Autopsie - Diagnose Futterabriss

  • Hallo zusammen,


    heute fiel ein Volk durch regen Flugverkehr auf...aber ohne Pollen. Ein Blick ins Flugloch genügte...


    Zum Hintergrund: ein im August gebildeter Kunstschwarm (OX behandelt)...etwas schwachbrüstig und weil auch noch Futter fehlte, habe ich im Oktober dem Kunstschwarm einen kleinen Ableger aufgesetzt (nach AS-Behandlung) ohne Königin.

    Vereinigen durch aufsetzen...wie es alle machen?

    OX-Behandlung im Dezember unauffällig. Traube auf 6 Gassen 35ml OX



    Heute der Boden


    Waben im unteren Brutraum



    Im oberen Brutraum


    Etwa 12 kg Futter...


    Meine Diagnose, Futterabriss.

    Mit dem Auslaufen der zugesetzten Brut zogen sich die Bienen im unteren Brutraum zusammen. Das Brutnest wanderte aber nicht nach oben.

    Ich habe auch die beiden anderen so vereinigten Einheiten geöffnet. Bei denen auch ein massiver Totenfall...im unteren Brutraum verhungerte Bienen in den Zellen, tote Brut. Im oberen aber Stifte - die scheinen es so grade noch gepackt zu haben...Knaller werden das aber nicht.


    Was ist denn da schief gelaufen. Vereinigen durch aufsetzen ist doch eigentlich ein übliches Verfahren.

    Wo war der Fehler - das fehlende Futter in der aufnehmenden Einheit? Hätte gedacht die sortieren sich neu...

  • Die aufnehmenden Einheiten wurden recht klein gebildet zur Aufnahme der Versandköniginnen und lange dünn gefüttert. Etwa 8kg Futter eingelagert Ende September. Die waren dafür vorgesehen, dass nochmal 10kg aufgesetzt wurden, was bei mir eigentlich reichen sollte bis man zur Not eingreifen könnte.


    Im Nachhinein wäre es wohl besser gewesen die dem Ableger aufzusetzen oder gleich beide aufzufüttern.


    Wie macht ihr das denn andere die Ableger zum umweiseln nehmen. Den auch direkt fast voll auffüttern? Wenn ich bisher vereinigt habe, dann nur aus der Not im Frühjahr durch zuhängen.


    Schade das bei den 5% Verlust der Fehler wieder hinter der Kiste stand. Ich hoffe das hört irgendwann aufX(

  • Ende Januar gab es mal Schnee und leichten Dauerfrost, was ja aber nichts ungewöhnliches ist. Ich vermute da ist es passiert. Vielleicht gab's eine zögerlichen Brutversuch Anfang Januar, aber wie auch bei den beiden anderen im unteren Brutraum am alten Brutnest...und dann hat man den Anschluss ans Futter verloren.

  • Viren! Die killen wenn die Vampiere längst weg sind.

    Vermute ich mal, die Ox hat dann den Rest erledigt.

    Wenn die gesund sind tragen die Futter um oder ziehen hinterher. Ich kann keine Brut sehen die die Bienen nicht verlassen wollten, das ist vorbedingung für einen Futterabriss.

    Wasch ma die Toten aus, einfach ne gute handvoll Bienen in ein Honigglas mit Spüliwasser und schütteln, da könnten Vampiere rausfallen....

    Schad drum

    12er DD, und Buckies, gaanz sicher!

    Der Pessimist sieht die Schwierigkeit in jeder Möglichkeit!

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    W. Churchill

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  • Das ist immer die Gefahr, wenn man einfach nur aufsetzt. Das bleiben u. Umständen 2 Wintersitze. Im Oktober ist das auch zu spät. Da ist schon Winter bei mir. Seit Anfang Oktober letzten Jahres sind meine gestern das erste Mal wieder geflogen. So spät hättest Du den gemeinsamen Wintersitz von Hand ordnen müssen. Dazu noch der Stress der Träufelung. Aber was solls. Passiert ist passiert.

  • Bienen verhungern schnell, in einer sehr kurzen Zeit.

