Tempo Mittelwand-Giessen im Grossformat (Dadant u.ä.)

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    Ich nutze die gleiche Presse aus dem Vereinsinventar, wie in dem Video, und das bei Temperaturen von 0-5°C im Außenbereich...die ersten 5 MW schaffe ich auch in dem Tempo...doch dann hakt es an folgenden Stellen:
    - Presse trotz Außentemperaturen zu warm und muss ein paar Minuten abkühlen

    - mein Wasser-Sammel-Behälter ist voll, also Wasser aus, Behälter entleeren, Wasser wieder an - eine Umwälzpumpe habe ich noch nicht

    - ein höherer Durchfluss verlängert die Zeit, bis die Presse abkühlen muss, verkürzt aber die Zeit, bis der Eimer voll ist...ein Teufelskreis

    - die MW fangen an, an den Scharnieren zu kleben, sieht man übrigens auch im Video...da beginnt es bei 2:10 bereits und sorgt für ausgefranste Kanten - die solange egal sind, bis die MW bei der Entnahme reißt

    - überschüssiges Wachs muss entnommen werden

    -...


    MWgießen ist ein Ritt auf der Rasierklinge. Bis man den Kompromiss zwischen Wachstemperatur, Wachsmenge und Kühlung gefunden hat, ist viel Wachs durch die Presse gegangen. Von einer Wirtschaftlichkeit fange ich garnicht erst an. Trotzdem tue ich es mir an.


    Bei mir schaut es so aus...~5MW zügig gießen, Presse offen abkühlen lassen, dabei das überschüssige Wachs entnehmen und ggf. den Wassertank entleeren...wieder 5 MW...usw. mehr als 20/h schaffe ich aber nicht.

  • Ich nutze die gleiche Presse aus dem Vereinsinventar, wie in dem Video, und das bei Temperaturen von 0-5°C im Außenbereich...die ersten 5 MW schaffe ich auch in dem Tempo...doch dann hakt es an folgenden Stellen:
    - Presse trotz Außentemperaturen zu warm und muss ein paar Minuten abkühlen

    - mein Wasser-Sammel-Behälter ist voll, also Wasser aus, Behälter entleeren, Wasser wieder an - eine Umwälzpumpe habe ich noch nicht

    - ein höherer Durchfluss verlängert die Zeit, bis die Presse abkühlen muss, verkürzt aber die Zeit, bis der Eimer voll ist...ein Teufelskreis

    Genau hier liegt aber ja der Vorteil einer Wassergekühlten Form. Ist einmal die Richtige Temperatur über die Durchflussmenge eingestellt, dann geht es NACH den ersten Mittelwänden wie beim Katzen machen. Das Aufwändige ist das anfängliche Einstellen.

    Mit einem Nicht-umlauf-Kühlsystem kann man das auch erreichen, dann muss halt das verbrauchte Kühlwasser in den Gulli laufen.

    Stelle ich natürlich einen Eimer unter, den ich dann alle paar Mittelwände ausleeren muss, dann hab ich hier künstlich das Handicap geschaffen und hätte auch die Luftgekühlte Version nehmen können, die dann entsprechend länger abkühlen muss.

  • Die perfekte Wachstemperatur zu den aktuellen Bedingungen zu finden, ist tatsächlich der erste Schritt, weil zu kalt fließt es nicht lange genug beim Zukappen und gibt dicke Wände. Jedes Grad zuviel verlängert die Abkühlzeit. Wichtig ist daher auch, dass die Wachstemperatur im Topf während des Gießens gleich gehalten werden kann.


    Der Kompressor mit Düse reduziert den Ausschuss beim Entnehmen, weil kaum noch eine MW dabei reißt. Zudem kühlt die Luft die Form, weil die Luftströmung Wärme abtransportiert. Ich habe den Unterschied zu daheim ohne Kompressor am IFT 2017 gesehen und mir gleich danach einen Flüsterkompressor gekauft.

    In der Natur gibt es weder Belohnungen noch Strafen. Es gibt Folgen.
    (Robert Green Ingersoll)

  • Die perfekte Wachstemperatur zu den aktuellen Bedingungen zu finden, ist tatsächlich der erste Schritt...

