Dadant oder Zander

  • Hallo liebe Imker(innen),


    als Einsteiger stellen sich für mich viele Fragen, ich hoffe Ihr könnt mir u.U. helfen.
    Für mich stellte sich zunächst die Frage welche Rasse(dazu an anderer Stelle mehr) und welche Beute.
    Bei meinem ortsansässigem Verein gibts nur eins, also Carnica und Zander.Musste bzw. konnte mich aber (bienen.de sei Dank !!), auch von der Existenz anderer Systeme informieren.
    Doch nun zu meinen Fragen:
    a) Vorteil / Nachteil Dadant gegenüber Zander
    b) Fühlt sich die Carnica im Dadant auch oder sogar wohler(bezüglich Völkerentwicklung/Stärke/Schwärmen) als im Zander ??
    c) Vertriebs-Firma von qualitativ guten (z.B. in Maßhaltigkeit) Zander od. Dadant-Beuten ??
    Für Eure Mühe schon vorab vielen Dank.


    Gruß Matthias.

  • Hallo,


    gleich noch eine Frage von einem Anfänger hinterher.
    Wenn Dadant, dann 10 oder 12 Rahmen?
    10ner hätten den Vorteil, ich könnte meine alten Herold-Beuten weiterverwenden und bei 12er wäre alles neu.


    Wer hat Erfahrung damit?


    Gruß Frank

  • Hallo,


    eine frage die Dir vieleicht hilft deine Frage zu beantworten. Wie willst Du vermehren Kunstschwärme oder Ableger ? Dadant Ableger geht das? 2-3 Rähmchen ??? keine Ahnung mit Zander gehts gut. Ich würde wenn ich nochmal anfangen würde Trotzdem mit Dadant anfangen. Noch eine sache bei 2 Bruträume kannst den unteren Komplet wechseln (Wabenerneuerung) bei Dadant muste es Wabenweise machen, Glaube ich.....


    Jetzt ist die Verwirrung noch grösser :wink:


    Beste Grüße.


    Dante

  • Hallo Matthias !


    Ein gewichtiger Vorteil des Zandermaßes gegenüber Dadant ist das man bei der Schwarmkontrolle den oberen der beiden Bruträume ankippen und dann die Waben von unten sehr schnell auf der Suche nach Zellen durchblättern kann. Wählt man zur Dadant Beute jedoch noch gute Buckfast Stämme als Biene dazu, braucht man sich ums Schwärmen sowieso kaum noch Gedanken zu machen und die Entscheidung würde für mich ganz klar Dadant heißen.


    Grüße Frank


    http://www.imkerei-osterloh.de

  • Hallo liebe Imker(innen),


    vorab Danke Dante und Frank.
    Zu Dante:
    Ableger in Dadant könnte ich mir mit einer umgebauten Beute vorstellen.
    4 Fluglöcher an den 4 Seiten, je 2 Rähmchen durch insgesamt 3 Trennschiede getrennt.
    Könnte klappen oder ??
    Zu Frank:
    Wenn ich bei dir ein Resümé ziehe, würdest Du am liebsten mit Buckfast/Dadant Imkern !
    Warum genau ??
    Wie oben schon erwähnt, gibst in meinem Verein nur Carnika/Zander, dazu unterhält unser Verein eine Landbelegstelle(!) keine 10km von mir.
    Wenn ich da als Anfänger mit Buckfast ankomme, bin ich sehr wahrscheinlich unten durch.
    Und als Anfänger ohne Unterstützung und Hilfe,puh.Höchstens ich hisse die Piratenflagge. :grin:
    Aber ganz nebenbei, woher beziehst Du "gute"
    Beuten ??


    Gruß Matthias.

  • Hallo Matthias,
    frag mal bei Deinen Vereinsvorsitzenden nach ob Du im Schutzradius der Belegstelle liegst.
    Wenn ja musst Du leider Carnica halten. (geht mir genau so)
    Die gesetzlichen Vorschriften besagen bei mir 5000€ Strafe bei Verletzung des Schutzradius.
    Falls Du genaueres Wissen möchtes Mail mich Privat an.
    Gruss Stefan

    Mit Imkergruß
    Stefan
    Haselbach/Thür. Wald

  • Hallo Stefan,


    der Schutzraum umfasst einen Radius von 3km.Da lieg ich zwar nicht drin, Drohnen können aber auch größere Strecken fliegen,
    hab´ irgendwo gelesen bis 25km (je nach Gelände).Also das Risiko das die gekürten Königinnen auf einmal Bienen mit "gelben Hintern" erzeugen ist schon gegeben, und das gibt mit Sicherheit Stunk.


