Imkerjacke - ich bin überfordert ...

  • Nabend zusammen,


    ich fange dieses Jahr mit dem Imkern an ... Der Theorieteil des Imkerkurses ist beendet und nun möchte ich für die Praxistermine gerne eine eigene Jacke mit Schleier haben. Ich wohne hier leider am A**** der Welt, so das ich nicht einfach so in den nächsten Laden stapfen kann um mich beraten zu lassen. Also bin ich am Wochenende in Münster auf der Imkermesse gewesen um dort mal nach Klamotten ausschau zu halten.


    Nun bin ich total verwirrt. Das geht bei 35 Euro los und ist nach oben offen. Es gibt einfache Baumwolljacken und andere Modelle, bei denen man das Gefühl hat, die kommen aus der Weltraumforschung. Mal mit Hut mal mit "Fechthaube". Ich hab zwar was probiert, aber jeder Verkäufer hat natürlich sein Produkt angepriesen. Ich hab dann nix mitgenommen :-(


    Ich brauche jetzt nicht zwingend eine konkrete Empfehlung, aber vielleicht können mir die alten Hasen mal ein paar Hinweise geben, worauf man achten sollte. Ich habe das Gefühl, das die "Fechthauben" gegenüber den Hüten besser sitzen?


    Ich bin und bleibe Hobbyimker mit nicht mehr als fünf Völkern ( jaja, das agen Sie alle ... ist aber mein fester Plan!). Und ich muss nicht zwingend Mercedes fahren ... wenn es sinnvoll ist, gebe ich gerne einen Euro mehr aus, wenn ich das Geld besser woanders investieren kann, dann auch gerne eine günstige Jacke.


    Martin

  • Zitat eines Imkerkollegen: "Mir sind ein paar Bienenstiche lieber als in der Sonne zu schwitzen."


    Aber falls du doch einen Schutz willst - ich finde dass zu Beginn ein Hut mit Schleier (Kordelzug unten) ausreichend ist weil die Stiche im Gesicht (für mich zumindest) am unangenehmsten sind. Eine Kombi mit Jacke ist für mich schon wieder zu viel weil im Sommer wenn die Bienen ruhig sind, ist es wirklich zu warm und ein T-Shirt mehr als ausreichend. Wenn sie mal etwas aufmerksamer auf Besucher reagieren ;-) dann kann ich immer noch eine normale Jacke anziehen und auf den Kopf den Hut mit Schleier

  • Ok, ich gebe hier mal meine persönliche Erfahrung an:

    "Fechtmaske" vs. normaler Schleier - Die Sicht ist ist etwas besser, aber Stifte sieht man mit beiden schlecht - alles andere mit beiden gut genug.

    Schlüpfjacke vs. Reißverschlussjacke - ich finde die Schlüpfjacke beim Tagen angenehmer, aber beim Ausziehen fallen manchmal die I..A-Bleistifte oder das Feuerzeug aus der Tasche. Vollanzug habe ich noch nie benutzt.

    normales Gewebe vs. atmungsaktives Gewebe - wenn man nicht in der Mittagssonne viele Völker durchsehen will, reicht auch das normale Gewebe. Mir wäre es den Aufpreis nicht wert, weil ich warten kann bis Schatten an den Völkern ist.


    => Ich würde mir für den Anfang einen einfachen Schleier und eine Jacke mit normalem Schleier zum Abnehmen kaufen. Falls du dir später was besseres gönnen willst, hast du die für gelegentliche Helfer oder Besucher.

    In der Natur gibt es weder Belohnungen noch Strafen. Es gibt Folgen.
    (Robert Green Ingersoll)

  • Ich find die mit Astronatenhaube top! Kenne aber kaum andere, bei denen mit Hut soll sich schnell alles verrutschen, eine Sicherheitsnadel an der richtigen Stelle soll dem entgegenhelfen.


    Zu Beginn habe ich mit einem einfachen Schleier aus Baumwolle begonnen. Weil man ja nicht gestochen werden möchte, zieht man dann natürlich jedesmal noch lange Hosen an... Und so gehts los mit der Schwitzerei...

    Deshalb habe ich mir letztes Jahr einen ventilierten Ganzkörperanzug angeschafft. Meiner Meinung eine sehr lohnende Investition. In den kurzen Hosen zum Stand, Anzug drüber und entspannt loslegen. Ohne Schleier kommt für mich (noch) nicht in Frage und würde den auch jedem Anfänger empfehlen.

  • => Ich würde mir für den Anfang einen einfachen Schleier und eine Jacke mit normalem Schleier zum Abnehmen kaufen. Falls du dir später was besseres gönnen willst, hast du die für gelegentliche Helfer oder Besucher.

    Ich habe eine günstige Jacke <30€ und eine relativ teure Jacke! Ich würde mir in Zukunft nur die günstigen anschaffen, reicht aus, wenn man denn eine Jacke benötigt!

    Das war in etwa auch mein Plan ... eine einfache Jacke mit abklappbarem Hut/Schleier. Wenn das nix ist, weiß ich was mich nervt und ich kann dann was "besseres" kaufen und die alte Jacke für Besucher nutzen.


    Martin

  • Und Gummistiefel aus dem Raiffeisen. Dunlop o.ä., 15€. Hose da rein. Wirklich nix nervt mehr als eine Biene, die Dir im Hosenbein hochläuft. Oder Zecken.

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Imkerjacke mit Wulstkragen (etwas größer für den Winter), nach hinten wegklappbare und abnehmbare Haube, für die Honigernte Lederhandschuhe, eine Nummer zu klein wählen. Googeln. Holter...... ab 33 € oder Imkereibedarf Polen. Ansonsten ruhige Bienen.

    Schleier liegt immer im Auto, je nach Tätigkeit und Wetter auch die Jacke. Ansonsten nur die Handschuhe aus dem Baumarkt, Schnittschutzhandschuhe auch kleiner wählen. Meine erste Jacke ist seit 25 Jahren im Gebrauch, kommt Besuch nehm ich die neue Jacke.


    Für meine Frau, die mir bei der Honigentnahme und Schleudern hilft: schöne weiße Jacke mit Schleier und feine Handschuhe:):):thumbup:<3 da hab ich nicht gespart.;).


    Dann hören auch Imker auf und so habe ich im Laufe der Jahre jede Menge an Stichschutzkleidung zusammenbekommen.


    Ich hab ne feste Arbeitshose über die ich auch mal die Socken hochziehe möglichst keine dunkle.

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  • Am Anfang hat man Angst vor Stichen. Deshalb ist ein Schutz besser, bis man sicherer im Umgang mit Bienen und Material ist.

    Ich hatte mir am Anfang den einfachsten Hut-Schlupfschleier gekauft und einen Einmaloverall (spritzwassergeschützt; ca. 2,50 EU) übergezogen (hält ca. 1 - 2 Saisons), die Ärmelbündchen bald mit abgeschnittenen Damenstrumpfresten "getaped" = stichsicher und in der Sonne transpirationsfördernd. Aber die Nordeuropäer gehen ja auch im Hochsommer in ihre Saunen, das soll gesund sein.

    Beim Schwarmfang habe ich schnell bemerkt, daß die breite Hutkrempe hinderlich im Geäst ist und der Einmaloverall schneller an den Zweiglein hängen bleibt/reißt, als einem lieb sein kann -> Billigoverall aus robusterem Baumwoll-/Polyestermischgewebe incl. abnehmbarer Fechthaube - nur für den Schwarmfang. Wenn man kein Vertrauen zu dem etwas labberigen Stoff haben sollte -> nach der Wäsche ordentlich stärken.

    Das reicht m.E. völlig aus für den Hobbyimker. Wer jeden Tag in Schutzkleidung arbeiten oder alle Nasen lang fremde Schwärme aus allen möglichen und unmöglichen Lagen bergen muß (wie Hymenoptera), landet früher oder später beim Sherriff.

  • Ich hatte zum Beginn meiner Imkerkarriere eine Schlüpfjacke mit Hut. Das ist aber nicht optimal. Bei jedem Bücken oder z.B. Waben aus ner Zarge nehmen die am Boden stand fiel mir der Hut vom Kopf ins Gesicht. Ich hab dann umgewechselt auf Imkerjacke mit Reißverschluss und Fechthaube. Damit klappt das besser. Für dieses Jahr werde ich mir noch einen einfachen Schleier besorgen. Stiche gehören dazu nur im Gesicht brauche ich die nicht.

    Ich trage die Jacke meist nur dann wenn ich merke das die Mädels schräg drauf sind.

  • An meiner Schlüpfjacke hat der Hut innen ein Klettband zum enger stellen. Doch leiert das mit der Zeit auch etwss aus und muss gelegentlich nachjustiert werden.

    Ich fand die Hutkrempe bei Sonne ganz angenehm, weil man dann etwas Schatten auf dem Gesicht hat.

    Aber siehe oben mit in die Augen rutschen. Das nervt dann etwas, wenn man vergessen hat nachzuspannen.


    Liebe Grüße Bernd

    Pushen wir uns nicht an den Stöckchen dieser Welt, bewegen wir Baumstämme, auf denen wir stehen.