Steuernummer für die Imkerei

  • Weil ich in letzter Zeit immer wieder Anfragen zum Thema Steuernummer für die eigene Imkerei bekomme, hier eine Erläuterung für alle:


    Wozu brauche ich die Steuernummer?

    Wenn Ihr auf Rechnungen für andere Unternehmer (z.B. Wiederverkäufer) die Umsatzsteuer ausweisen wollt und der Rechnungsbetrag über 250 Euro liegt, muss die eigene Steuernummer angegeben werden (das ist nicht die Identifikationsnummer).


    Gibt es eine eigene Steuernummer für Imker/innen?

    Nein, es gibt nur eine Steuernummer für alle gewerblichen, selbständigen (freiberuflichen) oder land- und forstwirtschaftlichen Tätigkeiten.

    Die hat das Format 000/000/00000, also z.B. 090/256/04943.


    Wie bekomme ich diese Steuernummer?

    Damit Ihr die bekommt, müsste Ihr Euch beim Finanzamt steuerlich erfassen lassen. Das geht über den "Fragebogen zur steuerlichen Erfassung/Aufnahme einer gewerblichen, selbstständigen (freiberuflichen) oder land- und forstwirtschaftlichen Tätigkeit oder Beteiligung an einer Personengesellschaft/ -gemeinschaft".

    Den findet Ihr im Formularcenter der Bundesfinanzverwaltung. Dort unter "Steuerformulare" "Fragebögen zur steuerlichen Erfassung" auswählen.

    Hier das Formular "Fragebogen zur steuerlichen Erfassung/Aufnahme einer gewerblichen, selbständigen (freiberuflichen) oder land- und forstwirtschaftlichen Tätigkeit oder Beteiligung an einer Personengesellschaft/ -gemeinschaft" nehmen.


    Ausfüllanleitung

    Ich lasse hier mal alles weg, was eigentlich selbsterklärend ist.

    Folgende Zeilen sind imkereispezifisch:


    Zeile 3 ankreuzen (Aufnahme einer gewerblichen, selbständigen (freiberuflichen) oder land- und forstwirtschaftlichen Tätigkeit)


    Zeile 25

    „Imkerei“ eingeben


    Zeile 110

    Bei „im Jahr der Betriebseröffnung“ und „im Folgejahr“ bei „Steuerpflichtiger“ jeweils „0“ eingeben, sonst will das Finanzamt evtl. Vorauszahlungen.


    Zeile 121

    „Gewinnermittlung nach Durchschnittsätzen" ankreuzen


    Zeile 148

    JA ankreuzen und in das Feld „Imkerei“ eingeben.

    Dahinter ins Feld „3“ eingeben, also § 24 Abs. 1 Nr. 3 UStG



    Hat die Anmeldung steuerliche Folgen?

    Zunächst nur insoweit, als Ihr dann eine jährliche Steuererklärung abgeben müsst (was Ihr wahrscheinlich ohnehin schon macht).

    Es kommen dann folgende Formulare dazu:

    - Anlage L

    - Anlage 13a

    Wenn die Völkerzahl nicht höher ist als 30, wird aber keine Einkommensteuer erhoben.


    Wolfgang

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)

  • Hallo Wolfgang,

    danke für die Zusammenfassung.

    Da ich gerade nicht zu Hause bin, kann ich nicht schauen.

    Ich bin Solaranlagenbetreiber auf meinen Dach . Könnte ich diese Steuernummer verwenden?

    Wenn ja, sollte ich dann trotzdem noch irgendetwas ausfüllen/nachmelden (Imkerei).

  • Da ich gerade nicht zu Hause bin, kann ich nicht schauen.

    Ich bin Solaranlagenbetreiber auf meinen Dach . Könnte ich diese Steuernummer verwenden?

    Wenn ja, sollte ich dann trotzdem noch irgendetwas ausfüllen/nachmelden (Imkerei).

    Nein, dann hast Du ja eine Steuernummer. Es genügt, evtl. Gewinne aus der Imkerei im Rahmen der Einkommensteuererklärung zu melden.


    Wolfgang

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)

  • Hallo Wolfgang,

    danke für die Zusammenfassung.

    Da ich gerade nicht zu Hause bin, kann ich nicht schauen.

    Ich bin Solaranlagenbetreiber auf meinen Dach . Könnte ich diese Steuernummer verwenden?

    Wenn ja, sollte ich dann trotzdem noch irgendetwas ausfüllen/nachmelden (Imkerei).

    wenn die Steuernummer für die PV Anlage auch für Umsatzsteuerzwecke erteilt wurde, dann kannst du die für deine Imkerei-Rechnungen verwenden. Umsatzsteuerlich gibt es nur ein Unternehmen.


    Ralph

  • Wenn Ihr auf Rechnungen für andere Unternehmer (z.B. Wiederverkäufer) die Umsatzsteuer ausweisen wollt und der Rechnungsbetrag über 250 Euro liegt, muss die eigene Steuernummer angegeben werden (das ist nicht die Identifikationsnummer).

    Hallo Wolfgang,


    bist du sicher oder ist das ein Schreibfehler? Wo steht das dann?


