Neuimker Buckfast auf Dadant Stabilbau

  • Zu deinen Fragen:


    1. Nein, nur Oberträger funktioniert nicht.

    Grund dafür ist ganz einfach, Bienen bauen Waben an geraden Beutenwänden an.

    Nur Oberträger funktioniert in der TBH recht gut, da sie Seiten den richtigen Winkel haben, das nicht angebaut wird (zumindest meistens)

    2. Du willst keinen Stabilbau sondern Mobilbau im Naturbau (Da Bewegbar)

    3. Guck bei den Rähmchen mal bei meister-miezebien nach seinen Rähmchen mit Schiffsrumpf.

    4. Zu dem Bienzuchtprofi kann ich dir nur sagen Finger weg, schlechteste Erfahrung überhaupt (Stecher ohne Grenzen) Guck mal Mitte März im Imkermarkt und Aug Ebay Kleinanzeigen, da findest du dann auch regionale Angebote, such dir am besten ein Angebot eines Züchters mit F1 Königin. Da hast du dann auch Spass dran, man will ja keine Aggressiven Völker.


    5. Du kannst auch komplett ohne Mittelwände Arbeiten. Im Honigraum auch ohne Draht. Denk aber dran, damit der Naturbau funktioniert muss die Beute in Waage stehen.

  • Hallo Marie,


    danke, dass Du Dir Gedanken gemacht hast. Die Versicherung ist ein gern genommenes Argument, hat aber wenig Substanz. Wie in vielen Bereichen, ist der Teutone hier meist überversichert.


    Ausgangspunkt ist hier die Gefährdungshaftung des § 833 BGB, die bestimmt, dass eine verschuldensunabhängige Haftung bei der Haltung sog. "Luxustiere" eintritt. Auf uns bezogen, ist dies der reine Hobby-Selbstversorger-Imker. Dessen Risiko ist jedoch mit seiner privaten Haftpflichtversicherung bereits abgedeckt. Einer weiteren Versicherung bedarf es daher hier nicht.


    Ab dem Moment, wo mit der Haltung der Bienen ein Erwerb einhergeht, ist die Haftung ausgeschlossen, wenn kein Sorgfaltspflichtverstoß vorliegt. Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs ist unter Erwerb

    Zitat

    jede Tätigkeit zu verstehen, die auf Gewinnerzielung gerichtet ist. Diese Voraussetzung ist erfüllt,
    wenn die Tätigkeit objektiv darauf angelegt ist und subjektiv von der Absicht
    getragen wird, Gewinn zu erzielen

    , BGH, Urt. v. 14. Februar 2017, VI ZR 434/15, Leitsatz b).


    Dabei muss nicht einmal ein tatsächlicher Gewinn anfallen.


    Auch hier ist mithin eine Versicherung entbehrlich.


    Hinzu kommt, dass im deutschen Zivilrecht jeder die ihm günstigen Tatbestandsvoraussetzungen beweisen muss. Ein vermeintlich Geschädigter müsste daher den Nachweis führen, dass genau _Deine_ Biene den Schaden verursacht hat. Dem würde ich seeeeeeeehr entspannt entgegensehen.


    Der Fall, das eine Versicherung tatsächlich leisten müsste, ist daher nur schwer zu konstruieren. Nur aus diesem Grund, sind die Prämien ja auch so gering - die müssen nämlich nicht für Schadensregulierung rückgestellt, sondern nur für Vertriebsprovisionen, Bordelle und Champagner verwendet werden...


    Mario

  • 2. Du willst keinen Stabilbau sondern Mobilbau im Naturbau (Da Bewegbar)

    Hallo!


    Vielen Dank für Deine ausführliche und mich inhaltlich wirklich weiterbringende Antwort. Ich werde Deine Hinweise auf jeden Fall berücksichtigen!


    Kann ich das Thread-Thema irgendwie ändern, um das richtig zu stellen?


