Steuerliche Befreiung für alle Berufsimker gefordert

  • Hirngespinste???


    Es gab mal Zeiten, da wurde keine Sirex begaste Kiste in China abgeladen.

    In vielen Ländern gibt es hohe Auflagen, ohne die ein Produkt nicht eingeführt werden darf.

    Jeder der mal beruflich in China unterwegs war, kennt den Aufwand der dort getrieben wird.

    Einführungen von Obst, Fleisch, Gemüse etc unterliegen strengen Reglementierungen.

    In einigen Ländern Südamerikas war es mir untersagt, eine Banane oder sonstiges in das nächste Land mitzubringen. Die Strafen hierauf waren hart.

    Es ist aber typisch, das dann der Querverweis auf mein Impressum kommt, wenn man nicht mehr in der Lage argumentativ weiter zu kommen.

    Zumindest weiss man dann, aus welchen Lager wer kommt.


    Das gefällt mir der Link über die statistische Anzahl der Imker und dern Völkerzahl sehr gut. Allerdings habe ich noch einige Artikel im Kopf, dass bei den Imkern eine Überalterung stattfindet. Da möchte ich auch nicht weiter streiten.


    Wer bezahlt das Ganze?

    Das ist immer eine vertragliche Gestaltung zwischen Importeur und Exporteuer.

    Das war bei den Maschinenbauern nichts anderes. Wenn ich den Auftrag für einen Chinesen kalkulieren musste, kamen die Kosten für die zusätzlichen Maßnahmen oben drauf. Das Gleiche galt damals für die Strafzölle einiger Südamerikanischer Länder. So mussten auch für diverse Länder Umwelt und Sicherheitsauflagen eingehalten werden.

    Jedenfalls eins ist klar. Die neuen Sperrbezirke in Aachener, Jülcher und anderen Gegenden der Umgebung kommen nicht von ungefähr.

    Wer bezahlt den Schaden dann?

    Antwort rein rhetorisch.

    Das es immer Mittel und Wege gibt, am System vorbei zu arbeiten ist mir klar.

    Es ist aber auch logisch, dass es zumindest zu einer Eindämmung von Honig mit AFB Sporen kommt. Über die AFB und die staatlichen Maßnahmen dagegen wird ja gerade in einem anderen Thread gestritten.

    Im Sinne eines Gleichstellungsprinzips zwischen heimischen Erzeuger und Import ist für mich die logische Konsequenz.

    Genau das würde ich von Imkern im Verein und deren Verbände erwarten.

    Ferner ist es in meinen Augen auch ein wesentlicher Unterschied wie auch ein Berufsimker agiert. Großimker mit viel Personal und entsprechendem Equipment mit Gabelstabstlern im Einsatz sind eine andere Hausnummer als der Berufsimker der mit seiner Frau 400 Völker bewirtschaftet. Da eine Steuerbefreiung zu fordern ist für mich an der Realität vorbei.

    Sorry

    Freier Imker

    Ohne Verein, DIB, Imkerverband und sonstigen Establishment

    Neutral und unbelastet.

  • so wie bei uns der Honig trotz AFB abgeerntet werden darf, sind AFB-Sporen kein Ausschlußkriterium eher PSM, andere Gifte, Honigverfälschungen sowie Antibiotika im Honig.

    Sich über die falschen Schwerpunkte der Subventionitis in der Landwirtschaft aufregen und selbst Steuerfreiheit fordern, es mag populärer sein als sich für Bewertung und Bezahlung der Bestäubungsleistung einzusetzen, wahrscheinlich würde es die Zahlen von Nebenerwerbsimkern und Berufsimkern als auch der gehaltenen Völker über die Grenzzahlen sowie die Gesamtvölkerzahl schlagartig auf dem Papier erhöhen.

    Die Bezahlung der Bestäubungsleistung als auch der Haftung der Hersteller für Folgen von Vergiftungen und Eintrag von eingesetzten Mitteln in Honig&Wachs würden vielleicht auch mehr Hobbyimker zum Wandern in der Landwirtschaft bewegen.



  • ...untersagt, eine Banane oder sonstiges in das nächste Land mitzubringen. Die Strafen hierauf waren hart.

    ...und die Kontrollen sicherlich ebenso.

    Es läßt sich i.ü. viel einfacher und ungleich schneller Obst & Gemüse im Handgepäck erschnüffeln als Honigproben nehmen, daraus alle anderen Bakterien und Keime eliminieren, um die AFB-Sporen zum Auskeimen (Stäbchenform) zu bringen und als auswertbare Kultur anzuzüchten. Du vergleichst hier Äpfel mit Birnen, Weitgereister!

