Ortsüblichkeit der Bienenhaltung in Buchholz in der Nordheide erreicht.

  • "Je nachdem wie die Bienen stehen und wie und in welchem Umfang die Nachbarschaft beeinträchtigt wird, ist es doch völlig okay, wenn die Bienenhaltung da ausgeschlossen wird."....."das jemand sich als Bienenhalter moralisch so sehr im Recht sah,..."

    Wie heißt es so schön, "der Empfänger macht die Botschaft".

    Man kann doch nicht mit Dingen argumentieren, die hier so gar nicht gesagt worden sind. Jedem Imker sollte es ein Anliegen sein, sich mit der Nachbarschaft zu verstehen. Wenn ein Imker meint, er befinde sich moralisch auf einer anderen Ebene, dann muss er halt wieder zurückgeholt werden.

  • Je nachdem wie die Bienen stehen und wie und in welchem Umfang die Nachbarschaft beeinträchtigt wird, ist es doch völlig okay, wenn die Bienenhaltung da ausgeschlossen wird. Für mich jedenfalls. Hab ich jetzt schon öfter erleben dürfen, das jemand sich als Bienenhalter moralisch so sehr im Recht sah, das alle anliegenden Parteien doch bitteschön in der Nutzung ihres Gartens zurückstehen sollten. Finde ich unmöglich. Und die Story hier riecht schon wieder genau so.

    Wie mancher so durchs Internet riechen kann :)

    Grundsätzlich ist der Beschluss nützlich, sowohl als lokal-politisches Bekenntnis als auch als Argumentation bei einem (hier doch nur fiktivem) Gerichtsstreit. Natürlich lassen sich Richter und Behörden, gerade bei der Beurteilung von "Ortsüblichkeit", davon beeinflussen!

    Jedes und alles kann auch "umgedreht" und anders als gemeint benutzt werden, logo. Entweder haben die beiden "R" hier im Forum das schon oft erlebt, schreiben also aus schlechter Erfahrung, oder sie sind selber solche Verdreh-Denker. 8o

  • Was ein Stadtrat dazu feststellt, interessiert den Richter höchstens am Rande...

    Aber die potentielle Wählerschaft kann man mit solch wohlfeilen, aber folgenlosen Beschlüssen leicht beeindrucken. Was mich dabei besonders stört: Es werden falsche Kulissen aufgebaut, die zusammenkrachen, sobald man sie belastet. Sie bieten nur scheinbar Sicherheit, die wirklichen Beißer lassen sich dadurch nicht abwehren.

    Entweder haben die beiden "R" hier im Forum das schon oft erlebt, schreiben also aus schlechter Erfahrung, oder sie sind selber solche Verdreh-Denker.

    In den (zugegeben: wenigen) Nachbarschaftsstreitfällen, die mir persönlich bekannt sind, spielte die Ortsüblichkeit nur 1 x eine Rolle (die anderen Varianten z.B. mit plötzlicher - hausärztlich sogar attestierter - "Allergie" wären hier OT). Da haben wir historisch weit ausgeholt und ganz konkret von den imkernden Bauernhöfen im Dorf geredet und entsprechende Beweise präsentiert. Ein dadurch ausgelöster Aha-Effekt führte zu vollem Erfolg - für den Imker und seine Bienen.


  • Die Biens waren entwicklungsgeschichtlich mit Sicherheit vor den "Menschen" da.
    Inzwischen stellen/legen Gerichte fest, wie der Umgang miteinander zu erfolgen hat.
    Das erinnert an die Feststellung, dass der Graben im Durchschnitt 40 cm tief ist, in welchem die Kuh ersoff.

    Ich weiß dass ich nicht weiß. (Sokrates)

  • Die Biens waren entwicklungsgeschichtlich mit Sicherheit vor den "Menschen" da.
    Inzwischen stellen/legen Gerichte fest, wie der Umgang miteinander zu erfolgen hat.

    zu 1: Ja, und die Menschen siedelten sich zunächst einfach an - allermeist eben nicht in unmittelbarer Nachbarschaft mir den Bienen, sondern in sicherer Entfernung, aber dafür mit umso größerer Bewunderung für diese Tiere. Sehr viel später erst kam Streit auf - nicht etwa wegen zu großer Nähe der Bienen, sondern wegen Diebstahls und damit verbundenem Vandalismus an Bienenvölkern. U.a. deshalb wurden die Zeidler als einziger ziviler Beruf auch mit dem Privileg ausgestattet, Waffen tragen zu dürfen. Im Bauernkrieg wurden Bienenvölker erfolgreich zur Selbstverteidigung gegen marodierende Söldner eingesetzt. Eine vielfältige Geschichte also...


    zu 2: Nein, das tun sie nicht. Sie schlichten nur Streitigkeiten, die die Zeitgenossen, nicht die Gerichte aufbringen.

  • Nachbarschaftliche Rücksichtnahme kann Streitigkeiten vermeiden. Was nützt es mir im Recht zu sein, wenn das gute Verhältnis zum Nachbar gestört ist. Nichts ist schlimmer als ein escalierender Streit zwischen Nachbarn. Für die Bienen findet sich meist in kurzer Entfernung zur Wohnung ein günsteger Stellplatz. Die Stadt oder Gemeinde ist hier in den meisten Fällen oft behilflich. Mir haben sogar Unternehmer einen Platz auf ihrem gesicherten Betriebsgelände angeboten. Auch Kleingartenanlagen sind da oft entgegenkommend. Deshalb sollte man hier möglichst nach der Maxime handeln „der Klügere gibt nach“. VG aus der Börde

  • Das ist ein heikles Thema und hängt letztendlich vom Richter ab, denn der hat die Entscheidungshoheit.

    Dadurch stimmen leider viele der hier gemachten Aussagen, da es sich immer um Einzelfallentscheidungen handelt und sich letztendlich um die Argumentative Auseinandersetzung von zwei Parteien handelt, um eine Beeinträchtigung zu dokumentieren oder zu entschärfen.

    Daher kann die hier gezeigte Willensbekundung mit angegeben werden oder ein Fehlen eben anders gewertet werden. Ob der Richter das überhaupt in seine Entscheidungsfindung einfliessen lässt, ist seine Sache.

    Ich kenne allerdings persönlich keinen Fall, wo die Bienenhaltung generell untersagt wurde, sie wurde nur eingeschränkt.

    Dies natürlich nur wenn Voraussetzungen wie Einhaltung von Abständen eingehalten wurden.

    Generell ist hier in NRW erstmal der Weg im Nachbarschaftrecht so, dass zuerst eine Mediation früher Schlichtung stattgefunden haben "muss".

    Danach ist der Weg zum Gericht eventuell frei.

    Häufig schlägt ein Richter dann eine möglichen Vergleich vor oder fällt ein Urteil.

    Den Fall den ich geschildert bekommen habe, lief dann auch so ähnlich ab.

    Die Völker wurden in einem reinen Wohngebiet gehalten. Das Grundstück war leider sehr klein, so dass eine geringe Völkerzahl erlaubt wurde.

    Somit musste der Imker zwei Völker von seinem Grundstück entfernen.

    Die Gegenpartei hatte eine Bienenallergie angegeben und wollte die Entfernung aller Völker. Das reichte aber nicht.

    Daher finde ich die Aussage der Verwaltung ist eher positiv zu bewerten. Sie liefert zumindest ein Argument. Unglücklich finde ich den Begriff "Ortsüblich".

    Der Imker hielt in dem geschilderten Fall seine Bienen in der Stadt und in einem Wohngebiet.

    Aber letzlich geht es um die Willensbekundung, die sich eindeutig für die Bienen ausspricht und das ist Klasse.

    Allerdings reicht die nicht dafür aus, im Wohngebiet 50 Völker auf 50qm zu halten.

    Freier Imker

    Ohne Verein, DIB, Imkerverband und sonstigen Establishment

    Neutral und unbelastet.

  • These: Die Bienendichte auf einem Bienenstand-Nachbargrundstück hängt weniger von der Anzahl der am Bienenstand gehaltenen Völker, sondern viel mehr von dem Blüh- und Wasserangebot dieses Nachbargrundstücks ab.

    Entfernungsveränderungen innerhalb des üblichen Kern-Flugkreises (Radius 3 km) wirken sich nicht auf die Bienendichte innerhalb dieses Flugkreises aus, resp.: Es ist unter normalen Bedingungen (keine bauliche, geologische oder sonstig wesentliche "Bienenschranke") unerheblich, ob die Bienenvölker 50, 100 oder 200m vom Nachbarn weggestellt werden.

