was mache ich mit 1800qm!?

  • Hallo Martin,


    als erstes gilt es herauszufinden welche Bodenart Dein Grundstück hat - z. B. lehmig, sandig-lehmig, sandig, ... das wissen i. d. R. örtliche Landwirte. Dann suchst Du nach einem Anbieter für autochthones (einheimisches) Saatgut, der Saatgut für Deine Region und Deinen Bodentyp anbietet. Und mit etwas Glück hat der dann eine eine Kräuter/Blühmischung ohne Gräser. Letztere kommen von ganz alleine ... Du kannst auch noch fragen, was denn auf der Fläche war, bevor die Obstbäume und die Zwischenfrucht draufkamen.


    Dann soll der Landwirt den aktuellen Bewuchs möglichst komplett abräumen. Ideal ist es, wenn er die obersten paar cm Erde gleich mitnimmt.


    Dann für die Aussaat vorbereiten und säen (samen mit Sand vermischen und ausbringen. Ich würde sogar in diesem Frühjahr nur einjähriges säen. Das wird im Herbst, nach der Samenreife wieder abgeräumt. Dann eine Mischung aus ein- und mehrjährigen Arten säen. Letztere brauchen oft eine kühle Periode/Winter vor der Keimung. Die gehen bei der üblichen Frühjahrsaussaat gerne mal unter - auch ein Grund warum dann Gräser stark überhand nehmen.


    Gruß

    Marion

    Gruß Marion


    Gärtnerin mit Hang(garten) zur Selbstversorgung, Informatikerin, neugieriges Gscheidhaferl - 123viele.de

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  • Erfahrungen/Meinungen der Imker Deiner Region helfen zu erhellen:

    a) ob es sich um ein Früh- oder Spättrachtgebiet handelt und

    b) zu welchen Zeiträumen im Jahr es besonders zu Versorgungslücken für Bienen kommt.


    In einem Frühtrachtgebiet ist es für eine vernünftige Jahresentwicklung (resp. entsprechenden Honigertrag als Spiegelbild) besonders wichtig, daß die ersten zwei bis drei Brutsätze zur Durchlenzung - hier wäre das etwa ab März - besonders gut mit Pollen für die Ammenbienen versorgt werden - also im Nahbereich der Beuten (resp. "Deine" 1.800 qm)) auch bei ungünstigem Flugwetter bspw. Winterlinge, Krokusse, frühe Weiden, Kornelkirsche etc. dieses Pollenangebot liefern.


    Hier kannst Du mit einem virtuellen Zirkel den Flugkreis von Bienen auf den vorgesehenen Standort einstellen und abschätzen:

    http://www.homecrossing.de/beespace/

    Gerade im März/April aber ist der Flugkreis temperatur- bzw. wetterbedingt nur wenige Meter groß. Eine gute Pollenversorgung gerade zu diesem Zeitpunkt im Nahbereich verschafft einem Bienenvolk Vorteile. oft

  • Moin,


    naja, wenn man aus dem "bösen - lutheranischen" Nachbarkreis kommt und dann noch seine "lutheranischen Buckfast" einschleppen möchte, ist manchmal nicht so einfach...... Es hat da schon so manche Grabenkämpfe hüben wie drüben gegeben, wegen Anmelden oder nicht Anmelden der Bienen wenn man aus dem Nachbarkreis kommt, einfaches Wildes aufstellen, Gebietsansprüche verteidigen usw. "Witzig" ist es wenn man sich direkt an die Kreisgrenze stellt, da hat man auch im besten Fall nen Zettel an der Beute, wo es heißt die Bienen sollen nicht über die Kreisgrenze fliegen ( OK dass ist aber auch schon 15 Jahre her ).... Oder die Feststellung: "ah sie kommen aus dem Nachbarkreis, sie sind nicht katholisch - sie sind nicht seriös".......


    Aber euer Vorsitzender ist an sich OK, manche "Altimker" weniger. Die haben noch die alten Vorurteile bzgl. der bösen "Lutheranischen Nachbarschaft".


    Viel Erfolg


    PS: Ich habe bei euch als "Ausländer" meine Schulungen gemacht, da lernt man echt was und die Betreuung ist auch Super.

  • An sich zur Gegend: Rund um Mühlen: Klassische Rapsgegend, Felder an sich werden sehr häufig zum Maisanbau genutzt, dieses auch sehr extensiv und raubbauisch - die Biogasanlagen wollen halt laufen. Die Böden wurden bis letztes Jahr auch sehr stark gedüngt. Der LK Vechta heißt nicht umsonst "Gülleland". Viele Schweine- und Geflügelhöfe in der Nähe. Der Ortskern selbst hat viele kleine bis größere Gärten, wo gerade im Frühjahr, aber auch im Sommer viele Blume stehen. Desweiteren etliche Linden vorhanden - insbesondere an den Straßen. Ansonsten ist aber nach dem Raps und Lindenblüte rund rum wenig zu holen dort. Größer Wälder oder Baumgruppen findest du erst wieder nach Lohne oder Kroge raus - dass Moor bringt da nichts, sprich Wald und Heide kannste nicht finden. Weiden werden an den Straßen großräumig umgehechselt, leider. Mit Glück ist was an den Feldwegen zu finden, außer die Bauern mähen alles vorher um.

  • speerwerfer :

    Besuche einmal den Husumer Schloßpark zur Krokusblüte und achte auf den Bienenflug:

    https://www.husum-tourismus.de…m/Krokusbluete/Geschichte


    Hier jedenfalls wirkt sich unser Wild-Krokusteppich sehr stimulierend auf die Volksentwicklung aus, wenn Flugwetter herrscht (die Edelkrokusse dagegen blühen hier i.d.R. 2 Wochen zu spät und: Sie vermehren sich nicht über Samen). Allerdings braucht man zur Ansiedlung so großer Bestände vierstellige Pflanzzahlen, Geduld, mageren/durchlässigen Boden und muß das Krokus-Blattwerk nach der Blüte wirklich bis zum natürlichen Abwelken schonen/kein Belaufen oder gar Befahren etc.

    Der entsprechende Faden wurde hier bereits verlinkt (mein Spätsommer-/Herbsttip in # 54):

    Krokusse


    Allgemein zu Pflanzplänen mit speziellen Eingabemöglichkeiten (Bodenart, Pflanzentypen/Wuchshöhen etc.):

    https://www.die-honigmacher.de/kurs2/empfehlung.html

    und zu Bienenweide:

    Datenbank Bienenweiden

  • Was beenutzerin schreibt, ist auch o.k. - das wäre die "ungeduldige" Variante, die natürlich teurer ist. Die Bodenart zu kennen, ist ohnehin Voraussetzung. Bei stark humosen Böden muss zur "Verdünnung" halt Sand mit eingearbeitet werden - völlig korrekt.


    Die Einsatz mit einjährigen Pflanzen, z. B. Phacelia, ist eine Variante. Im Folgejahr keimen deren Samen wieder, es siedelt sich aber auch das ortsübliche an. Und das zu lassen ist spannend - da ist dann so manche Überraschung drin. Vieles an Arbeit kann man sich sparen - die Natur macht schon.

  • speerwerfer : Du bist gut beraten, Dein Projekt auf den 1800qm ganz langsam und ohne großen finanziellen Einsatz anzugehen.

    Für mich sieht "Deine" Fläche nach einer lieblos und ohne große Sachkenntnis angelegten Ausgleichsmaßnahme für irgendwelche nahen Baumaßnahmen. Wenn das so ist, haben Naturschutzbehörde und Grundeigentümer die Daumen drauf und Du bist mit Deinen Interessen immer der Gelackmeierte.

    Nutze die Fläche mit/für Deine Bienen, schütze diese aber gegen zuviel Draufsicht von der Strasse.

    Wenn Du was tun willst, so verstärke die Buschreihe an der Strasse mit versch. Weidearten, Haselsträuchern, Weißdorn und Kornellkirsche und dann wartest Du einfach ab was passiert.

    Denke daran, Dich mit dem Bewirtschafter der roten Fläche ins benehmen zu setzen, denn der dürfte ein Überfahrtsrecht haben oder haben wollen.

    Du wirst deine freien Energien wahrscheinlich für Deine Bienen brauchen

    Viel Erfolg ...Klaus

    "Gebt mir einen Grund für Euren Optimismus!"

    Max Czollek, 2019

  • Hallo Klaus,


    ich hatte ja schon geschrieben: Ich selber werde da nichts machen. Der Grundeigentümer möchte mich beim Imkern unterstützen und stellt mir die Fläche zur Verfügung um dort Völker aufzustellen. Der Grundeigentümer hat mich in dem Zusammenhang gefragt, was er am besten machen kann - und damit bin ich hier gelandet. Ich soll mit Infos weiterhelfen. Nicht mit Geld oder Arbeit.

    Die rote Fläche gehört dem gleichen Eigentümer. Dort soll eine Viehweide entstehen. Der Zugang zu dieser Weide ist nicht über die grüne Fläche notwendig. Ich kann aber auch auf der Seite der Hecke (in der roten Fläche) meine Völker aufstellen. Vorteil: Schutz vor dem vorherrschenden Westwind durch die Hecke & Sichtschutz von der Straße.


    VG

    Martin

  • Hallo Martin,


    du hast ja schon viele wertvolle Tipps zur Fläche erhalten. Ergänzen kann ich noch folgenden Hinweis: falls eine Neuansaat z.B. für eine naturnahe „Wildblumenwiese“ interessant sein sollte, dann mal nach Burri-Methode/Streifenansaat googeln. Die soll wohl auch bei eher lehmigen und fetten Böden funktionieren. Wie Beenutzerin schon geschrieben hat, ist die Auswahl einer richtigen -regional angepassten- Saatgutmischung für den vorhandenen Boden wichtig. Zum Nachlesen eignen sich auch die Bücher/Artikel von Reinhard Witt.

    Meine eigenen Erfahrungen mit der Burri-Methode stehen noch aus. Ich habe erstmal mit den hier schon empfohlenen Sträuchern angefangen.


    Viel Erfolg,

    Steffi

  • Wenn da eine Schweinemastanlage o.ä. ist, stirbt der Traum wahrscheinlich.

    Warum passt Schweinemastanlage und Biene nicht zusammen ? :/

    Moin Soapp,

    wegen der evtl, offenen Gülle die auch mal ganz gerne von den Bienen aufgenommen wird und so den Geschmack des Honigs in eine "unerwünschte Richtung" geben kann.

    Das war für mich ein Grund ein Rapsfeld nicht anzuwandern weil daneben ein Maststall mit entsprechendem "Gschmäckle" war.

    Gruß Martin


  • wegen der evtl, offenen Gülle die auch mal ganz gerne von den Bienen aufgenommen wird und so den Geschmack des Honigs in eine "unerwünschte Richtung" geben kann.

    Ernst gemeinte Frage: Hat die geschmackliche Beeinträchtigung von Honig durch Güllesammlerinnen schon jemand real festgestellt?