    Mario

  • Hallo Mario,

    ich habe auch vor drei Jahren so angefangen wie du das vorhast. Ich habe sehr viele Bücher gelesen und bin dann ohne Kurs und Verein mit und nach Warrė gestartet. Stabilbau mache ich nicht mehr, aber Naturbau in Rähmchen. Ich habe meinen ersten Ableger von einem Imker im Ort bezogen und war froh, im ersten Jahr dort mal nachfragen zu können. Obwohl er von meinem Beutensystem nicht viel gehalten hat. Ich bildete mir ein, theoretisch viel zu wissen - aber die praktische Arbeit am Bien ist dann nochmal was anderes und man lernt praktisch nie aus. Ich kann dir nur empfehlen, mit Bienen aus deiner Region zu starten.

    Willst du Gottes Wunder sehen, musst du zu den Bienen gehen.

  • Hinzu kommt, dass im deutschen Zivilrecht jeder die ihm günstigen Tatbestandsvoraussetzungen beweisen muss. Ein vermeintlich Geschädigter müsste daher den Nachweis führen, dass genau _Deine_ Biene den Schaden verursacht hat. Dem würde ich seeeeeeeehr entspannt entgegensehen.

    Hmm, die Argumentation gefällt mir nicht so. Ich möchte versichert sein, dass im Falle das irgendjemand durch meine Bienen einen Schaden erleidet, dieser auch entschädigt wird.

  • Hmm, die Argumentation gefällt mir nicht so. Ich möchte versichert sein, dass im Falle das irgendjemand durch meine Bienen einen Schaden erleidet, dieser auch entschädigt wird.

    Das hat nichts mit Argumentation oder gefallen zu tun. Eine Versicherung tritt stets nur dann ein, wenn ein Versicherungsfall vorliegt, mithin Du ohne Versicherung selbst zahlen müsstest.


    Und die Versicherung wird mit allen Mitteln versuchen, Ansprüche abzuwehren. Dies ist ihr gutes Recht und die Basis unseres Rechtssystems. Der ein oder andere wird dies vielleicht schon einmal erlebt haben, wenn er einem Freund z.B. beim Umzug half und dabei etwas zu Bruch ging.


    Reines Gefälligkeitsverhältnis -> keine Haftung bei einfacher Fahrlässigkeit des Helfers -> keine Zahlung seiner Privathaftpflichtversicherung.


    Daher gilt, was ich oben Geschrieben habe: Egal was Du möchtest, die Versicherung zahlt nur, wenn sie rechtlich muss. Dies ist Basis der Beitragskalkulation...


    Mario

  • Ähm - ich glaube mit Versicherung war keine wie auch immer geartetete Tierhalterhaftpflicht gemeint, sondern die Imkerversicherung die Dir zumindest einen Teil des Schadens ersetzt, den Du z. B. durch Diebstahl oder Vandalismus an den Völkern erleidest.


    Gruß

    Marion

    Gruß Marion


    Gärtnerin mit Hang(garten) zur Selbstversorgung, Informatikerin, neugieriges Gscheidhaferl - 123viele.de

  • Hinsichtlich der fehlenden Kontakte habe ich mich nicht etwa beschwert. Ich _möchte_ schlicht keine.

    Ich verfolge diesen Faden mit Spannung. Zu dem Zitat, was mich anfangs verwundert hat, ....mir als Leser und potentiellem Gegenüber geht es inzwischen ähnlich. Ich würde das nicht zwingend als Erfolg werten.

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Richtig, die Versicherung entscheidet nach der Rechtslage. Die rechtliche Grundlage dafür haben Staat und Rechtsprechung geschaffen.


    Wer eine private Haftpflichtversicherung nach neueren Bedingungen hat, bei dem sollte das Risiko der privaten Bienenhaltung mit eingeschlossen sein. In uralten Bedingungen war das eher nicht der Fall. Da hilft nur, in den Bedingungen nachzusehen.


    Die Rechtsprechung hinsichtlich der Gefälligkeitshandlungen hat sich übrigens gewandelt. Wenn eine Haftpflichtversicherung vorhanden ist, kann sich diese nicht mehr auf den stillschweigenden Haftungsausschluss berufen. Aber das alles ist ziemlich off topic.

  • Noch ein Hinweis : Im Titel des Themas steht 'Stabilbau', die Diskussionen deuten aber darauf hin, dass 'Naturbau' gemeint ist. Das ist ein Unterschied.

    Genau, schau z.B. mal hier auf Seite 20,

    So sieht "Stabilbau" aus.

    Sowas willst du in Dadant ganz bestimmt nicht haben...;)