Aller Anfang ist schwer? Der Einstieg in die Imkerei.

  • 1. Kann ich die Bienen im Garten (Dorf) halten, oder sollte ich mir erst ein Platz außerhalb der Ortschaft suchen?

    Bienen fliegen auf Nahrungssuche bis zu 6 Km weit. Wenn's näher was zu futtern gibt ist natürlich besser, aber bei 6 Km sind das gute 55 Quadratkilometer welche die Bienen letztlich anfliegen können

    Hallo nbk, wo bekomme ich von diesen Superbienen Zuchtstoff🙃? VG

  • Ach Ribes,

    Natürlich kommt da noch etliches dazu. Ohne Frage. Da gebe ich dir recht.

    Damit war ja auch nur die Erstausstattung gemeint.

    Der ganze Kleinteilmist geht natürlich ins Geld. Rähmchen, Wachs, Ameisensäure, Oxalsäure, Nassenheimer, Gläser, Etiketten und und und kommen auch noch.

    Mit hoher Wahrscheinlichkeit noch ne Königin etc., Vereinsbeiträge, Seuchenkasse etc nicht zu vergessen.

    Besonders nett wird es dann, wenn Zusagen nicht eingehalten werden. "Kein Problem, kannst dann bei uns mit schleiudern"', habe ich am eigenen Leib erfahren.

    Ein sehr netter Altimker hatt mir dann geholfen.

    Irgendwie, mit Eigeninitiative und viel Hilfe hat es dann geklappt.

    Das gehört zu einer Entwicklung zum Imkern dazu.

    Ich mache mir jeden Winter einen Plan, wie ich das Imkerjahr gestalten will.

    Was soll ich sagen, es ist noch nie so gekommen wie gedacht. Man hat immer von etwas zu viel oder zu wenig. Da bekommt man von einer Imkerauflösung etwas oder das Wetter, der Lieferant spielt nicht mit.

    Ein sehr erfahrener Imker hat mir mal gesagt: Imkern ist eine Materialschlacht.

    Diese Lernkurve unterscheidet nachher den Imker.

    Lass den Jung erstmal starten. Der Rest kommt mit ein bisschen Glück und Willen alleine.

    Viel Erfolg und Spass

    Freier Imker

    Ohne Verein, DIB, Imkerverband und sonstigen Establishment

    Neutral und unbelastet.

  • Moin Fabian,

    ich kann es dir so richtig nachempfinden, wie es in den Fingern kribbelt und man mit einem neuen Hobby loslegen möchte.

    Ging mir damals beim Start genauso.

    Ich kann dir nur raten, das alles nicht übers Knie zu brechen, weil man unbedingt anfangen will.

    Ein guter Pate und/oder Ansprechpartner ist wichtig, denn es kommt meist anders als man denkt und/oder plant. Jedes Jahr ist anders, jedes Volk verhält sich anders.

    Der erste Schritt mit dem Kurs ist sehr gut! Ich dachte damals, ich komm ohne aus, und bin schnell ins schleudern gekommen.

    Die Idee, ein Volk ab Juni, ist ganz sinnvoll. Dann hast du bis dahin Grundlagen erhalten und kannst die ersten Dinge an deinem Volk selber machen.

    Schau gerne zum Start ins Frühjahr bei einem Imkerkollegen vorbei bzw. ihm über die Schulter.

    Dann hast du auch schon mal ein Gefühl, was dich erwartet.

    ggf. kannst du da auch schon die Frage nach dem Magazin-Maß und ob einzargig oder zweizargig dein Volk geführt werden soll.

    Danach kannst du in Ruhe bis Juni deine Einkaufsliste zusammen stellen. (Beute, Rähmchen, Wachs).

    Es gibt in den meisten Shops Einsteigersets, bestehend aus Smoker, Bienenbesen und Stockmeissel. Manchmal auch Handschuhe und Jacke dazu.

    Ich kann dir auch nur raten, erst mal mit Stich-Schutz zu arbeiten. Die Stiche kommen trotzdem, gerade, wenn man sie nicht erwartet. Es gibt auch Völker, die erlauben kein arbeiten ohne Schutz, aber das wäre dann auch kein Volk, welches ich bei mir zuhause stehen haben möchte.

    Mir hilft es, wenn ich weiß, dass ich erst einmal nicht gestochen werden kann, zumindest nicht im Gesicht, dann arbeite ich ruhiger. Alles andere gibt sich nach und nach. Thema Vertrauen zu seinen Bienen.

    Meine Völker stehen bei mir im Garten. Ich hab aber auch tolle Nachbarn, die mit Spannung zusehen, wenn ich einen abgegangenen Schwarm bei denen aus dem Baum pflücke. Da würde ich zumindest mal mit den Nachbarn sprechen (hab ich übrigens nicht gemacht :-/ ging zum Glück gut).

    Wie schon geschrieben, würde ich mit 2-3 Völkern starten, da kann man etwas ausgleichen, falls mal was passiert (Kö weg,etc.) Theoretisch kannst du jedes Jahr die Völkerzahl verdoppeln, wenn du willst, bzw. nicht aufpasst (abgegangener Schwarm;-)) Langsam an den Aufgaben wachsen.

    Theoretisch brauchst du pro Volk pro Woche 0,25-1h je nach Fitnessstand mit den Bienen.

    Da in den Wintermonaten nicht am Volk gearbeitet wird, kann man gut mit Honigernte, Vor- und Nachbereitung 1h pro Volk pro Woche ansetzen, plus-minus. Die erfahrenen Imker, eher weniger, als Neuling, vielleicht mehr. Das pendelt sich irgendwann ein.

