Merkblatt zum Honig

  • Ich möchte meinen Honigkunden gern ein Merkblättchen zum richtigen Umgang mit der süßen Ware mitgeben.
    Hat vielleicht jemand Ideen, was man auf solch ein Papier unbedingt unterbringen sollte?
    Vielen Dank schon im Voraus!


    Fleißige Bienen wünscht
    Steffen

  • Hallo,
    der DIB bietet einige Faltblätter mit Infos über Honig, haßt du die schon einmal angesehen.


    Gibt es normalerweise bei jedem Imkerfachhandel oder Direkt beim DIB.


    Der Vorsitzende meines Imkervereinse hat auch immer welche für die Mitglieder auf Lager.

    Mit freundlichem Imkergruss
    Dieter Luft

  • Hallo Miteinander,
    ich gebe grundsätzlich ein Faltblatt bei meinem Honig dazu, wobei mir ein Satz, den ich nachfolgend aufgeführt habe, besonders wichtig erscheint:
    -----------------------------------------
    Das Wichtigste zuerst: Kinder unter einem Jahr dürfen keinen Honig bekommen, sie können daran sterben, die Erreger Clostridium botulinum, die für den Erwachsenen völlig ungefährlich sind, können den plötzlichen Kindstod auslösen.
    --------------------------------------------
    Ich habe durch dieses Faltblatt, wo ich auch darauf hinweise, bei welchen Temperaturen Honig gelagert werden muss und falls er einmal hart werden sollte, was auch für die Qualität von unverfälschten Honig spricht, wie er dann schonend aufgetaut werden muss, viel positive Resonanz erfahren.
    Ich würde jedem meiner Kollegen empfehlen ein Faltblatt dem Kunden mitzugeben, denn es ist immer wieder erschreckend, wie wenig der Verbraucher über Honig weiß.

  • Hallo Imkerfreunde
    Ich hab erst dieses Jahr mit der Imkerei (nicht ganz freiwillig) angefangen und lese mit großem Interresse Eure Beiträge. Aber das kann ich dann doch nicht einfach glauben.
    Eltern haben doch immer schon die Speisen und Getränke ihrer Kinder mit Honig versüßt, in der Annahme er ist gesünder als Zucker. Nun erzählt Ihr mir das Kleinkinder keinen Honig zu sich nehmen dürfen. Das hör ich zum ersten mal. Wenn Ihr das Eueren Kunden erzählt, bezweifle ich, das sie noch Honig kaufen. Da kommt doch als Eltern gleich die Frage: Woher weiß ich das mein Kind Antikörper entwickelt hat. Doch nicht nur weil es jetzt ein Jahr alt ist. Hätte ich gewüßt das meine (3) Kinder vom Honig sterben können, sie hätten sicher keinen Honig bekommen.
    Gruß Moni

  • Hallo, alle Miteinander,
    Hallo, Moni,


    nun bleib man ganz friedlich, hier sind einige Kollegen etwas übers Ziel hinausgeschossen.
    Fakt ist, dass purer Honig für Säuglinge nicht empfohlen wird!
    Mit der Aufnahme der Muttermilch bekommt der Säugling die ersten wichtigen Abwehrkräfte gegen diese Bakterien und andere, aber auch nur mit ihr.
    Also Mütter, Honig essen!
    Sogenannte Flaschenkinder ohne Muttermilch brauchen sehr viel länger bis sie diese Abwehrkräfte haben.
    Dafür haben ihre Mütter aber keine Hängebrust!
    Wenn man davon Ausgeht das selbst wichtige Bestandteile der künstlichen Säuglingsmilch mit den Bakterien „verseucht „ wären, das heißt, sie werden bestrahlt oder so hoch erhitzt, das ihr bestimmte Abwehrorganismen schon wieder in synthetischer Form zugesetzt werden müssen, dann gibt es normalerweise nur eine Art der Abwehrbildung!
    Sämtliche natürlichen Inhaltsstoffe von Obst und Gemüse, Vollkorn- und Milchprodukte das heißt auch die Fermente und Enzyme, also auch Honig, sind für Säuglinge nicht verträglich.
    Die gibt es aber natürlich verträglich über die Muttermilch, frag einmal die Alten wie lange, auch praktisch gesehen, die Kinder früher gestillt wurden, die Natur hat sich schon etwas dabei gedacht.
    Aber in der Mode für Magersüchtige ist kein Platz für eine etwas weichere und größere Mutterbrust!
    Also gebe Deinen Kindern, ab einem Jahr, ohne Bedenken soviel Honig wie sie wollen, von dieser Süße werden sie nicht dick und schlechte Zähne bekommen sie auch nicht!
    Liebe Kollegen, vielleicht findet Ihr ja auch noch andere Inhaltsstoffe des Honigs, die eine vernünftige Diskussion wert wären!


    Wenn ich da so an die Hygiene denke………


    Wie immer wünsche ich Euch viele gesunde Bienen,
    und gesunde Kinder, die viel Honig essen.


    Margret

  • Hallo Moni,
    da ich selbst Vater von fünf Kindern bin, könnte ich es mir nie verzeihen, wenn ich Mitschuld am Tode eines Säuglings hätte. Ich lege grundsätzlich einen Zettel meinen Honigen bei, um vor dem Honigverzehrs bei Säuglingen zu warnen, lieber verliere ich ein paar Kunden, ich könnte nicht verantworten die Honigkunden nicht davon in Kenntnis zu setzen, aber bisher waren mir die Mütter dankbar für den Hinweis, die Kinder können, wenn sie einmal das Kigaalter haben noch genug Honig essen.
    Aber leider halten die meisten Lebensmittelerzeuger lieber einmal zuviel als zuwenig die Klappe, sonst hätten wir nicht immer wieder Lebensmittelskandale, die gesundheitliche Risiken für die Verbraucher bringen, ist eine Schande in der heutigen Zeit, dass die Profitgier vor der Gesundheit des Verbrauchers steht.

  • Hallo Franz Xaver


    Ich wollte damit auf gar keinen Fall sagen, das man den Kunden nicht aufklären soll. Eher im Gegenteil.Ich geb mir mühe sauberen Honig, bis jetzt noch zu verschenken und dann würde ein Kind davon sterben. Fünf Kinder!!! Hast Du noch andere Hobbies :-)


    Danke Margret
    für Deine Antwort.....hat mich etwas beruhigt.


    Moni

  • Moni schrieb:

    Hallo Franz Xaver


    Fünf Kinder!!! Hast Du noch andere Hobbies :-)


    Moni


    Hallo Moni,
    ja ich habe noch ein anderes Hobby, ab und zu imkere ich ein wenig, aber da ist meine Frau auch immer dabei. :lol: .

  • Liebe besorgte Imkerkolleginnen und -kollegen,
    der Rat, Säuglingen keinen Honig zu geben, weil dies eine tödliche Gefahr darstelle, ist stark übertrieben.


    Dies ist das Ergebnis einer vom Bundesgesundheitsministerium in Auftrag gegebene Studie. Die Ergebnisse wurden, da sie die Antwort auf eine Anfrage von CDU-Abgeordneten war, am 6. Juli 2001 als Bundestagsdrucksache (14/6666) veröffentlicht.


    Hier die den Honig betreffenden Ergebnisse:
    1. Botulismus ist eine extrem seltene Erkrankung. In den vergangenen 10 Jahren wurden durchschnittlich 14,2 Fälle pro Jahr in Deutschland gemeldet. Darunter war durchschnittlich der Erkrankungsfall eines Säuglings/Jahr. Einen Todesfall durch Säuglingsbotulismus gab es nicht.
    2. Clostridium-botulinum-Sporen kommen im Kompost vor. Sie befinden sich aber auch im Boden, im Hausstaub, in Mist, Katzenklos und an Stubenfliegen in zum Teil hoher Anzahl.
    3. Weil die Sporen überall sind, kommen Säuglinge natürlicherweise ständig mit diesen in Kontakt. Es sei nicht auszuschließen, dass das Spielen mit Komposterzeugnissen wie zum Beispiel Blumenerde eine erhöhte Infektionsgefahr bedeute.
    4. Für den plötzlichen Kindstod gebe es weit über hundert Hypothesen. Eine davon sei die These, dass Botulismus zum plötzlichen Kindstod führe. Eine plausible Begründung hierfür gebe es aber nicht.
    5. Honig sei als Risikofaktor in Deutschland durch Verlautbarungen des Robert-Koch-Institutes 1998 als Risikofaktor für den Säuglingsbotulismus benannt worden.
    6. Allerdings hätten zum Beispiel in Kalifornien nur fünf Prozent der erkrankten Babys Honig gegessen. Es werde vermutet, dass sich die meisten Säuglinge viel wahrscheinlicher durch eingeatmeten Staub infizierten.
    7. Das Ministerium weist außerdem auf methodische Probleme beim Zusammenhang zwischen Botulismus und Plötzlichem Kindstod hin. Clostridien vermehren sich nach dem Tode sehr rasch im Darm. Am Plötzlichen Kindstod gestorbene Babies wurden zum Teil erst Tage nach ihrem Tod untersucht, wenn sich die Bakterien entsprechend vermehrt haben.
    8. Außerdem sei in vielen europäischen Ländern die Anzahl der am Plötzlichen Kindstod verstorbenen Kinder in den letzten Jahren um 50 bis 90 Prozent zurückgegangen. Dies werde im Zusammenhang mit Aufklärungskampagnen gesehen, die die Rückenlage bei Kleinkindern propagiere.
    9. Über den Zusammenhang zwischen Säuglingsbotulismus und Plötzlichem Kindstod urteilt das Ministerium abschließend: "Ein ausschlaggebender Einfluss von Säuglingsbotulismus erscheint aufgrund dieser Zahlen sehr unwahrscheinlich."


    Wenn es


    - keinen erkennbaren Zusammenhang zwischen Botulismus und plötzlichem Kindstod gibt,
    - so gut wie keine Erkrankungen mit Säuglingsbotulismus in Deutschland und erst recht keine Todesfälle gibt,
    - Clostridium-botulinum-Sporen außerhalb der Glaswände eines Honigglases häufiger vorkommen als drinnen, in unserem Honig,


    halte ich es für unnötig und dumm, vor dem Verzehr unseres nach DIB-Standard erzeugten Honigs durch Säuglinge zu warnen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Botschaft: "Honig ist gesund, aber für Säuglinge ist er tödlich" bei Honigkunden im Nachsäuglingsalter sonderlich gut ankommt.


    Ich hoffe, dass dies zur Versachlichung der Diskussion beiträgt. Meine drei Kinder jedenfalls haben in allen Lebensaltern Honig bekommen.


    Mit imkerlichem Gruß
    Dr. M.-W. Kohfink

  • Hallo, Marc-W.,


    endlich mal eine klare Aussage! :D Da kann man doch was mit anfangen! :D 
    Die geschätzte Kundschaft war darüber schon sehr besorgt, aber die Müsli-Fraktion stand eher auf dem Standpunkt: "ich hab auch Honig als Baby gekriegt, und mir hat's nicht geschadet, also kriegt mein Kind den auch. Basta!" Die Großelterngeneration neigte dazu, das etwas ernster zu nehmen, hat meinem Umsatz doch geschadet.
    Also: an den PC, Merkblatt ändern! :lol:

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • sabi(e)ne schrieb:

    Hallo, Marc-W.,


    endlich mal eine klare Aussage! :D Da kann man doch was mit anfangen! :D 
    Also: an den PC, Merkblatt ändern! :lol:


    Hallo Miteinander,
    ich mache es mir nicht so einfach und kann mir nicht vorstellen, dass an diesen Untersuchungen nichts dran wäre und sollte der Honig nur ein Mitauslöser sein. Ich kann mir nicht vorstellen, junge Mütter in meinem Bekanntenkreis, nicht gewarnt zu haben. Wenn ich mir vorstelle, da würde ein Kind am plötzlichen Kindstod sterben, da hätte ich nie wieder ein ruhiges Gewissen. Ich ändere mein Merkblatt nicht, die paar Cent, die mir lt. eurer Meinung der "Honigverkauf" weniger bringen würde, wobei ich durch meine Merkblätter das Gegenteil erfahren musste, ist mir ein ruhiges Gewissen wert. Siehe Auszug aus meinem Merkblatt, dass ich jedem Honigkäufer auch in Zukunft mitgebe.
    Das Wichtigste zuerst: Kinder unter einem Jahr dürfen keinen Honig bekommen, sie können daran sterben, die Erreger Clostridium botulinum, die für den Erwachsenen völlig ungefährlich sind, können den plötzlichen Kindstod auslösen, zumindest nach derzeitigem Wissensstand, deshalb riskieren sie nichts in dieser Hinsicht, denn die Gesundheit unserer Kinder sollte das allerwichtigste für uns sein! Nur Säuglinge sind gefährdet!
    Bei älteren Kindern und Erwachsenen bildet die Darmflora einen ausreichenden Schutz. Dies ist bei Säuglingen im ersten Lebensjahr aufgrund der sich erst entwickelnden Darmflora nicht der Fall. Die aufgenommenen inaktiven Clostridien-Sporen können im Darm auskeimen und das Toxin freisetzen, das dann zu Muskel- und Atemlähmungen führt. Wenn die Kinder älter als ein Jahr sind ist unbehandelter Honig, wie ich ihn anbiete, mit Sicherheit eines der gesündesten Lebensmittel, dass sie ihrem Kind und sich selber antun können.