  • Ja Ribes,

    Mit deiner These liegst du näher an der Realität

    Dennoch hatte ich auf meinen Grundstück mal viel zu viel Bienenstöcke stehen, weil der neue zu beziehende Bienenstand plötzlich im AFB Bezirk lag.

    Somit donnerten trotz drei Meter hohen Hindernissen alle Bienen bei Massentracht durch die Häuserkorridore der Nachbarschaft.

    Mein Glück ist, dass ich eine sehr tolerante Nachbarschaft habe. Diese hatte aber auch von mir immer ein oder zwei Gläser Honig im Jahr bekommen.

    Auf lange Sicht wäre das nicht gut gegangen, auch wenn die Ortsüblichkeit auf Basis von Gewerbemischgebiet und langjähriger Imkerlicher Tätigkeit gegeben war.

    Ich möchte keinen Streit provozieren, wenn es zu einem vernünftigen Maß vermeidbar ist. Allerdings lasse ich mir auch nicht alles verbieten.

    Daher sind solche Handlungshilfen, die auch Richter anscheinend genutzt haben, pro 100 qm Grundstück ein Volk, irgendwo mit einem Berechtigungsdasein versehen.

    Das diese bei acht Imkern im Umkreis von 3km irgendwo nicht passen, dürfte klar sein. Daher ist deine These schon auch als Kritik gerechtfertigt.

    Das eine Kommune, dann wenn es zu vermehrten Beschwerden kommt, sich schnell umentscheiden kann, dürfte wohl klar sein.

    Klasse finde ich es, dass sich die Kommune für Bienen überhaupt ausspricht. Solche Fortschritte sollte man nicht kaputt machen.

    Ich hoffe trotz der vielen hätte, wäre, wenn's den schmalen Grad zwischen Vernunft, Recht, Argumenten erklären zu können.

    Ist aber nur meine Meinung zum Thema und jeder legt da seine Grenzen sicherlich anders.

    Freier Imker

    Ohne Verein, DIB, Imkerverband und sonstigen Establishment

    Neutral und unbelastet.

  • Ein Positiver Effekt, der sich auch durch den Antrag und den daraus ergebenen Diskussionen im Stadtrat so wie in der Stadtverwaltung ergeben hat, ist das das Thema Bienen & Insektenschutz in deren Köpfe „angekommen“ und vorerst gespeichert zu sein scheint. Es hat sich ein durchaus Positiver Rattenschwanz ergeben der direkt oder indirekt damit zu tun hatte.


    wie z.B.:

    eine Resolution zum Schutz der Lebensgrundlage von Bienen und Insekten im Stadtgebiet der Stadt Buchholz i.d.N.


    Erstellung einer Informationsbroschüre zu Insektenfreundliche und Naturnahe Gärten in Zusammenarbeit mit NABU-Buchholz für alle (neu)Bürger.


    Eine Veranstaltung zum Thema "Insekten- und bienenfreundliche Gärten" der Stadt Buchholz in Zusammenarbeit mit dem BUND Regionalverband Elbe-Heide. (hatte ca. 150 Besucher)


    Dies alles wird wiederum in der Regionalen Presse erwähnt…


    Unser Bürgermeister bittet seine zuständigen Mitarbeiter im Grünamt, wo immer es geht, Blühstreifen anzulegen.


    Bürgerinitiativen pflanzen Tausende Krokusse so wie Blühsträucher und legen in Zusammenarbeit mit dem Netzwerk Blühende Landschaften Wildblumenwiesen an.


    Und noch einiges mehr!

  • Somit donnerten trotz drei Meter hohen Hindernissen alle Bienen bei Massentracht durch die Häuserkorridore der Nachbarschaft.

    Du sprichst hier nicht zufällig von den engen Korridoren Manhattans? Spaß beiseite:

    Ein Forumsmitglied hat hier einen seiner Bienenstände im Kleingarten (10 x 15 m) beschrieben, in dem jahrelang mehr als 4 Bienenvölker flogen mit tlw. nur 1m Abstand zu den Nachbarn in der Kleingartenanlage. Es gab keinerlei Probleme. Er achtete allerdings auf friedliche Genetik und imkerte sichtbar für die Nachbarn in "zivil", also ohne Stichschutz:

    https://www.gartenimker.de/?page_id=42