Steuerliche Befreiung für alle Berufsimker gefordert

  • Das ist eine Sache an der der DBIB jetzt schon länger Arbeitet.


    Grundsätzlich hätte ich nichts dagegen (wie auch als Imker), v.a. da es so die Berufsimker mit den Hobbyimkern gleichstellen würde.


    Wirtschaftspolitisch halte ich es für unmöglich, erklärt das bitte mal einem Rapsbauern das er nicht steuerbefreit ist, aber der Imker schon.


    Einzig und alleine halte ich eine Besteuerung der kompletten Imkerei nach Vorbild der restlichen Landwirtschaft für möglich.

  • Ich hab gerade nochmal die Zahlen gecheckt.

    Volkswirtschaftlicher Nutzen der Deutschen Imkereien beträgt 1,6 Milliarden Euro . Geteilt durch die

    820 000 registrierten Bienenvölker kommen wir auf einen volkswirtschaftlichen Nutzen pro Bienenvolk von 1951,21 EURO.


    1951,21 EURO volkswirtschaftlicher Nutzen pro Bienenvolk !!!

    Und wir Imker werden wie der letzte A.... behandelt !!!


  • Und wir Imker werden wie der letzte A.... behandelt !!!


    Hi,


    das kann ich absolut nicht unterschreiben.


    Gerade als Hobbyimker hast du in Deutschland diverse Vorteile gegenüber


    allen anderen was die Besteuerung angeht, das neue Verpackungsgesetz,


    diverse Förderungen usw..


    Davon können viele andere nur träumen.


    Mehr geht immer, darüber brauchen wir nicht streiten. Aber dein Zitat halte ich für


    hoffnungslos übertrieben.


    Gruss Joachim

  • Die Aussage, dass Hobbyimker auf ihren verkauften Honig keine Steuern zahlen, ist ausgemachter Blödsinn und die Folgerung steuerlogisch falsch.

    Steuern zahlten man nicht auf den verkauften Honig (wegen der Durchschnittssatzbesteuerung noch nicht mal Umsatzsteuer) - Steuern zahlt man auf die Gewinne, die man mit der Imkerei macht.

    Wer keine oder geringe Gewinne macht, zahlt keine Steuern. Das ist auch in anderen Branchen so. Wer Gewinne macht, kann und soll auch Steuern zahlen. Wenn es den Berufsimkern so schlecht geht, wie sie tun, wären ja ihr Gewinn gering und folglich auch die Steuerlast.


    Einleuchtender finde ich da z.B. die Forderung nach pauschalen Bestäubungsprämien. Da gibt es nämlich wirklich einen public benefit.

    Die Imker sollten gründlicher darüber nachdenken, was sie von der Gesellschaft fordern. Dann wird das auch weniger peinlich und vielleicht fänden sie auch mehr Unterstützung.


    Wolfgang

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)

  • Hallo, mich stört viel mehr, dass zu wenig dAgegen getan wird, dass Honig aus Staaten importiert wird in denen die AFB mit Antibiotika behandelt wird. Zumindest höhere Importzölle wÄren hier hilfreich um unseren Wettbewrbsnachteil auszugleichen. Jeder Bauer bekommt 230€/ha egal was er darauf macht. Da wären 193€/Volk mehr als gerecht!

    VG

  • Ja, Du hast vollkommen recht, wenn Du vom Hobbyimker sprichst. Sobald Du im Nebenerwerb bzw. Vollerwerb angekommen bist trifft Dich "die volle Härte des Gesetzes". Darauf bezog ich mich und auch im von Waldfrau verlinkten SAT Interview mit Frank kommt das wohl mehr als deutlich zum Ausdruck. Nochmal ein paar Zahlen. Ein Nebenerwerbsimker mit mindestens 31 Völkern erwirtschaftet einen volkswirtschaftlichen Nutzen von 60487,51 EURO und als Vollerwerbsimker mit 100 Völkern 195121 EURO. Dieser gesellschaftliche Nutzen wird mit keinem Eurocent Bestäubungsprämie vergolten. Ich frage mich wozu wir Beiträge für den DIB bezahlen. Ich wünschte mir eine Vertretung wie den Bauernverband , der sich wirklich für seine Mitglieder einsetzt und die Winzer Julia um den Finger wickelt.

  • Hallo Kollegin aus dem Rheinland,


    Das wird nicht es nicht geben, da des den Grundsätzen des Steuerrechts wiederspricht. Schau dir einfach mal den $3 EStG an, wer da steuerfrei sein darf.

    Wenn man den Imker steuerfrei stellen würde, kämen zudem etliche an und wollen keine Steuern zahlen

    Der Artikel ist sehr einseitig gefärbt.

