Aller Anfang ist schwer? Der Einstieg in die Imkerei.

  • Hallo zusammen,:)


    ich werde dieses Jahr mit der Bienenhaltung starten. Habe mich auch schon für einen Anfängerkurs angemeldet. Die Termine sind über das ganze Jahr verteilt. Kann/Soll ich mir dann schon ein oder zwei Bienenvölker kaufen? Oder lieber bis nächstes Jahr warten. Mich krippelt es eigentlich schon in den Fingern, gleich zu starten. Im Imkerkurs gibt es ein Volk für 80€ zu kaufen. Aber erst gegen Ende Juni.

    Nun habe ich erstmal noch ein paar Fragen:

    1. Kann ich die Bienen im Garten (Dorf) halten, oder sollte ich mir erst ein Platz außerhalb der Ortschaft suchen? Der Rasen wird leider gemäht. Finden die Bienchen trotzdem genug Nektar? Wir haben einen relativ großen Garten mit Hecke. Die Nachbar haben einen Pflaumenbaum. Ansonsten haben wir noch einen normalen Rasen.

    2. Gibt es ein super Einsteigerset? Es soll nicht zu teuer und natürlich auch nicht zu teuer sein. Eine Schleuder ect. werde ich mir vom Imkerverein ausleihen.

    3. Mit wieviel Bienenvölker soll ich starten?

    4. Wieviel Zeit muss ich einplanen? Ist imkern sehr zeitaufwendig?


    Ich würde mich sehr auf eure Rückmeldung freuen.


    Euer Fabi

  • Hallo Fabian,


    Kurs machen und das Angebot des Kurses annehmen und dann dem Volk beim wachsen zusehen.

    Grundsätzlich kann man sehr gut Bienen im Garten halten, wenn er nicht zu klein ist, und genügend Nahrung werden die schon finden.

    Imkerei ist aber kein günstiges Hobby. Pro Volk kann man in Summe 500-1000€ veranschlagen, wenn man das ganze Drumherum mitrechnet.

    Die Bienen brauchen auch nicht sonderlich viel Zeit, aber sie diktieren dir, wann du Zeit haben musst. 2 Wochen Urlaub im Mai oder 3 Wochen Ende Juli bis Mitte August kann man vergessen.


    Einfach erstmal den Kurs machen und damit wachsen.

  • Hallo Fabian,


    niemand braucht am Anfang die volle Ausrüstung, aber klar ist, dass die Ausrüstung wachsen wird. Besonders, wenn Du Honig in der Menge ernten willst, die über den Eigenbedarf hinausgeht. - Ich kenne Imker, die mit extrem wenig Aufwand für den Eigenbedarf imkern. Das geht auch. Es hängt davon ab, was Du von Deinen Bienen erwartest. - Doch ganz gleich, wofür Du Dich entscheidest, wirst Du viel Zeit in das Wissen um die Tiere, ihre Biologie und ihren Lebensraum investieren müssen. -


    Viele Grüsse von Benjabien

  • Hallo Fabian,


    Ich habe mit drei Völkern gestartet, war aber schon über meinen Opa vorbelastet.

    Ein Wirtschaftsvolk und einen Ableger würde ich empfehlen.

    Eine komplette Beute mit vier Zargen würde ich mit 150 Euro veranschlagen.

    Den Ableger mit ca. 100 Euro.

    Es fehlen Stockmeissel, Smoker, Schutzjacke, Handschuhe und Bienenbesen.

    Das kannst du dir aus dem Internet raussuchen. Den Smoker fütterte man mit Eierkarton und Sägespänen. Fertig ist das Anfänger Set.

    Vergessen habe ich ein gutes Buch.


    Viel Erfolg

    Freier Imker

    Ohne Verein, DIB, Imkerverband und sonstigen Establishment

    Neutral und unbelastet.

  • Es kommt immer ganz auf den Kurs an.

    Der erste Kurs, den ich besucht hatte, war nicht so toll. Der zweite war/ ist sehr gut.

    Ich würde mir erstmal gedanken über die passende Beute machen und über Beuten/Grundwissen ein paar Bücher lesen.

    In so einem Kurs bekommt man nicht alles beigebracht.

    Thorsten

  • 1. Kann ich die Bienen im Garten (Dorf) halten, oder sollte ich mir erst ein Platz außerhalb der Ortschaft suchen? Der Rasen wird leider gemäht. Finden die Bienchen trotzdem genug Nektar? Wir haben einen relativ großen Garten mit Hecke. Die Nachbar haben einen Pflaumenbaum. Ansonsten haben wir noch einen normalen Rasen.

    Bienen fliegen auf Nahrungssuche bis zu 6 Km weit. Wenn's näher was zu futtern gibt ist natürlich besser, aber bei 6 Km sind das gute 55 Quadratkilometer welche die Bienen letztlich anfliegen können. Der eigene Garten spielt entsprechend nur eine kleine Rolle.


