Mauerbiene im Kühlschrank geschlüpft!

  • Hallo Mauerbienenfreunde,


    ich hab grad im Kühlschrank ein krabbelndes Exemplar einer gehörnten Mauerbiene. Die restlichen Kokons sind noch verschlossen und wie im Beipackzettel kühl gestellt. Was kann ich denn mit dem kleinen Freund machen?


    Lg, Miriam

  • Hallo Mauerbienenfreunde,


    ich hab grad im Kühlschrank ein krabbelndes Exemplar einer gehörnten Mauerbiene. Die restlichen Kokons sind noch verschlossen und wie im Beipackzettel kühl gestellt. Was kann ich denn mit dem kleinen Freund machen?


    Lg, Miriam

    Das klingt ja interessant. Ich freue mich schon auf antworten von Wissenden.

  • Hi Anni,


    ich hab 20 Mauerbienenkokons zur Ansiedlung gekauft. Im Beipackzettel stand drin, dass man die Kokons im Kühlschrank lagern kann. Das war mir etwas sicherer- der Balkon heizt sich bei Sonne gerne mal im Winter auf. Über den Sinn und Unsinn von der Ansiedlungs-Aktion sollten wir besser nicht diskutieren😉 Ich will einfach nur, dass es dem Kleinen gut geht und hoffe drauf, dass sich jemand damit auskennt.


    Lg, Miriam

  • Der frühe Vogel fängt den Wurm (aber nicht immer). In diesem Fall halt die falschen Genen?

    Kevin Pfeiffer - Übersetzer, Betreiber der Kleinimkerei zu Gunsten Familie und Freunden

  • Hier findet man weitere Informationen zum Lebenszyklus:

    https://www.wildbienen.info/biologie/solitaere_bienen.php

    Freilassung in die Natur würde derzeit wohl den sicheren Tod des vorzeitig geschlüpften Insekts (Männchen?) bedeuten. Die (ggf. gekäfigte) Haltung in der Wohnung mit Nektar- und Pollen(ersatz)angebot - eher fraglich. Verbringen in ein beheiztes Gewächshaus wegen Einsamkeit und zu befüchtendem PSM-Einsatz stellt vermutlich auch keine echte Alternative dar.

    Ich würde zunächst Rücksprache mit dem Züchter/Versender halten.

    Mglw. ist die Lagerstelle im Kühlschrank zu warm und könnte den vorzeitigen Schlupf aus weiteren Brutröhren provozieren - oder die Ruhephase (Diapause) wurde anders gestört bspw. bereits beim Versand.

  • Nur mal so gefragt: Was treibt einen dazu, Wildbienenkokons zu versenden / zu kaufen und einzulagern bei 4 - 8 °C ? - ich frage aus reiner Neugierde!


    Mit etwas Überlegung könnte man den frühen Schlupf erwartet haben. Natürlicherweise würde diese Biene auf den Schlupf des Partners/der Partnerin warten, um sich fortzupflanzen. Wird's zu kalt, ist sie hin... - Natur halt.


    Was also ist es ? - Neugierde am Objekt, Helfersyndrom oder einfach mal so ?


    fragt einer, der schon Mühe hat, Wildbienen in Holzröhren anzusiedeln.

  • beemax : 0-maximal 4 Grad! Du hast richtig gefragt, ich war einfach voreilig. Würde in einem Naturschutzshop angeboten, dem ich sehr vertraue. Klang ja auch sehr simpel: Kokons im Kühlschrank lagern und dann zur richtigen Zeit draußen aussetzen. Ich meine auch, den Tipp von mehreren Mauerbienenfreunden gehört o. gelesen zu haben.


    Hab online nochmal weitere Aufzuchtinfos gefunden und darin steht sogar, dass es sehr gut möglich ist, dass die gehörnte Mauerbiene vorzeitig im Kühlschrank schlüpft. Man kann sie so weiterhin gekühlt lagern - die können die „Kaltwetterphase“ im Kühlschrank angeblich abwarten🤔

  • Unser Kirschenbauer (Senior, früher an der Außenstelle der Uni in der Honigbienen-/Bestäubungsforschung tätig) schwört auf die, weil sie zuverlässiger als die Honigbienen pünktlich zur Kirschblüte bestäuben- gerade bei der zu diesem Zeitpunkt hier oft kühlen Witterung. Er bietet etwa im Verhältnis 3 : 1 unmittelbar neben den Schlupfröhren neue Röhren zur Eiablage an (Papprollen wie bei "Bio"-Kugelschreibern). Gefahr sei allerdings, sich bei solcher Konzentration der Nistplätze auch die Konzentration von Krankheitserregern, Parasiten und Räubern einzuhandeln - biologische Gleichgewichtstendenz eben.


    Nicht zuletzt auch für Wildbienenschaustände werden die Versandkokons zumindest für die Erstbesiedelung genutzt. Gerade die Gehörnte Mauerbiene beeindruckt Laienbesucher durch Ihre Körperform und -zeichnung. Wenn dann auch noch Goldwespen mit ihrer eindrucksvollen Farbzeichnung von aufmerksamen Besuchern bemerkt werden, ist die Bewunderung groß ebenso wie die Ernüchterung, wenn deren parasitische Lebensweise zur Sprache kommt.

  • Was es da so alles gibt. Also ich würde alle Kokons mit dem kleinen Frühchen dort auslagern wo sie sich im Frühjahr ansiedeln sollen. Vielleicht noch etwas schützen, das keine Vögel dazu können. Da die Kokons in der Natur auch Minusgrade vertragen, würde ich meinen, der Kühlschrank ist nicht der richtige Ort, für die Überwinterung. Ich weis es nicht, aber nehme an das Naturbienen nicht bei Minusgraden sterben, wie die normale Biene. Deshalb raus mit dem Frühchen in die Natur.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • Danke Drobi für deinen Rat. Der deckt sich auch mit der Empfehlung des Verkäufers, der mir soeben geantwortet hat. Ich hab die Kokons samt Biene vorsichtig in eine offene Hummelburg hineingelegt. Etwas Laub ist ebenfalls dabei. Die Stelle ist regen- und sonnengeschützt:) Mal sehen, ob sich Ende Februar was tut.


    Liebe Grüße,


    Miriam

  • Hallo,


    das so ein Wildbienenhotel nicht verpilzt und vermilbt,

    nehmen einige BioBauern die Hummeln einsetzen

    solche (Externer-LINK-ab Seite 7) Nisthilfen.


    Bei passender Pflege hat man so fürs Folgejahr mehr Wildbienen

    und ein sauberes Zuhause !!


    GdBK

    Aus der Übertreibung der Warnungen,
    ist die Unterschätzung der Realität geworden.

  • Korrekt, die hab ich zu den Kokons mit bestellt. Im Herbst können die gesundeb Kokons sachte herausgelöst (Puppenruhe?🤔) und zB in einer Holzschachtel mit Flugloch iwo draußen geschützt vor Sonne und Regen hingestellt werden. Ist halt dann nicht mehr ganz Natur diese Handhabe ;)

  • Als ich die Nisthilfe bestellte, gab es keine Kokons mehr, also habe ich auf natürliche Besiedlung gehofft und bin nicht enttäuscht worden. Ich hab diese Nisthilfe überdacht auf der Terrasse stehen. An einem schattigen Platz. Das erspart mir das Herausnehmen der Kokons im Winter.

    Schnurrdiburr--da geht er hin.....