Antrag: Verbot gegen sogenannte „Schottergärten“

  • Schottergärten? Ich nenne sowas Kiesbeet, und ob sie nützlich für Insekten sind, ja, das hängt dann doch wohl eher vom Gärtner ab. Es gibt fade Kiesbeete, wo nur Ziergräser gepflanzt werden, die, sollten sie im Herbst zusammengebunden werden, maximal eine gute Überwinterungsmöglichkeit für Kleinstlebewesen sein können.


    Wird das Kiesbeet aber richtig bepflanzt, gewinnt diese Fläche wesentlich mehr an Bedeutung für Insekten als jede öde Rasenfläche (die meist den ganzen Garten! ausmacht) die todgemäht wird, oder diese ewig langen Thujenhecken immer, die weder Nektar für Insekten noch anschließend Beeren für Vögel bieten können.


    Kiesbeete werden meist sonnenexponiert angelegt, sprich, es werden vor allem wärmeliebende, trockentolerante Stauden gesetzt. In anderen Worten: Es können Unmengen an Lavendel, Thymian, sämtliche Sedum-Gewächse (schon mal die regen Blütenbesucher darauf beobachtet?), Bodendeckerrosen usw. usf. zum Einsatz kommen.

    Wenn man dann auch noch mit großen Steinen (Rückzug und Sonnenplatz für Reptilien usw.), in verschiedenen Größen und Formen, in Kombination mit schön geschwungenem Todholz oder Wurzelwerk (Insektenhotel) dekoriert, hat man doch schon einiges an Lebensraum angeboten.


    Das Wurzelschutzvlies (oder auch WS-Folie) hindert kaum einer Ameise oder einem Käfer, sich in den Schichten zu bewegen. Außerdem verhindert das Vlies, dass die Laien nervös werden und gleich Roundup spritzen, weil "sie es nicht besser wussten".

    Und bitte, wo ist da der Unterschied zu Rindenmulch? Noch heute wird immer und überall viel zu wenig Rindenmulch aufgetragen, sodass er nicht als Beikrautverdränger wirken kann. Gräbt man im Rindenmulch, sofern man in so einer wie üblich vorzutreffenden, dünnen Schicht graben kann, findet man ja auch nur maximal ein paar Regenwürmer, und selbst nur dort, wo er schon richtig nass und am verrotten ist.


    Es wäre viel besser, würde man folgende Dinge in den Gärten verbieten:

    o das Wort 'Unkraut'

    o Englischer Rasen

    o tägliches/wöchentliches Mähen

    o Rasenroboter

    o Kunstdünger

    o Pestizide usw.

    o Thujenhecke (war früher eine Friedhofspflanze, was sucht die jetzt bitte in den Gärten?)

    Mit freundlichen Grüßen, Lachnide

  • Die Liste zeigt schön, wie schwer das mit einer "Verbotsliste" ist...in manchen Gärten bin ich froh, dass da wenigstens noch eine Thujahecke ist...da können wenigstens Vögel brüten. Ich würde daher eher die Forsythie, die gelbe Osterpest, verbieten... da geht wirklich nichts rein!


    M.

  • Ich würde daher eher die Forsythie, die gelbe Osterpest, verbieten... da geht wirklich nichts rein!


    Ach komm, liebe Hymenoptera, was tust du mir bloß an? Du wirst es nicht glauben, aber ich habe wirklich diese Pflanze komplett, erfolgreich, verdrängt gehabt. Aber es hätte sowieso nur noch ein paar Wochen gebraucht, wäre ich wieder von alleine drauf gekommen, welche Pflanze ich als erstes in den Gärten ausreißen würde.

    Nach Forsythie triggert mich zur Osternzeit ganz hart das Palmkätzchen schneiden. Mehr als die Leute aufklären, hilft nicht, außer: Selber jährlich viele Stecklinge setzen, und viel mehr!


    Bei Thuje kommt ja noch dazu, dass sie mit Hilfe ihrer ätherischen Öle Boden und ihre Umgebung beeinflußt. Wie oft hab ich das schon gesehen, wo Sträucher jeglicher Art, so als würden sie im Schatten stehen und zum Licht wachsen wollen, aber in diesem Falle weg von der Thuje.


    Meine oben genannte Liste ist natürlich utopisch, aber es sind Themen, worüber ich gerne diskutiere, nicht nur im Reallife.

    Mit freundlichen Grüßen, Lachnide

  • Es kommt immer auf den Gärtner / die Gärtnerin an. Nur, was ich an "modernen" Schottergärten bisher sah, war bar jeglicher von Dir erwähnten Blühpflanzen oder Strinpflanzenarrengements. Man erkennt den Zweck: pflegeleicht muss es sein!


    Wer will es den so vielbeschäftigten Besitzern verdenken ? ...

  • Dabei ist ein dicht bewachsenes Staudenbeet noch viel pflegeleichter. Ich habe meinen Garten auch versucht pflegeleicht anzulegen, weil ich auch keine Zeit (bzw. keine Lust mir dafür regelmäßig Zeit zu nehmen) habe. Mit einem automatisierten Gießer muss ich mein Staudenbeet nur im Frühjahr einmal verkabeln und da ggf. etwas von den "nicht angepflanzten/erwünschten Pflanzen" entfernen. Dann wuchert es den Sommer über so zu, dass nix anderes durchkommt und im Herbst schneide ich die verdorrten Reste großteils ab und entferne die Gießer.

    Ist schöner als Rase oder Schotter. Ist durch die planbare Pflanzen-Auswahl immer was drin, das blüht und macht sogar weniger Arbeit als das Schotterbeet, bei dem ich Laub entfernen als echte Strafarbeit empfinde.


    BTW: In meiner Gemeinde gibt es Vorschriften zu Gehölzen, die man pflanzen darf (bzw. was nicht). Für Stauden und Kräuter bisher (noch) nicht.

    Wenn wir das allerdings jetzt nur deswegen diskutieren, weil sonst die Landwirte mit den ganzen Vorschriften gegenüber den Gartenbesitzern so fies benachteiligt sind, dann hätte ich bitte aber auch gerne Fördergelder oder Entfall der Grundsteuer, wenn ich im Garten auf "Schutzmittel", Kunstdünger und "Wüste" verzichte. Die angestrebten 30% Biofläche aus dem bayrischen Volksbegehren überschreite ich seit Jahren jedenfalls locker und sogar schon länger als ich Bienen halte.

    In der Natur gibt es weder Belohnungen noch Strafen. Es gibt Folgen.
    (Robert Green Ingersoll)

  • Dabei ist ein dicht bewachsenes Staudenbeet noch viel pflegeleichter.

    ...

    Mit einem automatisierten Gießer muss ich mein Staudenbeet nur im Frühjahr einmal verkabeln und da ggf. etwas von den "nicht angepflanzten/erwünschten Pflanzen" entfernen. Dann wuchert es den Sommer über so zu, dass nix anderes durchkommt...

    ...

    Die angestrebten 30% Biofläche aus dem bayrischen Volksbegehren überschreite ich seit Jahren jedenfalls locker und sogar schon länger als ich Bienen halte.

    Das ist eben eine Frage des Wissens-/Wollens:

    Es kommt immer auf den Gärtner / die Gärtnerin an.

  • In meiner Heimat ( wo alles größer und schöner ist als hier ), also Enkenbach-Alsenborn, vor allem Alsenborn, ist das Straßenbegleitgrün der Hauptstraße ein richtiger Gartenstreifen mit vielen unterschiedlichen Pflanzen, Blumen und Stauden. 👍

    Viele Grüße in die alte Heimat

    Wolfgang, le guide

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis größer als in der Theorie, also theoretisch.

  • Hallo, ich weiß, dass Forsythien für die Bienen absolut keinen Wert haben! Aber lass mich doch mich im Frühjahr an den gelben leuchtenden Blüten freuen; auch wenn meine (!) Bienen nichts davon haben; ICH habe was davon!!!







    brummerchen der neben den Forsythien auch noch Hasel, Weiden, Schneeglöckchen, Krokuse und, und, und, im Garten hat und wirklich nicht seine Forsythien schlachten wird.