    Entscheidener als das Futterangebot sind die Nachbarn. Nicht jeder ist glücklich Bienen im Nachbarsgarten zu haben. Angst vor Stichen, Verschmutzung von Auto/Wäsche, "Lärmbelästigung" und vieles mehr wird immer mal wieder vorgetragen. Rein rechtlich ist die Bienenhaltung zwar meist erlaubt, aber im Recht zu sein und gutnachbarschaftliche Beziehungen sind dann eben unterschiedliche Dinge.


    Ich habe damals bewusst beschlossen die Bienen nicht in den Garten zu stellen. Auch weil ich nicht abschätzen konnte wieviel Flugbetrieb denn so ist und wie stechlustig die Damen denn sein werden.

    2. Gibt es ein super Einsteigerset? Es soll nicht zu teuer und natürlich auch nicht zu teuer sein. Eine Schleuder ect. werde ich mir vom Imkerverein ausleihen.


    Ein Schleuder brauchst du im ersten Jahr nicht, denn da gibt's noch keinen Honig. Einzige Ausnahme wäre wenn du ein Wirtschaftsvolk kaufst, aber das üblicherweise fängt man mit einem (Kunst)schwarm oder einem Ableger an. Das ist ehrlich gesagt auch entspannter, weil du dich noch nicht mit Honigräumen etc. rumplagen musst. Füttern, Varroabehandlung, ggf. mit Mittelwänden/Rähmchen erweitern und ansonsten sich an den Brummen und Summen erfreuen.


    Was Du meiner Meinung nach minimal an Werkzeug/Ausrüstung brauchst wäre ein Smoker und ein Stockmeisel. Eine Stift-Taschenlampe hilft dabei die Eier in den Zellen zu sehen - mir zumindest.


    Persönlich würde ich auch einen Vollschutzanzug in irgendeiner Form empfehlen. Klar kann man auch ohne Schutz imkern, aber so ein Stich tut ehrlich gesagt doch schon gut weh und wenn man als Anfänger gerade ne Waabe in der Hand hat und gestochen wird erschreckt man sich gut und lässt die Waabe noch fallen, dann ist aber Spaß an der Kiste angesagt. Mit Anzug ist man einfach ruhiger und ich bilde mir ein die Bienen sind es dann auch. Aber wie gesagt, das muss jeder selbst wissen.


    3. Mit wieviel Bienenvölker soll ich starten?


    Mehr als eins. Wenn bei einem Volk was schief geht - z.B. die Königin verloren geht und keine Brut mehr da ist, stehst du vor einem Problem. Mit einem zweiten Volk kannst du dann eine Brutwaabe rüber hängen, so dass das Volk ohne Königin sich eine neue ziehen kann.


    Zwei, maximal drei würde ich sagen.

    4. Wieviel Zeit muss ich einplanen? Ist imkern sehr zeitaufwendig?

    Kommt drauf an was man alles mit einrechnet. Irgendwo habe ich mal gelesen der Profi braucht 20 Stunden pro Volk und Jahr. Also eher wenig. Als Anfänger dürfte das natürlich mehr sein. Ich brauche definitiv mehr als 20 Stunden pro Jahr.


    Wenn du natürlich den Imkerkurs, Materialbestellung, Bücher lesen, etc. mitrechnet wirds mehr. Und es ist übers Jahr verteilt auch unterschiedlich. In der Zeit zwischen der Winterbehandlung im Nov/Dez (je nach örtlichem Klima) bis zum ersten Reinigungsflug ist quasi nichts an den Beuten zu tun, außer mal nachschauen ob die noch stehen. Im Sommer bist du dafür dann quasi jede Woche an den Kisten.

  • ...Fertig ist das Anfänger Set.

    Neuimker, die nicht einmal ihren Hobbock zum Schleudern mitbringen und dann laufend den Abfülleimer borgen wollen, wenn man ihn selber braucht und im Spätsommer bis zum Herbst immerzu Varroa-Equipment ausleihen müssen - die sind besonders beliebt bei Imkerpaten und Vereinskollegen.

    Nein, nein: Ein wenig mehr eigene Gedanken sollte man sich schon machen und am besten im Voraus alle Arbeitsgebiete der Reihe nach gedanklich durchgehen und sich dabei immer auch in die Situation der Imkerkollegen versuchen hineinzuversetzen.

    Am nachhaltigsten wirkt dabei, den Umfang des Hobbies mit den eigenen Kenntnissen zu wachsen zu lassen. Nicht ohne Grund wird Neuimkern erst ab Juni ein Ableger anvertraut. Wenn man das Gelernte beherzigt, wird daraus im Folgejahr ein Wirtschaftsvolk und Ableger, Schwärme gibt es dann u.U. mehr als der Neuimker sich eigentlich wünscht, wenn er ehrlich zu sich selbst ist.

    Geduld gilt nicht von ungefähr als eine erstrebenswerte Tugend...

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