Das Köhlerscher Verfahren für Begattungen - Mondscheinbegattung

  • Da ich mich schon seit letztem Jahr mit diesem Thema beschäftigt habe und Leute ausgequetscht bzw Artikel darüber gelesen habe, kam der Wasgau auf dem IFT so einfach daher und proklamierte: Mach ich schon ewig.

    Da er nicht nur schwätzt hat er zur Anschauung auch gleich ein Begattungskästchen (Apidea) mit selbstgebauter "Mondscheinklappe" mitgebracht.


    Ich weiß auf Grund meiner Recherchen, das mehrer Forumsleute in dieser Richtung Selbstbauten hergestellt haben und nehme dies mal zum Anlaß ein Thread dazu zu eröffnen.


    Zu den Grundlagen zur Mondscheinbegattung findet man hier ein paar Tips:


    http://www.pedigreeapis.org/bi…tcl/IKmondschein07de.html


    Dann lasst mal eure Bildchen und Bauanleitungen sprechen.


    Liebe Grüße Bernd

    Pushen wir uns nicht an den Stöckchen dieser Welt, bewegen wir Baumstämme, auf denen wir stehen.

    Einmal editiert, zuletzt von Werner Egger () aus folgendem Grund: Teilweise gelöscht auf Wunsch.

  • Eine kleine Zusammenfassung möchte ich hier zu dem System geben.


    Grundprinzip

    Mondscheinbegattung hat nichts damit zu tun Bienen bei Mondschein fliegen zu lassen. Es ist nur ein Pseudonym für ein zeitlich in den Abendstunden festgesetztes Zeitfenster, indem man die Geschlechtstiere fliegen lässt.

    Oft beginnt man ab 17:00 im Sommer die Fluglöcher der Begattungseinheiten und Drohnenvölker zu öffnen.

    Wasgau Immen berichtete, das dann sofort alle rausstürzen und die Königin oft sogar nach 5min schon wieder mit Begattungsmerkmal zurück war.


    Verfahren

    Ich kenne 2 Verfahren:
    1. Begattunsgkästen only

    2. Begattungskästen und Drohnenvolk


    1. hat den Vorteil man benötigt nur die kleinen Kästen mit der Mondscheinklappe und kann sich irgendwo in der Pampa damit hinbegeben ohne riesen Transportaufwand, jedoch den Nachteil das ich vorher Drohnen sammeln muss, um sie mit in die Begattungskästchen zu geben und sie dort auch mit Futter zu halten.

    Dimensionierung: Kelle Bienen und ca 60 Drohnen pro BK


    2. hat den Vorteil ich kann mehrere Zyklen ohne Drohnensammeln ausführen mit dem Nachteil von mehr Hardware und ich muss die Drohnenvölker dunkel halten.

    Dimensionierung. 1 Drohnenvolk für ca 50 Königinnen


    Problemstellung

    Grundsätzlich ist es so, das alle benötigten Einheiten im inneren komplett dunkel gehalten werden müssen.

    Die Geschlechtstiere/Hofstaat werden sonst unruhig und drängen durch die Absperrgitter, die nur für normale Arbeiterinnen passierbar sind

    Die Arbeitsbienen sollen und müssen zu jeder Tageszeit ein- und ausfliegen können.

    Gleichzeitig muss jedoch eine gute Belüftung garantiert sein.


    Problemlösung

    1. Man konzipiert Lichtschleusen am Flugloch und in der Belüftung die auch gleichzeitig für die Arbeiterinnen passierbar sein können.

    Man kann sich darunter eine Art Labyrinth vorstellen, da das licht ja nicht um die Ecke kommt. Reflektionen minimiert man durch 2fachen Knick.

    Code
        -Labyrinth- |
    A   |         | |  
    U   |    |    | |
    S   |    |    | |
    S   |    |    | |
    E   <>   |    <> Flugloch
    N    ----------  -----Beute mit lichtdichtem Boden----

    2. man verbringt seine Einheiten immer vom dunklen und kühlen in den hellen Ort. Dann fliegen aber alle, Arbeiterinnen und Geschlechtstiere, nur zu den "Öffnungszeiten".


    Drohnenvölker sind ja größere Einheiten und bei sehr luftdichter Haltung und hohen Außentemperaturen kann es evt. zum Verbrausen kommen. Außerdem sollten die Drohnenvölker ordentlich versorgt sein. Darum kommt für mich nur eine Außenaufstellung in Frage.

    Wenn man sich ein Volk als Drohnenvolk aussucht, muss man das Volk mit seinen Drohnen bei Zeiten an die neuen Flugzeiten gewöhnen und die Öffnungen für die Geschlechtstiere schon reichlich vorher nach dem späteren Flugzeitplan ausführen.