    ...Wichtig ist daher auch, dass die Wachstemperatur im Topf während des Gießens gleich gehalten werden kann.


    Der Kompressor mit Düse ....

    ...kühlt die Luft die Form, weil die Luftströmung Wärme abtransportiert.


    Hallo Amape ,

    das mit der Wachstemperatur ist klar und ich habe ja auch schon wie oben erwähnt alle Temperaturen durchprobiert zwischen 70 und 100°C. Und bei meinen rund 20kg Wachs, die im Schnitt in meinem doppelwandigen Klärbehälter bei mir drin sind, ist sogar von einer eher überdurchschnittlich gut gleichmäßig gehaltenen Temperatur auszugehen im Vergleich zu den sonst hier so genannten Gefäßen und meist kleineren Wachsmengen.


    Bleibt nur noch der Kompressor. Wenn ich das richtig verstehe, gibt man da einen kurzen Luftstoß von der Seite unter die MW zum ablösen - da kann man doch nicht von einem nennenswerten Kühleffekt sprechen? Zumal man den Kompressor doch auch erst benutzen kann, wenn die MW schon eine gewisse Stabilität erreicht hat, der größte Teil der Zeit pro MW schon verbraucht ist?


    Die Gebläse meiner Form blasen jedenfalls auch schon permenent über die MW, sobald ich den Deckel öffne, natürlich nicht so wie ein Kompressor.


    Du machst also wirklich gute 60 MW/h Dadant mit deiner luftgekühten Gießform? Über eine längere Zeit im Schnitt inklusive aller Nebenarbeiten und kleiner Ausschuss-MW zwischendurch?

    Da wäre jetzt ein kleines, ungeschnittenes Video in Echtzeit wirklich erhellend!

  • Nein, ich mache keine 60 MW/h, denn ich gieße derzeit in meinem Heizungskeller und da sind auch andere Parameter nicht optimal. Trotzdem habe ich damit meine Ausschussquote fast auf 0 gedrückt und die Zeit pro MW deutlich reduziert. Ich mache 20-30 MW je Stunde, weil es bei meinem Bedarf somit meist auf zwei gemütliche Abende mit Musik rausläuft und dann das Wachs aufgebraucht ist und ich da dann auch keine Akkordarbeit machen muss.


    Ich puste nicht nur kurz drunter, sondern löse erst den Deckel und dann die ganze MW durch Luft von der Form und hebe die ganze MW durch drunter pusten so weit an, dass ich sie mit der anderen Hand einfach rausnehmen kann. Ein entsprechendes Video gibt es auch von Alfranseder für seine Pressen

    . Bei meiner Blauton steht der Rand vorne jedoch über wie es jonas auch in der Bauanleitung rät, sodass ich dort schön ansetzen kann. Zudem braucht man kein Trennmittel. Mit einem feinen Wassersprüher kann man jedoch mit Wasser pur sprühen und die Form vor dem Eingießen nochmal zusätzlich durch Verdunstung kühlen, ebenso durch außen Einspühen des Deckels nach dem Schließen. (Es muss dafür auch nicht der Sprüher von Blauton sein)

    Die obere Platte ist wegen dem Eingießen immer kühler als die untere und löst sich so schneller ein Stück -> Einblasen löst Wachs-Platte schneller ganz vom Deckel

    Die MW kühlt dann beim Lösen mit Luft schneller weiter ab und Entnahme geht schneller. Die untere Hälfte der Presse kühlt schneller auf die Starttemperatur durch die Luftströmung bei der Entnahme. Du beschleunigst also eigentlich drei Schritte des Gießprozesses.

    In der Natur gibt es weder Belohnungen noch Strafen. Es gibt Folgen.
    (Robert Green Ingersoll)

  • OGott, ich dachte ich hätte Alfranseder's Videos schon gesehen. Dieses noch nicht!

    Ich habe eine nicht gekühlte Gießform von Rettig (Trier) in der ich gleich 2 Mittelwände in einem Guss gieße (und dann schneide).