    Wer bezahlt das Ganze?

    Das ist immer eine vertragliche Gestaltung zwischen Importeur und Exporteur.

    Gerade die Importbeispiele gefälschten Bienenwachses (mehrere Jahre hintereinander!) beweisen, daß es so simpel nicht ist. Die Importhonige werden i.ü. hier bestellt, nicht dort. Und eine Rückabwicklung der betrügerischen Lieferungen scheiterte jedesmal an der verweigerten Wiedereinfuhrgenehmigung des Exportlandes. Auch hier ist also Dein Beispiel keinesfalls vergleich- oder gar anwendbar.


    Die neuen Sperrbezirke in Aachener, Jülcher und anderen Gegenden der Umgebung kommen nicht von ungefähr...logisch, dass es zumindest zu einer Eindämmung von Honig mit AFB Sporen kommt.

    Die Quelle würde mich interessieren, die die Ursache für AFB-Ausbrüche dort kausal AFB-Honigimporten zuweist bzw. beweist, daß Honigimporte AFB-Inzidenz in D bedingen. Dr. Koithan hat das in seiner Dissertation jedenfalls nicht festgestellt.

    Im Sinne eines Gleichstellungsprinzips zwischen heimischen Erzeuger und Import ist für mich die logische Konsequenz.

    Sowohl einheimische wie auch importierte Honige sind derzeit hinsichtlich der Vermarktbarkeit uneingeschränkt verkehrsfähig, also völlig gleichgestellt mit dem Argument, daß AFB-Sporen im Honig für die menschliche Ernährung unbedenklich sind. Die Ungleichbehandlung entstünde erst dann, wenn nur Importhonige bei der AFB-Sporenbelastung nicht ins Land gelassen und somit von der Vermarktung ausgeschlossen würden. Jetzt verständlich?

  • Irgendwie kommt es mir vor, dass die Szene sich lieber selbst zerfleischt, als dass man weit nach vorne schaut. Ängste vor AFB und Neid Debatten passen irgendwie nicht unbedingt zu dem Übergeordneten Sinn der Initiative des DBIB. Es braucht wohl mehr Inhalt, als das "kurz und Prägnant" auf einen Blatt DIN A4 zusammen getragenen. Vermutlich haben es noch nicht alle gelesen und zerreißen trotzem die Idee. Die Gesellschaft hat einen großen Vorteil, dass wir Bienen halten. Die Zahl der Bienenvölker verharrt auf einem in meinen Augen sehr geringen Niveau. Die Zahl der Imker jedoch nimmt zu. Warum?

    Warum steigen die Bienenvölkerzahlen nicht?

    Was steckt dahinter?

    Was wollen wir?

    Was wollen wir nicht?

    Ob es den (reinen) Berufsimkern nun schlecht oder gut geht, spielt vielleicht bei denen, welche nicht in der Tiefe der Materie stecken, eine Rolle. Alle Insider wissen, dass auf den Steueroasen und CD´s nur Imker sind. Ironie-Knopf aus.

    Der Aufwand die Steuer (richtig) zu erklären ist nicht ohne. Die wenigsten von uns allen haben den vollen Durchblick in den 7000 Vorschriften. Eine Steuerbefreiung kommt nicht nur den reinen Berufsimkern zugute, sondern den vielen im Zu- und Nebenerwerb. Dort ist die größte Ungerechtheit verankert. 25 Völker kein Problem. 26 schon! irgendwie komisch.

    Man kann auch 30 und 31 sagen oder 40 und 41 oder 69 und 70. Alles egal. Aber nicht egal ist mir, dass wir mit den Bienen für unseren Wohlstand sorgen wie kaum eine andere Gruppe und für diesen Beitrag keinen Cent in unseren Taschen sehen. Und dafür müssen wir auch noch ins Büro sitzen und Sachen machen, welche nichts mit Bienenhaltung zu tun haben. Jeder Arbeitnehmer kann seine ganze Arbeitskraft dem Chef zur Verfügung stellen und bekommt dafür seinen Lohn. Nur als Imker wirst du wie ein Unternehmer behandelt. Alle Landwirte dagegen bekommen Flächenprämien oder Betriebsprämien. Wir nicht!

    In meinen Augen einfach nicht akzeptabel.

    All jenen, welche mit Befürchtungen und andern Schreckensbilder die Ängste schüren, dass durch die Aktivitäten des DBIB, der Schuss nach hinten losgehen sollte, und schon ab dem ersten Volk die Steuerschraube und Abgabenlast angezogen wird, sei gesagt, dass dies ja letzten Endes zu noch weniger Bienenvölker führen wird als bisher. Und das wird kein einziger Politiker wirklich wollen!

