Honig im Kühlschrank feincremig kristallisieren lassen

  • ...leichte Blütenbildung und der Honig löst sich an manchen Stellen von der Glaswand.

    Kann mir jemand Tipps geben...

    Je niedriger der Wassergehalt um so schneller passiert das. Einfach früher aus dem Kühlschrank nehmen hilft. Wenn du die Blüten unbedingt wieder los werden willst hilft warm stellen, aber echte Honigkenner (auch und gerade unsere Kunden... :)) wissen schon, das es eher ein Qualitätsmerkmal als ein Mangel ist. Bei mir stehen Honige mit und ohne Blütenbildung und werden alle gerne genommen.

    Danke für den Tipp.

    Der Obstblütenhonig hat einen Wassergehalt von ca. 15%...
    Wobei der Plan ja ursprünglich mal war, durch das Kühlstellen die Blütenbildung zu vermeiden.
    An der Haustüre ist das auch kein Thema, aber die Kunden, die an anderen Verkaufsstellen nur schwer persönlich erreichbar sind, überhaupt erst aufklären zu müssen finde ich eher suboptimal. Lieber tüftle ich noch ein bisschen an meiner Kristallisation. ;-)

    Hat dazu zufällig jemand ne empfehlenswerte, tiefergehende Literatur parat?

    Das meiste, das man zu lesen bekommt, ist ja doch oft nur sehr oberflächlich.


    Kann das Festwerden auch durch längeres Rühren vermieden werden?

  • Melitherm, Impfen, Rühren

    Wenn dein Lagerhonig nicht steinhart ist versuch es doch mal ohne erhitzen.

    Den groben Honig einfach so lange rühren bis er fein ist. Ich rühre mit dem Doppelpropeller meistens am Freitag Abend ca. 1 Stunde mit voller Drehzahl und am Montag kann abgefüllt werden. Restliche grobe Kristalle sind dann am Boden und etwas Schaum an der Oberfläche. Abgefüllt werden ca. 36 von 40 Kg aus der Mittelschicht und kommen sofort in den Kühlschrank. Nach 2-3 Wochen ist der Honig (ca. 17-18% Wassergehalt) feinchremig fest kristallisiert und kommt raus aus dem Kühlschrank. Der Resthonig im Hobock dient gleich als Impfhonig für die nächste Charge.

    Danke, aber das klingt irgendwie nach einer abenteuerlichen Strategie.
    Ich möchte ja die groben Kristalle nicht zerschlagen, sondern dafür sorgen, dass sich die für mich richtigen ausbilden.

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    Hat dazu zufällig jemand ne empfehlenswerte, tiefergehende Literatur parat?

    Das meiste, das man zu lesen bekommt, ist ja doch oft nur sehr oberflächlich.


    Kann das Festwerden auch durch längeres Rühren vermieden werden?

    Kennst du das Buch schon.

    Was viel tiefgründigeres kenne ich nicht, außer selber die Erfahrungen sammeln.

    Ich habe es aber auch noch nicht komplett gelesen.

    Zwecks der Blütenbildung im Glas sind meine Erfahrungen bis jetzt folgende:

    Wenn der Honig sehr kalt steht (so ca. unter 12-14°C) neigt er schneller zur Blütenbildung.

    Sieht man auch am Honig, dass er sich vom Glas löst. In einem anderen Raum hat es knapp über 15°C im Winter. Da habe ich es bis jetzt noch nicht beobachtet.

  • Danke für den Tipp.

    Der Obstblütenhonig hat einen Wassergehalt von ca. 15%...
    Wobei der Plan ja ursprünglich mal war, durch das Kühlstellen die Blütenbildung zu vermeiden.
    ...

    Hat dazu zufällig jemand ne empfehlenswerte, tiefergehende Literatur parat?

    Das meiste, das man zu lesen bekommt, ist ja doch oft nur sehr oberflächlich.


    Kann das Festwerden auch durch längeres Rühren vermieden werden?

    Bei deinem Vorgehen wird der Kühlschrank die Blütenbildung eher gefördert haben.

    Das Honig Spezial kümmert sich u. a. um das Wie, der Horn eher um das Warum.

  • Klingt so richtig lecker.

    Ich verstehe nicht, was dich an so einem Verfahren festhalten lässt

    Hoffentlich nimmt sich das niemand zum Vorbild

    Glaubt es oder nicht, der Honig wird auch nur durch langes rühren sehr schön feinchremig und verliert dabei vor allem kein Aroma und auch sonst keine wertvollen Inhaltsstoffe wie durch erhitzen. Phasentrennung entsteht später auch nicht, jedenfalls nicht bei höchstens Zimmertemperatur innerhalb der ersten 2 Jahren Lagerung. So ein hohes Alter erreichen bei mir auch nur Rückstellproben, denn der meiste Honig wird noch vor der nächsten Ernte frisch verkauft.

    Schade, das wir hier keinen Geschmacksvergleich machen können, nur ein Foto kann ich anbieten und euch versichern, das der Honig tatsächlich super lecker ist ... :)

    imkerforum.de/attachment/15055/

    Da ich keinen Marktverkauf mache sondern täglich nebenbei in meinem Laden, kommen vor allem Stammkunden, Gelegenheitskunden und viele "Wiederholungstäter", weil der Honig so lecker war. Ich bekomme also durchaus neben der leeren Gläser auch viel feedback und das gibt keinen Anlass irgend etwas an dem Verfahren zu ändern, im Gegenteil, ich halte es für einen sehr guten Weg bei kleinen bis mittleren Mengen von ca. 200-800 Kg / Jahr.

