Bestes Verfahren zur Gewinnung von Wachs aus geschnittener Drohnenbrut

  • Wenn ich bedenke das ein Dadant Baurahmen zwischen 50 - bestenfalls 70 Gramm ergibt ist die Erfolgsaussicht nicht berauschend. Auch musst Du in einem Großbetrieb die Waben ja zeitnah aufarbeiten, sonst gibt es Matsche. Zwischenfrosten ist bei den anfallenden Wengen auch eher unpraktisch.

  • Weißt Du, wieviel Wachs von den 14 Waben dabei entstanden ist? Dadantwaben?

    Schnurrdiburr--da geht er hin.....

  • N'Abend


    Am meisten Effizienz ergibt sich durch höhere Wachsmengen je Durchgang. Sprich, möglichst alles Wachs, was anfällt, mit einem gleichen Prozess verarbeiten. Also wirklich ALLES. Drohnenbau, Wildbau, Entdeckelungswachs, Rähmchen von aufgelösten Völkern oder aus dem normalen Tauschturnus, alles.

    Der Imker (ca. 250 Vö auf DD-Blatt und CH-HBB) , bei dem ich letztens mitgearbeitet hab, haut alles Wachs durch seinen Schmelzer (Fritz oder CFM, weiss nicht mehr genau) mit nem 4-6kw Dampferzeuger aus dem Weinbau. Der SChmelzer fasst ca. 25-30 Rähmchen, wenn ich mich recht erinnere und läuft eigentlich so nebenbei mit. Klappe auf, Rähmchen (oder eben Drohnenwaben oder nochmal zu klärende Blöcke) rein, Klappe zu, Dampf auf, Eimer unterstellen, 5min Fertig. Ca. ne halbe bis 1h Zeit für anderes. Danach Dampf zu, Klappe wieder auf, Rähmchen raus, abklopfen/abbürsten und ab in Gitterkörbe, auf die dann der Ind.kärcher wartet(ca. 10min). Alles, wo du aktiv daneben stehst und vielleicht noch in irgendnem Kochtopf rumrührst, oder Säcke unterdrückst oder sonstwas, kostet zuviel Zeit im Vergleich zur Ausbeute. Zeit, die man in so ner Imkerei eigentlich nie hat.


    Die Waben stehen auch mal 1-2 Wochen rum, bis genug zusammen gekommen sind (oder Zeit ist), gammeln dann auch mal nen bisschen, aber das macht eigentlich nix. Da wird auch nicht penibel nach jeder Ladung der Trester rausgeholt, sondern erst, wenn die Rähmchen nicht mehr gut reingehen, also so nach 3-4 Ladungen. Trester wird dort dann entsorgt, fertig.

    Gesamt kommen so pro Jahr 150-200kg zusammen, die dann einmal im Jahr zu nem Umarbeiter des Vertrauens geschafft werden und dort wieder zu MW verarbeitet werden. Die dann wieder normal eingesetzt werden.


    Da du ja schon nen grossen Schmelzer hast, würde ich bei dem bleiben, auch für Drohnenwaben. Kannst die ja für ne Übergangszeit einzeln schmelzen und nach der Umstellung auf eigenes Wachs alles da durchjagen.


    Grüsse, Robert

  • Weißt Du, wieviel Wachs von den 14 Waben dabei entstanden ist? Dadantwaben?

    Also aus 14 DN 1,5-Waben sind 1,4 kg raus gekommen - also rund 100 g pro Rähmchen. Allerdings war das nun ein bunter Zoo, tw. halb ausgebauter Naturbau, anderes nun ausgezogene Mittelwände. Daher schwer zu sagen ob das nun eine gute Ausbeute war. Ich bin aber zufrieden weil auf das Ergebnis durchaus ansprechend ist....und vor allem schnell; selbst mit Aufheizen nur 20 Minuten.


    Allerdings braucht es noch mal einen Reinigungsschritt mit Aufschmelzen in Aqua dest. und langsamen Abkühlen; da wird auch noch etwas verloren gehen.


    M.

  • Guten Morgen,

    ich bin der Meinung das die ganze Drschmelzerei weder effektiv noch sinnvoll ist.

    Das einzige Argument mag die Entsorgung großer Mengen der Dr sein. Aber das Verhältnis von Aufwand zu Wachsausbeute ist denkbar schlecht.

    Für die Mittelwandproduktion sollte doch eigentlich Dein Deckelwachs ausreichen!?

    Also stellt sich die Frage ob Du das Drwachs tatsächlich brauchst? Oder hauptsächlich die nur loswerden möchtest bzw musst?

    Geht`s nur um die Entsorgung würde ich mir lieber noch einen Schweinebauern etc. suchen.