    Wozu ist das ganze gut

    Planmäßige Anpaarung von Dronen mit Königinnen in einer ungeschützten Gegend/Home mit relativer Sicherheit über das Begattungsergebnis.

    Dies spielt im Besonderen eine große Rolle bei Bienentypen, die gerade nicht so stark in der Gegend vertreten sind (Ligustica / AMM) und oder auch keine Belegstellen vorhanden sind.


    Hinweise

    Diese gesammelten Informationen kann ich von praktischer Seite aus dem letzten Jahr nur mit der Suche nach passender Hardware und Bau / Entwurf von Böden untermauern. Nicht zu unterschätzen ist der zeitliche Aufwand bei manueller täglicher Öffnung und Schließung der Fluglöcher der Geschlechtstiere und der mechanische Aufwand / Bau.

    Darum hatte ich mich letztes Jahr erst einmal in dieser Sache eingebremst und für dieses Jahr den Besuch von Belegstellen eingeplant.

    Für mich ist das Projekt jedoch nicht vom Tisch, denn durch die praktischen Tips von wasgau immen, sind dort wieder ein paar Steinchen aus dem Getriebe entfernt worden.

    Allerdings werde ich in diesem Jahr nicht vordringlich an der Sache arbeiten. Jedoch hat sich jemand bereit erklärt die Sache anzugehen und ich werde ihn so gut ich kann unterstützen.

    Für mich ist dieses Jahr Prio1 Belegstelle.


    Liebe Grüße Bernd

    Pushen wir uns nicht an den Stöckchen dieser Welt, bewegen wir Baumstämme, auf denen wir stehen.

  • Hier mal ein Entwurf für eine Klappe eines Drohnenvolkes ähnlich einer Pollenfalle. Die Nut unten muss wegen Lichtverschluss sein und würde ich noch mit Bohrungen zum Abtropfen von Feuchtigkeit nach unten versehen. und evt einer kleinen Aufposterung obendrauf (4mm) dann habe ich genug Stabilität unten bei starkem wind (8mm)

    Das untere und obere Brett sollte schraubbar sein, damit man bequem an den internen Klappenmechanismus kommt, wenn es sein muss.


    mondscheinbegattungsklappe drohnenvolk


    Für den Schieber würde ich dann lieber eine dünne dunkle Plastik nehmen, da die sich bei Feuchtigkeit evt nicht verzieht und so den Eingang verklemmt. Wichtig ist das geringe Gewicht und die Leichtgängigkeit


    Von meinen Miniplusböden habe ich schon Teile als Prototypen gefertigt. Da mache ich bei Gelegenheit einmal Fotos. Allerdings bin ich mit der automatischen Klappe noch nicht weiter gekommen, aber da hat wasgau immen mir die Steinchen aus dem Getriebe entfernt. Danke Dieter.


    Mal sehen wie ich Wasgau Immen sein System für meine Apitek Kästchen (Apidea Clone) umsetzten kann, aber soviel Mondscheinbegattungen wird es dann wohl doch nicht bei mir geben, das ich alles und jeden damit modifizieren muss.


    Ich wünsche Allen ein fröhliches Tüften und Basteln, hallo Meister-Miezebien *anstubs*.

    Ich nehme dann auch gern ein Prototypen zur Elektrifizierung und Test der Alltagstauglichkeit.

    Leider hat man nicht immer so viel Zeit für die Umsetzung von all dem was einem im Kopf rumschwirrt. Dazu kommt ja dann auch noch der ausgiebige Gebrauchstest.

    Da es bestimmt einigen weiter hilft, gebe ich mein "Forschungen" zur Verbesserung an alle die wollen weiter.


    Liebe Grüße Bernd

    Pushen wir uns nicht an den Stöckchen dieser Welt, bewegen wir Baumstämme, auf denen wir stehen.

  • Nicht zu unterschätzen ist der zeitliche Aufwand bei manueller täglicher Öffnung und Schließung der Fluglöcher der Geschlechtstiere und der mechanische Aufwand / Bau.

    Huhu Bernd,

    mal ganz unqualifiziert in den Raum geworfen: wir haben fuer unsere Huehner einen sogenannten elektronischen Pfoertner.

    Ein Aluschieber, der per Zeitschaltuhr an einem Strickchen (in Nuten gefuehrt) nach oben gezogen und auch wieder abgelassen wird. Man kann feste Zeiten programmieren oder per Lichtsensor (Daemmerung) oeffnen und schliessen lassen.


    Mit ein paar geschickt platzierten Umlenkroellchen macht Dir das Teil bestimmt mehrere kleine Schieberchen auf.

