Ortsüblichkeit der Bienenhaltung in Buchholz in der Nordheide erreicht.

  • Das Hauptproblem bei der Bienhaltung in einem Wohngebiet sind nicht die Gefahren die tatsächlich davon ausgehen, sondern was die Nachbarn befürchten. Wenn dann noch zufällig beim Reinigungsflug jemand Wäsche draußen aufgehängt hat oder im Mai ein Schwarm in Nachbars Garten hängt, macht man sich möglicherweise unbeliebt. Deshalb vorher die Nachbarn fragen. Was aber wenn ein Eigentümer wechselt. Deshalb rate ich dringend über Alternativen nachzudenken. VG

  • Ich imker zu 90% ohne Schutz und es ist auch nur ein Nachbar gestochen worden.

    Auch wohne ich nicht in Manhatten, sondern in einem kleinen Dorf.:daumen:

    Dennoch war die Wolke der anfliegenden und abfliegenden Bienen auch von mir deutlich zu sehen, wo die Bienen zwischen den zwei Häusern der Nachbarn den kürzesten Weg zum Rapsfeld nahmen.

    Es geht nicht immer ob das objektive, sondern viel um das subjective Empfinden der Leute. Man merkt auch schnell anhand der Kommentare, ob da ein Unbehagen mit im Spiel ist. Das ist für mich auch ein Gund, warum ich max 8-10 Völker am Stand habe.

    Mir reicht das und bei mehr in einer bebauten Dorfstruktur kann es zu Problemen führen auch bei einem Grundstück von 2500 qm. Da ich nicht wander, bin ich auf die Gärten und Höfe von Leuten angewiesen.

    Das machen meine zwei Mitimker genau so. Abgesehen von Mitimkern und einem Schwimmbadbesitzer gab es keinen Ärger. Der letztere wollte nur ein Glas Honig...:u_idea_bulb02:

    Es liegt aber sehr an das Umfeld. Ich habe ein Grundstück gepachtet, dass liegt Mitten in einem Dorf. Dort Grenzen eben nur die Rückseiten der Häuser an. Hier kann man unbemerkt auch 40 Völker hinstellen, ohne das da einer Anstoß nehmen kann.

    Das hängt eben vom Einzelfall ab. Nach kurzem Stress mit meinem Nachbarimker bin ich mit dem Stand sehr zufrieden. An dem Stand halte ich ihm zuliebe nur Carnica.

    Solange der Ruhe gibt, sehe ich da auch keine Veranlassung da Öl ins Feuer zu giessen.

    Es aber unnötig gerade bei den eigenen Nachbarn Streit eskalieren zu lassen, halte ich für grundsätzlich Falsch.

    Als persönliche Anmerkung dazu:

    Bei den Gerichtsverfahren oder Rechtsangelegenheiten (drei in 2018) bei denen ich beteiligt war, lässt man auch immer selber "Energie", auch wenn man als vermeindlicher Gewinner das Feld verlässt.

    In einem Dorf bzw einer ländlichen Region spricht sich schnell rum, ob man der ewige Streitsüchtige ist, aber auch ob man sich ewig duckt oder seine Rechte auch einklagt.

    Als Sohn eines Beamten weiss ich auch aus erster Hand, dass die Verwaltungen hier auch immer große Ohren haben.

    Man erweisst der Imkerei also einen Bärendienst, insbesondere wenn sich die Gemeinde so positiv und vorbildlich wie in dem Fall äussert.

    Eigentlich hätte ich erwartet, dass man hier Loblieder singt.

    Freier Imker

    Ohne Verein, DIB, Imkerverband und sonstigen Establishment

    Neutral und unbelastet.

  • Ja, die Zeiten ändern sich und damit - irgendwann - auch die Ortüblichkeit.

    In den VKSK-Kleingartenanlagen der DDR wurden gezielt Bienenvölker angesiedelt. Dafür gab es sogar einen standardisierten Laubentyp (B 26 M; 27,08 qm Nutzfläche; mit Imkerraum; für 12 Bienenvölker + 6 Ableger konzipiert). Und die Kleingärten grenzten unmittelbar aneinander und waren i.d.R. wesentlich kleiner als 500 qm (der in #28 verlinkte bspw. 10x15m=150qm). Das fanden alle i.O., nur bei Schwarmereignissen gab es ab und zu Ängstliche, letztlich endete aber auch so etwas in Heiterkeit...

  • p.s.: Ggf. als gerichtliches Beweismittel sei eine Quelle angefügt:


    http://www.dr-gerhard-strauch.…/01/Bienenentwicklung.pdf


    Zumindest für das Gebiet der ehemaligen DDR läßt sich die Ortsüblichkeit auch gut belegen mit der "AO über den Einsatz von Bienenvölkern zur Blütenbestäubung von Obst-, Ölfrucht- und Vermehrungskulturen sowie zur Nutzung sonstiger Kultur- und Naturtrachten" vom 18.09.1987 (Gbl/DDR Teil I Nr. 25 S. 243). Gleich in § 2 Abs. 3 ist geregelt: "...Städte und Gemeinden, in denen lohnende Naturtrachten stehen, für die kein Anbaubetrieb zuständig ist, sind verpflichtet, Bienenvölker während der Trachtzeit aufzunehmen." In § 4 ist sogar "die erforderliche Anzahl von Bienenvölkern" pro ha festgelegt worden, z.B. 4 Bienenvölker/ha bei Stein-, Beerenobst, Weißlupine, Sonnenblume etc., 6/ha bei Gurken, 8/ha bei Rot-, Weißklee, Radies, Zwiebeln, Möhern, Petersilie etc. Für Naturtrachten ist in der AO zwar keine absolute Mindestzahl festgelegt, aber die Kreiswanderkommission zur Festsetzung verpflichtet und ermächtigt worden. § 6 Abs. 1 definiert: "Eine Trachtfläche gilt als voll besetzt, wenn die n. § 4 geforderte Anzahl von Bienenvölkern...einschließlich der im Umkreis von 500m von Obstkulturen und 800m von sonstigen Kulturen vorhandenen Standbienenvölker ... besetzt ist." und verknüpft das mit der Pflicht, abgewiesenen Wanderimkern Ersatzplätze anzubieten (mit o.g. Hin- und Rücktransport durch den Anbaubetrieb auf dessen Kosten).

    Transportkapazitäten und Kraftststoff für die Wanderung in Naturtrachten wurden staatlich zur Verfügung gestellt.

  • Der angedachte Weg in die Rathäuser ist ein guter Weg.

    Zurzeit stehen Insekten, insbesondere Wild- und Honigbienen und deren Verlust und Schwund, im Zentrum des öffentlichen Interesses. Da wären zum Beispiel Ratsbeschlüsse von großem Wert, in denen die Bienenhaltung von der Gemeinde oder der Stadt als ausdrücklich erwünscht dargestellt wird.