    Bei Rasen finden die Bienen übrigens gar nichts zum sammeln;-))) Will sagen, dass es Pflanzen gibt, die nicht blühen bzw. bei denen es nichts zu holen gibt (zumindest für die Biene). Auch ein Pflaumenbaum kann nicht von März bis Oktober für genügend Futter sorgen. Aber der Radius der Biene ist zum einen enorm (3-5km Radius), zum anderen wirst du immer eine Pflanze in deinem Umfeld haben, die gerade blüht. Seid ich Bienen habe, hat sich meine Sichtweise auf die Natur, vor allem auf alles was blüht, deutlich verändert.

    https://www.die-honigmacher.de/kurs2/index.html

    Schau da mal rein für Infos.

    Viel Spaß bei deinem angehenden Hobby!

    Grüße aus HH Andreas


    Man kann sich den ganzen Tag aufregen :evil: ------- Ist aber nicht verpflichtet dazu :cool:

  • ...Ich kann dir nur raten, das alles nicht übers Knie zu brechen, weil man unbedingt anfangen will...

    ein Volk ab Juni, ist ganz sinnvoll...

    würde ich mit 2-3 Völkern starten,

    Dem Rat schließe ich mich vollauf an. Um Mißverständnisse zu vermeiden: Ein eigenes Volk ab Juni 2019, daran lernen, beobachten, aufzeichnen und das dann erst einmal erfolgreich über den Winter bringen. Ab 2020 dann der richtige Start in das eigenständige Imkern mit ggf. 2 ... 3 (selbstvermehrten) Völkern.

    Königinnen oder Völker, Ableger zukaufen sind imkerliche Entscheidungsmöglichkeiten für noch später, wenn man besser beurteilen kann, was man warum kauft bzw. unbedingt haben muß.

  • Kleiner Einspruch: Ich würde mit 3 oder 4 Völkern anfangen, weil man dann eher den Vergleich hat, was normal, groß, klein, wenig, viel, laut etc eigentlich heißt. Mit nur einem Volk und ohne Erfahrung ist man sonst orientierungslos und kann den Zustand noch nicht mal adäquat beschreiben.

  • Es wurde zwar schon alles gesagt, aber noch nicht von allen. 😉 (Welcher Nutzer hier hat schon wieder diese geniale Signatur?)


    Ich habe ganz am Anfang mit einem Volk begonnen und das war ein ziemlicher Frust. Zwar hatte ich im Vorfeld schon sehr viel gelesen, aber ich konnte mit diesem einen Volk nicht viel anfangen. Natürlich konnte ich auch nicht erkennen, dass es (als Kunstschwarm, den ich dann gekauft habe) viel zu schwach gebildet worden war und gar nicht richtig in die Gänge kommen konnte. Im Herbst war das Volk tot, nach einem langen Trauerspiel, das ich aber mangels Vergleich nicht wirklich als solches erkannt habe.


    Richtig Klick gemacht hat es bei mir dann erst im zweijährigen Grundkurs, als wir an mehreren Samstagen immer wieder eine ganze Reihe von Völkern geöffnet und inspiziert haben. Das war was ganz anderes! Unser Kursleiter war aber auch ein witziger Typ. Er hat beispielsweise mal einfach mehrere Wochen lang nichts an einigen seiner Völker gemacht, um uns dann möglichst viele unterschiedliche Volkszustände zeigen zu können. Wir sahen drohnenbrütige Völker, schlüpfende Prinzessinnen und und und. Vieles ist in der Imkerei eine Gefühlssache: Man muss anschauen und anfassen können, um zu verstehen. Das traut man sich teilweise auch nicht wirklich, wenn man nur ein Volk hat, das natürlich möglichst überleben soll. Ich empfehle deshalb auch zwei oder drei Ableger, nicht nur einen.

    «Wer heute die Dunkle Biene, die Carnica oder die Buckfast will, findet dieselbe Ausgangslange vor: Allein intensives Züchten und gepflegte Belegstationen entscheiden darüber, ob sich die gewünschte Rasse halten, bzw. erhalten lässt. Der Unterlassungsfall nennt sich Swissmix, hat alle erdenklichen Eigenschaften und ist vor dem Anspruch der Biodiversität wertlos» (aus: mellifera.ch-Magazin, April 2018, S. 10).

  • Kleiner Einspruch: Ich würde mit 3 oder 4 Völkern anfangen, weil man dann eher den Vergleich hat,

    Dafür gibt es ja den Imkerpaten oder im Komfortfall: den Vereins-Bienenstand.

    Do it yourself kommt bei dem von Fabian ausgewählten Ausbildungsmodell erst im 2. Jahr bzw. als Vorstufe erst ab Juni des ersten Jahres vor. Bei der Vorstufe steht nur noch das Einfüttern und die Varroabehandlung an - Arbeitsschritte, die man einem Grundkursteilnehmer durchaus zutrauen kann, ohne daß er gleich mehrere eigene Völker zum Vergleichen benötigen würde.

  • Es wurde zwar schon alles gesagt, aber noch nicht von allen

    Das war Karl Valentin...

    Schon klar. Ich meinte den beewilli ! :D

    «Wer heute die Dunkle Biene, die Carnica oder die Buckfast will, findet dieselbe Ausgangslange vor: Allein intensives Züchten und gepflegte Belegstationen entscheiden darüber, ob sich die gewünschte Rasse halten, bzw. erhalten lässt. Der Unterlassungsfall nennt sich Swissmix, hat alle erdenklichen Eigenschaften und ist vor dem Anspruch der Biodiversität wertlos» (aus: mellifera.ch-Magazin, April 2018, S. 10).

  • Wenn ich mir nur die Hälfte der hier gemachten Gedanken gemacht hätte - wäre ich nie Imker geworden. Wenn ich dazu noch gewußt hätte, was tatsächlich auf mich zukommen würden.... im Leben nicht 😂😂😂

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife