Extrem viele Bienen bleiben beim Reinigungsflug im Schnee liegen

  • Bienen.Bertl : Das erscheint mir unlogisch. Wenn eine Biene noch fliegt, arbeitet ihre Hauptmuskulatur und erzeugt so zwangsläufig Wärme. Erst wenn sie sich setzt und diese Muskulatur ruht, kommt die Gefahr des Auskühlens.

    Das ist aber eine theoretische Überlegung, da ich keine ausreichende Erfahrung mit Anflugbrettern habe.

    Ich hatte diese im Frühjahr meines 2. Imkerjahres bewußt abgebaut und meine, in Flugbetriebsbeobachtungen festgestellt zu haben, daß die Bienen sich in kurzer Zeit an die neuen Verhältnisse ohne Anflugbrett gewöhnt hatten und es gar nicht mehr benötigten (Direktanflug des Fluglochs bzw. hilfsweise Landung auf der Beutenfront).

  • Spannende Beobachtung meinerseits:

    Am Samstag vor einer Woche war ich an meinem Standort weiter in der Höhe, auf 820m. Die Beuten kriegen dort die volle Morgensonne und siehe da, bei 2 Völkern sind Bienen geflogen bei 2°C Aussentemperatur. Nicht viele, aber immerhin so 2-3 Ab- und Anflüge/Minute warens. In rund 10 min Beobachtungszeit konnte ich sogar 2 einzelne Bienen mit Pollenhöschen sehen. Bienen können, so sie wollen, auch bei scheinbar tieferen Temperaturen erfolgreich ausfliegen. Demgegenüber war diesen Samstag nichts los, trotz wärmeren Aussentemperaturen und teilweise Sonne (aber halt noch sehr viel Schnee). Vereinzelt sah ich aber nun auch welche im Schnee liegen. Von dem her glaube ich schon auch, dass diese Sterbenden nicht ganz auf der Höhe waren...


    mfg Vivajohn

  • ribes


    Bitte also erstmal denken! Bevor du falsche Schlüsse ziehst.

    Du hast zwar recht, dass Bienen sich erst aufheizen können bevor sie fliegen. Aber normalerweise gibt es Reize, die zu einem Verbleiben in der Wintertraube oder eben zu einem Ausflug führen. Wenn also, wie hier anscheinend passiert, sich viele Bienen verschätzen und nicht wieder zum Stock finden, hat das meistens nur zwei Gründe. Erstens Krankheiten, zweitens ein gravierende Fehleinschätzung xder Temperatur aussen. Diese kann durch durch Aufheizen der Beute bedingt sein, aber auch durch boenhaften kalten Wind. Styropor leitet die Sonnenwärme nicht ins Innere der Beute, daher fliegen bei mir die Völker in Holzbeuten eher, als die in Segeberger.

    Somit ist dein Einwand für diese Situation völlig unwichtig. Wenn es gesunde Bienen sind, würden diese wieder in die Beute zurückkehren, da sie ja durchaus gewisse Temperaturunterschiede überbrücken können. Nur hier konnten sie dies augenscheinlich nicht.


    Fakt ist aber, dass wir nicht wissen, was bei dem Kollegen los ist, daher wollte ich nur bestimmte einfache Faktoren erfragen und oder ausschließen. Leider wird es einem hier aber immer mehr verleidet, etwas zufragen oder zu schreiben. Ego ist der größte Feind des Imkers. Daher KlausF hat es richtig gemacht, dass er hier fragt, aber manchmal ist der nächste Nachbar eine bessere Hilfe, da er sich die Situation vor Ort ansehen kann.

  • Leider wird es einem hier aber immer mehr verleidet, etwas zufragen oder zu schreiben.

    Warum ? Hier sagen die Meisten ihre Meinung oder tun ihre Erfahrungen kund. Vieles sind auch nur Missverständnisse, die wir tunlichst vermeiden sollten. Und - in die Falle bin ich auch schon getappt: Es hängt immer vom Standort und den örtlichen Bedingungen ab (, die man selten nachvollziehen kann).


    Für meinen Standort in Nord-D heute bei Sonnenschein und Temp. um 7 Grad z.B. zwar noch kein Reinigungsflug, aber doch eine Unmenge Wasserholerinnen unterwegs - unabhängig vom Beutenmaterial (Styro oder Holz). Ich habe den Eindruck, dass die Damen voll Freude mal wieder hinaus eilen.

  • (Ursachen)...Erstens Krankheiten, zweitens ein gravierende Fehleinschätzung der Temperatur aussen. Diese kann durch durch Aufheizen der Beute bedingt sein, aber auch durch boenhaften kalten Wind. Styropor leitet die Sonnenwärme nicht ins Innere der Beute, daher fliegen bei mir die Völker in Holzbeuten eher als die in Segebergern.


    ...Leider wird es einem hier aber immer mehr verleidet, etwas zufragen oder zu schreiben. Ego...

    1. Deine These ist nachvollziehbar, muß aber die meine nicht zwingend ausschließen - zumal im angefragten Fall alle Beuten in einer Reihe stehen und vermutlich von derselben Bauart sind, sonst hätte der Fragesteller etwas dazu geschrieben. In Holzbeuten verbrauchen die Bienen nachweislich mehr Futter als in Styrobeuten. Deshalb dürfte ihre Kotblase eher gefüllt sein als bei sparsamen Zehrern und das Hygienverlangen größer/früher einsetzend als in Styrobeuten.