    Stimmt so nicht. Das Futter geht am Binensitz langsam zu Ende bzw. es kann immer weniger herangeschafft werden. Das kann, von wärmerer Witterung unterbrochen, durchaus Tage und sogar Wochen gehen, wenn der Sitz nicht aktiv Richtung Futter verändert wird. Manchmal sieht man in den WG`s verunglückte Reste von Bienentrauben, wenn sie das tun. Tun sie das nicht, fallen inaktive Bienen die ganze Zeit ab und sterben unten im Boden.

    Siehe Bild 1 oben.


    Der Totenfall hat mit Hunger nichts zu tun.

    Mit Sicherheit doch. Das beweist meiner Meinung nach das Bild 2.

    Hier stecken noch Bienen im Zentrum der Resttraube in den trockenen Zellen, das Winterfutter war eventuell zu wenig, aber mindestens falsch plaziert.

    Siehe oben meinen Beitrag.

  • Mit Sicherheit doch. Das beweist meiner Meinung nach das Bild 2.

    Hier stecken noch Bienen im Zentrum der Resttraube in den trockenen Zellen, das Winterfutter war eventuell zu wenig, aber mindestens falsch plaziert.

    Das sind dafür aber zu wenig.

    Ein Futterabriss setzt zudem voraus, dass die Bienen in Brut sind. Ich sehe aber gar keine Brut.

    Zu denken geben sollte aber auch, dass viele tote Bienen auf dem Boden liegen. Das spricht eher gegen die These, dass es Viren waren. Die würden das Volk recht zeitig im Herbst töten, wenn noch Flugwetter herrscht. Typisch dafür wäre ein ziemlich kahlgeflogenes Volk.

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)

  • Das sind dafür aber zu wenig.

    Ein Futterabriss setzt zudem voraus, dass die Bienen in Brut sind. Ich sehe aber gar keine Brut.

    lies bitte noch mal durch, was er gemacht hat. Zu spät 2 Völker einfach aufeinander gesetzt. Die resultierende Bienentraube hatte nicht in allen WG in ihrer Ausdehnung gleichmässig und an der selben Stelle ausreichend Futter. Mal ist keins da, mal ist es wo anders oder auf der Futterwabe waren nie Bienen. Was verstehst Du da nicht, alle Bilder oben zeigen es doch.

    Ein anderer Vergleich der das gut beschreibt ist ein Fichtenwald als Monokultur gepflanzt wo der Waldbauer den schützenden Waldsaum entfernt. Jeder Sturm schlägt eine größere Bresche bis das ganze Waldstück hobs geht.

    Bei den Bienen 3 WG haben noch eine geringe Überlebenschance. Mit nur 2 WG ist es bald ohne Hilfe tot.

  • Ah ich weiss was wirklich schuld ist an diesem Missverständnis! Das ist die Legende vom Umtragen. Das bedeutet mindestens 30% Verlust. Erst Verdünnen mit Wasser, dann aufnehmen, einlagern in andere Zellen und wieder Eindicken !

    Das wird häufig vergessen. Das machen die Bienen nicht mehr in einem Wintermonat. Davor muss es kontrolliert werden und ggf. von Hand korrigiert werden.

  • Hmm, was soll ich da noch schreiben. Erstmal waren es 2 nicht sehr starke Völker. Dann sieht der Totenfall im Boden keinesfalls dunkel und vergammelt aus, wie es bei Beginn des Winters gestorbenen kurzlebigen Bienen der Fall wäre. Also waren es Winterbienen, die da relativ gut erhalten auf dem Bodenbrett liegen. Sie waren es deshalb, weil beim Hungern die Winterbiene an ihre Fetteiweispolster geht und diese Reserven vor ihrem Tod verbraucht. Von den Verlusten in Dresden bei der Faulbrutsanierung durch Hungerkunstschwarm Ende September hatte ich schon mal geschrieben. Für mich ist die obige Sache Dank der Bilder und den Informationen von @ChrisAusEssen eindeutig. Wenn ihr anderer Meinung seid, dann bitte. Was ich dazu sagen kann habe ich geschrieben.