Neuimker Buckfast auf Dadant Stabilbau

  • Hundebesitzer werden ja ihren Hunden immer ähnlicher, sagt man. Wären da für den Anfang nicht Solitärbienen die bessere Wahl? Die kommen auch gut mit Stabilbau klar ;)

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Ähm - ich glaube mit Versicherung war keine wie auch immer geartetete Tierhalterhaftpflicht gemeint, sondern die Imkerversicherung die Dir zumindest einen Teil des Schadens ersetzt, den Du z. B. durch Diebstahl oder Vandalismus an den Völkern erleidest.


    Gruß

    Marion

    Hhm ok, das ist „draußen“ mit mehreren Völkern/ Ständen sicher bedeutsam. Aber im eigenen Garten...


    Mario

  • Die Rechtsprechung hinsichtlich der Gefälligkeitshandlungen hat sich übrigens gewandelt. Wenn eine Haftpflichtversicherung vorhanden ist, kann sich diese nicht mehr auf den stillschweigenden Haftungsausschluss berufen. Aber das alles ist ziemlich off topic.

    Du stellst insoweit ja sicher auf die 2016er-BGH-Entscheidung ab.


    Das Entscheidende ist m.E. jedoch auch da, dass eben gerade eine an sich nicht erforderliche Versicherung bestehen muss, weil es dann an der konkludenten Freistellungsabrede fehle, da kein entsprechendes wirtschaftliches Interesse gegeben ist. Aber hier tatsächlich OT. Ggf. in einem neuen Thread gern...:)


    Mario

  • Ich überlege jetzt einige Zeit, wie ich das am besten schreibe, aber ich glaube, geradeheraus ist’s am einfachsten:

    Imkerei ist ein sehr komplexes, umfangreiches Unterfangen. Das hat zur Folge, dass jedes Lehrbuch für Anfänger den Kontakt zu anderen Imkern (am besten in einem Verein) empfiehlt. Auch hier empfehlen die alten Hasen dieses Vorgehen aus gutem Grund allen hier aufschlagenden Neulingen.


    Wenn du also tatsächlich explizit den Kontakt zu den Imkern in deiner Gegend ausschließt, weil du aus unbekannten Gründen einfach nicht willst, dann kann ich nur sagen: Such‘ dir bitte ein anderes Hobby. Niemand möchte einen mäandernden Jungimker in der Nachbarschaft haben, der da eigenbrödlerisch vor sich hin werkelt. Deine Bienen sind, im Unterschied zu Hamstern, Karnickeln oder Bullterrier, nicht irgendwo eingesperrt. Was du fliegen lässt, hat immer Konsequenzen für alle anderen. Deswegen nerven sich einigelnde Imker einfach nur unglaublich.

    Also mach vielleicht einfach was anderes.


    Wenn ich dich falsch verstanden haben sollte, bitte ich um Entschuldigung - dann fühle dich bitte nicht angesprochen.

    Grüße

    Ralf

  • Noch ein Hinweis : Im Titel des Themas steht 'Stabilbau', die Diskussionen deuten aber darauf hin, dass 'Naturbau' gemeint ist. Das ist ein Unterschied.

    Genau, schau z.B. mal hier auf Seite 20,

    So sieht "Stabilbau" aus.

    Sowas willst du in Dadant ganz bestimmt nicht haben...;)

    Danke für den Link. Das PDF kannte ich und dachte wohl irrig, das bliebe beweglich (S.7 und S.8 rechts). Ich dachte das seien nur Oberträger.


    Aber in der Sache sind wir uns einig, mobiler Naturbau soll es sein ;-)

  • Hier zeigt sich wieder einmal so ein typischer Anfangsthread mit Wunsch nach Bienen, Bienengucken, Bienenfummeln, Mysterium beherrschen, Bienen im Garten, Honig ist gar nicht so wichtig.

    Dann wird gelesen (gefühlt "viel"), dann wird sich mit dem persönlichen Hintergrund und der löblichen Absicht ein Bild geschaffen oder eine Meinung oder ein Gemisch aus allem, hinten raus kommt ein Mischmasch aus herausgepickten Idealen in nicht sinnvoller oder umsetzbarer Vollkombi.

    Alles ganz typisch oder?

    Stabilbau z.B. ist doch ideal und gewählt wird eine Dadantbeute - der Honigertrag ist dabei nebensächlich. Äm, bei Dadant ist Honig nebensächlich - aha!


    Dann zeigt sich, dass derjenige schon mal gar nicht genau weiß, was Stabilbau in aller Konsequenz bedeutet. Eigentlich meint er den auch gar nicht, schon nach einigen Einwänden ist er bei der Mittelwand zargenweise angekommen oder bekräftigt, das so tun zu wollen.