    Der Hobbyimker betreibt eben Tätigkeit ohne Gewinnerzielungsabsicht.

    Wo da die Grenzen sind????

    Jedenfalls die Einteilung Hobbyimker, Nebenerwerbsimker und Berufsimker sind ja nun festgelegt worden, sowie die Völkerzahlen, ab die Steuern zu zahlen sind.

    Ob diese Grenzen willkürlich gesetzt sind oder nicht, möchte ich nicht diskutieren.

    Schließlich können aber Berufsimker von ihrer Tätigkeit leben.

    Ich sehe es aber als Fehler an, an diesen Grenzen zu rütteln.

    Der Schuss wird nach Hinten losgehen und die Grenzen für den Hobbybereich werden gesenkt werden.

    Das es so wenige Berufsimker gibt, liegt daran das Honig aus dem Ausland zu wesentlich günstigeren Preisen importiert wird und Bestäubungsleistung hier nicht bezahlt wird. Ferner sind die Entstehungskosten im Ausland wesentlich geringer, da dort mehr geerntet werden kann und Peronalkosten geringer sind. Auch sind die Auflagen dort wesentlich geringer.

    Freier Imker

    Ohne Verein, DIB, Imkerverband und sonstigen Establishment

    Neutral und unbelastet.

  • Statt wieder mal nach steuerlicher Sonderbehandlung oder Subventionen für eine weitere Lobbygruppe zu rufen und damit nur wieder neue Neider zu produzieren, wäre es in meinen Augen besser, uns Imker vor den absolut unfairen Honigimporten zu schützen, wie sie derzeit stattfinden.


    Und damit meine ich gar nicht mal Zölle. Sondern viel strengere Qualitätsstandards, die bei Importen eingehalten werden müssten und damit verbunden entsprechend effiziente Kontrollen.


    Das würde uns Imkern helfen, aber eben auch allen Verbrauchern. Ohne Steuerzahler zu belasten.


    Denn wir brauchen und wollen Honige von außerhalb Deutschlands, aber eben bitte nur gute. Dann wäre auch das Preisdumping eingedämmt und das würde den heimischen Imkern viel besser helfen, ohne Sonderregelungen mit allen negativen Begleitwirkungen wie beim Thema Subventionen.


    Gruß

    hornet

  • Hmmh, naja, ich weiss nicht, ob es das bringt. Ein Bekannter von mir ist Einkäufer bei einer Lebensmittelfirma (bekannt als Speiseeisprod. aus DDR-Zeiten). Der kauft jährlich auf dem Weltmarkt ca 300t ein, für Preise um die 2,50-3Euro/kg. Da wird natürlich jede Charge mit der neuesten Technologie auf Verfälschungen untersucht. Sprich das sind qualitativ gute Honige, aber der Weltmarkt hat halt diese Preise, Angebot und Nachfrage. Die Zeiten von sozialistischer Planwirtschaft mit festen Ankaufpreisen sind vorbei. Gut, diese Honige landen nicht im Glas/Quetschflasche im Supermarktregal, die werden in versch. Lebensmittel eingearbeitet, also keine direkte Konkurrenz für Imker. Das sollte man vielleicht auch mal bedenken, die 80%, die importiert werden, sind nicht nur Honige für die Billigmarktregale, sondern viel geht eben in die Verarbeitung.


    Davon abgesehen bin ich auch gegen besondere Steuerbefreiungen. Wenn mal jemand auf die Idee kommt, ne allg. Bestäubungsprämie zu zahlen, gern. Aber wie Wolfgang schon oben schrieb, Steuern sollen alle zahlen, die Gewinn machen. Das ist für mich eine Frage der allg. Gerechtigkeit. Und ich habe schon in Ländern gelebt, in denen jeder extrem versucht, Steuern zu vermeiden, z.B. die normale Mwst. beim Einkaufen. Aber gleichzeitig rufen alle nach Geld vom Staat für diese oder jene Infrastrukturmassnahme. Nee Danke, da ist unser System doch etwas gerechter und sinnvoller.


    Grüsse, Robert

  • Dieser gesellschaftliche Nutzen wird mit keinem Eurocent Bestäubungsprämie vergolten.


    Je nach Region musst du dann ran an die Landwirte. Bei uns im Verein ist ein Landwirt, der auch ein paar wenige Völker hat, aber eigentlich ist er Landwirt. So hat er auch schon angefragt, wer Interesse hat, die Völker in die eine der andere Tracht zu stellen, auch weil er um die Bestäubungsleistung weiss. Und hier gilt es dann anzusetzen.