    Wir werden das genau beobachten, wer von den Politikern das wirklich will.

    geht´s den Bienen gut, geht´s der Umwelt gut!

  • Nur als Imker wirst du wie ein Unternehmer behandelt.

    Das könnte daran liegen, dass er Unternehmer ist. Der angestellte Imker verdient wenig aber braucht sich auch nicht, wie jeder andere nicht selbtsständige um die aufwendigen Bürokratien kümmern. Jeder Chef in jeder Branche hat diese Probleme. Das ist doch nicht Imker spezifisch.

    Und wenn die Imker so wenig verdienen, ist eine Steuerbefreiung doch eine sehr unwirksame Maßnahme.

    Für die Flächenprämie der Landwirte muss man auch erst mal Flächen bewirtschaften. Hälst Du es für vernünftig, wenn Entsorger aus NRW halb Brandenburg aufkaufen um die Subventionen abzugreifen?

    Ich möchte mir gar nicht vorstellen, welche Bienenhalter eine Subventionierung auf den Plan rufen wird.

    Und was ist das Problem ab 26 Völker? Die BG? Die anderen Landwirte bezahlen ab 1 m² bewirtschafteter Fläche Beiträge zur Unfallversicherung, soweit ich weiß. Und bei einem Unfall steht man sich mit der BG nicht schlecht. Es kann auch durchaus sein, dass man für Bienenvölker Beiträge zahlen muss, obwohl man weniger als 26 hat.

    Vielleicht hätte man vor der Veröffentlichung erst mal genau überlegen sollen, was man denn eigentlich fordern will. Diese Hauptsache Geld von irgendwem Forderung wird nicht weit führen.

    ..."ist mir noch nie passiert" sagte der erfahrene Imker, "aber..."

  • Und was ist das Problem ab 26 Völker? Die BG? Die anderen Landwirte bezahlen ab 1 m² bewirtschafteter Fläche Beiträge zur Unfallversicherung, soweit ich weiß.

    Nö, ob man in die BG Einzahlt hängt ganz davon ab wie viel Fläche und vor allem welche Kultur man bewirtschaftet.

    Viel Fläche brauchts nicht. Ab 2500 m2 landwirtschaftliche Fläche ( das kann eine Wiese sein die als Grünfläche gilt) bist Du in Sachsen mit 87,50 € dabei.

  • Die Zahl der Bienenvölker verharrt auf einem in meinen Augen sehr geringen Niveau. Die Zahl der Imker jedoch nimmt zu. Warum?

    Warum steigen die Bienenvölkerzahlen nicht?

    Kannst du das bitte erklären? Woran machst du es fest, dass wir zuwenig Bienenvölker haben? Was wäre der Vorteil von noch mehr Völkern?


    Die Grafik vom DIB oben zeigt doch, dass wir wieder fast die Höchststände alter Zeiten erreicht haben. Willst du NOCH mehr? Wem soll das was bringen?

    Immer mehr Milchkühe haben den Bauern auch nicht mehr Wohlstand gebracht, sondern Milchseen produziert. Und dabei haben die Bauern noch gar nicht mal selber danach gerufen, dass bitte noch mehr Bauern noch mehr Kühe halten sollen....


    Und dank Strukturwandel ist doch der Tisch für die Bienen heute viel weniger gut gedeckt wie damals!


    Es mag ja regional noch Luft nach oben haben, aber wenn ich mir das Gedrängel in anderen Gegenden, z.B. im Bereich der Großstädte, oder speziell auch die oft mäßige Begeisterung bei der Ankunft von Neuimkern in einigen Wandergebieten ansehe (und das, obwohl es gerade dort wirklich mehr als genug Nektarangebot gibt), dann gibt es doch längst schon große Gebiete, in denen man eher von Sättigung als von Mangel reden muss.

    Und in den ländlichen Gegenden scheinen sich die Imker auch auf den Füßen zu stehen, zumindest preislich. Da muss man nur die entsprechenden Preisdiskussionen hier lesen. Ob mehr Völker und Imker da förderlich wären?


    Es nützt weder der Natur noch den Kulturen was, wenn wir zwar viele Bienen, aber immer weniger sonstige Insekten haben.


    Hier in meiner Gegend stehen hinter jeder Ecke Bienenvölker. Jeder kennt mindestens einen Imker. Ich wüsste jetzt echt nicht, was noch mehr Imker bringen sollen. Und vor allem wem, außer den Vereinen, den großen Honig-billig-Aufkäufern, dem Imkerbedarfshandel und den Imkermedien.


    Und in vielen Gegenden gibt es außer Raps auch keine nennenswerten Kulturen, die von Bienen profitieren könnten. Es geht doch eher umgekehrt - die Imker sind doch froh, wenn es Zwischenfruchtanbau und Blühflächen gibt. Wenn die mal nicht mehr angebaut werden, wird es regional jetzt schon schwierig.


    Also, warum dieser Ruf nach noch mehr Imkern und Bienen?

  • Ich wiederspreche da in vielen Punkten. Bevor Hartmut zurecht dazwischen fährt, zurück zum Thema.


    Es geht aber in dem Thread um die Steuerbefreiung.

    Diese sehe ich nicht. Die Argumentation mit CD's aus der Schweiz, Panama Papers oder sonstiges bringen an der Stelle nichts.

    Auch das die Bestäubungsleistung nicht bezahlt wird, ist nicht relevant.

    So gibt es viele Bereiche wo zwischen Hobby und Beruf unterschieden wird.

    Es kommt nur keiner auf die Idee, weil derjenige der es als Hobby ausübt und eine Konkurrenz darstellt als beruflicher eine Steuerbefreiung zu fordern.

    Dabei stehen ja oft beide Seiten in enger Verbindung. Ohne die Verkäufe an die Hobbyimker könnte so mancher Berufsimker noch schlechter überleben.

    Aber es bringt nichts weiter über das Thema zu sprechen.

    Es wird keine Steuerbefreiung geben.

    Freier Imker

    Ohne Verein, DIB, Imkerverband und sonstigen Establishment

    Neutral und unbelastet.

  • Wir SIND beim Thema.


    Eine steuerliche Förderung einer bestimmten Lobbygruppe hat oft, wenn nicht sogar immer auch das Ziel, die Zahl der Geförderten mindestens stabil zu halten.


    Die steuerliche Befreiung wird laut Diskussions-Titel zwar nur für Berufsimker gefordert. Aber wenn nun ein Vertreter genau dieser Gruppe sich hier meldet und generell mehr Imker, also auch Nicht-Berufsimker wünscht, dann ist die Frage nach der optimalen Zahl der Imker thematisch passend. Und käme die Forderung durch, würde das ganz sicher die Zahl der Imker, mindestens der Berufsimker erhöhen.


    Zur Frage, ob Berufsimker steuerlich gefördert werden sollten habe ich keine Meinung, mir kommen andere Möglichkeiten allerdings zielführender und günstiger vor, siehe #11.


    Wenn mich jetzt aber ein Laie fragen würde, brauchen wir mehr Imker und Bienenvölker, also mir fielen beim besten Willen echt keine Pro-Argumente (mehr) ein. Das war vor 10 Jahren noch anders, aber heute? Deshalb meine Frage nach der Begründung, ich bin durchaus lernbereit.


    Ich meine, die Zahl der Imker ließe sich besser über die Gestaltung der wirtschaftlichen Aussichten (z.B. faire Honigpreise vs. Importe, Bestäubungsprämien etc.) optimieren als durch rein steuerliche, subventionsartige Anreize. Die haben noch immer Auswüchse produziert, egal welche Branche.

  • Die Subvention (ggf. in Gestalt des Steuernachlasses) wird ja gerade als (allgemeine) Bestäubungsprämie gefordert.

    Ich denke, das das den Punkt der ganzen Diskussion trifft. Notwendig ist eine Bestäubungsprämie ! ! !

    Wie lässt das am Besten umsetzen?

    Eine Möglichkeit wäre bsw. die Greeningprämie der Landwirte an die Aufstellung von Bienenvölkern zu koppeln. Zumindest bei den Früchten die Sinn dafür machen.

    Damit würde dann wohl bei Landwirten mehr Interesse erzeugt auf die Imker zuzugehen.

    Imker und Landwirte sind alle Teil der Landwirtschaft und der "oberste Dienstherr" der Landwirtschaftsminister auf Bundes- bzw. Länderebene. Es muss nicht privaten bzw. kommerziellen Initiativen überlassen bleiben die Beiden also Imker und Landwirte zusammenzubringen.

    Eine Netzwerkinitiative für Imker und Landwirte von Seiten der Landwirtschaftsämter die Völker und Flächen zusammenbringt dürfte doch kein Problem sein.

    Ich bin übrigens selber imkernder Landwirt.


    Grüsse Tom

  • Was verdient der Staat denn überhaupt an der Imkerei?

    Wie viele Imker kommen überhaupt an die Grenze, wo sie Steuern zahlen müssen?

    Gibt es da Zahlen?

    Was mich betrifft, da verdient nur der Steuerberater.

    Elk