    Es handelt sich hier um den Unterschied von einem Einblick und dem imkerlichen Überblick auf dem Boden von Erfahrungen.

    Die umfänglich nicht gemachten Hausaufgaben und nicht gelernten oder verinnerlichten Zusammenhänge schimmern leider mehr als durch. Keine Startbedingungen. Das gefühlte "viel" gelesen ist noch lange nicht ausreichend. Lange nicht


    Wenn man dazu dann noch nie eine Beute von innen gesehen (Außer Youtube), noch kein Rähmchen in der Hand gehabt, noch keine Königin abgefangen, noch keine HR-Wabe bienenfrei gemacht hat - wie soll man da auf einem Level weiter reden können. Wie Tipps überhaupt servieren?

    Da liegen ganze Welten dazwischen. Den Aufstieg von Level 0 oder 1 auf Level xy erarbeitet sich in unterschiedlichen Gesamtstufenzahlen ein jeder selbst, Endpunkte sind durchaus unterschiedliche. Leider kann man sich das nicht theoretisch eintrichtern und dann so einfach mal umsetzen, Kochrezepte gibt es keine, auch wenn es den Anschein erweckt und die Realität vor und erst recht in der Kiste wird umwerfend bis plättend sein, ggf. auch stichig.


    Imkern ganz für sich alleine von der Pieke auf und nur übers Netz - das ist leider Utopie und geht in fast allen Fällen in die Hose. Leider eben meist auch eher in die Beute. In Bienenform.


    Für fast jeden ist der Kontakt in die Bienenrealität und der direkte Austausch absolut unersetzlich. Ein Kaltstart oder Pseudolauwarmstart geht mit unermesslichen Anzahlen von bitteren Bauchlandungen einher.

    Ich kann Ralle nur zustimmen.

    Falsches Hobby und falsche Tierart. Sorry, leider liest es sich so. Es ist so nicht zu befürworten erstmal.


    Wiederauftritt ohne Weichspüler


    Gruß aus dem längeren Off


    Marion

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • Ich hab es ohne Imkerpaten (hab keinen bekommen) und mit viel lesen und Foren geschaft.

    Ich imker auf Dadant von Anfang an. Meine Vereinskolegen wollten davon nichts wissen.

    Im 2. vollen Imkerjahr habe ich bereits eigene Königinnen gezogen. Bis auf ein weiselloses Volk immer alle über den Winter gebracht. Wenn man will und viel Zeit und gespür investiert geht das.

    Der Imker Grundkurs war für die Katz, da hatte ich vorher schon mehr gewust.

    Man muß das System Biene aber verstehen, sonst wird das nichts.

    Außerdem war ich vorher Viehzüchter und hab mich auf Bienen gründlich vorbereitet.

  • Hallo nickerlbien,

    ganz so trastisch würde ich den Imkerkurs nicht antun.

    Aber Du hast schon Recht damit, dass ein paar berufliche Erfahrungen hilfreich sein können.

    Unverständnis spürt man schon, wenn man das nicht Alltägliche tut.

    Eben auch hier 😡

    Gruß

    Harald

    Es wird in jedem Jahr Frühling, nur wann?

  • Unverständnis spürt man schon, wenn man das nicht Alltägliche tut.

    Eben auch hier 😡

    Gott, oder wem auch immer, sei Dank, dass es so ist. Nicht alles althergebrachte ist automatisch gut, aber es gibt immer, meist sehr gute, Gründe dafür, warum sich eine länger ausgeübte Verhaltensweise als länger ausgeübte Verhaltensweise etabliert hat.

    Warum bitte schön, soll sich jemand, der jahrelang gut mit seiner Betriebsweise zurechtgekommen ist umstellen, nur weil jemand anderes die bahnbrechende Neuerung propagiert? Zumal wenn er, selbst nach Prüfung der Idee, diese super Idee nach wie vor für heiße Luft hält. Haben Anfänger das Kritikmonopol?

    Wenn dann noch die Unwissenheit des Neuerungsmissionars zum Thema mit beiden Händen winkt um auf sich aufmerksam zu machen?


    Btw: Warum fühlst du dich eigentlich berufen hier mit zu diskutieren?

    Ganz vorne steht doch:

    Liebe Imker!

  • Gibt's die Möglichkeit dass wir wieder ein wenig sachlicher werden?


    Bei den Anfängerthreads habe ich manchmal das Gefühl, dass sich das in einen Kreuzzug verwandelt. Ich bin aber recht sicher, dass der Threadersteller nicht der bienenquällende Antichrist ist. Wäre also schön wenn wir die ein oder andere Mistgabel und Fackel wieder wegräumen könnten.


