Spezialisierung in der Imkerei

  • Hallo,


    es gibt ja viele Zweige in der Imkerei wie Honigproduktion, Wachsproduktion, Königinnenzucht oder Völkervermehrung. Lohnt sich eine Spezialisierung auf einen Zweig oder ist die Mischform einfacher.


    MfG

  • Ich würde mal sagen, die einzig sinnvolle Spezialiserung ist hier die Königinnenzucht.

    Bei den anderen dürfte die Sache anders aussehen:

    1. Wieviel verdient man mit dem Verkauf von Völkern bei maximaler Vermehrung (ohne Honig) - wieviel mit vollem Honigertrag und der dabei möglichen Zahl an Ablegern/Kunstschwärmen? Die Anwort wird zu ungunsten verstärkter Vermehrung ausfallen.

    2. Reine Wachsproduktion kann ich mir gar nicht vorstellen. Man könnte allenfalls den Wachsdurchsatz erhöhen, indem man z.B. die Waben jedes Jahr komplett einschmilzt. Das wird aber ohne MW schwierig. Entsprechend muss ein Teil des Wachses zurück in die eigenen Völker. Selbst dann hat man kaum mehr als vielleicht ein Kilo pro Volk.

    3. Praktikabel wäre wohl die Kombination von Königinnenzucht und Völkervermehrung ohne Honigproduktion.


    Wolfgang

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)

  • Man kann sich sicherlich viel vorstellen,

    aber die Honigproduktion ist sicherlich der mit Abstand größte Nutzen, den man aus einem Bienenvolk ziehen kann, jedenfalls wirtschaftlich. Darüber hinaus bzw. begleitend kann man sicherlich einiges machen. Aber selbst wenn Du die auf Völker- oder Königinnenverkauf spezialisierst brauchst Du einige Völker bei denen Honig anfällt, Du solltest ja auch nachweisen können, daß die Völker oder die Königinnen was leisten können und da kommt natürlich wieder der Honig ins Spiel.

    Also, natürlich kannst Du schräge Sachen machen, es soll Imker geben, die mit Wachsmotten Geld verdienen, andere Stricken fast unbezahlbare Socken ( viele Grüße ) aber letztendlich wird es der Honig sein, der den Hauptteil der Einnahmen ausmachen wird und wenn Du daran denkst finanziell etwas davon zu profitieren, dann ist es der Honig der zählt.

    Viele Grüße

    Wolfgang

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis größer als in der Theorie, also theoretisch.

  • Reine Wachsproduktion kann ich mir gar nicht vorstellen. Man könnte allenfalls den Wachsdurchsatz erhöhen, indem man z.B. die Waben jedes Jahr komplett einschmilzt

    Mehr als 1350g wird ein Volk pro Jahr kaum schaffen. Mit viel Glück vielleicht 1500g, das geht aber zu Lasten des Honigertrages. Hast schon Recht, reine Wachsproduktion ist jenseits der Vorstellungskraft.

    Ich wurde gut erzogen. Keine Ahnung, was dann passiert ist...

  • Zwischenfrage: Du hast Bienen seit 2017 und schreibst dir "Varroabehandlung ausschließlich mit mechanischen Mitteln, kein Einsatz von chemischen Mittel oder organischen Säuren" auf die Fahne? Sportlich...


    https://www.regionales-bayern.…der-honig-mit-biss-13441/

    sportlich, ich würd das anders nennen aber ich lass es lieber, dem Helmut zu liebe ... :S

    Wenn das so wie es da steht, stimmt :


    2017 beginn der Imkerei

    2018 start einer Manufactur xxxx

    2019 fragen nach Spezialisierung ( natürlich den Bienen zuliebe :daumen: )
    2020 von der Bildfläche verschwunden weil jemandem die Natur einen Schlag verpasst hat.


    Und nein, das ist keine Mistgunst oder Neid oder oder oder.

    Es ist nur so:


    Eine gescheite BerufsAusbilung dauert in der Regel etwa 3 Jahre, man ist zwar Geselle kann dannach aber immer noch nicht viel, weil die Berufspraxis fehlt .

    Nur in der Imkerei denken manche, ich umgeh das ganze. Varroa päääh, damit werd ich anders als der größte Teil der alten Imker fertig und zack ist der neue Entrepreneur geboren.


    Und eigentlich müsste man sich die Frage nach dem lohnt oder nicht selbst beantworten, denn was nützt es mir das ein Imker in Gegend X mir erzählt das sich als Beispiel die Königinzucht lohnt, wenn bei mir in der Gegend Z , kein Imker meine Königinen haben will ? ... Ahh nee, dann vertick ich die übers Internet nech ...

    Demnach sind wir wieder beim Thema, sammeln von Praxis Erfahrungen, um mir so einige Fragen selbst beantworten zu können ...

  • Hi!


    Kommt halt darauf an, ob man es zum Spaß an der Freude macht oder ob man damit Geld verdienen will. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass der Verkauf an Ablegern sehr mühsam ist, da die Verkaufsgespräche und die Abholung der Ableger teilweise sehr viel Zeit in Anspruch nehmen. Das ist Arbeitszeit, welche in den Preis der Ableger mit einkalkuliert werden muss. In der Zeit kannst du ja nichts anderes machen und mehr verkaufst du dadurch auch nicht. Da ist es beim Honig doch deutlich einfach und vor allem schneller!


    Meine Top 4:


    1) Nehme den Ablegerkasten dann mit und bringe den demnächst wieder vorbei - Pfand braucht es doch nicht?


    2) Preisfeilscherei (Bei schon sehr humanen Preisen)


    3) Wenn ein anderer Kunden gerade bedient wird, geht man einfach mal auf Entdeckungstour und öffnet Völker etc.


    4) In 30 Ableger reingucken wollen, bevor man sich für einen oder zwei entscheidet. In meinen Augen sind die alle etwa gleichstark. Mittelstarke Völker biete ich gar nicht mehr zum Verkauf an - mühsam zu erklären, dass die Völker in 1.-2 Wochen explodieren wenn 2-3 Dadant Rähmchen Brut schlüpfen. Wenn ich weiß wie viele Völker gekauft werden sollen, stelle ich diese auch nur noch in dieser Anzahl plus 1-2 zur Auswahl ;-).


    Soll nicht heißen, dass ich mir nicht Zeit beim Verkauf für den Kunde nehme - aber ich kann und ich will nicht grundlegende Imkereiberatung leisten. Das können andere viel besser und sind dann auch noch mit nem Beratervertrag aus der Industrie ausgestattet ;-).


    Grüße,

    Marco

    And that's the way it is (Walter Cronkite)


  • sportlich, ich würd das anders nennen aber ich lass es lieber, dem Helmut zu liebe ... :S

    [...]

    Eine gescheite BerufsAusbilung dauert in der Regel etwa 3 Jahre, man ist zwar Geselle kann dannach aber immer noch nicht viel, weil die Berufspraxis fehlt . Nur in der Imkerei denken manche, ich umgeh das ganze. Varroa päääh, damit werd ich anders als der größte Teil der alten Imker fertig und zack ist der neue Entrepreneur geboren.


    Die Frage ist völlig unabhängig vom Fragesteller interessant und es sind (auch für mich) hilfreiche, interessante Antworten zusammen gekommen. Du magst in der Sache zwar durchaus richtig liegen, aber das war hier weder Frage noch Gegenstand der Diskussion und du weisst nicht, ob er sich nicht vielleicht doch als eben jener Lehrling sieht und seine Kenntnisse in die entsprechende Richtung vertiefen will, bevor er das unterstellte Big Business startet.


    Genau solche Antworten führen dazu, dass man als Einsteiger, Hobby-Imker, Laie sich hier besser dreimal überlegt ob man eine Frage stellt, bevor man hier wegen irgendwas in der Luft zerrissen wird. Sorry, aber das ärgert mich einfach da es hier oft vorkommt. Es ist gut und richtig auf Schwächen und Denkfehler hinzuweisen, aber auch (und gerade!) dabei macht der Ton die Musik.

