Antrag: Verbot gegen sogenannte „Schottergärten“

  • Ein wenig komplizierter ist es schon.

    Nur ein gewisser Anteil der Grundstücksfläche darf überbaut werden. Wie groß dieser Anteil ist hängt davon ab, ob es in einem B-Plan festgesetzt ist oder in der Gegend üblich ist. Ein üblicher Wert in Wohngebieten ist dabei 0,4. Will bedeuten, daß 40% der Grundstücksfläche versiegelt werden kann, also mit Haus, Garage und Zufahrt bebaut werden kann. Natürlich schreibe ich dies ohne irgendeine Art von Rechtsberatung damit zu betreiben. Dabei ging es bei der Bestimmung nicht um die Anzahl der Blüten auf dem Grundstück, sondern um die Versickerung des Regenwassers. Weil es dabei um die Versickerung geht und so wohl noch zu einfach wäre wird bei einer versickerungsfähiger Ausführung der Pflasterung, diese Fläche nur zur Hälfte mitgerechnet. Das ist jetzt nicht OT, weil den Hof Pflastern eben angesprochen wurde.

    Viele Grüße

    Wolfgang

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis größer als in der Theorie, also theoretisch.

  • Das mit den Schotterflächen hat sich eh bald erledigt.

    Natursteine haben die unangenehme Eigenschaft mit der Zeit grün zu werden.

    Danach werden die Gärten wieder umgestaltet. Die Mode mit den Steingärten gab es vor Jahrzehnten schon einmal.

    Für mich ist es eh kein Unterschied, ob der englische Rasen, Schottergarten, die Monokultur, der Exotengarten oder ein Parkplatz da steht.

    Fakt ist für mich allerdings auch, dass ich meine Bienen nur noch Ortsnah aufstelle.

    Hier gibt es mehr zu holen als in der Agrarwüste der Felder, da ich nicht wander.

    Meiner Meinung nach würde man mit dem Verbot nur das derzeitige Wohlwollen der Bevölkerung für die Bienen zerstören.

    My Home is my castle gilt auch in Deutschland. Die Leute sind es satt, dass sie alles vorgeschrieben bekommen, während einige sich anscheinend alles erlauben können.

    Flughafen Berlin, Bahnhof Stuttgart, Dieselgate, Bankenaffäre sind nur einige Beispiele.

    Als Sohn eines ehemaligen Stadtbedinsteten kann ich nur noch hinzufügen, dass die Kommunen mittlerweile hoffnungslos überlastet sind.

    Wer soll das noch kontrollieren?

    Werden die Schotterbeete verboten, werden halt andere arbeitsarme Gärten angelegt und mit entsprechenden Spritzmitteln gearbeitet. Da sind mir die Steingärten lieber.

    Als jemand der den Pflanzenschutzabgabeschein gemacht hat und die Mittel verkauft hat, spreche ich da aus Erfahrung.

    Heute gibt es Internet und man kann sich so Einiges besorgen.

    Schön find ich die Dinger aber nicht


    In meinen Augen leider der total falsche Ansatz.

    Freier Imker

    Ohne Verein, DIB, Imkerverband und sonstigen Establishment

    Neutral und unbelastet.

  • Da war doch letztens ein Bericht im TV. Es wurde gezeigt, wie auf einer Wiese Schotterflächen angelegt wurden, um den Eidechsen vom Stuttgarter Bahnhof eine neue Heimat zu schaffen.


    Die Welt ist bunt - aber mancher betrachtet sie nur durch das Loch im Paragraphenzeichen und lebt auf, wenn er dem Nachbarn die „richtige“ Lebensweise verordnen kann.

    Faszinierend …


    Grüße Ralf

  • Das Problem bei diesen Flächen ist, dass unter desm Kies eine Perforierte Folie liegt, der Boden darunter "stirbt", die Folie muss irgendwann wieder entsorgt werden? Damit kein angwehter Samen dort Pflanzenwachstum erzeugt wird oft illegal dagegen gespritzt. Demnach halte ich die Festsetzung im Bebauungsplan für Richtig. VG

  • Ich habe den Eindruck, Schottergärten und Steingärten werden hier in einen Topf geworfen... das ist etwas völlig anderes. Erstes gleicht ökologisch einer Katastrophe, zweites ist ökologisch wertvoll. Auch im Nachbarort von Bühl (#60) wurde im Gemeinderat ein Antrag für das Verbot von Schottergärten gestellt...


    Beste Grüße,
    Thanaidh

  • Die Landesbauverordnungen fast aller Bundesländer machen die Schottergärten schon seit jeher illegal, diese hätten gar nicht erst angelegt werden dürfen. Und Bauverordnugen gab es auch schon immer, die jedem Häuslebauer vorschreiben, welche Dachneigung er haben darf, wie hoch das Gebäude wird und auch wie die Fläche auszusehen hat. Ich möchte mir kein Baugebiet in einer Gemeinde vorstellen, die diese Vorgaben nicht hätte.

    Aber auch das Grundgesetz sagt, dass Eigentum verpflichtet! Sein Gebrauch sollte der Allgemeinheit dienen. Bestäuberfeindliche Flächen sind da bestimmt nicht dienlich! Aber im Einzelnen kann man sich ja über alles streiten, auch um Kaisers Bart!