    Zum eigentlichen Thema: Braucht man Kontakt zu anderen Imkern, wenn man Imkern will?


    Dazu vielleicht mal meine Erfahrungen. Ich bin selbst in einem Imkerverein und ich habe einen Imkerkurs (außerhalb des Vereins) mitgemacht.


    Allerdings bin ich ehrlich gesagt kein Vereinsmensch - das gesellige Zusammensein liegt mir charakterlich einfach nicht. Da ist jeder anders und wer gerne mit anderen zusammen sitzt, dem gönne ich das von Herzen. Hin zu kommt, dass ich beruflich unter der Woche gute 300km vom Stammtisch weg bin, ich also rein organisatorisch meist nicht zu den Treffen kommen kann, bzw. oft auch einfach die durch den Beruf knappe Zeit lieber mit meiner Frau und meinen vier Kindern (und natürlich meinen Bienen) als im Vereinsheim verbringen möchte.


    Trotzdem bin ich froh im Notfall auf die Kollegen zugehen zu können. Ich habe schon zweimal vor den Kisten gestanden und mich gefragt was da gerade nicht stimmt und konnte das über eine kurze Whatsapp Rückfrage klären. Bisher war zum Glück noch kein großer Notfall da, aber wer weiß was die Zukunft bringt - und wenn ich dann ein Problem habe, kann ggf. mal jemand anderes in meine Kisten gucken. Ich bin sehr froh diese Rettungsleine zur Verfügung zu haben.


    Vielleicht ist das auch eine Modell für den Threadersteller. Dem örtlichen Imkerverein Hallo sagen, anerkennen was die Kollegen dort schon an Erfahrung haben und erklären wie man sich das selbst vorstellt. So kommt man selbst auf Neue Ideen oder sieht Dinge die man selbst noch nicht berücksichtigt hat. Das heißt nicht, das man alles so machen muss wie die anderen im Verein. In meinem Verein gibt's z.B. nur eine kleine Gruppe die auf Dadant unterwegs ist, trotzdem habe ich Dadant und komme gut klar.

  • Ich...arbeite für mich allein.

    Lieber Mario,


    das ist ein Trugschluß, ein verhängnisvoller noch dazu. Warum?


    1. Objektiv, d.h. ganz unabhängig von persönlichen Auffassungen, unterscheidet sich die Haltung von Bienen ganz wesentlich von der Haltung anderer Tiere: Bienen lassen sich nicht im herkömmlichen Sinne beherrschen, kontrollieren, erziehen, einhegen oder gar einsperren. Deshalb werden Probleme eines Volkes allzuleicht zum Problem auch anderer Bienenvölker.

    Es gibt zudem hochansteckende Bienenkrankheiten, die ganze Landstriche über Jahre verseuchen können und viel, sehr viel Leid über Bienen und deren Imker bringen. Wer so etwas einmal erlebt hat, kann kaum glauben, wie sehr Insekten einem Menschen ans Herz wachsen können und welch vernichtende Wirkung die seuchenrechtliche Tötungsanordnung von Bienenvölkern auf einen solchen Menschen haben kann. Gerade die Imker, die besonders gewissenhaft mit ihren Bienen umgehen, erwischt es dann am ehesten - weil auch das bei Bienen anders ist als bei anderen von Menschen gehaltenen Tieren: (Kranke/schwache) Bienenvölker exportieren ihre Probleme nicht, sondern (gesunde, vitale, starke) importieren sie.


    2. Bereits Deine Frage hier belegt, daß Du Deinen selbstgewählten Grundsatz nicht durchhalten kannst. Das ist kein Vorwurf, sondern ebenfalls nur eine objektive Feststellung, die für Jeden gilt. Die Betreuung von Honigbienen erfordert Fachwissen, das sich nicht von allein einstellt. Einfach anfangen und selbst Erfahrungen sammeln geht ausnahmslos nur auf Kosten der eigenen Bienenvölker und auf Kosten der Völker in der Region (s.o.). Der Umstand, daß man offenbar Bienenvölker auf relativ anonymen Wegen kaufen kann - sogar auf Autobahnparkplätzen oder mit Kurierdiensten - sollte nicht darüber hinwegtäuschen, daß man damit Verantwortung für ein Lebewesen - den Bien (oder in moderner Fachsprache: den Superorganismus) übernimmt. Leider hat sich die Einstellung in der Bevölkerung zu Insekten allgemein barbarisiert, vermutlich, weil man denen nur primitivste Lebensfunktionen zutraut und das Töten derselben stete Übung ist (Mücken, Fliegen etc.).


    Bitte denke noch einmal vorurteilsfrei über die von Dir erwählten Grundsätze nach.


    Mit freundlichen Grüßen - ribes