was mache ich mit 1800qm!?

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    Hallo zusammen,


    mein erster Post im Forum - und ich frage nicht nach Bienen, Beute, oder Zubehör :-) Ich bin Mitte 40 und besuche gerade einen Imkerkurs. Ob ich dieses Jahr noch mit dem imkern anfange hängt vom Kurs, meinem Imkerpaten und meiner Jahresplanung ab - wir werden sehen.


    Freunde von mir haben hinter Ihrer Firma aber ein Grundstück (1800 qm), auf dem ein paar Obstbäume stehen und das sonst nicht weiter genutzt wird. Sie haben mir angeboten, das ich dort schalten und walten kann. Meine Idee ist nun, dort zwischen den Bäumen eine Bienenweide einzurichten. Zukünftig würe ich dann dort auch meine Bienen aufstellen.


    Hier kann man mal sehen, wie das Grundstück aussieht: https://bit.ly/2RX6MKY es geht um die grüne Fläche. Was mit der roten Fläche ist, weiß ich noch nicht. In der roten Fläche sieht man einen Bachlauf an dem heute dicht Sträucher stehen. Zur Zeit ist das ein Acker.


    Was kann ich sinnvoller Weise dieses Jahr schon mit der grünen Fläche machen? Das ganze soll keine Eintagsfliege werden. Wo kann ich mich weiter einlesen?


    Ich freue mich auf Eure Vorschläge ...


    Martin

  • Hallo Bernhard,


    danke für deine Antwort. Jetzt bin ich allerdings etwas irritiert.


    1.) Den Umweltbeauftragten zu fragen, ist vielleicht keine schlechte Idee ... wird für mich in nächster Zeit aber einfach ein zeitliches Problem, da ich von 7 -18 Uhr nicht zu Hause bin und damit nicht zum Amt komme. Mal sehen ...


    2.) Warum sollte ein Anwohner etwas dagegen haben, das ich aus einer Obstwiese eine Blumenweide machen will? Womit rechnest du? Was könnte der/die Umweltbeauftragte vorschlagen, was zu einem Einwand der Anlieger führen könnte?


    Vielleicht gehe ich das ja zu blauäugig an ... dann helft mir doch auf die Sprünge!


    VG

    Martin

  • Die Suchbegriffe Blühwiese, Blühfläche oder Streuobstwiese bringen dir hier im Forum auch ein paar Beiträge mit Anregungen.


    Ich persönlich würde jedoch zunächst einmal sehen, was im Verlaufe des Jahres dort wächst, ehe ich die Umgestaltung plane. Vielleicht reicht es ja, wenn du die Fläche zunächst wachsen lässt und dann in mehreren Etappen mähst, um immer eine schöne Blühfläche zu haben. Dann vielleicht noch ein paar Sträucher an den Rand und den Bachlauf. So hast du schon einen pflegeleichten Rückzugsraum für Insekten.


    Bei so einer kleinen Fläche wirst du keinen nennenswerten zusätzlichen Ertrag im Honigraum erzielen. Da geht es dann eher um Pollen oder das Vermindern von Problemen in Trachtlücken im Flugkreis - vielleicht auch Verbessern des ersten Angebots mit Frühblühern. Außerdem kann man mit sowas vielleicht auch Nachahmer finden.

    In der Natur gibt es weder Belohnungen noch Strafen. Es gibt Folgen.
    (Robert Green Ingersoll)

  • Hallo,


    die Bäume stehen jetzt max. 2 Jahre da. Der Boden ist - hmmm ich kann es echt nicht sagen - irgendwie keine Wiese. Da ist irgendwas anderes am wachsen. Ich frag da morgen mal nach, was da wächst. Ich könnte mir vorstellen, das da ein befreundeter Landwirt irgendwas zum Übergang gesät/gepflanst hat.


    Martin

  • N'Abend


    2J. alte Obstbäume bringen jetzt noch nicht sooo viel an Nektar, Pollen und vor allem auch Schatten. Bienen mögen Morgensonne, aber wenn zur Mittagszeit die Sonne auf die Deckel knallt, ist das suboptimal. Der danebenliegende Bach und die Sträucher klingen erstmal gut, das sind generell gute Biotope für alle möglichen Fliege- und Krabbelviecher. Vielleicht kann man da noch was bei der Pflanzenvielfalt optimieren, um über die ganze Bienensaison Blühangebote zu haben.

    Kannst ja mal nachfragen, was da wächst und wer das aktuell pflegt. Dann mit dieser Person Kontakt aufnehmen und dann kannst deine Wünsche zur Bepflanzung (s. Stichworte bei Amape) ja mal anbringen.


    Grüsse, Robert

  • Der Ort sieht sehr nach grüner Wüste aus, nur Felder und auf den Grundstücken kaum Bäume und viel englischer Rasen. Aber irgendwas werden die Bienen schon finden. Wahrscheinlich nur Raps und danach kannst du einwintern...

    Mach das mit den Bienen und mach das mit der kleinen Blühfläche, überzeuge die Nachbarn, das sich was ändern muß!

  • Guten Morgen Martin,


    eine (Acker-)Blühfläche anzulegen ist sehr aufwendig und nach spätestens zwei Jahren musst du wieder handeln.


    Die Etablierung einer Blühwiese erfordert sehr viel Knowhow und ist auch mit viel Arbeit verbunden.


    In beiden Fällen sind die 1800 qm zu klein um während der Saison die Völker merklich zu unterstützen. Eventuell gelingt dies durch eine bessere Pollenversorgung.


    Ich würde versuchen, die Nektar- und Pollenversorgung im Vorfrühling zu verbessern. Erstens werden deine Bienen davon merklich profitieren, zweitens ist dies mit beschränktem Zeitaufwand möglich.


    Dazu würde ich viele Krokusse pflanzen (Krokusse) und den Heckenbereich mit Haselnuss und Weide ergänzen und/oder erweitern.


    Grüße vom Apidät

  • Eine Blühwiese die mehr als ein Jahr Blüht ohne neueinsaat ist relativ schwer.


    Bei der Größe gibt es ein paar Optionen, aber da es nicht dein Grundstück ist, würde ich auch darauf achten das deine Nachbarn damit zufrieden sind.

    Was dem Frieden definitiv hilft wäre das Pflanzen von Bäumen und Büschen (die Blühen eher Jahrzehnte). Stachelbeere, Kirsche, Äpfel, Birnen Blaubeere.

    Evtl. Sylphie und Bienenbaum.

  • Hallo Speerwerfer,

    Herzlichen Glückwunsch. So eine Fläche suche ich noch für meinen Ablegerstand.


    Das Umfeld sieht auch gut aus. Ich bevorzuge so eine Mischlage zwischen örtlicher Bebauung und landwirtschaftlich Flächen. Natürlich kann ich auf so einem Bild nicht sehen, was da genau steht.


    Als erstes würde ich für eine Abtrennung des Grundstücks sorgen, ansonsten bekommen deine Bienen Beine....:eek:


    Hierfür muss du dir schon vorher im klaren sein, wo du deine Bienenvölker hinstellen willst. Die Wege sollen kurz sein, sonst werden die Arme schnell lang.


    Ferner würde ich mich um einen Sichtschutz in Form einer Hecke zur Strasse hin kümmern. Wind ist immer ein Thema. Früher war ich mal ein Fan von Weissdorn und Co. Davon bin ich ab. Mittlerweile Pflanze ich gerne Rotbuchenhecken. Dir verlieren erst im Frühjahr alle Blätter und bilden somit ein Windschutz.

    Bei Weissdorn habe ich die Stacheln zu schätzen gelernt.

    Bedenke, die Hecke muss auch geschnitten werden.

    Daher Pflanze ich erstmal kleine Pflanzen. Das Zeug wächst wie die Pest.

    Auch ist das wesentlich preiswerter.

    Nutze einfach die restliche Fläche für Obstbäume und ein paar Bienenbäume.



    Die Wiese einfach extensiv nutzen. Einfach mähen und das Gras abräumen. Nach und nach muss du immer weniger mähen und es stellen sich diverse Wildblumen ein.

    Finger weg von Dünger.


    Du willst ja Bienen halten und nicht nur Landschaftspflege betreiben.


    Viel Erfolg


    Leider stellt sich leider bei uns die gelbe Pest ein. Da habe ich auch keinen Rat mehr.

    Freier Imker

    Ohne Verein, DIB, Imkerverband und sonstigen Establishment

    Neutral und unbelastet.

  • Moin,


    um die Blüh- Nektarsituation brauchst du dir an dem Standort keine Sorgen machen. Es sind in den Gärten viele Frühjahrsblüher und auch viele Linden vorhanden - Futter gibt es da satt.


    ABER: 800 Meter Luftlinie von Dir ist ein Mekka des Deutschen Pferdesports und es sind im Umfeld sehr viele Pferdekoppeln. Wir sind seinerzeits ( vor 3 Jahren ) daran gescheitert dort Bienen aufzustellen ( wegen dem Raps ), da die ansässigen Pferdezüchter Angst um Ihre Gäule hatten.... Auch der Einwand friedfertig usw. hatte nicht gefruchtet. Sofern du einen guten bis sehr guten Draht zu S. hast, würde ich mit denen reden und dein Projekt bei denen vorstellen. Nicht dass du wegen den Pferden ärger bekommst ( wir reden hier nicht um Ackergäule, sondern es laufen da zum Teil Olympiapferde rum und es wird dort im großen Still gezüchtet )........ Nicht dass deine Bienen den zukünftigen Samenspender eines kommenden Champions in die Nüster stechen........


    UND: Hast du Kontakt zum Imkerverein Vechta? Die achten sehr stark auf die Bienendichte und "Rassefragen"...... Wir wollten dann etwas nördlicher anwandern und bekamen dort eine Absage mit der Begründung: Bienendichte zu hoch ( 2 größere Imker sind dort schon ansässig ) und es wurde auf die richtige Rasse wert gelegt ( Carnica ). Ich würde mich bei denen schlau machen, ob du dort überhaupt hin kannst. Die Südoldenburger sind da ein bisschen heikel.


    Wir sind dann mit unseren Bienen in den Nachbarlandkreis gewandert und haben dort mehrere nette Plätze. Dort wird zwar auch sehr auf die Bienendichte geachtet, aber es gibt keine Rassediskussionen - und man kann mit denen reden.


    LG Northlight

  • Hallo Martin,


    egal was du vorhast, rate ich dir zu einem Pachtvertrag. Auch, oder gerade, weil es Freunde sind, solltest du Planungsicherheit für mind. 1 Jahr haben. Im dümmsten Fall hast du sonst dort mal Bienen stehen und musst den Platz innherhalb kürzester Zeit räumen.


    Gruß

    Werner

  • Hallo Martin,


    in ein Grundstück welches mir nicht gehört würde ich nicht nicht viel Geld und Zeit investieren. Es kann sein, dass in 10 Jahren, wenn die Bäume,die ja jemand mit der Absicht Obst zu ernten gepflanzt hat, in Ertrag kommen, dir das Grundstück wieder genommen wird. Oder es wird, da ja es ja innerhalb des Ortes liegt, plötzlich doch bebaut.

    Ich würde auf alle Fälle klären wer für die Pflege der Bäume zuständig ist. So wie ich gezählt habe sind es mind. 13 Stück die, da erst 2 Jahre alt, die nächsten Jahre regelmäßig geschnitten werden müssen. Das heißt nicht nur Imkerkurs sondern auch noch Baumschnittkurs. Diese Arbeit würde nur auf mich nehmen wenn ich mir sicher bin später auch was davon zu haben. Gerade hochstämmige Obstbäume brauchen viel Geduld.


    Bei der Wiese auch erst einmal abwarten was wächst, aber auf alle Fälle 1-2 mal pro Jahr mähen ( nicht mulchen!) und das Mähgut entfernen. Vielleicht ein paar einheimische Sträucher ( Kornelkirsche, Faulbaum, Hasel, Schlehe, Wildrose, Weide...), die es im Winter sehr günstig als wurzelnackte Ware gibt, pflanzen, um Sicht- und Wetterschutz für die Bienen zu schaffen.


    Also versuchen möglichst viel vorher zu klären, damit es nachher keinen Streit gibt.

    Meiner Erfahrung nach entwickelt man zu Grundstücken / Bäumen, in die man Zeit und Herzblut investiert hat, eine emotionale Bindung (mir fällt nur dieser doofe Ausdruck ein?(), überlege dir also gut wie weit du dich engagierst.



    Viele Grüße

    Meike

  • Unabhängig von rechtlichen, vertragstechnischen und weiteren nachbarschaftlichen Gegebenheiten (vertragsloser Zustand ist immer ein Risiko - also Pachtvertrag !), ist die intensive Nutzung schon ein Fortschritt. Den Metallbauer nebenan sollte das eher nicht stören, die anliegende Straße ist auch kein Problem. Insofern folgende Empfehlung: Derz. Bewuchs abtragen; das kann auch kleinflächig sukzessive erfolgen. Diese Fläche dann sich selbst überlassen und beobachten, was sich dort ansiedelt. Man muss viel Geduld haben (3 - 5 Jahre dauert es schon, bis sich eine stabile Situation einstellt).


    Wie gestern in Celle vom Hydrogeologen und Imker Prof. Totsche sehr gut dargestellt und begründet, ist eine Bearbeitung der Fläche zur Verbesserung der Blühsituation mit einfachsten Mitteln am erfolgversprechendsten. Der Boden hat seine "Eigenheiten" auf die sich Pflanzen optimal einstellen. Sähst Du Blumenmischung, hält die 1 bis 2 Jahre mäßig und es kommen die optimierten Pflanzen der Umgebung wieder, was dann auch dauerhaft so bleibt. Ich kann das aus eigener Erfahrung bestätigen - es macht viel Arbeit, wenn man gegen den Boden agiert …

    (Wildwiese und ihre Auswirkungen).


    Wenn wie oben beschrieben die Probeflächen sich gut machen, kann der Rest entsprechend bearbeitet werden. Das muss nicht per Hand erfolgen, das macht Dir auch ein Landwirt gegen Bezahlung.


    Viel Erfolg


    Rainer