Antrag: Verbot gegen sogenannte „Schottergärten“

  • Antrag: Buchholz für bienen- und insektenfreundliche Gärten:


    Der Verwaltungsausschuss der Stadt Buchholz i.d.N. möge beschließen:


    1. Die Stadt Buchholz spricht sich dafür aus, dass private und öffentliche Grünflächen bienen- und insektenfreundlich bepflanzt und gestaltet werden. Sie spricht sich gleichzeitig gegen sogenannte „Schottergärten“ aus (das sind mit Schotter, Geröll, Kies oder Splitt bedeckte Gartenflächen, in welcher Steine das hauptsächliche Gestaltungsmittel sind und Pflanzen nicht oder nur in geringer Zahl vorkommen und wenn, dann oft durch strengen Formschnitt künstlich gestaltet. Damit von unten kein Unkraut in die Fläche wächst, ist sie mit einer Folie abgedichtet – vgl. Wikipedia).


    2. Die Stadt sorgt in geeigneter Form dafür, die Bevölkerung, insbesondere Neubürger, über insektenfreundliche Gartengestaltung sowie über die ökologischen und klimatischen Nachteile von Schottergärten zu informieren und zu sensibilisieren. Dazu werden u.a. entsprechende Informationsmaterialien bereitgehalten (z.B. Flyer, Broschüre, Internetseite) und auch beim Neubürgernachmittag verteilt.


    3. In jeder Baugenehmigung wird auf den Beschluss (siehe Punkt 1) hingewiesen und entsprechendes Informationsmaterial (siehe Punkt 2) beigefügt.


    4. Die Stadt legt auf eigenen oder von ihr unterhaltenen Flächen keine Schottergärten an und verhindert in neuen Bebauungsplänen durch entsprechende Gestaltungsvorgaben das Anlegen von Schottergärten.



    https://www.buchholz.de/allris/vo020.asp?VOLFDNR=7562



    was meint Ihr, ist so etwas Sinnvoll und überhaupt möglich?


    Gruß

    Marco

  • Aus imkerlicher Sicht ist das wünschenswert. Ich rege mich über derartige moderne Gärten auch immer auf.


    Ebenso könnte man auch "empfehlen", sog. Unkraut (schon bei der Definition wird's problematisch!) nur noch händisch zu entfernen, statt totzuspritzen oder abzuflämmen.


    Eine Gängelei, auch im Sinne einer vermeintlich "guten Sache", halte ich für intolerant.


    Was wird möglicherweise erreicht ?

    Statt Schotter macht man dann Rasen, der wöchentlich per Hand oder täglich automatisch gemäht wird. Da blüht auch nix.


    Es kommt m. E. vielmehr darauf an, was in der "Fläche" passiert, wie die Städte, Kreise, Länder die Landschaft gestalten. Da agieren viele Interessenverbände (von Agrar- über Naturschutz- bis hin zu Aktivisten, die es nur gut meinen, jedoch die Zusammenhänge nicht überblicken).


    Und wenn die Landwirte zwischen Baum und Borke agieren, um zu überleben, haben sie einfach kaum die Freiheit, sich der Gesamtheit des Geschehens zu widmen. Wobei - auch hier findet ein Umdenken statt; das sind ja auch Menschen mit Sachverstand.


    Die paar Gärtchen mit Schotter - daran verhungert die Biene m.E. nicht. Vielmehr muss man aufpassen, dass ob solcher "Feigenblatt Aktionen" nicht das Wesentliche kaschiert wird.


    Meine Meinung


    Rainer

    Anerkennen, was ist ! (Hellinger)

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  • Hallo, ich persönlich finde es gut, aber jeder soll und darf mit seinem Grundstück machen dürfen, was er will. Ich bin gegen Bevormundung.

    Bis bald

    Marcus

    48 Völker 32x Segeberger Hartpor 4x Einfachbeute , alle DN 1,5. 6xDadant US und 5x Zander und einmal Warre :O)

  • Ich bin strikt gegen einen Verbots- und Vorschriftenstaat. Wer den Leuten die Möglichkeit der Gestaltung stark einschränkt, der knechtet seine "Untertanen".

    Ich will doch auch nicht, dass die Gemeinde einen Beschluß gegen meine Löwenzahnwiese fasst. Schließlich regen sich die Nachbarn jedes Jahr auf wenn die "Pusteblumen" von meinem Garten in ihre Gärten fliegen.

    Die Vernunft kann sich mit größerer Wucht dem Bösen entgegenstellen, wenn der Zorn ihr dienstbar zur Hand geht. (Papst Gregor I.)

  • Schottergärten sind ne Mode, die verschwinden in ein paar Jahren auch wieder.


    Ich denke ebenfalls, das die paar qm Schotterfläche nicht wesentlich für das Insektenwohlergehen sind. Förderung von Blühflächen, Hecken etc. unbedingt ja, Verbote oder Gestaltungsvorgaben, vor allem welche die in dei Privatgärten reinreichen nein. Eine insektenfreundlichere Ausrichtung der Bepflanzung auf städtischen Flächen ebenfalls gern ja. Aber Bevormundung staatlicherseits hatten wir im Osten genug, davon brauch ich nicht mehr soviel.


    Grüsse, Robert

  • Wer sich mal etwasmehr mit dem Thema beschäftigt wird feststellen, das Kiesgärten genau das Gegenteil von bienenunfreundlich sein können...

    Viel der geeigneten Pflanzen sind tolle Bienenweiden und locken Hummeln und Wildbienen.

    Wenn's um Schotterwüste geht bin ich da aber ganz bei Euch...

    "Das Wort gleicht der Biene: Es hat Honig und Stachel."

  • Noch'ne Regelung erscheint wirklich entbehrlich, bestehendes Recht angewandt wäre hinreichend.
    Es gibt bereits Gesetze und Verordnungen dazu, siehe "Schottergärten" auf Wikipedia:

    In den meisten Kommunen gelten befestigte Schotter- und Kiesflächen als teilversiegelt und werden daher, im Gegensatz zu Grünflächen, mit Gebühren belastet, wenn ein Wasserablauf in die Kanalisation stattfinden kann. Wird anstatt eines wasserdurchlässigen Bodenvlieses für Schottergärten undurchlässige Folie, Beton oder Asphalt verwendet, so liegt Vollversiegelung vor.


    Sowas löst sich dann übers Portemonnaie.

    Insbesondere wenn die chemische "Reinigung" des Kieses per Chemie angemessen gewürdigt wird.

  • Auf der anderen Seite wird die Pflicht Stellplätze zu haben allgemein akzeptiert. Woher kommt die Besserstellung von Blechschrott gegenüber Lebewesen?

    Davon abgesehen ist so ein Bauantrag grundsätzlich kein freiheitlicher, basisdemokratischer Akt.