    Gruß Matthias



    _________________



    <font size=-1>[ Diese Nachricht wurde geändert von: Matthias Bauer am 2002-07-14 17:21 ]</font>

  • Hallo miteinander,
    was sollen 3 km Schutzraum um eine Belegstelle. Wie sagte Dr. Liebig im vorigem Jahr anläßlich eines Vortrags so treffend über meine nächstgelegene Belegstelle in Königswald/Plattling, die wurde nur errichtet um den gewöhnlichen Imker von der Zuwanderung in die dort lohnende Waldtracht abzuhalten, das wäre der ganze Sinn der dortigen Belegstelle. Hat er damit so Unrecht.
    Übrigens finde ich einen gelben Hintern süß, daher habe ich seit gestern auch farbigauf meinem Bienenstand!
    http://www.honigmayerhofer.de/Fotos/Fotos/buc.htm

  • Hallo Matthias,
    bei mir beträgt der Radius 7,5km.
    Der Witz ist ich liege ca. bei 7,4km zur Belegstelle, geht man in gerader Linie vom Mittelpunkt der Carnicabelegstelle 5 km weiter, so trifft man auf eine Buckfastbelegstelle.
    Nicht schlecht oder?
    Gruß Stefan

    Mit Imkergruß
    Stefan
    Haselbach/Thür. Wald

  • Hallo Stefan,


    wo in welchem Gesetz genau steht das mit der Strafe bezüglich Belegstellen? und um was für eine Belegstelle handelt es sich da (Name der Belegstelle)?


    von Zuchtexperten weiß ich, daß wenn unsere Belegstellen wirklich so sicher wären wie man allgemein hin glaubt, dann hätten wir Innzucht hoch Zehn mit all den Folgen!

    geht´s den Bienen gut, geht´s der Umwelt gut!

  • Zu den ursprünglichen Fragen von Frank und Matthias.


    Dadant, Langstroth (beide mit gleichem Oberträger 482 mm) oder Zander (477 mm) muß die Frage lauten.
    Das kompatible Beutensystem wie im Buch von Karl Kieß beschrieben bietet hier für den Anfänger, der noch seine eigenen Erfahrungen sammeln muss, eine hervorragende Möglichkeit zum Start, ohne mit der Beutenwahl in eine Sackgasse zu geraten.


    Zwei Brutzargen einer 10 Dadant Honigzarge haben theoretisch die Größe einer 10er Dadant Kiste.
    Für den Honigraum sind Flachzargen inzwischen allgemein akzeptiert. Warum aber mit zwei Rähmchenmaß in Brut und Honigraum arbeiten, wenn es rationeller geht.
    Ich habe es an mir und meinen Kollegen erlebt. Als Anfänger unterschätzt man den sprunghaft steigenden Materialbedarf.
    Da ist es hinderlich, zweierlei Rähmchen und Mittelwände bereit zu halten. Deshalb empfehle ich für den Anfänger die Langstroth Flachzarge, auf die auch Herr Dadant in Amerika zurückgegriffen hat, als er sein System von 12 auf 10 Waben modifizierte.


    Die Brut eines Vollvolkes wird im Flachzargenbetrieb mit drei Zargen 168 mm geführt.
    Nach dem Einfüttern besteht die obere Zarge (Betrieb mit 168 mm Honigzarge) nur aus Futter. Bei der Auswinterung kann die untere ohne Brut Zarge weggenommen und nach Ersatz der dunklen Waben als Brutraumerweiterung oben aufgesetzt werden.
    Die unterste Zarge wird während der Sommerdurchsicht in den seltensten Fällen bewegt. Angesetzte Zellen sind in der Regel wegen des schmalen Unterträgers ( s. www. Magazinimker.de) beim kippen der obersten und mittleren Zarge zu erkennen.
    Dabei ist hilfreich, dass eine Flachzarge voll Honig, wenn sie zur Durchsicht bei Seite gestellt werden muss, leichter wiegt als eine DN-Zarge. Bei 12er Dadant geht der Gewichtsvorteil wieder verloren.
    Kleine Völker können auch auf 2 Flachzargen überwintert werden.
    Wenn Ihr später doch mit einem Brutraum und Dadant imkern wollt, dann könnt Ihr mit den vorhandnen Flachzarge (unbebrütet) Honig ernten.
    Eine Zarge Langstroth oder Zander ist für ein normal großes Volk zu klein, das ergibt sich aus der Legeleistung der Königin. Bei Zwei 1/1 Zargen dieser Maße schleppt Ihr ewig Pollen und Futter im Brutnest mit, so dass sich die Bauerneuerung lange hinzieht.

    Völker von DN und Zander-Imkern kann man am Anfang durch abkehren oder umwohnen (neue Zarge mit Mittelwänden oben drauf) übernehmen. Euer BSV wird Euch in den meisten Fällen abraten Wabenmaterial von anderen Imkern zu übernehmen.
    Ablegerkästen werden nicht benötigt, eine original Flachzarge mit 2 Waben offener Brut, zwei Waben Futter, mit Mittelwänden aufgefüllt und mit Futterteig gefüttert, ergibt ein Einwinterungsvolk. So haben alle Neuimker nach mir angefangen und erlebt, wie man mit geringen Mitteln jederzeit mit der Imkerei beginnen kann.
    Es gibt noch weitere Möglichkeiten bei der Betriebsweise mit Flachzargen, ich kann nur empfehlen. Moosbeckhofer/ Bretschko neueste Ausgabe oder das Buch von Schuster zu lesen, bevor Ihr mit Argumenten von Imkern verunsichert werdet, die die Flachzarge nur aus der Theorie kennen.
     
    Es hat 20 Jahre ehrenamtliche Arbeit der Arbeitsgemeinschaft der Magazinimker (vormals ArGE Langstroth) gekostet, bis sich der Standardoberträger mit den richtigen Bienenmaßen, wie er weltweit eingesetzt wird, in Deutschland durchgesetzt hat. Da aber die Imkerei in Deutschland mal gerade von der Hinterbehandlung auf Magazine umgestiegen ist, ist es für die aktiven Imker schwer einzusehen, warum ein Neueinsteiger schon wieder einen Schritt weiter in der Magazin-Entwicklung gehen soll.
     
    In den neuen Bundesländern, weil früher stark an Österreich orientiert, gibt es Berufsimker mit 300 Völkern die auf Flachzarge arbeiten. Die Bienenzuchtanstalt in Bantin arbeitet auf Flachzarge und auch in Celle wird mit Flachzarge gearbeitet.
    Wobei in einigen Fällen -typisch deutsch- wieder abgewandelte persönliche Maße angewendet werden.
    Wieso soll eine Flachzarge in Zanderlänge Sinn machen, wenn die geringfügig längere Langstroth Flachzarge 4 Bauteile weniger braucht und gleichzeitig als Honigzarge für 10er Dadant bereits auf dem Markt ist? Oder warum empfiehlt ein durchaus erfolgreicher Flachzargen-Autor 170 mm Rähmchenhöhe die er aus seinem vorher verwendeten Maß gekürzt hat, wenn weltweit standardisiert bereits die Höhen 159 und 185 mm existieren? Durch Standardisierung bekommen wir so interessante Materialpreisen, dass es schon heute wenig Sinn macht, Rähmchen und Beuten selber zufertigen, wenn man nicht gerade eine Holzwerkstatt besitzt.
    Buch und Lieferanten für kompatible Beuten findet Ihr bei magazinimker.de

    ..nicht schreinern, sondern imkern!

  • Hallo Toyotafan,
    die Belegstelle heist "Kieferle" liegt nahe Steinheid im Lk. Sonneberg.
    Bei uns in Thüringen ist der Belegstellenschutz gesetzlich geregelt.
    Gruss Stefan

    Mit Imkergruß
    Stefan
    Haselbach/Thür. Wald

  • Hallo Stefan,


    vielen Dank für deine Antwort, bin aber noch nicht ganz zufrieden damit. Welche Gesetzliche Grundlage ist das und wo (genauer Gesetzestext) steht das. Ich frage desshalb, weil es auch Verordnungen gibt über den Schutz von Belegstellen, und das ist dann schon ein Unterschied.

    geht´s den Bienen gut, geht´s der Umwelt gut!

  • Hallo Toyotafan,
    es ist keine Verordnung.
    Der genaue Wortlaut ist:
    Thüringer Gesetz zum Schutz von Belegstellen für Bienen
    Vom 29 Juni 1995 (GVBL. S. 231)
    Ich habe es damals vom Thüringer Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt
    PF 1003
    99021 Erfurt
    angefordert.
    Wenn ich’s Dir Mailen soll melde Dich bitte.
    Gruß Stefan

    Mit Imkergruß
    Stefan
    Haselbach/Thür. Wald