsenden. Grade wenn du eine Information wie die Rapsaussaat hast, hilft das die verdächtigen Substanzen einzuschränken. Wenn du ganz auf Nummer sicher gehen möchtest, nimm unmittelbar nach der nächsten Einsaat einfach ein paar Proben aus den Völkern. Fluglöcher verschließen, zurückkehrende Bienen einsammeln (einfach mit dem Besen in eine Tüte fegen), einfrieren, fertig. Im Fall der Fälle (Winterverluste) rausholen, ans JKI schicken.

  • Das kann man zwar machen, das wird aber vor Gericht nicht anerkannt. Der richtige Weg ist, dass man die Vermutung an die Polizei und das Pflanzenschutzamt meldet. Anschließend handelt man auf Anweisung dieser beiden Institutionen.

    Eine solche Vermutung ist aber nur dann sinnvoll, wenn die Völker am Stand gleichmäßig betroffen sind. Falls man nur sehr wenige Völker hat, sollte man bei Nachbarimkern nachfragen, die dann auch betroffen sein sollten.

    Gruß Ralph

  • Das kann man zwar machen, das wird aber vor Gericht nicht anerkannt. Der richtige Weg ist, dass man die Vermutung an die Polizei und das Pflanzenschutzamt meldet. Anschließend handelt man auf Anweisung dieser beiden Institutionen.

    Der genannte Weg ist einfach, kostenfrei und man hat schnell eine Information darüber, ob es überhaupt Pestizide als Ursache sind und sollte in jedem Verdachtsfall beschritten werden. Es ist leicht, bei jedem Völkerverlust die Pestizide vorzuschieben. Hier hat man zumindest mal eine Möglichkeit, das zu überprüfen.


    Die von dir genannten Optionen stehen jedem selbstverständlich zusätzlich frei. Ich vermute nur, wem das einfache Einschicken einer Probe bereits zu viel ist, der wird nicht vor Gericht ziehen. Zumal es schwierig bis unmöglich sein dürfte so etwas gerichtsfest zu beweisen, wenn nur wenige oder gar einzelne Völker betroffen sind.

  • Wie auch immer, das ist nun leider Kaffeesatzleserei und man wird weder das eine noch das andere nachweisen können.

    ...

    Auch wenn du vielleicht damit leben musst, dass diese deinen Verdacht nicht bestätigen ;)

    Danke für den Hinweis zur Probennahme. Das Volk stand alleine - passte nicht mehr beim ohnehin zu späten Abtransport.


    Man kommt ja nicht drauf; denn als ich es abgeholt habe, war noch alles gut. Und ja, messen ist immer der bessere Weg als spekulieren - völlig klar.


    Ich werde d. J. einen anderen Rapsstandort anwandern. Der Landwirt macht einen verständigen Eindruck hinsichtlich Pestizidverwendung. Man muss mit den Rapsanbauern sprechen unf aufmerksam hinsehen.