    Gibt's auch batteriebetrieben, funktioniert bei uns sehr zuverlaessig.


    Liebe Gruesse;

    humml

  • Chris bei MP uneingeschränkt ja, bei Dadant muss man sehen, könnte man mit einem geschlossenen Boden inklusive Klappe umsetzten. da hat man nicht soviel Teile, die dann evt. auch mal genau nicht zu finden sind, wenn man sie braucht.


    Wie gesagt ich bin auf verschiedene Lösungen gespannt, werde aber dieses Jahr wohl nicht weiter selbst an Prototypen arbeiten, sofern ich mich disziplinieren kann.


    Liebe Grüße Bernd

    Pushen wir uns nicht an den Stöckchen dieser Welt, bewegen wir Baumstämme, auf denen wir stehen.

  • Hummlmmuh danke für die Idee, ist auf alle Fälle eine Möglichkeit.

    Ich persönlich strebe für die elektrisch gesteuerte Umsetzung der Öffnung eine gewisse mechanische Autarkie an, denn ich mag keine SPOF (Single Point of Failure) , wenn mal irgendwo die Mechanik klemmt.

    Aber da ist noch nix in Stein gemeisselt und die Praxis und das Können eines jeden bringt dann die Lösungen hervor, die man bevorzugt.


    Bei mir soll am Anfang eine reine manuelle Lösung unter Umgehung aller Automatiken möglich sein. Wenn die Mechanik stabil funktioniert, kann man sich um die Automatik immer noch Gedanken machen/umsetzen.


    Liebe Grüße Bernd

    Pushen wir uns nicht an den Stöckchen dieser Welt, bewegen wir Baumstämme, auf denen wir stehen.

  • Liebe Leut,

    Es ist gut das die Gedanken kreisen!

    Meine Intension ist.: bessere Bienen für Jedermann der möchte, auch besonders im Hinblick auf Resistenz.

    Dazu brauchts meiner Meinung nach unbedingt eine sichere Anpaarung.

    Meion Focus ist dabei auf die Mondscheinbegattung gefallen.

    Mich ärgerten und ärgern ;) komplizierte Konstrukte die zu umständlich, zu teuer und nicht für den Nachbau im Keller ohne höchste Handwerkliche Anforderungen und ohne Quallifizierten Maschinenpark zu berwerkstelligen sind. Besonders ärgerten mich.........!

    Ich dachte nach, rauchte und rauchte..... :) denn ich hatte aus Versehen den Fütterer eines Apidea falsch herum aufgesetzt. Da flogen die Bienen obwohl das Flugloch unten verschloßen war. Die gingen innen durchs Absperrgitter hoch in die Vorkammer des Fütterers und auf der anderen Seite raus ins Freie. Den Schieber zu ersinnen der den Lichteinfall verhinderte ging in einer Minute. Eureka!

    Ich benutzte das Kistchen zunächst nur um zur Besamung kommende Queens dafür vorzubreiten und danach darin zur Eiablage kommen zu lassen. Das klappte sehr gut.. (die mußt auch dunkel halten...) obwohl die Größe des Apidea mir nicht zusagte (später mehr). Abhilfe brachten zunächst 2 Rähmchen mehr nach wechlassen des innenliegenden Futterkastens.

    Dann hab ich spitz bekommen wie der Josef Koller zu Werke geht!

    Mondscheinbegattung! Mille Grazie Josef!!!!:p_flower01::liebe002:

    Das geht doch auch mit deinem........ Probiert und BINGO klappte! Drohnenhalten hatte ich ja schon gelernt!

    Es Funzte, einfach so, ohne schnickschnack.

    Dies zur Zeit als andere einen Keller bauten und täglich wie das Murmeltier alles rein und raus getragen haben........! ( Einfach unnötig! )


    Wie ich erzählt habe, ist ein weiteres Problem des Murmeltiers (täglich abends auf und wieder zumachen) auch von mir gelöst, auf einfachste Weise!

    Kann auch wirklich jeder fast ohne Werkzeug nachbauen. Zugleich ,wie bei mir , 5 Apideas plus Drohnenvolk, alle auf und wieder zu.

    Das was alles möglich macht ist mein Schieber in Verbindung mit dem Apideafütterer.

    Den Fütterer und Apideas kann jeder kaufen, den Schieber kann auch jeder fast nur mit dem Taschenmesser Schnitzen.


    Bitte nutzt euer Hirn und die Synergie die hier im Forum enstehen könnte.
    More than honey, make better bees!

    Das, was du sicher weisst, hält dich vom Lernen ab.


    Richtige Auslese und exaktes Verpaaren, ist das Ruder mit dem das Schiff auf Kurs gehalten wird.

    Paul Jungels


    https://www.bienen-plus.de/