    Das Arbeiten mit der Düse ist schön. So intensiv benutze ich die Druckluft nicht. Was ich heftig finde ist die Menge Wachs die in diesem Video auf die Form gebracht wird; und dann zurück gedrückt wird. Da wird doch eine sehr große Menge Wärme in die Form gebracht! Ich habe mir eine passende Suppenkelle (0,3l) gekauft mit der ich nur einen geringen Wachsüberschuss in die Form bringe. Hinten eingießen und dann Klappe zu, das Wachs wird nach vorne ausgedrückt.

    Ab und zu (so nach 5-8 oder 10 Gießvorgängen) besprühe ich die Gießform mit etwas mehr Wasser und blase das dann mit Druckluft wieder weg, bringt ca 10°C Temperatursenkung. Ich hab da noch ein IR-Thermometer im Gebrauch. Die Form darf nicht viel wärmer wie 35°C werden. Arbeiten tu ich im Keller bei 15-18°.

  • Moin,

    also wenn ich mir eure Erfahrungen durchlese und die Videos mir anschaue, ist bei mir noch ordentlich Optimierungspotential;-)

    Vor allem beim Anschauen des ersten Videos ist mir aufgefallen, wie sparsam der Kollege mit dem Einfüllen des Wachses ist (dann auch zum Vergleich zum zweiten Video). Hier geb ich definitiv auch zu viel drauf. Manchmal schwappt es dann auch hinten schon über. Das kann ich optimieren.

    Auf die Uhr hab ich bisher nicht geguckt, halt immer mal wieder ein paar Platten nebenbei gegossen. Vor allem jetzt beim Wachsklären halt zwischendrin MW gegossen. Würde sagen bin auf 10MW DN1,5/h gekommen, also nicht die Welt.

    Hab bei mir 200er Lüfter angeschraubt, die auch ordentlich Durchsatz machen. kp wie der Durchsatz bei anderen Lüftern ist, die sind aber zu gebrauchen.

    Was mich aber definitiv nach vorne gebracht hat, ist der Einsatz von Druckluft. Zum einen kühlt die Form dabei ganz gut ab, zum anderen kann ich nahezu alle MW ohne Einsatz von Trennmittel von der Form lösen, ohne dass sie reißen. Und DAS finde ich ist eine enorme Einsparung.

    Ich hab einen ganz einfachen Baumarkt Kompressor und so viel Luft gebe ich nun nicht drauf, dass der ständig am rumbrüllen ist.

    Auf mehr als 20-30 MW pro Stunde werde ich aber auch nicht kommen, aber den Anspruch bei meinen paar Völkern habe ich auch nicht.

    Grüße aus HH Andreas


    Man kann sich den ganzen Tag aufregen :evil: ------- Ist aber nicht verpflichtet dazu :cool:

  • Ein entsprechendes Video gibt es auch von Alfranseder für seine Pressen .

    Bei meiner Blauton steht der Rand vorne jedoch über wie es jonas auch in der Bauanleitung rät, sodass ich dort schön ansetzen kann. Zudem braucht man kein Trennmittel. Mit einem feinen Wassersprüher kann man jedoch mit Wasser pur sprühen und die Form vor dem Eingießen nochmal zusätzlich durch Verdunstung kühlen, ebenso durch außen Einspühen des Deckels nach dem Schließen

    genau, ich habe ja die gleiche Form wie du, auch ähnliches Tempo, allerdings schon OHNE Kompressor. Dass jetzt solche Formen überall mit Kompressor gezeigt werden, war damals noch nicht so, als ich meine Form gekauft habe.


    Hätte ich vorher gewusst, dass man nur mit Kompressor annehmbare Zeiten erreichen kann, hätte ich vielleicht sogar ganz auf so ein MW-Gerät verzichtet.


    Aber wenn ich das Video ansehe - auch ich kannte bisher nur ein anderes, viel älteres von dem Mann - dann arbeitet der sehr schön schnell. Danke Amape , das gibt mir einen sehr guten Eindruck davon, was der Kompressor bringen kann.


