Viel los hinter dem Schied...

  • Pollenstampf mögen die ja auch, also meine.....

    ich weiss nicht genau was Pollenstampf ist. Ich nehme an es ist Pollenzusatz im Futterteig zum Reizfüttern? Wenn das gemeint ist, nehmen sie den natürlich an. Auch den Futterteig nehmen sie gerne an. Bienen sind bequem. Das Angebot im Frühjahr ( alles was Brutnestnahe ist), erleichtert ihre Arbeit. Bevor sie Waben endeckeln und alten Pollen umtragen, nehmen sie das dargereichte "Frische".

    Liebe Grüße

    Claudia

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    Wien - Niederösterreich, Bienen seit 2012, derzeit 19 Stöcke

    Zander ganz im BR, Zander flach im HR, Naturwabenbau mit Anfangsstreifen,

  • Sollte eher heißen: Bienen verwenden lieber frischen Pollen.

    Beim Schied setzen konnte ich bereiche Entdecken in denen die Bienen Pollen und Bienenbrot abbauen.

    So wird ein Schuh daraus! Ist nix da, wird genommen, was man findet: Eiweiß/Fettkörper im Abdomen > frischer Pollen > Pollen mit Nektar/Honig. Das Brutgeschäft hat jetzt Priorität.

  • Hmm, wurde mir so empfohlen...

    Das wurde vor 30 Jahren gelehrt als man Trogbeuten mit Warmbau und keinen Gitterboden hatte. Bei Kaltbau oder Gitterboden kann das tödlich sein...


    Die Pollen die jetzt noch in der Beute sind wurden im Herbst eingetragen, soviel wie möglich, auf Vorrat. Die Bienen hören nicht auf damit und sagen: jetzt hab ich genug.

    Wenn sie im Frühjahr dann brüten beginnen, geht das Spiel eigentlich von vorne los. Pollen für die Brut sammel, und das direkt in die Brutwaben. Der alte Pollen wird kaum angerührt.

    Das funktioniert nur in warmen Gegenden so, wenn nach dem ersten Polleneintrag keine Kälteperiode mehr kommt. Bei uns kommt bis zum Mai noch sehr hochwahrscheinlich ein massiver Kälteeinbruch wo der Pollenstrom von außen dann rapide aussetzt, dann haben sie aber massenweise junge Brut und Eiweiß geht aus - was machen dann die Bienen wenn sie kein Pollen eingelagert haben?

    So ein Pollenbrett kann dann innerhalb von wenigen Tagen durch Brut ersetzt sein!


    Zum Thema: Wenn hinterm Schied viel los ist, oder wenn die Bienen die Brut verlassen und sich auf der anderen Seite des Schiedes einrichten - dann wäre das für mich ein Hinweis das ich als Imker was falsch gemacht habe ;-) :-)

  • Noch ne Frage: wie oft kontrolliere ich ob noch genügend Futter vorm Schied hängt, oder spielt das nur bei Temp. unter 10°C eine Rolle da die Damen sonst das Futter ohne Probleme umtragen?

    DANKE

    Diese Frage sollte mal beantwortet werden, würde mich auch interessieren.

    Gruß

    Martin


    ob das Futter jetzt vor dem Schied, hinter dem Schied oder ganz ohne Schied drinnen ist es egal. Die vermehrte Bruttätigkeit steigt jetzt. Somit steigt auch jetzt der Futterbedarf. Es muss natürlich genügen drinnen sein, bis sie wirklich Nektar eintragen können, und immer genug, dass sie dann auch noch eventuelle Kälteperioden überstehen. Ich wiege die Beuten bzw. hebe sie hinten an und merke, ob noch genug drinnen ist oder nicht. Um eine Futterkontrolle zu machen, muss ich Beuten nicht öffnen. Auch ein Blick auf die Windel kann Aufschluss gebe, sitzen sie schon ganz hinten, wirds eng....

    Liebe Grüße

    Claudia

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    Wien - Niederösterreich, Bienen seit 2012, derzeit 19 Stöcke

    Zander ganz im BR, Zander flach im HR, Naturwabenbau mit Anfangsstreifen,

  • ob das Futter jetzt vor dem Schied, hinter dem Schied oder ganz ohne Schied drinnen ist es egal.

    Das kann man einfach nicht so unkommentiert stehen lassen. Sonst glaubt es noch jemand. Mag sein, dass in Wien soetwas stimmt, wobei ich auch da zweifele. In vielen anderen Regionen ist ein Verhungern von Völkern durchaus möglich und nicht selten, bei einer später auftretenden Kälteperiode, wenn kein Futter und keine Möglichkeit zur Futterlagerung am Brutnest ist.

    Außerdem halte ich es nicht für schlau den Bienen das Futter hinter dem Schied zu verstecken um sie dann, durch Aufritzen der Futterwaben, dazu zu zwingen das Futter wieder dahin zu tragen, wo es vor dem Schieden eh schon gehangen hat. Sofern überhaupt dort Platz dafür ist.

    Desweitern frag ich mich, ob du, quikly, deine Zandervölker schiedest, oder woher deine Erfahrung zu der Schiederei kommt?

    Ein Bienenschwarm ist keine Naturkatastrophe...

  • Sollte die Königin wirklich auf der falschen Seite des Schiedes sein, wird sie zu dieser Jahreszeit sicher die Seiten wechseln, und die geputzten Zellen und die mit Brut belegten Waben suchen.

    Trotzdem könnte man nach einer Woche kontrollieren.

  • Desweitern frag ich mich, ob du, quikly, deine Zandervölker schiedest, oder woher deine Erfahrung zu der Schiederei kommt?

    ja, ich schiede die Zandervölker schon länger Zeit. Hab ursprüglich mit Liebig (2 Bruträume) begonnen. Viele Schwärme, kaum Honig schwierige Durchsichten usw. Dann Umstieg auf einzargig, dann einzargig und Schied. Meiste gelernt von Jürgen Binder - Armbruster....https://www.armbruster-imkerschule.de/

    Liebe Grüße

    Claudia

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    Wien - Niederösterreich, Bienen seit 2012, derzeit 19 Stöcke

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  • Das kann man einfach nicht so unkommentiert stehen lassen. Sonst glaubt es noch jemand. Mag sein, dass in Wien soetwas stimmt, wobei ich auch da zweifele. In vielen anderen Regionen ist ein Verhungern von Völkern durchaus möglich und nicht selten, bei einer später auftretenden Kälteperiode, wenn kein Futter und keine Möglichkeit zur Futterlagerung am Brutnest ist.

    Verhungern ist nur möglich, wenn sie prinzipiell zu wenig Futter haben, oder aber dort nicht hinkommen ( Zb nach oben bei Zander zweizargig, da hatte ich regelmäßge Futterabrisse) Das Futter wurde ja beim Schieden direkt neben die Brutwaben gehängt. Was soll da passieren? Und natürlich haben wir auch oft noch Kälteperioden im März oder April....

    Liebe Grüße

    Claudia

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  • Das Futter wurde ja beim Schieden direkt neben die Brutwaben gehängt. Was soll da passieren?

    Sie verhungern ggf. völlig unnötig in 20mm Entfernung vom Futter. Kann, muß nicht. Meistens geht's gut. Aber wozu das Risiko eingehen? Für die wahre Lehre? Das 'Problem' ist doch, daß bestimmte Leute mitten im Lernprozess ihren aktuellen Wissensstand als alternativlose Wahrheit verkaufen, und das um so überzeugender, je unsicherer sie selber sind (Psychologie für Anfänger, Band 3, Seite drölf ff.). Das sie tatsächlich verhungern können, weiß ich dagegen aus Erfahrung. Insofern ist Berggeists Einwand (in meinen Augen) berechtigt.

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Wenn da wärmere Tage sind ist doch alles tutti. Kann aber auch schon ein großes Brutnest angelegt sein und dann wird's nochmal richtig lang richtig kalt. Würde ich Mitte Februar noch nicht ausschließen.

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Die Frage ist ja eher: Können sie bei einer Kaltperiode verhungern weil das Futter hinterm Schied ist oder nutzen sie die wärmen Tage aus und tragen das Futter Brutnah um?

    Gruß

    Martin

    So wird es zumindest in der aktuellen Biene und Natur beschrieben...

    Jungimker

    Zander und Zadant, Einräumig

    Rheinland-Pfalz

    Donnersbergkreis

  • Wenn es nochmal richtig knackig und vor allem lange kalt werden sollte, haben sie mit oder ohne Schied ein Problem ans Futter zu kommen, sprich sie müssen ihre wärmende Traube verlassen. Egal, ob sie dafür hinters Schied oder auf derselben Wabe rumlaufen. Letzteres ist natürlich einfacher

    Auf meinen DD-Blatt-BW sind noch 3/4 der Waben voll mit Futter, ich behaupte mal, das wird bei anderen Grosswabennutzern ähnlich sein. Sprich ich habe allein auf den 4-5 geschiedeten Waben mit Brutflächen noch 6-8kg Futter. Wenn ich mich recht erinnere, verbrauchen sie, wenn sie jetzt richtig loslegen, 2kg im Monat, da sollte also noch genug Reserve da sein.


    Grüsse, Robert