Honig im Kühlschrank feincremig kristallisieren lassen

  • Aber: warum wurde der Honig damals so knüppelhart?

    Die Kristallgröße und die Härte vom Endprodukt sind zwei völlig unterschiedliche Paar Schuhe! Du kannst kandisgroße Kristalle haben, aber 'weichen' Honig, oder eben endfein - aber trotzdem hart wie Beton.


    Das Rühren macht zweierlei: zum einen werden die Entstehung große Kristalle verhindert, zum anderen aber auch die Vernetzung der Kristalle untereinander gestört. Inwieweit man das ideale Ergebnis nur durch kühlen erhalten kann, da bin ich überfragt. Mit meinen Honigen geht das nicht. Superfeine Kristalle ja, aber dann auch wie Beton im Glas.

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Armin Spürgin antwortete mir einmal: "Feiner (kleine Kristalle) wird Honig durch Rühren, weicher durch Erwärmen". Wie rase sagt, es sind zwei paar Stiefel, die außer dass man Beides oft in zeitlich enger Abfolge tut, nicht zusammen hängen.

    Was nicht die Frage zum Effekt langer oder dauerhafter Kühlung beantwortet. Hier würde ich davon ausgehen, dass dies keinen Unterschied macht,

    viele Grüße

    schritte

  • Danke für Eure Einschätzung!


    Wie sieht das bei folgender Vorgehensweise aus: Honig wurde geimpft und ist in der Kühlung feinkristallin geworden, im Eimer.

    Aber auch hart.


    Wurde dann auf 30 Grad erwärmt, durchgerührt und pro Kilo mit 500 Gramm flüssigem Honig (gleiche Charge, aus'm Melitherm, ebenfalls 30 Grad warm) vermengt.


    Dann in Gläser abgefüllt und gekühlt - besteht auch hier wieder die Gefahr, dass der Honig im Glas hart wird?


    Ich hab ja die Hoffnung, dass durch das Erwärmen und nochmalige Rühren die 'harte Vernetzung' der 2 Drittel gebrochen wird, und das Drittel Flüssighonig nur insofern auskristallisiert, dass der Honig im Glas nicht läuft, sondern eben steif wird.


    Zu naiv gehofft?


    Ich weiss, dass Honig sich sehr individuell verhält. Würde mich nur interessieren, ob mit diesem Ablauf schon mal jemand harten Honig im Glas hatte.


    Falls ja: kann man gegensteuern? Weniger flüssigen Honig beimischen?


    Liebe Grüße 😊

  • schritte

    Hab ich auch schon so gemacht.

    Der Honig, der zum Abfüllen auf ca. 30 Grad erwärmt wurde, war im Glas etwas weniger fliessfähig als beim Abfüllen, aber nach wie vor fliessfähig.

    Gab etliche Kunden, die das genau richtig fanden, was ich durchaus nachvollziehen kann.


    Bei solch 'dickflüssigem' Honig hatte ich allerdings schon Phasentrennung, bei einem, der nicht mehr zerläuft, hingegen noch nie.

    Deswegen bin ich (trotz ihrer bestechenden Einfachheit) von dieser Vorgehensweise abgekommen.


    Immenlos

    Hab die Gläser heute aus der Kühlung genommen, weil fertig.

    Auf den Gedanken mit dem geringeren Anteil flüssigen Honigs war ich gestern, beim Schreiben des Beitrags, erst gekommen. In den Gläsern befindet sich also 2:1, und er könnte einen Hauch weniger fest sein.

    Er ist nicht ansatzweise hart oder bröckelig. Auch das hatte ich schon - das war vielleicht 'ne Sch...


    Naja, auf jeden Fall werd ich beim nächsten mal ein anderes Mischungsverhältnis ausprobieren.

    Danke für Deine Rückmeldung dazu, die macht mir Mut (und mich stolz darauf, schon wieder das Rad erfunden zu haben, mit dem andere offenbar schon seit geraumer Zeit durch die Gegend fahren 🤦‍♀️)!


    Viele liebe Grüße;

    humml