    Ich dachte immer, dass das ja gerade der Vorteil der Umsatzsteueridentifikationsnummer ist. Nämlich dass man, wenn man sie hat, eben nur diese und nicht seine persönliche Steuernummer auf den Rechnungen angeben muss! Mit der UsST-ID hat schließlich das FA alle Infos und nur das FA kann was damit anfangen, während Dritte damit keinen Unsinn treiben können. Mit der persönlichen Steuernummer dagegen schon (z.B. unberechtigte Auskünfte am Telefon erhalten etc.).


    Ich war bisher der Meinung, dass die UsST-ID unabhängig von der Rechnungssumme immer möglich und auch immer die beste Variante ist.

  • Denkt daran, sobald ihr beim Fiskus gemeldet seid, fleißig Kassenzettel und Rechnungen zu sammeln.


    Für eine Steuererklärung ist Ordnung das A und O.


    Überlegt euch gut, was eine Ausgabe für die Imkerei darstellt.

    Ihr könnt auch Weiterbildungen (mit Essensgeld, Übernachtungen, etc.), Fachtagungen oder „Standortfahrten“ absetzen (30 Cent pro km - aber Rückweg ist nicht dabei). Auch Werbemittel (Webseite, Flyer, Broschüren) dürfen mit drauf.

    Gläser, Etiketten, Imkermaterial absetzen versteht sich von selbst ;-)


    Abgabe der Steuererklärung für Freiberufler ist im Frühjahr des Folgejahres. Mit Steuerberater der 31.12. des Folgejahres.


    P.S.: Ich hab bisher problemlos die Steuernummer für meine andere freiberufliche Tätigkeit verwendet.

  • Abgabe der Steuererklärung für Freiberufler ist im Frühjahr des Folgejahres.

    Nein, seit diesem Jahr der 31. Juli.


    Belege sammeln macht natürlich nur Sinn, wenn die 70-Völker-Grenze überschritten ist.


    Wolfgang

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)

  • Super Danke WFLP,

    Das mit der Photovoltaik Anlage wusste ich auch nicht.


    Bevor jetzt alle losrennen und eine USt-Id beantragen. Für gewöhnlich verlangt dann das Finanzamt eine monatliche, im nächsten Jahre eine Quartals und danach nur noch eine Jahreserklärung. Das nervt.

    Ferner kommt dann ab 30 Völker die Berufsgenossenschaft ins Spiel.

    Nicht vergessen.

    Nächster Punkt ist, wer Rechnungen mit MwSt ausstellt, muss diese auch abführen.

    In $ 14 UStG findet man dann noch die Bestandteile die eine Rechnung erhalten sollte.

    In $ 14 a UstG finden sich zusätzlich Bestandteile für den innergemeinschaftlichen Bereich.

    Als letztes muss man noch aufpassen, was eine Lieferung oder sonstige Leistung ist.

    Bei den Steuersätzen kann es auch Ärger geben.

    Dss ist alles kein Hexenwerk. Ich empfehle immer bei größeren Dingen ein Beratungsgespräch bei einem auf Land- und Forstwirtschaft spezialisierten Steuerberater. Dem sollte man dann auch genau erklären, was man genau verkaufen will.

    Die meisten normalen Steuerberater haben von dem Bereich keine Ahnung.


    Nicht abschrecken lassen. Viel Erfolg.

    Freier Imker

    Ohne Verein, DIB, Imkerverband und sonstigen Establishment

    Neutral und unbelastet.

  • Für die Imkerei zählt aber das Wirtschftsjahr bis einschl. Juni, oder?


    Die ganze Sache würde ich aber auch nicht in jedem Fall nur auf steuerliche Effekte reduzieren...

    Mag OT sein, hängt aber eins im anderen...

  • Ferner kommt dann ab 30 Völker die Berufsgenossenschaft ins Spiel.

    Nicht vergessen.

    Die kommt schon ab Volk 26 ins Spiel! Ist aber PillePalle von der Beitragshöhe! Gemessen am Ertrag was die Völker einbringen können ...


    Interessant wird es erst ab 100 Völkern, da beginnt man nämlich sich mit den rumzuärgern ;-)


    Grüße,

    Marco

    And that's the way it is (Walter Cronkite)

  • Nächster Punkt ist, wer Rechnungen mit MwSt ausstellt, muss diese auch abführen.

    Wenn ich die Pauschalbesteuerung anwende und die 10,7% MwSt für Urproduktion ansetze bzw ausweise, muss ich nichts abführen; kann natürlich auch nichts absetzen.

    Gruß Michi ☮ ------------- Spezialisierung ist was für Insekten! :-D

    🖖🏿Dif-tor heh smusma🖖🏿

  • Hi,


    ob eine Imkerei mit < 30 Völkern monatlich eine Erklärung abgeben muss,


    wage ich doch sehr zu bezweifeln. Wenn man als Imkerei die Durchschnittssatzbesteuerung


    wählt, muss die Steuer von 10,7% nicht abgeführt werden, man kann sich aber auch keine


    Vorsteuer erstatten lassen.

    Ab dem 26. Volk wird dann aber die BG für alle Völker fällig. Das sind dann so ca. 300€ im Jahr.


    Mit dem Finanzamt darf man sich ab dem 71. Volk rumärgern, dann ist es mit der Pauschalisierung


    leider vorbei.


    Gruss Joachim