  • Zwischenfrage: Du hast Bienen seit 2017 und schreibst dir "Varroabehandlung ausschließlich mit mechanischen Mitteln, kein Einsatz von chemischen Mittel oder organischen Säuren" auf die Fahne? Sportlich...


    https://www.regionales-bayern.…der-honig-mit-biss-13441/

    Die ganze Fahne zeugt von Unerfahrenheit und die Website ist sogar wiedersprüchlich.

    "Kein Zukauf von Wachs oder Honig" steht da.

    Der Honig scheint aber ausgegangen zu sein, und ein Verkauf von zugekauftem ist vorgesehen:

    Honigverkauf...

    "Fette Schriftstärke = aus eigener Produktion , Normale Schriftstärke = Zukauf/Vertrieb. Produktverfügbarkeit nach Angebot und Saison"

    Zum Thema Spezialisierung:
    Man kann sich Schwerpunkte setzen, aber über den Honigertrag wirst du es am besten schaffen die Unkosten für neue Völker im Frühjahr wieder rein zu holen.

    Nach dem Neustart wirst du sicherlich auch die Website umschreiben, aber so lange steht sie nun mal da, und andere glauben womöglicht, das wäre ein gangbarer Weg und versuchen sowas nach zu machen... :cry:

  • Für mich der einzige Weg,

    rein mechanisch mit Brutscheune bei weitestgehendem Verzicht auch aus AS und OS.

    Allerdings muss ich für mich sagen, in meiner Gegend, bei meinen Trachtverhältnissen und bei meiner Liederlichkeit klappte das zuletzt nicht. Deshalb habe ich zur Zeit keine Bienen und so wie es aussieht wird sich das so schnell nicht ändern.

    Aber ich sehe einfach nicht ein, die Bienen praktisch durchzufüttern und durchzubehandeln, und diesen Honig werde ich weder selbst essen noch verkaufen.

    Ich freue mich riesig, wenn das irgendwo funzt.

    Viele liebe 💕 Grüße

    Wolfgang

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis größer als in der Theorie, also theoretisch.

  • Man verzichtet bei den Wirtschaftsvölkern komplett darauf und behandelt nur die gebildeten Varroaableger mit MS, so ist der Plan. Ich denke, ich ahne woran es lag, aber das tu ich mir hier nicht an, weil jeder auch ohne die Völker, die Umgebung und die Tracht je gesehen hätte, eine andere Theorie hätte. Für mich gab es mehrere Gründe wovon eine sicherlich ist, daß ich im Bienenjahr oft weg bin und auch aus religiösen Gründen nicht ständig an ihnen rumdokterten will. Dazu kommt noch mein Lieblingsgift, der Raps, aber an der Varroa wird es wohl nicht alleine gelegen haben. Da nehme ich schon die Schuld auf mich. Um einen alten Recken zu zitieren: Manchmal steht das Problem hinter der Beute oder ist gerade in Südfrankreich mit einer Reisegruppe.

    Viele Grüße

    Wolfgang, le guide

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis größer als in der Theorie, also theoretisch.

  • Guten Abend Wolfgang, es soll auch ohne Medikamente einschließlich organischer Säuren gehen. Kunstschwarm oder Fegling bilden und die erste verdeckelte BW einfrieren oder in den SES legen. Die Brutscheune ebenfalls mit Fangwaben die Milben reduzieren. Mit Puderzucker ständig den Milbenbefall kontrollieren und im Bedarfsfall Prozedere wiederholen. Ob das Ganze noch wirtschaftlich und wesensgemäß ist, dürfte fraglich sein. Persönlich versuche ich sowenig wie möglich mit OS zu behandeln. Wer aber schonmal gesehen hat, wie auslaufende Jungbienen bei starken Varrosbefall aussehen, macht ungern Experimente. VG Jörg