Aller Anfang ist schwer? Der Einstieg in die Imkerei.

  • Hallo Fabi, da ich mit der Imkerei aufgewachsen bin, sind meine Erfahrungen auf diesem Gebiet anders. Trotzdem bin ich der festen Überzeugung dass ein Imkerkurs ohne eigene Bienen wie Trockenschwimmen ist. Learnig by doing ist eine meist sehr erfolgreiche Strategie aber bitte mit einem erfahrenen Paten, dann klappt das schon.

    VG aus der Börde

  • Wenn Neuimker nur dann das Imkern anfangen sollten, wenn sie einen erfahrenen Paten finden, dann sähe es um den Imkernachwuchs aber ganz schön düster aus.


    Neben der schon seit einiger Zeit gewonnenen Erkenntniss, dass nur die allerwenigsten infrage kommenden Paten auch tatsächlich für einen wildfremden Anfänger viele, viele Monate Zeit und Aufwand opfern wollen, kommt erschwerend noch hinzu, dass es jene Paten gibt, die ihre Betriebsweise (und nur ihre Betriebweise) können wollen, und dann auch nur das weitergeben können (wollen). Und dann gibt es eben diesen sehr engen Horizont, den man lernt - was nicht schlimm sein muss, aber schlimm sein kann.


    Anders ausgedrückt: Ein guter Imkerpate ist wie ein Sechser im Lotto. Wenn man seine Imkerkarriere davon abhängig machen sollte, dann braucht man in der Regel gar nicht erst anfangen. Und für den Rest, der es trotzdem tut, bleiben dann Bücher, Fachzeitschriften, YT und so Einrichtungen, wie dieses Forum.

    Und natürlich selber Erfahrungen sammeln, Fehler machen und daraus dazulernen.


    Macht aber trotzdem Spaß, und wenn man es ernst meint, kann es auch gut klappen.

  • Anders ausgedrückt: Ein guter Imkerpate ist wie ein Sechser im Lotto. Wenn man seine Imkerkarriere davon abhängig machen sollte, dann braucht man in der Regel gar nicht erst anfangen.

    Das halte ich für reichlich übertrieben, bei uns im Verein hat sich immer ein Pate gefunden und die sind durchaus geeignet und gewillt Neueinsteiger, in der Regel junge Leute, zu betreuen. Natürlich ist es kein muss aber sicherlich hilfreich.

  • Dann ist das ein cooler Verein mit coolen Leuten! Aber das ist nach meinen nicht-repräsentativen Recherchen die Ausnahme.

    Stimmt, ein Verein funktioniert immer dann, wenn es nicht zu viele Alphatiere gibt. Ein guter Leader zeichnet sich dadurch aus, dass er sich nicht durch Autorität sondern durch Bescheidenheit Toleranz und Kompetenz auszeichnet. Das Forum ist auch so etwas wie ein Verein. Ich bin erst seit Kurzem hier dabei und obwohl wir uns hinter einem Avatar verstecken, bekommt man bald ein Bild von den Menschen die sich dahinter verstecken. Bei einigen erkennt man, dass sie zufrieden auf ihre Lebensleistung zurückblicken können und niemanden noch etwas beweisen müssen. Es gibt auch andere, die meinen sich profilieren zu müssen, halt wie in anderen Gruppierungen auch. Ich kann aber die Erfahrung nicht teilen, dass nur wenige Vereine gut funktionieren, ganz im Gegenteil. VG

  • Es gibt schon unverträgliche Anpaarungen. Nicht jeder Imkerpate hat Ahnung oder die Fähigkeit, diese weiterzugeben. Ein Pate mit hohem Anspruch kann einen Anfänger überfordern, der eine simple Anleitung braucht. Genauso verzweifelt der Anfänger, der möglichst umfassend auch gleich die Hintergründe verstehen und diskutieren will, an einem Paten, der zwar vielleicht intuitive Ahnung hat, aber über "Des hamma scho imma so gmacht" hinaus nichts erklären kann.

    Es gibt abgrundtief lernresistente Anfänger, es gibt aber auch Paten, die Schrott erzählen und zeigen.

    Ein guter und kompatibler Pate ist tatsächlich ein Glücksgriff, da stimme ich Rall0r zu.

    Ich will ein Unwetter. Mit ganz viel Unsonne, untrocken und unheiß. Besser nicht nur eins, sondern zwei oder drei oder fünf. Jetzt und HIER!

  • Es gibt aber auch solche und solche Imkervereine.

    Bei meinem jetzigen Verein gibt es in großen und kleinen Gruppen rege Diskussionen über verschiedene Bereiche der Imkerei.

    Allerdings fällt es auch hier schwer, einen Paten für jeden Neueinsteiger zu finden. Aber was machbar ist, wird auch machbar gemacht.

    Dann gibt es die Imkervereine, die sich weder um Nachwuchs für den Verein, noch um Jungimker kümmern. Da kommt man zur Imkerversammlung und die alten Hasen (Ü60) sitzen da über ihrem Bier und stöhnen über niedrige Honigerträge, stechfreudige Völker, Königinnenverluste (die AS war aber nicht Schuld) und alles mögliche andere, ohne das eigene Wissen preis zu geben. Da möchte man am liebsten nach 10 Minuten wieder gehen.

    Zum Glück haben viele Vereine mittlerweile die Veränderungen bemerkt und tendieren eher zur ersteren Sorte.

    Grüße aus HH Andreas


    Man kann sich den ganzen Tag aufregen :evil: ------- Ist aber nicht verpflichtet dazu :cool:

  • Es gibt schon unverträgliche Anpaarungen. Nicht jeder Imkerpate hat Ahnung oder die Fähigkeit, diese weiterzugeben. .......

    Ein guter und kompatibler Pate ist tatsächlich ein Glücksgriff, da stimme ich Rall0r zu.

    Möglicherweise divergieren unsere Erwartungen und Ansprüche die wir an einen Imkerpaten stellen. Es gibt auch vermeintlich gute und schlechte Mentoren bei Studium und Promotion aber das System hat sich insgesamt bewährt genau wie bei uns Imkern. Man darf nicht vom Besonderen auf das Allgemeine schließen. Ich akzeptiere aber andere Erfahrungen. Fabian wünsche ich dass er einen guten Imkerpaten findet. VG

  • Hallo Fabian ,

    liest Du noch mit ? Wenn der Faden Eröffner keinen Laut mehr von sich gibt, frage

    ich mich immer, ob die gegebenen Antworten auf die Eingangsfrage so umfänglich

    gut und anregend waren, dass alles paletti ist oder, ob der Fragende beidreht , weil

    ihm / ihr alles zu viel wird . Im Sinne aller mitlesenden Interessierten und auch der

    Antwortgeber wäre es sehr nett, wenn man mitbekommen würde, was denn nun

    sich ergeben hat. Das geht mir jetzt gerade durch den Kopf, nicht weil es Dich speziell betrifft, sondern weil ich für mich eine solche Entwicklung im Forum beobachte. Es gibt hier einige, die dazulernen wollen, ihre Erfahrung teilen wollen,

    whatever... Ich würde mich freuen, wenn Du und alle anderen, die sich angesprochen fühlen, dazu beitragen würden :).

  • Ich habe gute Erfahrungen mit Büchern gemacht. In der Literatur für Anfänger wird ganz systematisch das Bienenjahr mit all seinen Aufgaben und erforderlichen Tätigkeiten beschrieben und oft auch mit hilfreichen Fotos verdeutlicht ( das ist vielleicht manchmal nicht so verwirrend, wie die gut gemeinten Hinweise im Forum). Wenn man dann noch jemanden hat, den man fragen kann, wenn man etwas nicht verstanden hat, kann es losgehen... Und die Zeit die man braucht ist relativ: ich genieße ganz oft die Zeit bei den Bienen, finde es spannend sie zu beobachten, das ist keine Arbeit sondern echte Lebensqualität für mich...Fabian, ich wünsche dir einen guten Start.

    ...wenn du die Wahl hast zwischen "Freundlichkeit" und "Recht-haben" entscheide dich für "Freundlichkeit"...:):)

    Mit freundlichen, imkerlichen Grüßen


    Ulli Kehnen