Faulbrut-Monitoring in Sachsen

  • in MV sind die FKP vom Monitoring auch fürs Gesundheitszeugnis- auf dem Begleitschein wird es angekreuzt, dann ist es 2 Tage nach dem Laborbefund im Briefkasten mit 15€ Rechnung vom Vet.-amt. Ich würde also die Probennahme favorisieren, die auch fürs Zeugnis beim Vetamt reicht, falls man die Wahl hat.

  • Wenn ein Bienenstand im Freistatt Sachsen zum amtlichen AFB-Monitoring ausgewählt wurde für den in der gleichen Saison ein Gesundheitszeugnis benötigt wird, sollte dies spätestens zur Probennahme bekannt sein. Die Sammelprobe (Gemüll- oder Futterkranzprobe) sollte - meines Wissens nach - dann von maximal 6, sonst von maximal 12 Völkern erstellt werden. Für das Gesundheitszeugnis wird - zumindest in meinem Kreis - dann an einem geeigneten Termin noch eine Untersuchung der Bienenvölker auf klinische Symptome der Amerikanischen Faulbrut notwendig.

  • Wenn ein Bienenstand im Freistatt Sachsen zum amtlichen AFB-Monitoring ausgewählt wurde für den in der gleichen Saison ein Gesundheitszeugnis benötigt wird, sollte dies spätestens zur Probennahme bekannt sein. Die Sammelprobe (Gemüll- oder Futterkranzprobe) sollte - meines Wissens nach - dann von maximal 6, sonst von maximal 12 Völkern erstellt werden. Für das Gesundheitszeugnis wird - zumindest in meinem Kreis - dann an einem geeigneten Termin noch eine Untersuchung der Bienenvölker auf klinische Symptome der Amerikanischen Faulbrut notwendig.

    Wo ist den dein Kreis?

    Wäre nett, wenn du dein Profil etwas vervollständigen könntest:)

  • Hallo,


    laut Auskunft des Mitarbeiters vom Vet-Amt muss für ein Gesundheitszeugnis dann nur noch eine klinische Kontrolle erfolgen. Für diese entstehen dem Bienenhalter Kosten. Die Laboruntersuchung ist dann in diesem Fall für umme, da sie ja von der Tierseuchenkasse übernommen wird.


    Wir haben gestern einen Bogen Zeichenkarton auf die Windel gelegt und in 2-3 Wochen wird das Ganze rausgenommen und dann ins Labor geschickt. Insgesamt war dieser erste Teil nach nichtmal 20 Minuten erledigt.


    Gruß

  • ...in 2-3 Wochen wird das Ganze rausgenommen und dann ins Labor geschickt.

    Wie genau und durch wen? Wie wird auf dem Proben-Transport a) ein Verschimmeln und b) unbeabsichtigte Kontamination/Sporenaustrag verhindert? Gibt es dazu eine amtliche Belehrung, Handlungsanweisung o.ä.?

    Die Tschechen haben sich da ja schon viel länger Gedanken darum gemacht und auch schon Lösungen entwickelt (0,80 EU/Einlage incl. Verpackung in 2 Papierumschläge - s. Video in #12, ab Min. 11,54).

  • Hallo,


    da du es ja ganz genau wissen willst. Der Bodenschieber wird mit jeweils zwei Fingern einer jeden Hand (es wird vermutlich auch mit dreien funktionieren) herausgezogen, das Gemüll wird, wahrscheinlich in ein beschriftetes Gefäß, gefüllt.

    Wozu brauch ich eine Handlungsanweisung/Belehrung wenn es der Mitarbeiter des Veterinäramtes macht?


    Gruß

  • Einschieben des Zeichenkartons + 2/3 Wochen später Herausnehmen dieses Gemüllblattes = 2 x Besuch eines VetA-Mitarbeiters -> bei allein 4.271 DIB-Imkern in Sachsen mit 36.179 Bienenvölkern (Stand 2017) sind das mindestens 8.542 Standbesuche und das innerhalb von knapp 4 Jahren (rd. 852 Arbeitstage, wenn man Feiertage + Urlaub abrechnet) -> also 10 Standbesuche/Arbeitstagskraft. Dabei sind noch nicht eingerechnet die Imker, die nicht in Vereinen organisiert sind (20 ... 30%?) und die Wiederholungsbeprobungen/FKP bei positiverAFB-Gemüllprobe.

    Ziemlich aufwändiges Programm, das man mit Beteiligung der Imker nach tschechischem Modell wesentlich zeitsparender und überdies gründlicher (da zum landesweit einheitlichen Zeitpunkt) und v.a. schneller hätte durchführen können, meine ich. Beim tschechischen Modell wird die Zeitspanne, innerhalb derer der aktuelle epidemiologische Stand zu einem einheitlichen Zeitpunkt sichtbar wird, allein durch die Laborkapaztitäten bestimmt, beim sächsischen Modell dagegen durch die Kapazitäten bei der Probenahme mit der Folge, daß man einen Überblick erst in 4 Jahren (Ende des Monitorings am 31.12.2022) erhält, der durch diese zeitliche Unschärfe angesichts der AFB-Virulenz den erheblichen staatlichen Aufwand dafür konterkariert.

  • Einschieben des Zeichenkartons + 2/3 Wochen später Herausnehmen dieses Gemüllblattes = 2 x Besuch eines VetA-Mitarbeiters -> bei allein 4.271 DIB-Imkern in Sachsen mit 36.179 Bienenvölkern (Stand 2017) sind das mindestens 8.542 Standbesuche und das innerhalb von knapp 4 Jahren (rd. 852 Arbeitstage, wenn man Feiertage + Urlaub abrechnet) -> also 10 Standbesuche/Arbeitstagskraft. Dabei sind noch nicht eingerechnet die Imker, die nicht in Vereinen organisiert sind (20 ... 30%?) und die Wiederholungsbeprobungen/FKP bei positiverAFB-Gemüllprobe.

    Ziemlich aufwändiges Programm, das man mit Beteiligung der Imker nach tschechischem Modell wesentlich zeitsparender und überdies gründlicher (da zum landesweit einheitlichen Zeitpunkt) und v.a. schneller hätte durchführen können, meine ich. Beim tschechischen Modell wird die Zeitspanne, innerhalb derer der aktuelle epidemiologische Stand zu einem einheitlichen Zeitpunkt sichtbar wird, allein durch die Laborkapazitäten bestimmt, beim sächsischen Modell dagegen durch die Kapazitäten bei der Probenahme mit der Folge, daß man einen Überblick erst in 4 Jahren (Ende des Monitorings am 31.12.2022) erhält, der durch diese zeitliche Unschärfe angesichts der AFB-Virulenz den erheblichen staatlichen Aufwand dafür konterkariert.

  • Die Mitarbeiterin vom Vet.Amt hat sich für April/Mai diesen Jahres zur FKP im Rahmen des Monitorings bei mir angemeldet. - Ich gehöre keinem Verein an, meine Völker sind nur bei der TSK gemeldet.

    Da ich sowieso eine FKP machen wollte, nimmt sie mir Arbeit und Kosten ab, so ihre Aussage. Hoffe, ich bekomme nicht erst in 4 Jahren nach Abschluss des Monitorings die Laborergebnisse...

  • Zur Größenordnung des amtlichen Monitorings zur Amerikanischen Faulbrut in Sachsen möchte ich auf die Zahlen der Sächsischen Tierseuchenkasse verweisen. Zum 31.12.2017 waren dort 6.573 Imker mit insgesamt 54.988 Bienenvölkern erfasst.

    Quelle: Seite 54 des Jahresberichtes 2017 der Sächsischen Tierseuchenkasse (Abruf von: https://www.tsk-sachsen.de/doc…18/Jahresbericht_2017.pdf )

    Auf dieser Seite sind auch interessante Zahlen zur Völkerdichte in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen aufgelistet.