    2. Falls Du mich damit meinen solltest, entschuldige ich mich hiermit für etwaig mißverständliche Formulierungen. Das war keinesfalls meine Absicht.

  • beemax Warum?

    ribes geht von normalen Verlusten aus und nicht von den hier vielen Verlusten von Bienen.

    Es ist als würden die Bienen sich vorbereiten für den Ausflug, aber entweder zu warm oder zu kalt vorheizen.

    Also wie eine Mutter die Kinder auch mal zu warm oder zu kalt anzieht, weil sie gerade in der Wohnung einen geschützten Bereich hat und eben nicht draußen die wirkliche Witterung mitbekommt. Wer von uns hat sich nicht schon mal eine wärmere Jacke gewünscht oder sich von einer Jacke entledigt?

    Bienen können das auch, aber hier scheinen eben viele sich verschätzt zu haben und das kann äußere Ursachen haben, wie Beutematerial, Beutestandort, schnell sich ändernde Witterung etc. Oder innere, wie Krankheiten, Vergiftungen....


    Meinungen sind schön und gut, aber ich versuche eigentlich mich mit Fragen an die möglichen Ursachen heranzutasten und eben nicht ins Dunkle zu schießen. Doch wenn man sich für jede Frage rechtfertigen muss um nicht als Vollidiot darzustehen. Weil es ist doch bekannt......

    Dann ist es dreimal einfacher, den hier anwesenden Imkern einfach zuzustimmen, in das gleiche Horn zustoßen oder zu schweigen.


    ribes , ich habe deine These garnicht ausgeschlossen. Sie stimmt im Normalfall. Aber hier ist ein speziellfall.

    Nix für ungut,

  • Doch wenn man sich für jede Frage rechtfertigen muss um nicht als Vollidiot darzustehen. Weil es ist doch bekannt......

    Dann ist es dreimal einfacher, den hier anwesenden Imkern einfach zuzustimmen, in das gleiche Horn zustoßen ...

    Halloooo - man muss nicht über jedes Stöckchen hüpfen! Und das Forum lebt vom Austausch unterschiedlicher Meinungen und nicht von permanenter Zustimmung.


    Und schon gar nicht vom Schweigen!


    Stay cool

  • Leider wird es einem hier aber immer mehr verleidet, etwas zufragen oder zu schreiben. Ego ist der größte Feind des Imkers.

    Das kann man auch gänzlich andersherum lesen, als Du es gemeint hast und es stimmt mindestens genauso ;)

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Alle Völker wurden mit Oxalsäure im Dezember behandelt.

    Innerlich oder äußerlich?

    Innerlich ist schnell mal überdosiert, schwächt die Bienen und verkürzt die Lebensdauer...

    Völker, denen es gut geht fliegen lieber erst bei besserem Wetter. Ist dieses Volk evtl. auch schon im Spätherbst durch stärkeren Flug und evtl. viel Totenfall vor der Beute aufgefallen? Dann war zu viel Varroa drin. So einen Kandidaten hatte ich letztes Jahr dabei, die sind dann bei der letzten kleinen Kältewelle im März doch noch eingegangen. Da waren aber auch fast keine Bienen mehr drin. Dieses Jahr könnte das auch wieder bei 1-2 Völkern passieren, die im letzten Herbst besonders hartnäckig von Wespen ausgeraubt wurden trotz winzigem Flugloch... kleine Verluste hat man immer mal. Solange das aber nur 5-10% sind gehört es wohl in der Imkerei einfach dazu.

  • Und wie hat er das Entsorgungsproblem der Bienen gelöst?

    Zu lesen in: Emil Preuß Bienenzucht und ihre Erfolge, 1919, Bücherei für Bienenkunde II. Band. Er sperrte die Völker nach dem Reinigungsflug bei zweifelhaftem Wetter ein und tränkte sie. So wollter der Potsdamer starke Frühtrachtvölker erhalten.

    Es git im Netz einen Nachdruck diese Bandes.

    Remstalimker

    Im Netz ist gut auf hohem Niveau imkern.:daumen::lol:

  • Hallo Ribes,

    es ging ihm um die hohen Bienenverluste vor Beginn der Frühtracht. Am Bienenstand 12°C, die Bienen fliegen raus und verklammen im Schatten. Er hat so eine Art Vorbau ähnlich der Dadant-Blatt Beuten gebaut und diesen mit einem feinen Gitterbei Bedarf versehen. Die Tränke hatte er mitten in das Brutnest geführt. Der hohe Regierungsbeamte, er war nach meiner Info für das Zuchthauswesen zuständig und hat sich nachhaltig für das Imkerwesen in Preußen eingesetzt. Die Lindenbäume an den Straßenrändern wurden auf seinen Einfluss gepflanzt. Nach einer guten Ernte sollten also ImkerInnen in diesem Gebiet in die Kirche gehen und eine Kerze für seine Seele anzünden.


    Remstalimker

    Im Netz ist gut auf hohem Niveau imkern.:daumen::lol: