Gegen Bienen allergisch?

  • Also ich kenne 3 Leute mit Allergie.

    Mein Schwager seit seiner Kindheit.

    Unser Vereinsvorsitzender hat seit einigen Jahren eine Allergie entwickelt. Er hat keine eigenen Bienen mehr.

    Der Madeirer, bei dem wir jetzt auf Madeira zu Besuch waren. Der imkert mit Vollschutz mit seinen iberischen agressiven Bienen... Notfall Pen dabei.


    Grüße ULI

    Genieße das Leben.

    Sei Dankbar und Glücklich.

  • Beginners sollten sich auf jeden Fall schützen, aber bei richtigen Umgang und normalen

    Völkern ist ein Sschleier eher hinderlich. Meiner liegt ungebraucht im Schuppen aber auffindbar😃 VG

  • Mich hat die Allergie in meinem 2. Imkerjahr erwischt. Wie ich es gelesen hatte, arbeitete ich ohne Schutz an den Völkern. Es dauerte nicht lange, da bekam ich erste Stiche. Die Reaktionen waren durchaus heftig mit Schwellungen und mir wurde auch schon etwas mulmig - aber ich dachte das gehört dazu und die alten Imker sagten, da gewöhnt man sich dran, das ist gut gegen Rheuma...

    Dann bekam ich einen Stich in die Nase. Nach einigen Minuten wurde mir schwindelig, hinlegen half nicht, ich wurde ohnmächtig, mit Tatü Tata ins Krankenhaus. Die Ärzte sagten, die Imkerei sei für mich unverantwortlich. Ich habe dann auch vorübergehend aufgehört, ging nur noch mit dem Notfallset los. Nach 2 Jahren habe ich mich sensibilisieren lassen. Das bedeutete 10 Tage stationären Krankenhausaufenthalt mit 3 mal täglich einer Bienen-Giftinjektion mit ansteigender Dosierung. Danach noch 2 Jahre alle 4 Wochen eine Injektion durch den Hausarzt.

    Ich bin wieder angefangen zu Imkern, allerdings immer geschützt, mit dem Ganzkörperanzug und Gummistiefeln. Das ist besonders im Sommer lästig aber es geht. In den letzten Jahren habe ich trotzdem 1-2 Stiche im Jahr bekommen (teilweise gar nicht beim Imkern) die Reaktionen waren mit Schwellungen schon deutlich aber mir ist weder schwindelig noch schummerig geworden.

    Ich finde die Bienengiftallergie darf nicht verharmlost werden. Wer betroffen ist, ist echt gefährdet. NeuimkerInnen würde ich zur Vorsicht raten und die Körperreaktionen nach den ersten Stichen genau analysieren. Sobald es sich komisch anfühlt, Schwindel einsetzt, empfehle ich einen Arzt zu konsultieren. Wer betroffen ist, kann sich desensibilisieren lassen, das ist jedoch langwierig und aufwendig. Und man kann auch geschützt imkern auch wenn das nicht ganz so cool ist...

    ...wenn du die Wahl hast zwischen "Freundlichkeit" und "Recht-haben" entscheide dich für "Freundlichkeit"...:):)

    Mit freundlichen, imkerlichen Grüßen


    Ulli Kehnen

  • Möchte hier gerne nochmal einsteigen.

    Habe letztes Jahr angefangen zu imkern.

    Letztes Jahr habe ich insgesamt 4 Stiche abbekommen.

    Alles nicht wirklich spektakulär.


    Dieses Jahr habe ich einmal 3 Stiche in die linke Hand und 3 Stiche in die rechte Hand bekommen.

    Die Hände sind ziemlich dick und heiß geworden. Am schlimmsten war es einen Tag nachdem ich die Stiche abbekommen habe.


    Dann habe ich noch einmal in Knie und Fußgelenk insgesamt 5 Stiche abbekommen (wenn dann immer gleich richtig ;) ) Auch hier Knie und Fußgelenk sehr dick geworden und hatte auch Probleme beim laufen, weil es ziemlich gepocht hat.


    Schwindelig, schummerig, Atemnot, Kopfweh oder sonstige Sachen habe ich nie bekommen, es war "einfach" immer nur sehr dick, heiß und hat gejuckt. Nach 3-4 Tagen war alles wieder weg.


    Jetzt hat mich EINE in die Innenseite des Oberarms gestochen. Stachel war relativ lange drin. Jetzt ist der ganze Ellenbogen bis zur Hälfte des Unterarmes dick, heiß, rot und schmerzt. Wieder keine Probleme mit dem Kreislauf oder ähnlichem.


    Ich kann es einfach nicht einschätzen, ob ich mir Gedanken machen muss.

    Habe ja schließlich auf einen Schlag mal 6 Stiche abbekommen und es war kreislauftechnisch alles ok.


    Was meint ihr?

    Nicht das Leben ist das höchste Gut, sondern ein gutes Leben.
    Sokrates
    (469-399 BC, Griechischer Ethiker und Philosoph)

  • Hi,


    ein Arztbesuch kann sicher nicht schaden, aber nach meiner Meinung ist das


    eine "normale" lokale Reaktion. Sorgen musst du dir machen, wenn du rechts gestochen wirst,


    und es auch links anfängt zu jucken, wenn du schlecht Luft bekommst, oder wenn der Kreislauf


    anfängt zu spinnen. Dann kann es aber sehr eilig sein. Daher schon bei zum Arzt, wenn die


    angegebenen Symtome nur ganz leicht auftreten.


    Gruss Joachim

  • Was meint ihr?

    Dass Dein Arzt da am besten Bescheid wissen dürfte :)

    Da sollte man sich nicht zu viel Hoffnung machen. Bienengift ist potenter als Wespengift und viele Ärzte können eine heftige Reaktion darauf nicht richtig einstufen. Auf Anhieb einen erfahrenen Insektengiftallergologen zu treffen ist nicht wahrscheinlich. Die Reaktion kann so unterschiedlich sein: alter der Biene, Menge, persönliche Gesundheits-Tagesform und natürlich auch Einstichstelle.

    Man muss nicht mit jedem Stich zum Arzt, auch wenn es dick wird. Aber wenn es untypisch wird Kreislauf, Atmung, Ganzkörperausschlag oder -Quaddeln dann SOFORT die 112 und nicht warten ob es vielleicht besser wird. Gerade in seinen jungen Imkerjahren sollte man genau auf sich achten (es gibt eine Dissertation dazu: nach den ersten allergiefreien Imkerjahren sinkt das Risiko rapide). Starke lokale Reaktionen können ein Vorbote einer Allergie sein.