Totenfall vor oder nach dem Reinigungsflug entfernen?

  • Hallo liebe Imkerfreunde,


    da ich letztes Jahr meine Bienen NACH dem Reinigungsflug übernommen habe stehe ich jetzt (wiedermal) vor einer gänzlich neuen Frage. Habe schon unterschiedliche Dinge gelesen und gehört, bin aber immer noch unsicher.


    Bei einem meiner Völker kann ich recht viel Totenfall von aussen sehen. Das Flugloch ist durch den Mäusekeil wirklich sehr klein. Bei der Oxalsäurebehandlung waren sie noch munter, auch jetzt brummen sie bei der Klopfprobe gemütlich vor sich hin.


    Am Donnerstag erwarten wir erstmals um die 10 Grad und Sonnenschein, ich bin allerdings bis abends auf Arbeit und werde nicht sehen können, ob und wie der eventuelle Reinigungsflug statt findet. Meine Frage: Soll ich den Totenfall jetzt schon entfernen (wir haben aktuell um die Null Grad) oder störe ich die Bienen damit unnötig? Ich habe einfach Angst, dass sie am Donnerstag nicht raus können....Und wenn ja, Beute ankippen oder durch das Flugloch die toten Bienen"angeln"?


    Wieviel Totenfall seht Ihr als normal an? Ich rechnete schon mit mehr durch die Ox, aber habe ja noch überhaupt keinen Vergleich (am 20. März habe ich die Bienen genau ein Jahr)!


    Danke für Eure Hilfe:)

  • Hallo Herbstaster,


    der Totenfall kann sehr unterschiedlich sein. Im Winter 2017 hatte ich z.B. in mehreren Beuten bis zu 2 cm und in diesem Winter kaum Totelfall. Wenns kalt ist einfach mit nem Stöckchen von außen das Flugloch frei machen, das sollte erstmal reichen. Gegen Ende der Woche wirds wärmer und am WE könnte mann sorgenfrei die Böden reinigen. Wenn du an den Völkern rumarbeiten willst sollten die Temperaturen ein Ausfliegen zulassen.


    Grüße


    Goldenmike

  • Beute kurz vom Boden nehmen, vorsichtig zur Seite stellen, den Boden ausklopfen und die Zarge zurückstellen ist doch kein Aufwand. Für Dich, für die Bienen schon.


    Ich mach sowas, wenn ich's sehe.


    Beste Grüße,

    Ralf

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Ich habe mir einen längen flachen Haken gebaut und mache es, wenn Bedarf besteht.

    Vorsichtig Totenfall rausziehen, Mäusekeil wieder rein, fertig.

    Kein Aufwand, minimalste Störung.

    Vorigen Winter (für mich beängstigend) viel Totenfall diesen Winter bis jetzt kaum. Alle leben.


  • ... oder Beute zur Seite stellen, sauberen Boden auf den Platz, Brutraum vom Boden lösen und auf den sauberen Boden stellen. Boden in Ruhe säubern und beim nächsten Volk so weiter machen.


    In Minuten kann man den Zeitaufwand gar nicht erfassen ;)


    By the way auch ne prima Gelegenheit um den Futterstand zu erfassen.



    Grüße

    Arnd

  • Immer wenn ich auch an einem meiner Bienenstände vorbeikomme, ist der Blick durch das Flugloch egal zu welcher Jahreszeit eine Pflichtaufgabe.

    Ich nehme jetzt im Winter einfach den Stockmeissel und schiebe den Totenfall aus dem Flugloch. Mir ist nur wichtig, dass die Bienen raus können wenn sie möchten.

    Ob das mit Stöckchen, Finger, Kehrbesen passiert, ist glaube ich....egal.

    Damit ist bei mir auch nur der vordere Bereich frei und ich bin dabei noch nie gestochen worden.

    Eine Säuberung des Gitterbodens mache ich erst bei der ersten Durchsicht.

    Meistens haben die reinlichen Bienen dann eh geputzt, so dass es nur noch die groben Dinge sind.

    Aber interessante Frage:

    Über diese Abläufe macht man sich irgendwann keine Gedanken mehr. Erst wenn so etwas auf den Tisch kommt, muss ich dann erstmal selbst überlegen.

    Freier Imker

    Ohne Verein, DIB, Imkerverband und sonstigen Establishment

    Neutral und unbelastet.

  • Moin moin :-) Eine kurze Rückmeldung meinerseits: Gestern nachmittag habe ich bei besagtem Volk duch das Flugloch vorsichtig den Totenfall entfernt (mit einem Schürhaken). Es war insgesamt ca 1 Honigglas voll Bienen, weniger als es erst aussah aber trotzdem ganz schön viel. Bei allen andern Völkern habe ich auch mal durchs Flugloch gelinst und dort jeweils tote Bienen entfernt (da waren es aber überall ganz wenige). Ab morgen können sie dann alle durchstarten und bei Sonne ausfliegen! Danke nochmals für Eure Meinungen, das hilft einem Anfänger echt weiter!

    LG Herbstaster

  • Hallo,

    da ich in den Beuten mit geschlossenem Boden das (bewegliche) Gitter und die Windel drin habe ist das für mich kein Thema.

    In Abständen von 1 bis mehrere Wochen schaue ich mir das Windelbild an und dabei ziehe ich auch das Gitter und seh wieviele Bienen da liegen. Die werden entfernt und stören nichtmehr.

    Dieses "gequirle" mit Gerätschaften sind aufwändig und können sehr störend wirken. Deshalb habe ich davon Abstand genommen.

    Gruß

    Harald

    Es wird in jedem Jahr Frühling, nur wann?

  • Guten Abend allerseits,


    wenn die Bienen halbwegs raus können und stark sind, mache ich nichts mehr. Außer Schwache natürlich. Ansonsten werden nur bei der 1. Durchsicht mit Hilfe eines Wechselbodens alle mal gründlich gereinigt. Eigentlich wurde da aus der Not eine Tugend denn durch meine frühere berufliche Pendelei habe ich fast immer den 1. Ausflug verpasst.