    Musst Du denn unbedingt die Rahmen schneiden? Oder hast Du mal ausprobiert ganz ohne Dr zuimkern?

    Nur so ein paar Gedanken...

  • Offen gesagt: Ich verstehe es nicht, Drohnenbrut als Entsorgungsproblem aufzufassen. M.E. ist dieses wertvolle Eiweiß viel sauberer aufgezogen, leichter verdaulich und wertvoller als bspw. das so viel bewunderte Fleisch von handgestreichelten Kobe-Rindern, die in ihrem Leben nie Gelee Royal gesehen, geschweige denn gefressen haben oder gar damit aufgezogen worden sind.

    Auch wenn es angesichts unserer eßkulturellen Prägung hierzulande schwierig und langwierig erscheint: Gerade wir Imker sollten bemüht sein, das wertvollste Fleisch, das die Natur liefern kann, ins Ernährungsbewußtsein zu rücken - nicht als Schweinefutter, sondern als Spitzenerzeugnis für ganz besondere Gourmets.

  • Ich verstehe das besondere Problem beim Ausschmelzen von Drohnenwaben nicht. Das geht nicht anders als mit anderen Waben - nur schneller. Statt des Tresters habe ich halt die Maden. Wo liegt jetzt das besondere Problem? Im Dampfwachsschmelzer klappt das gut. Die Maden werden auch nicht matschig, sondern al dente.


    Übrigens ist die Wachsausbeute nicht zu verachten. Merke: Eine Drohnenwabe enthält mehr Wachs als eine Wabe mit Arbeiterinnenbrut. Außerdem ist das perfektes junges Wachs.


    Wolfgang

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)

  • Ich sehe das wie WFLP , ich plane die Drohnenwaben in den Dampfwachsschmelzer zu geben. Da ich erst wenige Völker habe vielleicht erst über den Umweg über die Tiefkühltruhe. Das Wachs ist mir den Aufwand allemal Wert. Die übrig gebliebenen Drohnen bekommen die Hühner. Die werden sich drüber freuen denk ich.

  • Eine Drohnenwabe enthält mehr Wachs als eine Wabe mit Arbeiterinnenbrut. Außerdem ist das perfektes junges Wachs.

    Das ist interessant. Hast Du quantitative Erfahrungswerte parat? Welche Ursache könnte das haben (dickere Zellwände; mehr Wachsausbeute, da weniger bebrütet/weniger Puppenhäutchen o.ä.)?

    Auf den ersten Blick würde man ja das Gegenteil vermuten: Um 1/4 größere Zellen auf der Wabenfläche -> 1/4 weniger Zellwände nötig -> 1/4 weniger Wachs.

  • Man darf dabei nicht vergessen, dass Brutwaben in der Regel mit Mittelwänden erstellt werden und Drohnenbau in der Regel kompletter Naturbau sind. Dieser ist schon etwas filigraner, was sich in der Wachsausbeute bemerkbar macht.

    Ich habe meinen Wachs von den paar gefrosteten Waben noch nicht gewogen.

    Wenn man es auf sauberes Wachs abgesehen hat, sollte man auch mehr Naturbau im Honigraum machen;)

  • Auf den ersten Blick würde man ja das Gegenteil vermuten: Um 1/4 größere Zellen auf der Wabenfläche -> 1/4 weniger Zellwände nötig -> 1/4 weniger Wachs.

    Auf den zweiten Blick sieht das aber anders aus:

    1. Die Waben sind dicker (heißt ja auch Buckelbrut),

    2. es kommen die Zelldeckel dazu (Dass man verdeckelte Arbeiterinnenbrut einschmilzt, wird die Ausnahme sein.)

    3. Anders als ältere Brutwaben bestehen sie nicht überwiegend aus Puppenhäutchen.

    Ich denke also, dass die hohe Wachsausbeute nicht nur gefühlt ist.


    Wolfgang

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)

  • Rein rechnerisch heben sich die Ergebnisse vom ersten und vom zweiten Blick großenteils gegenseitig auf. Sie sind ohnehin nur überschlägige Modelle und die Zahlenangaben schwanken etwas, bspw. auf 1 qdm Wabenfläche passen 415 ... 425 Arbeiterinnenzellen, aber nur 225 Drohnenzellen (also 1/3 weniger):

    https://de.wikipedia.org/wiki/Bienenwabe

    Wirklich signifikant sind dagegen die Dicke-/Gewichtsdifferenzen von schweren Fertig-MW gegenüben den filigranen MW im Naturbau.

    Gibt es Daten aus der Literatur bzw. aus Erfahrung über Differenzen in der Wachsausbeute bei DR gegenüber ArbR?