Vortrag über das Wärmeverbundsystem nach Manfred Borgstädt

  • Moin zusammen,

    ich war gestern bei einem Vortrag von Manfred Borgstädt, der sich selbst als "einen der progressivsten Imker, die es in Deutschland vor 35 Jahren gab", bezeichnet.

    Er hat sein selbst konzipiertes Beutensystem vorgestellt, welches einen großen Schwerpunkt auf Wärme und "wesensgemäße" Bienenhaltung legen will.

    Die Arbeit von Torben Schiffer ist für Herrn Borgstädt Leitbild und Ideal.


    Ich kann das in Gänze gar nicht beschreiben, es war so kompliziert, beinhaltete diverse Rähmchenmaße (Dadant, Langstroth, Miniplus, bei Dadanträhmchen soll man die untere Rähmchenleiste abschrauben können, für noch größere Waben), alle Maße durcheinander, zwei-Königinnen-Völker, 90 Grad gedrehte Zargen, welche sich mitunter zu über zwei Meter hohen Türmen aufstapeln, und ganz wichtig: alles warm halten, auch im Winter (die Bienen müssen sich auch im Winter frei in der Beute bewegen können, dann vebrauchen sie weniger Futter!).


    Ich konnte keine Betriebsweise erkennen, aber ich konnte auszählen, dass man mitunter pro Schwarmkontrolle 8 HR pro Volk hätte abstapeln müssen. Ich habe auch mitgenommen, dass er glaubt, dass seine Beute ausschlaggebend für starke Völker und viel Honig ist. Und natürlich (!) hat diese Beute einen diffusionsoffenen Deckel, und an Varroa gehen die auch nicht ein!


    Da war ein ganzer Raum voller Imker, die sich das alles aufmerksam angehört haben.

    Auch den Schluss, als Herr Borgstädt aus einer fiktiven WhatsApp Gruppe vorlas, in der sich zwei seiner Völker, welche die Nachricht aus seinen selbst konzipierten Beuten schrieben, darüber freuten, das sie endlich in einer wesensgemäßen Behausung wohnen dürfen, und all ihre Artgenossen bedauerten, weil die in normalen Beuten leben müssen. Nur in des Herrn Borgstädts Beuten ginge es ihnen richtig gut, schrieben die Bienen in dieser WhatsApp Gruppe.


    In diesem Vortrag waren so viele Trigger - hier in diesem Forum hätte es locker zu einem 200 Antwort-Faden gereicht.

    Und dort vor Ort hat niemand wirklich ernsthaft nachgebohrt (ich auch nicht, ich habe mich nicht getraut).

    Das war eine so schräge, surreale Veranstaltung, die Zeit ist wie im Flug vergangen.


    Am Ende blieb bei mir folgendes Bild haften, und ich denke, das fasst das Wesentliche gut zusammen, worum es bei dem ganzen Zirkus geht:


  • Hi,

    also wenn ich als dummer Neuling mir die Beute kaufen soll, dann müsste mindestens (so wie irgendwo auf FB mal gesehen) auch so ein Ablaufhahn dran sein, dass ich mir den Honig am Morgen direkt aus dem Stock holen kann. ^^

    Ist doch schön, es gibt immer wieder Leute die das Rad neu erfinden und alle die bisher auf der Welt gelebt haben für dumm verkaufen … :rolleyes:


    LG

  • die Bienen müssen sich auch im Winter frei in der Beute bewegen können, dann vebrauchen sie weniger Futter!

    interessante These, wenn ich mich beweg Verbrauch ich weniger futter, dh im umkehrschluss wenn ich mich nicht beweg verbrauch ich mehr Futter? Sollt ich mal meiner Freundin sagen dass ich mich nicht so viel bewegen darf :-D

  • Endlich wieder etwas Neues was die Welt nicht braucht. Und dann noch so günstig! Zum Wohle des Verkäufers sollte uns nichts zu teuer sein.:cursing:


    LG Dieter

    Sooo neu ist das nun nicht.

    Bereits in der Ausgabe 01/2016 erschien ein Artikel von Manfred Borgstädt über Infrarotstrahlung, in dem er schreibt, dass er bereits 1987 mit alukaschierten Schieden arbeitete.

    Gruß Michi ☮ ------------- Spezialisierung ist was für Insekten! :-D

    🖖🏿Dif-tor heh smusma🖖🏿

  • Bereits in der Ausgabe 01/2016 erschien ein Artikel von Manfred Borgstädt über Infrarotstrahlung, in dem er schreibt, dass er bereits 1987 mit alukaschierten Schieden arbeitete.

    Waaaaas, dann hat der Binder sich das nur abgeguckt!? Mein Weltbild wankt...

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife