Steuerliche Befreiung für alle Berufsimker gefordert

  • Beim DBIB liesst sich das irgendwie deutlich nahcvollziehbarer.

    Nö, das ist genauso Unfug. Wolfgang schrieb es schon deutlich: Wer einen Gewinn erzielt, muss dafür Steuern zahlen. Das müssen alle Landwirte.

    Wenn der Maler dem Nachbarn kostenlos die Wohnung streicht, weil dieser so nett ist, ist das genau das selbe wie bei Hobbyimkern und Berufsimkern.

    Wer keine Versicherungsbeiträge bezahlt, hat auch keinen Schutz. (BG)

    Die Forderungen sind mehr als abenteuerlich.


    Gemeinnützigkeit erfordert einen gemeinnützigen Zweck, für den dann alle Einnahmen verwendet werden müssen. Also wieder keinen Gewinn.


    Es ist schade, dass sich die Imker durch solche Forderungen so lächerlich machen.

    Wenn Pestizide und Monokulturen ein Problem sind für die Imker, kann doch nicht das Ziel sein, ständig die verreckten Völker finanziert zu bekommen. Es sollte das Ziel sein, an der Ursache was zu ändern.


    Es ist auch sehr verwunderlich, dass einmal gegen die Mitimker im Hobbybereich geschossen wird, und anschießend diese als Verbündete für die anderen Forderungen herhalten müssen.

    Sehr unüberlegte Aktion.

    ..."ist mir noch nie passiert" sagte der erfahrene Imker, "aber..."

  • Problem ist nur, dass sie dann keine Gewinnerzielungsabsicht haben dürfen

    Das ist ein Irrtum. Es gibt kein gemeinnützigkeitsrechtliches Gewinnerzielungsverbot, sondern nur ein Gewinnverwendungsgebot.

    Das besagt u.a., dass keine Gewinne ausgeschüttet werden dürfen. Das wäre so weit kein Problem, weil die Wertschöpfung über Gehälter erfolgen kann.

    Das Problem ist ein anderes: Gemeinnützig ist im Fall der Imkerei lediglich die Tierzucht, nicht die Erzeugung von Honig usf.


    Wolfgang

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)

  • Wolfgang : Ich habe gehofft, dass Du hier noch mitliest. Danke für die wie immer fundierte Korrektur!

    Asimov

  • Die Aussage ist meiner Meinung nach falsch.

    Ein gemeinnütziger Verein darf dauerhaft keine Gewinne produzieren, ansonsten ist die Gemeinnützigkeit weg.

    Die Diskussion kenne ich schon aus dem Angelverein. Wir mussten in regelmäßigen Abständen dem Finanzamt darlegen, warum wir eine hohe Rücklage auf dem Sparbuch haben. Dieses konnten wir auf Basis mehrerer Ergeignisse wie Hochwasser, Fischsterben, Krankheiten belegen.

    Danke nochmal an die Einsichtigkeit des Finanzbeamten. Der letzte große wirtschaftliche Schaden konnte aufgefangen werden und per Anwalt teilweise zurück gefordert werden.

    Das Vereine das gerne dehnen ist mir bekannt. Manche Organisationen zahlen sich horende Gehälter unter dem Deckmantel der Gemeinnützigkeit. Das sieht man daran, dass die Hälfte der Spenden oder mehr dann in den Verwaltungsaufwand landen.

    Das führt jetzt zu weit.

    Eine Ausstattung eines Berufsimkers mit dauerhaften Honig und Wachsverkauf etc wird nie als Gemeinnützig anerkannt werden.

    Der DDIP macht sich mit dieser Aktion lächerlich und bestärkt nur auch meine Meinung zu dem "Verein".

    Der Ansatz nur geprüften Honig ins Land zu lassen wäre da der bessere. Ferner müssten die Kriterien der Definition von Honig angepasst werden.

    Das heisse Eisen wird nur keiner anfassen, da unsere Lebensmittelindustrie darauf angewiesen ist und preiswerten Honig für ihre Produkte benötigt.

    In meinen Augen zäumt man das Pferd von hinten auf und erweist den Hobbyimkern einen riesen Bärendienst.

    Ein Gedanker noch hierzu. Vor ein paar Jahren war der Hobbyimker ja noch am aussterben. Jetzt erlebt die Imkerei einen nie dagewesenen Hype.

    Was ist in ein paar Jahren?

    Viele der Altimker sind dann weg und der Hype auch.

    Wird dann wieder nach dem Hobbyimker geschrien?

    Ja klar, denn imkern bedeutet viel Arbeit auch bei Wind und Wetter mit hohen Investitionen.

    Dauerhaft nicht jedermanns Sache.

    Freier Imker

    Ohne Verein, DIB, Imkerverband und sonstigen Establishment

    Neutral und unbelastet.

  • Vor ein paar Jahren war der Hobbyimker ja noch am aussterben. Jetzt erlebt die Imkerei einen nie dagewesenen Hype.

    Oi, oi, das liegen die gefühlten Fakten aber weit neben den realen:

    https://deutscherimkerbund.de/…hland_Zahlen_Daten_Fakten


    Verständlich, daß der DBIB die statistischen Zahlen etwas anders aufrechnet:

    https://berufsimker.net/der-verband/


    Das ändert aber keineswegs etwas daran, daß dieser "Verein" durchaus Wichtiges für die Natur und die Bienen, ja sogar für uns Hobbyimker bewirkt. Kein Grund also, ihn pauschal abzuwerten. Eine seiner jüngsten Initiativen beginnt gerade Früchte zu tragen über die Startregion hinaus als Modell auch für andere Regionen:

    https://bienenstrom.de/#sandwich-idee


    Der Ansatz nur geprüften Honig ins Land zu lassen, wäre da der bessere. Ferner müssten die Kriterien der Definition von Honig angepasst werden.

    Meinst Du wirklich, durch Marktabschottung gegenüber AFB-besportem Honig das Heil zu finden? Bist Du gar ernsthaft der Auffassung, Honig sei kein Honig mehr, wenn er AFB-sporenbelastet ist und daß die Definition nach HonigVO entsprechend enger gefaßt werden muß? Und daß das angesichts der bestehenden nationalen wie internationalen Wettbewerbsregeln gesetzgeberisch durchsetzbar wäre?

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von ribes ()

  • Bienen Ede und Bee-geistert :

    Wer soll eigentlich die lückenlosen AFB-Einfuhruntersuchungen ausländischen Honigs (80% des Verbrauchs in D!) und selbstverständlich dann auch des inländischen Honigs durchführen und bezahlen? Und welcher Imker die damit verbundene Bürokratie aushalten?


  • Bienen Ede und Bee-geistert :

    Wer soll eigentlich die lückenlosen AFB-Einfuhruntersuchungen ausländischen Honigs (80% des Verbrauchs in D!) und selbstverständlich dann auch des inländischen Honigs durchführen und bezahlen? Und welcher Imker die damit verbundene Bürokratie aushalten?

    Es gibt immer nur Stichproben bei der Einfuhr von Produkten. Der Exporteur hat die Eigenschaften zu erklären, ggf. durch Zertifikat nachzuweisen. Wo die Behandlung der AFB mit Antibiotika zugelassen ist, kann das wohl niemand zertifizieren. Jedensfalls wird der deutsche Steuerzahler nicht belastet.

    VG

  • Aus manchen Ländern kommen Waren mit allen möglichen und gewünschten Papieren. Sogar Muster werden vorab zur deutschen Prüfung eingereicht. Was dann z.B. im Hamburger Hafen entladen wird, steht auf einem ganz anderen Blatt, wie der letzte Wachsskandal beispielhaft gezeigt hat. Da war das Hauptexportland für Honig beteiligt. Dort hat man auch Erfahrungen zur Abfälschung von Honig und zu verdeckten Exportwegen, um Kontrollen zu umgehen:


    https://www.bienenjournal.de/f…gen-honigverfaelschungen/


    Nationale Sonderregeln erfordern nationale Kontrollen, so ist das nun mal.

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von ribes ()

  • Es ist allgemein bekannt, daß ein Großteil des nach D importierten Auslandshonigs AFB-Sporen enthält. Ursache ist die AFB-Bekämpfungspraxis in den Haupt-Exportländern, die mit Antibiotika die vorhandene, mittlerweile wohl flächendeckende AFB-Infektion der Bienenvölker nur zudeckt, aber nicht tilgt.

    Bei Einführung eines Importverbotes für AFB-belasteten Honig, gar der Aberkennung seiner Eigenschaft, überhaupt Honig zu sein per definitionem (so wie hier vorgeschlagen), wäre wohl dieser Großteil aller Honigimporte nach D über Nacht ausgeschlossen. Das wird mit dem bisherigen Kontrollaufwand auf keinen Fall durchsetzbar sein - ganz abgesehen davon, daß es wohl auch rein juristisch gar nicht möglich wäre.

    Wir müssen also nicht weiter über diese Hirngespinste diskutieren, sie sind m.E. ebenso irrig wie unrealistisch. Mich wundert es nur, wenn gerade die nach vermehrter Kontrolle, schärferer Regulierung und Verboten rufen, die sonst so unbelastet von jeglichem "Establishment" leben wollen.

    Die Diskussion ist übrigens gar nicht neu. Man braucht sich nur die Begründungen zur Einführung des Einheitsglases vor über 100 Jahren durchzulesen...