  • Hallo Ribes,

    Hallo Lindenhonigimker,


    Vielen Dank für die Zahlen. Also sind ca 35% der Imker und ca 34% der Völker nicht im DiB angemeldet oder in den Zahlen ist ein Fehler.

    Das haut mich von den Socken. :confused::confused::confused:

    Ich glaube in NRW ist das nicht so....ausgeprägt.

    Dabei fehlen die Imker noch, die nirgendwo erfasst sind.


    So etwas wie ein Faulbrut Monitoring würde ich mir auch hier wünschen, wenn damit verbunden ist, dass auch alle inklusive Berufsimker darunter fallen.

    Ich finde gerade die Tatsache gut, dass persönlich die Proben gezogen werden.

    Ansonsten werden die Proben natürlich nur von Völkern gezogen, die in neuen Beuten und frischem Wachs stehen oder so ähnlich.

    Die ständig aufflammende Faulbrutbezirke kosten nicht nur mir Nerven, sondern beschert den Leuten die das ordentlich abarbeiten viel Arbeit.


    Am Ende steht allerdings die Frags, ob Sachsen dadurch wirklich eine Eindämmung der AFB erreicht.

    Freier Imker

    Ohne Verein, DIB, Imkerverband und sonstigen Establishment

    Neutral und unbelastet.

  • Am Ende steht allerdings die Frags, ob Sachsen dadurch wirklich eine Eindämmung der AFB erreicht.

    Dr. Koithan folgert in seiner Dissertation aus den statistischen Daten, daß die AFB-Rate direkt abhängig ist vom Kontrollaufwand (und keineswegs von der Völkerdichte!). Wie und von wem nun die Probenahmen durchgeführt werden, ist m.E. zweitrangig, wenn das Verhältnis der VetÄ zur Imkerschaft nicht so zerrüttet ist wie derzeit stellenweise in Berlin.

    Man müßte wirklich einmal die statistische AFB-rate (also bezogen auf die Völkerdichte) in Tschechien betrachten in Abhängigkeit zu dem dort seit Jahren etablierten Monitoring (vorher/nachher) das ja auf der (Gemüll-)Probenahme durch die Imker selbst basiert.

    Die Bedenken, daß die AFB-Ausbreitung schneller sein könnte als die sächsischen Probenahmen (je 1/4 der sächsischen Bienenstände/Jahr, befristet bis 2022) und deren Auswertung, wurden der dort zuständigen

    Landesdirektion bereits mitgeteilt mit dem Verweis auf das bessere und noch dazu preiswertere tschechische Modell (s. #22). Wenn sich da nix bewegt, könnten ja interessierte sächsische Imker auch mal beim sächsischen Rechnungshof für imkerliche Fachkenntnisse sorgen. Der in #12 verlinkte Vortrag von Dr. Titera ist ja nun wirklich deutlich.


    p.s.: Falls die sächsische Veterinärverwaltung zu großes Mißtrauen gegen schwarze Schafe in der Imkerschaft hegt, bleiben ihr ja Vor-Ort-Kontrollen, ggf. sogar unangekündigt, unbenommen. Das wäre jedenfalls immer noch billiger und v.a. schneller als die jetzige Lösung mit mindestens 2maliger Anfahrt einer Amtspersonen an jeden Bienenstand für jeweils eine Beprobung.

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von ribes ()

  • Hallo Zusammen,


    in der Allgemeinverfügung steht: "die für die Durchführung der Probenahme erforderlichen Dokumente sind vorzulegen".

    Um welche Dokumente handelt es sich dabei?

    Ich vermute mal Gesundheitszeugnis, wenn die jeweiligen Völker vor kurzem an den neuen Standort gebracht wurden und die Dokumentation der durchgeführeten Varroa-Behandlungen (Stockkarte etc.). Oder ist etwas anderes gemeint?


    Viele Grüße,

    Erik