    Die Welt ist groß genug für die Bedürfnisse aller, aber zu klein für die Gier Einzelner (Mahatma Ghandi)
    Gruß
    holmi

  • Sorry,

    aber das ist einmal ungenau und einmal heuchlerisch.

    Was ich sagen will, in den Bebauungsplänen für Wohngebiete werden Dachneigung und Geschossigkeit zwar oft vorgegeben, aber oft vernünftiger Weise für einen ganzen Bereich, zB. Dach geneigt 22-45 Grad. Ein Geschoß bedeutet ein Geschoß plus ein Dachgeschoss ist möglich, mit möglichen Tricks und Kniffen kann das durchaus bedeuten, dass man drei Treppen brauch. Wo gebaut werden darf auf dem Grundstück ist oft ein Baufenster innerhalb dessen gebaut werden darf. Je nach B-Plan und Intension derer, die darüber entscheiden werden mehr oder weniger genau, mehrere, viele oder wenige Punke mit Variationsmöglichkeit festgelegt.

    Daß Eigentum verpflichtet ist eine ins Phrasenschwein gehörende Dauerfloskel, die durch einen höheren Steuersatz bereits abgeglichen ist. Eigentum verpflichtet vielleicht zu einer ordentlichen Körperpflege, zum Kauf von Anzügen oder schönen Kostümen, evtl. zum schnellen Fahren auf der Autobahn. Es verpflichtet nicht dazu es wegzugeben nach dem Gutdünken des neidischen Nachbarn der selbst nichts beiträgt sondern nur nehmen will. Das klingt jetzt böse und ich hoffe keiner von Euch fühlt sich getroffen.

    Viele Grüße

    Wolfgang, weder reich noch berühmt

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis größer als in der Theorie, also theoretisch.

  • ....

    Daß Eigentum verpflichtet ist eine ins Phrasenschwein gehörende Dauerfloskel, die durch einen höheren Steuersatz bereits abgeglichen ist. Eigentum verpflichtet vielleicht zu einer ordentlichen Körperpflege, zum Kauf von Anzügen oder schönen Kostümen, evtl. zum schnellen Fahren auf der Autobahn. ...

    Wolfgang, in welcher Welt lebst Du? Wir sollten froh und stolz auf unser Grundgesetz sein. Es gibt eben gesellschaftliche Spielregeln ohne die eine Gemeinschaft nicht funktioniert. Leider kommt das so langsam aus der Mode, mit möglicherweise schlimmen Folgen. VG Jörg

  • Nein,

    wir leben selbst in Bitterfeld, und das will was heißen, nicht mehr im sozialistischen Himmel. Der kam lange Zeit noch auf, wenn Gisy auf dem Plakat war. Aber dies Zeiten sind auch lange vorbei. Eigentum verpflichtet, das ist so wie Adel verpflichtet oder Noblesse oblige. Unser stadtbekannter Säufer, der hat einen Ruf der verpflichtet, wie so mancher hier im Forum. Dieser Ruf ist hart erarbeitet und der verpflichtet eben. Natürlich war auch unsere Fußballnationalmannschaft verpflichtet, wenigstens die Vorrunde zu überstehen. Und, was war, und jetzt? Wie kann es Dir einfallen, daß irgendein x-beliebiger Mensch mehr Steuern zahlen muss als irgendein anderer, sind wir nicht alle gleich? So, jetzt kommt dein Eigentum, das so schön verpflichtet. Und ohne diesen sehr allgemein gehaltenen Neidtatbestand gäbe es keinen Grund dafür, Stichwort Gleichbehandlung. Manch Einer denkt sich seine Welt hält so, wie es ihm gefällt, aber meine liebe 💖 Pipi, lass dir sagen, daß nicht Du das Geld deines Nachbarn ausgebend kannst.

    Viele Grüße

    Wolfgang, der weiß, daß mit großem Eigentum auch große Verantwortung einher geht

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis größer als in der Theorie, also theoretisch.

  • Es wäre interessant zu untersuchen, wieviel vom ursprünglichen Grundgesetz nach so vielen Jahren noch übrig ist.

    Außerdem ist das ja nur der Rahmen. Die Ausgestaltung durch Gesetze und Verordnungen betreffen den Alltag mehr. Und ob letztere mit dem GG übereinstimmen, ist oft genug ein Fall für „Karlsruhe“.


    Aber letztlich bietet der Rechtsstaat die Grundlage der Zivilisation. Wir müssen ihn verteidigen, auch wenn es manchmal auf den ersten Blick schwer fällt, ihn zu lieben.


    Grüße Ralf

  • Ich meine und hoffe - alles!

    So isses...
    Das hat schon alles seinen Sinn und so schlecht kann's nicht sein, sonst würde es nicht schon so lange bestens funktionieren. Aber man kann sich alles schlecht reden...
    Und nun mal ganz schnell zurück zum Thema, bevor die Schlumpfrhetorik weiter überhand nimmt und Hartmut das Thema dicht machen muss.
    Es ging darum, dass man einen Steingarten auch sinnvoll gestalten kann und die Fläche nicht tot sein muss.

    wenn das so ist... dann bin ich eben weg.