  • Glaubt es oder nicht, der Honig wird auch nur durch langes rühren sehr schön feinchremig und verliert dabei vor allem kein Aroma und auch sonst keine wertvollen Inhaltsstoffe wie durch erhitzen.

    Ja schon, aber da lasse ich den Honig doch besser nicht vorher hart auskristallisieren und wende dann eine solche brute force attack an, sondern rühre in von Anfang an schön cremig. Oder benutze eben die oben beschriebene Technik des kalten Kristallieren-Lassens.

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)

  • Glaubt es oder nicht, der Honig wird auch nur durch langes rühren sehr schön feinchremig und verliert dabei vor allem kein Aroma und auch sonst keine wertvollen Inhaltsstoffe wie durch erhitzen.

    Krass, soviel weniger Arbeit und dann noch soviel hochwertiger ;)

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Ich rühre mit dem Doppelpropeller (...) ca. 1 Stunde mit voller Drehzahl

    und verliert dabei vor allem kein Aroma und auch sonst keine wertvollen Inhaltsstoffe wie durch erhitzen.

    Kruppi

    Schon diese ständige Wiederholung des Wortes "erhitzen" statt "erwärmen" ist eigentlich eine penetrante Provokation.

    Soll es doch suggerieren, dass Honige, die von 99,9% der Imker fachgerecht behandelt wurden minderwertiger seien als die eigene, durch stundenlanges, hochtouriges Durchquirlen regelrecht vergewaltigte Honigsuppe!

    Selbst das Rapidoverfahren traktiert den Honig wenigstens nur für wenige Minuten so.


    Ich glaube dir durchaus, dass dein Honig noch aussieht und schmeckt wie Honig, ja, sogar dass er für den einen oder anderen sogar "feinkristallin" wirkt. Aber ich wehre mich gegen dein unterschwelliges Abwerten der fachgerechten Arbeitsweise der allermeisten Imker gegenüber deiner eigenen, schlichtweg unfachmännischen Vorgehensweise.

    Für mich wirkt dein Verfahren äußerst ineffizient (das tut aber niemandem weh, zugegeben). Aber vor allem gerade bezüglich Aroma und Lufteintrag ist ein derart heftiges und auch noch langanhaltendes Bewegen an der offenen Luft mit Sicherheit extrem abträglich.


    Dass die Inhaltsstoffe und Aromen bei fachgerechter Behandlung und technisch erforderlicher Erwärmung zwischendurch kaum leiden, ist dagegen durch Honiganalysen schon tausendfach belegt.

  • Thread #7:

    hatten wir doch schon ein paar Mal:

    5° => Keimbildungsrate größer als Keimwachstumsrate => Honig feiner

    20° => Keimwachstumsrate größer als Keimbildungsrate => Honig gröber

    Thread #101: Vielleicht ist dieser >> Link << hilfreich.

    Honig in Kühlgeräten feincremig zu bekommen ist auf die Größe der Kühlgeräte beschränkt.

    Imker mit wenigen Völkern werden da eher andere Vorgehensweisen als gut finden, als Imker mit mehr Völkern oder gar Berufsimker mit hunderten Völkern. Dort sind (gekühlte) Rührgeräte eher sinnig habe ich jetzt so rausgelesen.


    Die ersten Posts waren hilfreich. Thread #7 und der etwas spätere #101 besonders. Jetzt driftet es allerdings etwas ab.

    Dreht man sich gerade im Kreis um des Recht habens Willen?

  • Soll es doch suggerieren, dass Honige, die von 99,9% der Imker fachgerecht behandelt wurden minderwertiger seien als die eigene, durch stundenlanges, hochtouriges Durchquirlen regelrecht vergewaltigte Honigsuppe!


    Manchmal fasse ich es nicht, welche Vergleiche für imkerliche Tätigkeiten herangezogen werden.

    :cursing:

  • So lange da nur Mutmaßungen kommen und keine schlechten Erfahrungen kann ja jeder selbst entscheiden, ob er es selbst mal ausprobieren möchte.

    Ich hab jedenfalls seit Jahren gute Erfahrung mit diesem Verfahren gemacht und wollte es nur mal als Alternative zum verflüssigen mit Wärme darlegen, auch wenn es vielleicht etwas länger dauert oder mehr Aufwand bedeutet. Ich glaube auch nicht. das tatsächlich 99,9% der Imker in Deutschland überhaupt einen Melitherm oder einen Auftauschrank besitzen oder benutzen möchten. Natürlich ist es besser den Honig gleich nach der Ernte zu impfen zu rühren und abzufüllen. Das mache ich auch, so viel wie man im Sommer eben schafft nebenbei... aber da sind im Winter dann eben doch noch einige Eimer übrig, die langsam anfangen grobe Kristalle zu bilden, die zerschlage ich eben lieber statt sie zu schmelzen.

    Wie gesagt, es ist eine Alternative und als solche vielleicht für manche Leser interessant. Ich würde mich freuen, wenn hier mehr gute Erfahrungen berichtet werden.

  • Da im Nachbarfaden ja darüber diskutiert wird, das ein Rühren im Rührwerk bei 30-60 Umdrehungen pro Minute, den Honig schon erwärmt, du nun schreibst,

    Ich rühre mit dem Doppelpropeller meistens am Freitag Abend ca. 1 Stunde mit voller Drehzahl

    würde mich mal interessieren, welche Temperatur der Honig im Eimer vor und nach dem Rühren hat.

    Gruß,

    Christian