    Vermutlich könnte der Mann im Video noch deutlich schneller arbeiten, wenn er den Zuschnitt der MW erst am Ende des Tages machen würde. Ich z.B. schneide die MW erst zu, wenn ich sie einlöte, also wenn ich weiß, wofür ich sie benötige (bei mir z.B. Brutwabe oder Honigraumwabe).


    Dass die MW ziemlich dick aussehen, kann im Video täuschen. Könnte aber auch die Folge dessen sein, dass der Mann wirklich extrem viel Wachs in die Form gießt, sicherlich hat er auch dafür Gründe.


    Ich halte jetzt also mal vorläufig fest: Es scheint weiterhin zu gelten, dass man ohne Kompressor mit luftgekühlten MW-Gießformen im längeren Schnitt nur ca. 25 MW/Stunde erreichen kann. Mehr geht nur ganz kurzfristig und dann meist zu Lasten der Qualität. Für mich ist das nach wie vor sehr ernüchternd.

  • Wenn ich parallel MW herstelle, zuschneide und einlöte, dann bin ich durchgängig und ohne Wartezeit am arbeiten. Ich schaffe so 20 bis 25 MW in Zadant-Größe pro Stunde oder doppelt so viele in halber Größe für die HR oder viermal so viele für Miniplus. Dafür habe ich hinterher fertig bestückte Zargen dastehen, die ich nicht mehr anfassen muss. Das ist für mich vollkommen ok.

    Blauton von Jonas, ohne Kompressor, bei eher kühler Raumtemperatur.

    Ich möchte auch so eine Imkersgattin: zum Hinterherputzen, Entdeckeln, Einlöten und Abendessen kochen. Ach ja, vermarkten darf sie gerne auch.

  • Hallo zusammen,


    ich habe nach langer Testphase zwei Varianten für mich entdeckt. Ich arbeite mit einer wassergekühlten Presse und verwende ein Kreislaufsystem bei dem ich entweder bei kleineren Mengen Wachs Eiswürfel in den Wassertank gebe (in dem die Pumpe steckt) oder eine Bierkühlung zwischen Pumpe und Presse einbaue. 8)

    Gelegentlich pinsel ich das Scharnier mit einen Wasser-Seifegemisch ein. Das war es aber auch schon. Somit komme ich auf 50 MW pro Stunde inklusive zuschneiden.


  • ich habe nach langer Testphase zwei Varianten für mich entdeckt. Ich arbeite mit einer wassergekühlten Presse und verwende ein Kreislaufsystem bei dem ich entweder bei kleineren Mengen Wachs Eiswürfel in den Wassertank gebe (in dem die Pumpe steckt) oder eine Bierkühlung zwischen Pumpe und Presse einbaue.

    ob das ökologisch sinnvoll ist? Wasser runterkühlen für die MW-Presse?

    Einfaches kaltes Wasser aus dem Hahn dürfte billiger und sinnvoller sein.


    Gelegentlich pinsel ich das Scharnier mit einen Wasser-Seifegemisch ein.

    Richtige Seife wirds nicht sein, sonders es wird wohl ein Tensidgemisch (waschaktive Substanzen) aus der Flasche sein? Richtige Seife fällt mit der Kalk im Wasser aus (Kaltseife) und hätte somit keine Trennwirkung mehr.

    Es wäre sinnvoller OHNE 'Seife' zu arbeiten. Die Tenside halten in ihrer Wirkung doch recht lange an.


    Versuchs mal mit einem Wasserauszug aus einer kleingeschnittenen rohen Kartoffel. Dauert etwas 10-15 min. Fertig. Die Kartoffelstärke hat auch eine trennende Wirkung. Da bringst Du keine chem. Substanzen (Tenside und Zusatzstoffe) auf Deine MW, die dort - nach meiner Vorstellung - absolut nichts zu suchen haben.

    Es ist aber gruzndsätzlich so, dass heißes Wachs sich gerne an Metall jeder Art gut 'festkrallt'. Weil es dort sofort aufkühlt und haften bleibt.

    Jonas